{"id":63392,"date":"2018-07-28T00:57:29","date_gmt":"2018-07-27T22:57:29","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=63392"},"modified":"2018-07-28T00:57:29","modified_gmt":"2018-07-27T22:57:29","slug":"finsterwalde","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=63392","title":{"rendered":"Finsterwalde"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt nicht nur vom Erscheinungsdatum ein brandtaktuelles Buch, sondern auch eines, das &#8220;relativ bald oder vielleicht zwei drei Jahre sp\u00e4ter&#8221;, spielt.<\/p>\n<p>Also eines, wo es, wie im Klappentext steht &#8220;Die die EU nicht mehr gibt und \u00fcberall in Europa die Politik von Nationalismus und Ausgrenzung bestimmt wird&#8221; und eines das ich vom Kanal &#8220;Goldschrift&#8221;, der Berliner Lehrerin, die sich sehr f\u00fcr B\u00fccher um den Holocaust interessiert, empfohlen bekommen hatte.<\/p>\n<p>Max Annas &#8220;Finsterwalde&#8221;. Der Autor war Journalist, hat in S\u00fcdafrika gelebt und schon einige aktuelle Politthriller geschrieben und Finsterwalde ist ein kleiner Ort in Ostdeutschland, eine ausgegrenzte Stadt, die in der sehr nahen Zukunft, die das Buch, das wohl eines f\u00fcr j\u00fcngere Leser ist, die die Spannung lieben und dennoch \u00fcber die politische Lage nachdeknen wollen, behandelt, zu einem Lager umgewandelt wurde, wo die Schwarzen, die nicht rechtzeitig auswandern konnten, hingebracht werden.<\/p>\n<p>Marie und und ihre zwei Kinder Kodjo und Antoinette sind dabei. Marie war \u00c4rztin in Berlin und wollte die Stadt wegen der Beerdigung ihrer Mutter erst ein paar Tage sp\u00e4ter verlassen. So befindet sie sich jetzt hinter Absperrgittern und Z\u00e4unen in der aufgelassenen Stadt, oben fliegen die Drohnen vorbei und werfen Nahrungsmittel herab, drau\u00dfen patrouilliert die Polizei und die Sicherheitsdienste.<\/p>\n<p>Ein bedrohliches Bild und Max Annas wei\u00df sehr geschickt mit der Spannung zu jonglieren oder \u00fcbertreibt damit vielleicht sogar ein bi\u00dfchen, so da\u00df man mit dem Lesen fast nicht mehr mitkommt.<\/p>\n<p>Maries Praxis ist also leer und mu\u00df wieder bev\u00f6lkert werden. Dazu kommt schon ein Paar, Eleni und Theo, mit ihren Kindern aus Athen geflogen, denn die Leute vom bankrotten Griechenland werden offenbar in das leergewordene Berlin umgesiedelt.<\/p>\n<p>Die Praxis und die Wohnung Maries wurde von den pers\u00f6nliches Gegenst\u00e4nden der fr\u00fcheren Besitzer ger\u00e4umt. Marie hat trotzdem ihre Spuren in Form von ein paar Fotos hinterlassen, die Theo, der \u00e4lter, als die \u00c4rztin Eleni und auch nicht der Vater ihrer Kinder, sondern ein ehemaliger Radioreporter ist, findet und sich damit nach Finsterwalde auf ihre Spuren macht.<\/p>\n<p>Was aber nat\u00fcrlich auch nicht so einfach ist, denn die Eingewanderten haben Fu\u00dffesseln abbekommen, die sie ein Jahr zur Bew\u00e4hrung tragen m\u00fcssen und sie d\u00fcrften sich auch nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes, wo auch \u00fcberall die Polizei patroulliert, einmischen.<\/p>\n<p>Theo, hat aber schon fr\u00fcher in Berlin gelebt und hier auch ein paar alte Freunde und die f\u00fchren ihn dorthin, wo man die Fu\u00dffessel deaktivieren kann. So schleicht er sich langsam langsam w\u00e4hrend die Kinder im Kindergarten und mit Eleni bei einer Fortbildung sind, an Finsterwald heran und trifft dort bald auch auf Marie, denn die Leute im Lager, wo nat\u00fcrlich auch Gewalt herrscht und ein fr\u00fcherer schwarzer Polizist erschlagen wurde, m\u00fcssen sich organisieren, halten Versammlungen ab und kommen so auf einen toten Priester und sein Handy, das ihnen zeigt, da\u00df es in Berlin noch drei verlassene und in einem Keller versteckte Kinder gibt, die sie retten wollten.<\/p>\n<p>So kriecht Marie mit Kodjo und zwei jungen M\u00e4nnern durch die Gullies hinaus und treffen im Wald bald auf Theo. Eine abenteuerliche Verfolgungsjagd beginnt. \u00dcberall sind Polizeistreifen, Sch\u00fc\u00dfe fallen. Es gibt aber auch Widerstandk\u00e4mpfer und Leute auf einem Bauernhof, die helfen und so werden die Kinder schlie\u00dflich gefunden. Kodjo befindet sich auf dem Weg nach D\u00e4nemark, Theo kehrt zu Eleni und den Kindern und Marie ins Lager zu Antoinette zur\u00fcck und die Leser sind vielleicht\u00a0 in Zeiten, wie diesen, wo die jungen und die alten Rechten, jede Gewalttat\u00a0 zu einem Bedrohungsszenario und Austauschszenario aufbauschen, die vielleicht, wenn wir nicht sehr aufpassen sehr bald in ein zwei Jahren oder fr\u00fcher zu\u00a0 den geschilderten Zust\u00e4nden\u00a0 f\u00fchren k\u00f6nnen, ein wenig ratlos und k\u00f6nnen nun \u00fcberlegen, was zu machen ist, , da\u00df solches doch nicht passiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt nicht nur vom Erscheinungsdatum ein brandtaktuelles Buch, sondern auch eines, das &#8220;relativ bald oder vielleicht zwei drei Jahre sp\u00e4ter&#8221;, spielt. 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