{"id":63841,"date":"2018-08-16T11:33:42","date_gmt":"2018-08-16T09:33:42","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=63841"},"modified":"2018-08-16T11:33:42","modified_gmt":"2018-08-16T09:33:42","slug":"festland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=63841","title":{"rendered":"Festland"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mich ja schon ein paar Wochen vor unserer Reise auf die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/19\/der-schweiz-urlaub\/\"> Schweitzer Literatur<\/a> vorbereitet, mir das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/12\/schweizer-literatur\/\">Schweizerische<\/a> aus meinen Regalen hervorgeholt und auf den Badezimmerstapel gelegt und dann bin ich an einem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/02\/regenguss-belvedere-ausstellung-seeseiten-buchhandlung-und-noch-einmal-bekanntes-bei-den-o-toenen\/\">Donnerstag davor in die Seestadt hinausgefahren,<\/a> weil ich die dortige Buchhandlung aufsuchen wollte und habe in dem Nachbarschaftsregal, das es dort gibt, Markus Werners &#8220;Festland&#8221; gefunden.<\/p>\n<p>Seit ich so viele Neuerscheinungen bekomme, tue ich mir\u00a0 mit den B\u00fcchern, die ich dort finde, etwas schwer, denn keine Chance sie zu lesen oder erst in ein paar Jahren. Aber Moment Mal, bei diesem ist es anders, dieses gleich auf die heurige<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/about\/leseliste\/\"> Leseliste<\/a>, zwischen den Neuerscheinungen und Buchpreisb\u00fccher gesetzt und das Buch mitgenommen, habe ich den 1944 in der Schweiz geborenen Autor, doch in meiner Schweizer Rundschau vergessen, aufzuz\u00e4hlen, obwohl ich von ihm schon &#8220;Am Hang&#8221; und &#8220;Z\u00fcndels Abgang&#8221; gefunden, aber noch nicht gelesen habe.<\/p>\n<p>Also das 1998 bei dtv erschienene B\u00fcchlein, das urspr\u00fcnglich im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/08\/spurensuche\/\">&#8220;Residenz-Verlag&#8221;<\/a> herausgekommen ist, auf die Reise mitgenommen und in Genf zu lesen angefangen.<\/p>\n<p>Da passte zwar nicht ganz die Sprachgrenze, aber egal, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/14\/gebrauchsanweisung-fuer-die-schweiz\/\">Schweizer sind ja eine mehrsprachige Nation<\/a> und lernen, glaube ich, sowohl Deutsch als auch Franz\u00f6sisch in der Schule, wenn auch das Deutsch, das sie dann sprechen, vielleicht nicht immer zu verstehen ist und das Buch erinnert von der Thematik her, auch ein bi\u00dfchen an das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/13\/opoe\/\">Debut von Donat Blum<\/a>, denn da hat ein junger Mann \u00fcber seine Gro\u00dfmutter geschrieben, w\u00e4hrend hier ein \u00e4lterer\u00a0 in einejr sehr abgehobenen, fast ein wenig altmodisch klingendes Sprache &#8220;Was mich so ber\u00fcrht hat:der wunderbare Ton dieses Buches&#8221;, hat Marcel Reich Ranicki im literarischen Quartett \u00fcber das Buch besagt, wie am Buchr\u00fccken steht, eine Tochter \u00fcber ihren ihr bisher unbekannten Vater erz\u00e4hlen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Es ist auch ein eher kleiner Roman, den man fast Novelle nennen k\u00f6nnen, die Tochter, bei den Gro\u00dfeltern aufgewachsen, weil sich ihre Mutter fr\u00fchzeitig umgebracht hat oder war es doch ein Unfall, hatte bisher kaum Kontakt zu ihrem Vater, als sie der kurz nach ihrer Abschlu\u00dfpr\u00fcfung pl\u00f6tzlich anruft und sie zu sich bestellt.<\/p>\n<p>Er bestellt sie in sein Haus oder in seine Wohnung, empf\u00e4ngt sie dort im Schlafanzug und im abgedunkelten Raum, erz\u00e4hlt ihr dort etwas von einer Gesch\u00e4ftsreise, die ihn k\u00fcrzlich nach Wien und auf die K\u00e4rntnerstra\u00dfe f\u00fchrte, wo ihn ein Hund verfolgte. Als ihn sein Chef anruft, l\u00e4\u00dft er sich verleugnen und, als der Rauchfangverkehrer kommt, um die Wohnung zu kontrollieren, zuckt er ebenfalls aus.<\/p>\n<p>Die Tochter versucht den Meister zu beruhigen, gibt sich als des Vaters Pflegerin aus und l\u00e4\u00dft sich von ihm die Geschichte ihrer Mutter und die Beziehung, die der Vater zu ihr hatte, erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Der scheint immer schon ein eigenbr\u00f6dlerischer Mann gewesen\u00a0 sein, der noch bei seiner Mutter lebte, als er eine Reise machte und darauf hin jemanden rettete. Daf\u00fcr wurde er von seiner Firma geehrt. Es kam in die Zeitung und Lena, die Mutter, eine Dolmetscherin ruft ihn an, um ihn zu treffen, obwohl sie bereits einen Freund hatte.<\/p>\n<p>Es kommt zu einem Beischlaf der Beiden, obwohl vom Anfang an klar ist, da\u00df die Mutter keine Beziehung will. Die Gro\u00dfeltern schirmen auch ab, seine Mutter ist ebenfalls dagegen. Trotzdem ruft dieMutter ihn, als sie in den Schnee hinausgeht und sagt &#8220;Julia braucht dich!&#8221;, der Kontakt war dann aber offenbar sp\u00e4ter nicht sehr dicht.<\/p>\n<p>Jetzt \u00fcbergibt der Vater, der Tochter den Schl\u00fc\u00dfel einer Wohnung und verschwindet dann wieder und als sie in seiner Firma anruft, sagt die Sekret\u00e4rin &#8220;Ach Sie meinen wegen seiner Grippe, ich kann Sie beruhigen, er scheint sehr auf dem Damm, darf ich ihm etwas ausrichten? &#8211; Ja bitte, habe ich gesagt, er soll mich bitte anrufen, wenn das m\u00f6glich ist &#8211; Geht in Ordnung , hat sie gesagt, und ich habe zu warten begonnen. Gegen Mitternacht habe ich zu warten aufgeh\u00f6rt und den Koffer gepackt, langsam versonnen, fast schlafend schon.&#8221;<\/p>\n<p>So endet das Buch und es hat wirklich einen sehr bed\u00e4chtigen und sehr literarischen Ton, so da\u00df es gut war, da\u00df ich das d\u00fcnne hundertvierzig Seiten B\u00fcchlein\u00a0 rechtzeitig fand und so in der Schweiz einen mir bisher unbekannten Schweizer Autor kennenlernen konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich ja schon ein paar Wochen vor unserer Reise auf die Schweitzer Literatur vorbereitet, mir das Schweizerische aus meinen Regalen hervorgeholt und auf den Badezimmerstapel gelegt und dann bin ich an einem Donnerstag davor in die Seestadt hinausgefahren, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=63841\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[550,3887,5228],"class_list":["post-63841","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-aeltere-buecher-lesen","tag-markus-werner","tag-schweizer-literatur"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=63841"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/63841\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=63841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=63841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=63841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}