{"id":64570,"date":"2018-09-10T00:00:54","date_gmt":"2018-09-09T22:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=64570"},"modified":"2018-09-10T00:00:54","modified_gmt":"2018-09-09T22:00:54","slug":"und-auf-knopfdruck-urlaubsstimmung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=64570","title":{"rendered":"Und auf Knopfdruck Urlaubsstimmung"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Jetzt sind wir auf Urlaub!&#8221;, hat die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/10\/geburtstagsfeiern-mit-ruth\/\">Ruth<\/a> am Donnerstag zu mir gesagt, als ich mit ihr und dem Alfred den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/09\/09\/um-den-neusiedlersee\/\">Neusiedlersee<\/a> entlanggeradelt bin.<\/p>\n<p>&#8220;Es ist keine Sport- sondern ein Genu\u00dfradeln, wir k\u00f6nnen uns Zeit lassen und den Ausflug genie\u00dfen!&#8221;, noch ein oder zwei Mal hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p>&#8220;Nun ja! Na klar!&#8221;, habe ich gedacht.<\/p>\n<p>&#8220;Nat\u00fcrlich!&#8221; und mich ein bi\u00dfchen gewundert, da\u00df sie das so extra betonte. Denn kann man auf Knopfdruck in eine solche Stimmung kommen?<\/p>\n<p>Auf Knopfdruck nat\u00fcrlich nicht und normalerweise denkt man wohl auch nicht daran, da\u00df man jetzt in Urlaubsstimmung kommt, wenn man die\u00a0 Radtasche packt, das Bahnticket l\u00f6st, sich in den Zug hineinsetzt und sp\u00e4ter zu Radeln beginnt.<\/p>\n<p>Die Stimmung kommt wahrscheinlich dann von selber. Noch dazu, wo das Wetter ja sehr sch\u00f6n war, warm und sonnig und auch das Radfahren gut von statten ging.<\/p>\n<p>&#8220;Wir sind zu schnell! Wir sollten eine Pause machen!&#8221;, sagte der Alfred zwar am Anfang \u00f6fter, offenbar weil er\u00a0 an die gute Kondition nicht so ganz glaubte. Dann haben wir aber schon, um zw\u00f6lf bei einem Heurigen in Donnerskirchen Mittagsrast gemacht, ein gutes und auch sehr billiges Menu zu uns genommen. Leberkn\u00f6del- oder Grie\u00dfnockerlsuppe, Surbraten mit Linsen. Haben Sturm oder auch ein &#8220;L\u00fcfterl&#8221;, dazu getrunken, ein Gl\u00e4schen Wein oder ein Bier und ich habe mir auch die Zitronennockerln mit Schlagobers und Erdbeersauce bestellt und damit die Urlaubsstimmung ganz von selber und ohne Knopfdruck in mir gesp\u00fcrt. Und am Nachmittag sind wir, um den See zu sehen,\u00a0 nach Rust geradelt, sind\u00a0 ein bi\u00dfchen auf der Wiese gesessen und haben in das Wasser geschaut.<\/p>\n<p>&#8220;Jetzt sp\u00fcren wir die Poesie des Segelbootes!&#8221;, hat die Ruth gefordert, wohl um die Urlaubsstimmung\u00a0 noch ein bi\u00dfchen zu verst\u00e4rken und zu verankern.<\/p>\n<p>&#8220;Schreiben wir ein Gedicht \u00fcber diesen Pullover!&#8221;, hat sie gemeint. Denn am Rand des Sees lag ein St\u00fcck Stoff, was zwar an sich nicht so besonders poetisch scheint. Aber nat\u00fcrlich man kann sich einige lyrischeZeilen\u00a0 ausdenken, wie das St\u00fcck Stoff wohl an das Land gekommen ist?<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte ein Badender vergessen haben oder ist es\u00a0 aus einem Boot geworfen worden? Vielleicht hat von dort ein sch\u00f6nes M\u00e4dchen ihrem Liebsten zugewinkt und ihren Pullover dabei verloren?<\/p>\n<p>Sich die Geschichte des Strandgutstp\u00fcckes ausdenken, wenn man nur poetisch w\u00e4re. Aber ich schreibe\u00a0 keine Gedichte und ein Pullover ist an sich auch kein sehr poetischer Gegenstand, sondern ein Gebrauchst\u00fcck und die Urlaubsstimmung war auch schon da.<\/p>\n<p>Ganz von selber und ohne Knopfdruck ist sie gekommen, als wir im Strandcafe auf den See und die Poolbar schauten, einen &#8220;Hugo&#8221; schl\u00fcrften und der Alfred von dem Schmalzbrot schw\u00e4rmte, das er nachher bei einem Heurigen zu einem guten Glas burgenl\u00e4ndischen Rotwein trinken wollte.<\/p>\n<p>Der Heurige war dann ein Landgasthaus und das Schmalzbrot, ein Bauerntoast, denn das Gasthaus setzte auf internationale K\u00fcche, auf Bruschetta und\u00a0 Prosciutto, beispielsweise.<\/p>\n<p>Die Urlaubsstimmtung wurde aber am n\u00e4chsten Tag durch einige Telefonate der Anna, die, die Nachricht von einem geschwollenen Bein der Oma und dem Tod der Mutter ihrer Pflegehelferin \u00fcberbrachte, ersch\u00fcttert und auch das Radeln am Rand der dicht befahrenen Landstra\u00dfe von Sopron nach Balf, am freit\u00e4glichen Sto\u00dfverkehr erforderte, wohl mehr Konzentration als Urlaubsstimmung, aber die ist sp\u00e4ter wieder zur\u00fcckgekommen und war auch in Apetlon vorhanden, als wir am Abend das Gasthaus Zum fr\u00f6hlichen Arbeiter&#8221; besichtigten und r\u00e4tselten, ob sich dort die Arbeiter in der Zwischenkriegszeit oder wann auch immer getroffen haben, um bei einem Ma\u00df bier oder einem Stifterl Wein die Revolution zu besprechen.<\/p>\n<p>Denn das Wetter war sehr sch\u00f6n, der Wein gut und auch das Radeln hat zumindest auf den mehr oder weniger gepflegten Radwegen, wo man auch die Weinlese beobachten und sich die reifen Trauben von den Lauben sozusagen in den Mund stecken konnte, Spa\u00df gemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Jetzt sind wir auf Urlaub!&#8221;, hat die Ruth am Donnerstag zu mir gesagt, als ich mit ihr und dem Alfred den Neusiedlersee entlanggeradelt bin. &#8220;Es ist keine Sport- sondern ein Genu\u00dfradeln, wir k\u00f6nnen uns Zeit lassen und den Ausflug genie\u00dfen!&#8221;, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=64570\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9,14],"tags":[4280,4712,5946],"class_list":["post-64570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-glosse","category-reisebericht","tag-neusiedlersee","tag-radtour","tag-urlaubsstimmung"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=64570"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/64570\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=64570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=64570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=64570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}