{"id":6485,"date":"2011-04-06T00:49:02","date_gmt":"2011-04-05T22:49:02","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=6485"},"modified":"2011-04-06T00:49:02","modified_gmt":"2011-04-05T22:49:02","slug":"herzgeschichten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6485","title":{"rendered":"Herzgeschichten"},"content":{"rendered":"<p>Herzgeschichten scheinen gro\u00df in Mode zu sein, hat ja nicht nur Julya Rabinowich eine &#8220;Herznovelle&#8221; geschrieben, sondern auch Peter Stephan Jungk den Roman &#8220;Das elektrische Herz&#8221;, das ich bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/17\/literarische-soiree\/\">literarischen Soiree im M\u00e4rz<\/a> gewinnen h\u00e4tte k\u00f6nne, wenn ich schnell genug hinausgeschrieen h\u00e4tte, da\u00df er der Sohn des Zukunftsforschers Robert Jungk ist. Damals habe ich mit dem Buch nicht viel anfangen k\u00f6nnen, dann sah ich da\u00df es am 5.4. in der Alten Schmiede vorgestellt wird und in Leipzig wurde es auch im \u00d6sterreich-Cafe pr\u00e4sentiert und weil ich ja immer auf der Suche nach Neuem bin, bin ich in die Alte Schmiede, konnte dort aber fast nicht hinein, weil die Leute um den Autor herum vor dem Eingang standen. Evelyn Holloway rief mich an, Julya Rabinowich sa\u00df unten in der ersten Reihe. Die Sessel waren wieder umgestellt, jetzt standen sie so, wie sie bei der<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/11\/zerfliesende-identitaten-starke-charaktare\/\"> Lesung von Melinda Nadj-Abonji<\/a> gestanden sind und es waren sehr viele Leute. Erstaunlich viel f\u00fcr einen unbekannten Autor, aber das schien er nur mir zu sein, las ich inzwischen ja bei Wikipedia, da\u00df der 1952 in Kalifornien geborene ein amerikanisch deutschsprachiger Schriftsteller und Filmemacher ist und schon viele Ver\u00f6ffentlichungen hat. Er scheint auch einen Herzfehler zu haben, jedenfalls sprach er von zwei Operationen am offenen Herzen, die an ihm durchgef\u00fchrt wurden, aber das war erst sp\u00e4ter. Zuerst gab es einen starken Applaus als er und sein Freund Christian Filitz vom ORF, der manchmal die franz\u00f6sisch sprachigen Nachrichten im Morgenjournal liest, auftraten. Dietmar Grieser und Gabriele Madeja habe ich noch erkannt. Kurt Neumann hat eingeleitet und von drei unterschiedlich literarischen Registern gesprochen, die in diesem Roman aufgezogen wurden. Ist er doch sowohl Schelmenroman, Liebes-Heldengeschichte und Leidensbericht und es ist ein Dialog eines Mannes, dem Dramatiker Max David Vielanders mit seinem Herzen. Das Herz diktiert ihn den Roman und die beiden geraten w\u00e4hrend des Schreibens auch aneinander und so erz\u00e4hlen Max und das Herz ihre Lebensgeschichte, die vermutlich viel mit der von Peter Stephan Jungk gemeinsam hat. In Amerika geboren, in Wien zur Schule gegangen, dann viele Auslandsaufenthalte, denn Max ist der Sohn eines ber\u00fchmten Regisseurs und einer etwas weniger ber\u00fchmten Maman, die Schauspielerin war. In einem Schweizer Schwimmbad tritt die erste Krankheit auf, die dem Jungen fortan Sport zu betreiben verbieten, er wird dadurch zum Au\u00dfenseiter, bekommt mit elf Jahren eine Schwester und wird erst als die Familie nach Berlin zieht, ein wenig anerkannt. Sie ziehen dann noch nach Salzburg um, weil sie dem Sohn eine Kifferexistenz ersparen wollen, der klaut aber einen Tausender aus dem Safe, f\u00e4hrt damit nach M\u00fcnchen, um sich mit Rauschgift zu versorgen, steckt das im Zug in eine Coladose und wirft es bei der Grenze aus dem Fenster, um sie nie wieder zu finden. Dann kommen die Operationen am offenen Herzen, die werden dann nur von dem Herzen erz\u00e4hlt, weil der Protagonist ist ja inzwischen in Narkose und in einem anderen Teil geht es um die Frauen, denn der Max ist ein gro\u00dfer Frauenheld und lebt inzwischen in Paris, Peter Stephan Jungk tut das seit dreiundzwanzig Jahren und Max wird dort von der Brieftr\u00e4gerin Farah hinausgel\u00e4utet, die an seiner T\u00fcre steht, sich von ihm Orangensaft auspressen l\u00e4\u00dft und mit ihm spazieren geht, weil sie sich f\u00fcr Literatur interessiert, k\u00fcssen und anfassen, l\u00e4\u00dft sie sich, die aus Algerien stammt, von ihm aber nicht. So marschieren sie zum Jardin de Plantes, dort l\u00e4\u00dft sie sich von ihm ein Gedicht aufsagen, er kann nur eines auf Deutsch, da\u00df das dann der &#8220;Panther&#8221; von Rilke ist, ist wohl ein Zufall, Farah hat aber den Namen Rilke ohnehin noch nie geh\u00f6rt. Max will mehr von Farah, so l\u00e4\u00dft er sich von ihr beauftragen, das Buch zu schreiben und der Dialog mit dem elektrisierten Herzen beginnt.<br \/>\nDem Publikum hat es gefallen, das Buch wurde auch viel gekauft, so h\u00f6rte ich beim B\u00fcchertisch eine Dame ihren Begleiter fragen, ob sie es ihm schenken soll, weil sie schon eines h\u00e4tte, Peter Stephan Jungk hat auch w\u00e4hrend der Leseung seine ebenfalls am Herzen schreibende Autorenkollegin begr\u00fc\u00dft und  erz\u00e4hlte noch, da\u00df er wenn er in Paris  fr\u00fchst\u00fcckt, \u00d61 aufdreht und sich die Nachrichten von Christian Filiz vorlesen l\u00e4\u00dft.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzgeschichten scheinen gro\u00df in Mode zu sein, hat ja nicht nur Julya Rabinowich eine &#8220;Herznovelle&#8221; geschrieben, sondern auch Peter Stephan Jungk den Roman &#8220;Das elektrische Herz&#8221;, das ich bei der literarischen Soiree im M\u00e4rz gewinnen h\u00e4tte k\u00f6nne, wenn ich schnell &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6485\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-6485","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6485"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6485\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}