{"id":66475,"date":"2018-11-26T00:02:55","date_gmt":"2018-11-25T23:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=66475"},"modified":"2018-11-26T00:02:55","modified_gmt":"2018-11-25T23:02:55","slug":"anderswelten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=66475","title":{"rendered":"Anderswelten"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;\u00dcber Dystopien und Utopien&#8221;, hei\u00dft das heurige Thema der &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, die Walter Famler schon seit einigen Jahren im &#8220;Odeon&#8221;, dieser ehemaligen Getreideb\u00f6rse in der Taborstra\u00dfe veranstaltet.<\/p>\n<p>Zuerst waren die osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder das Thema, dann ist es zu den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/17\/gender-tun-und-lassen\/\">Frauen<\/a> und bis nach <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/20\/echos-aus-japan\/\">Japan<\/a> gegangen und heuer sind die &#8220;Utopien&#8221; daran, ein Thema mit dem ich mich mit Stephan Teichgr\u00e4ber ja auch im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/07\/utopia-workshop-und-lim\/\">vorigen Semester besch\u00e4ftigt habe<\/a>.<\/p>\n<p>Da hat er George Orwell vorgeschlagen und ich bin daraufgekommen, da\u00df die Gegenwartsliteratur dieses Thema derzeit h\u00e4ufig zum Gegenstand hat, so habe ich im Fr\u00fchjahr <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/02\/02\/waehrend-der-weltmeisterschaft\/\">Helmut Krausser<\/a> gelesen und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/02\/24\/komm-in-den-totgesagten-park-und-schau\/\">Andre Kubicek<\/a>.<\/p>\n<p>Der &#8220;Report der Magd&#8221; von Margaret Atwood ist auch ein utopischer Roman und der Gegenspieler ist die Dystopie, in der Jugendliteratur h\u00e4ufig anzutreffen und einige solche B\u00fccher habe ich ja auch erst vor <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/10\/07\/bungalow\/\">kurzem<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/17\/hysteria\/\">gelesen<\/a> und wenn man sich so durch das Programm schaut ist auch einiges, wie <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/01\/27\/buch-der-zahlen\/\">Jonathan Cohen<\/a> oder &#8220;Sungs Laden&#8221; anzutreffen, das ich irgendwo auf meinen B\u00fccherstapeln haben mu\u00df, was ich eigentlich gar nicht f\u00fcr so utopisch gehalten habe.<\/p>\n<blockquote><p>Utopisch ist also wahrscheinlich alles und \u00fcberall und die Literatur wimmelt von Dystopien und obwohl der utopische Roman etwas phantastisches hat, ist die politische Dimension auch nicht zu \u00fcbersehen und wahrscheinlich besonders interessant und nat\u00fcrlich auch haupts\u00e4chlich in dem von Walter Famler,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/11\/macht-und-widerstand\/?preview_id=38310\"> Ilia Trojanow <\/a>und Jana Folkman kuratierten Festival anzutreffen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die neue Stadtr\u00e4tin, die er\u00f6ffnete, hat deshalb auch von den wilden R\u00e4umen gesprochen, die in diesen drei Tagen in Wien anzutreffen sind und der Er\u00f6ffnungsreder der 1970 geborene Dietmaar Darth der mit &#8220;Die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/25\/lesebuch-zur-longlist-deutschen-buchpreis-09\/\">Abschaffung der Arten&#8221; 2008 auf der Shortlist des dBp gestanden ist,<\/a> entpuppte sich\u00a0 in seinem Text &#8220;Besser Kunst als Hoffnung besser Kunst als Angst&#8221;, als wahrer Science Fiction Spezialist, auf jeden Fall zog er einen Bogen \u00fcber die gesamte Bandbreite der phantastischen Literatur und teilte die Utopien in das Postive, die Dystopien in das Negative ein, eine Unterscheidung, die ihm nicht zu gefallen schien, aber offenbar in der Literatur, als so gegeben gilt.<\/p>\n<p>Danach gab es ein Gespr\u00e4ch zwischen ihm und dem 1952 geborenen Philosophen und Kulturwissenschaftler Thomas Macho das Ilia Trojanow moderierte und das von einem Herrn im Publikum auch kritisert wurde.<\/p>\n<p>Interessant war dabei f\u00fcr mich, um wieder den Bogen von all den Weltuntergangsphantasien, die in der Jugendliteratur derzeit Gang und Gebe sind, zu den Utpien zu ziehen mit denen, die Schreckenregime des zwanzigsten Jahrhunderts und wahrscheinlich auch den fr\u00fcheren begonnen haben, ansonsten sind die meisten Romane, weil ja nur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/22\/spannungsbogen-2\/\">das Schrecklichste z\u00e4hlt<\/a>, wohl eher dystopisch, als utopisch, weil das ja oft als kitschig angesehen wird und die heutige Zeit lockt wohl auch zu Weltuntergangstimmungen und so wird der utopische\u00a0 wilde Raum in der Taborstra\u00dfe wohl\u00a0 interessant werden, der am Samstag mit einem Debattenforum \u00fcber das Bankenwesen und der Utopie von einer Sozialversicherung f\u00fcr alle begann.<\/p>\n<p>Sehr utopisch denke ich der Wunsch des Schweizer Wirtschaftsjournalisten J\u00fcrg M\u00fcller, die Banken abzuschaffen. Es wurde ihm von Ulrike Hermann, die ein Buch mit dem Namen &#8220;Kein Kapitalismus ist auch keine L\u00f6sung&#8221; geschrieben hat, auch widersprochen.<\/p>\n<p>Dann wurde es, wenn auch noch nicht unbedingt utopisch, so doch literarisch, kam doch der Schwede Peter Fr\u00f6berg Idling mit seinem Kambodscha-Buch &#8220;Pol\u00a0 Pots L\u00e4cheln&#8221;.<\/p>\n<p>Dann folgte die die 1965 geborene Karin Kalisa von der ich mich schon gewundert habe, da\u00df ihr &#8220;Sungs Laden&#8221; zur utopischen Literatur z\u00e4hlt. Gut zu wissen, sie wunderte sich auch und die Utopie bei dem Buch, das ich noch lesen mu\u00df, ist wohl, da\u00df es eine Gesellschaft in Ostberlin schildert, wo sich die deutsche Bev\u00f6lkerung mit den vietnamnesichen ehemaligen Gastarbeitern verbindet und mit ihnen Br\u00fccken baut, Puppenfeste und noch anderes veranstaltet.<\/p>\n<p>Wenn man so, wie ich mit dem<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/08\/bleib-bei-mir\/#comments\"> Uli<\/a> diskutiert, der \u00fcbrigens auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/23\/weihnachten-im-weltall\/\">phantastische Romane<\/a> schreibt, aber gegen das Fremde ist oder nach &#8220;Chemnitz&#8221; schaut, kann man das wahrlich nur utopisch nennen und ich w\u00fcrde mich wahrscheinlich auch nicht trauen, eine so positive Utopie zu schreiben, aber warum eigentlich nicht, warum mu\u00df man alles schwarz malen, nur weil das die Leser angeblich so haben wollen, das ist es was ich mir dem Festival mitnehme.<\/p>\n<p>Nach der Pause wurde es\u00a0 phantastischer, kam da n\u00e4mlich die Amerikanerin Annalee Newitz mit ihrem Science Fi Roman &#8220;Autonom&#8221; wo es von Humans und Robots nur so wimmelte und Drogengebrauch auch eine Rolle zu spielen schien, gefolgt von Georg Klein, der 2000 den Bachmannpreis gewonnen hat und heuer in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/15\/leipziger-messeimpressionen-i\/\">Leipzig mit seinen Roman &#8220;Miakro&#8221;<\/a> nominiert war, in dem es auch sehr phantastisch mit einer Innenwelt und einer Au\u00dfenwelt zuzugehen scheint.<\/p>\n<p>Am Sonntag w\u00e4re es mit einer Matinee in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; weitergegangen, da war aber im Literaturhaus die &#8220;Fried-Preisverleihung&#8221; und da die Veranstalter das obwohl sie ja miteinander verbunden sind und immer wieder<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/30\/enquette-zur-literaturvermittlung\/\"> gemeinsame Veranstaltungen<\/a> machen, nicht besser koordinieren k\u00f6nnen, bin ich erst\u00a0 am Nachmittag ins &#8220;Odeon&#8221; gekommen, wo es das Debattenforum II im utopischen Raum, also eine Diskussion zwischen Luise Meier, die ein Buch &#8220;MRX Maschine&#8221; geschrieben hat und Georg Sesslen, der eines mit dem Titel &#8220;Freiheitstraum und Kontrollmaschine&#8221; hat, das war wieder sehr philosophisch theoretisch und daher f\u00fcr mich auch nicht sehr verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Es ist aber gleich literarischer geworden und zwar mit einem Debut, das auch auf der Bloggerdebutlonglist steht, n\u00e4mlich Josefine Riecks &#8220;Serverland&#8221;, die es zwar nicht auf die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/24\/die-shortlist-des-bloggerdebutpreises\/\">Shortlist<\/a> schaffte, ich aber sehr interessant fand, wird hier ja eine Welt in der es keinInternet gibt, geschildert und jetzt von Jugendlichen wieder erobert wird.<\/p>\n<p>Dann h\u00e4tte <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/13\/sonntagskind-oder-kriegsroman\/\">Jan Koneffke<\/a> den Rum\u00e4nen Stefan Agopian und dessen &#8220;Handbuch der Zeiten&#8221; vorstellen sollen, der ist aber erkrankt, so hat es Jan Koneffke allein gemacht und das war sehr spannend, ist das Buch des 1947 geborenen Autors schon 1984 in Rum\u00e4nien erschienen, aber jetzt erst auf Deutsch herausgekommen und dort geht es sehr phantastisch zu, obwohl es auch politisch zu interpretieren ist und ganz am Schlu\u00df kam, glaube ich, der H\u00f6hepunkt und etwas mir Bekanntes, n\u00e4mlich eine szenische Lesung aus <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/01\/27\/buch-der-zahlen\/\">Joshua Cohens &#8220;Buch der Zahlen&#8221;<\/a>, Ilija Trojanow, der am Vormittag den &#8220;Toleranzpreis des Buchhandels&#8221;\u00a0 bekommen hat und Walter Famler haben gelesen, der Autor hat das musikalisch begleitet am Schlu\u00df eine englische Leseprobe gegeben und danach mit Ilija Trojanow \u00fcber das Buch, das ich schon gelesen habe, gesprochen und dann war das dreit\u00e4gige Literaturfestival schon beendet.<\/p>\n<p>Walter Famler hat nochmals darauf hingewiesen, da\u00df der utopische Raum und die Diskussion dar\u00fcber weitergehen wird und wenn ich ein Resume ziehen soll, es war diesmal eine sehr spannende und interessante Veranstaltung, die meinen Begriff \u00fcber Utopien und Dystopien sehr erweitert hat und zum Schlu\u00df wiederhole ich am Besten noch einmal das Motto des Einf\u00fchrungsvortrags &#8220;Besser Kunst als Hoffnung besser Kunst als Angst&#8221; und das war es wohl und vermutlich werde ich in Zukunft sowohl Dystopisches als auch Utopisches weiterlesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;\u00dcber Dystopien und Utopien&#8221;, hei\u00dft das heurige Thema der &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, die Walter Famler schon seit einigen Jahren im &#8220;Odeon&#8221;, dieser ehemaligen Getreideb\u00f6rse in der Taborstra\u00dfe veranstaltet. 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