{"id":66627,"date":"2018-11-28T23:39:44","date_gmt":"2018-11-28T22:39:44","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=66627"},"modified":"2018-11-28T23:39:44","modified_gmt":"2018-11-28T22:39:44","slug":"digitale-poesie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=66627","title":{"rendered":"Digitale Poesie"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem ich heute im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/10\/04\/vom-revolutionsworkshop-zur-privatsammlung\/\">Revolutionsworkshop<\/a> mit Stephan Teichgr\u00e4ber wieder &#8220;Die Schwestern&#8221; von Alexei Tolstoi analysierte und wir hier die Frage kl\u00e4rten, wie &#8220;Saschka Sakelman&#8221; wirklich hie\u00df und welche &#8220;moderne Dichterin&#8221; in der K\u00fcnstlerkneipe &#8220;Rote Schellen&#8221; verkehrte, ging es in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; zu einer speziellen Art von Literatur, haben da doch Hannes Bahor und\u00a0 J\u00f6rg Pieringer ihre Art der Textverarbeitung vorgestellt und zwar wurden da h\u00f6re und staune zwei ganz normale gedruckten B\u00fccher, eines sogar im &#8220;Suhrkamp-Verlag&#8221;, n\u00e4mlich &#8220;Halbzeug&#8221; und &#8220;Datenpoesie&#8221; vorgestellt und Annalena Stabauer hielt, wie sie betonte eine l\u00e4ngere Einleitung, um die Kunst aus den Netz und die Literatur die aus den digiatalen Medien entstehen kann, zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>&#8220;Schon jetzt interagieren wir \u00fcber digitale Medien allt\u00e4glich mit Programmen, die Sprache automatisch verarbeiten. F\u00fcr medienreflexive Formen der Literatur tut sich hier ein weites und zugleich hochspezialisiertes Forschungsfeld auf. Der Begriff\u00a0 Digitale Poesie beschreibt diesen k\u00fcnstlerischen Umgang mit sprachbezogener Computertechnologie und betont, in Anlehnung an die Konkrete Poesie, das Interesse an der Materalit\u00e4t und Medialit\u00e4t des Zeichenprozesses.&#8221;, steht im Programm.<\/p>\n<p>Der Schmiedesaal war voll mit der Wiener experimentellen Szene, so habe ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/30\/joerg-zemmlers-literaturperformance\/\">J\u00f6rg Zemmler,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/06\/3-veza-canetti-preis-statt-buchdebuts\/\">Ilse Kilic<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/14\/das-froehliche-wohnzimmer-im-readingroom\/\">Michaela Hinterleitner,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/05\/stadt-wien-stipendiaten\/\">Dieter Sperl<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/30\/zweiter-wohnzimmertag\/\">Thomas Havlik<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/06\/westbahn-spontan\/\">Fritz Widhalm<\/a> und andere gesehen und der 1984 in Berlin geborene Hannes Bahor, der deutsche Literatur und Geschichte studierte, begann dann auf der Videowand durch sein Buch &#8220;Halbzeit&#8221; zu f\u00fchren, in dem Gedichte enthalten sind, die nach bestimmten Methoden entstanden, die auch erkl\u00e4rt wurden, so hat er die Gedichte Heines analysiert, aus M\u00e4rchen bestimmte Anagramme entnommen oder betimmte W\u00f6rter aus Ratgeberb\u00fccher und daraus neue Texte geformt.<\/p>\n<p>Er hat auch neue B\u00fccher aus Marcel Reich Ranickis Kanon zusammengestellt und hat das Textkollektiv OxOa gegr\u00fcndet, in dem es, glaube ich, auch Automatenliteratur gibt.<\/p>\n<p>Den 1974 geborenen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/24\/zweimal-experimentelles-crossover\/\">J\u00f6rg Piringer<\/a>, der Informatik studierte, habe ich schon bei verschiedenen Performances geh\u00f6rt und er stellte sein &#8220;Ritter Buch&#8221;\u00a0 &#8220;Datenpoesie&#8221; vor, das er perfomierte in dem er sich vom Computer beschreiben lie\u00df, da\u00df hier ein &#8220;Mann ein Sefie macht oder in einen Spiegel blickt.&#8221;<\/p>\n<p>Auf der Videowand flatterten inzwischen Bilder, die sich aus Worten bildeten und ein Claudius Gedicht wurde in achtzig Computersprachen \u00fcber- und wieder zur\u00fcck\u00fcbersetzt, was dann \u00fcberhaupt nicht mehr erkennbar war und wenn man den Satz &#8220;Sie ist \u00c4rztin&#8221; aus T\u00fcrkisch vom Computer \u00fcbersetzten l\u00e4\u00dft, kommt in der R\u00fcck\u00fcbersetzung &#8220;Er ist Arzt&#8221; heraus, weil die Programme von meist von &#8220;wei\u00dfen&#8221; M\u00e4nnnern geschrieben werden.<\/p>\n<p>In der regen Diskussion wurde nach Urheberfragen gefragt und das w\u00fcrde mich auch interessieren, wem man Fragen mu\u00df, wenn man ein<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/02\/mythos-bachmann\/\"> Bachmann-<\/a>Gedicht neu zusammensetzt, obwohl das die Autoren f\u00fcr nicht so relevant einsch\u00e4tzten und wenn man sich das Buch von J\u00f6rg Pieringer kaufte, hat man, glaube ich, ein programmiertes Autogramm zur\u00fcckbekommen und ich habe wieder einmal\u00a0 gefragt, wie man das alles lesen kann und mich auch ein bi\u00dfchen durch die Printb\u00fccher der Digitalutoren gebl\u00e4ttert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem ich heute im Revolutionsworkshop mit Stephan Teichgr\u00e4ber wieder &#8220;Die Schwestern&#8221; 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