{"id":6698,"date":"2011-04-26T00:06:08","date_gmt":"2011-04-25T22:06:08","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=6698"},"modified":"2011-04-26T00:06:08","modified_gmt":"2011-04-25T22:06:08","slug":"howl","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6698","title":{"rendered":"Howl"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Howl&#8221; ist das bekannteste Gedicht des 1926 geborenen und 1997 gestorbenen Allen Ginsberg, den Begr\u00fcnder oder wichtigsten Vertreter der Beatgeneration und ein  2010 in den USA entstandener Film von Robert Epstein und Jeffrey Friedman, der derzeit im Schikanederkino zu sehen ist.<br \/>\nWenn ich ehrlich bin, mu\u00df ich zugeben, da\u00df die Beatgeneration also Allen Ginsberg, Jack  Kerouac, William S.Burroughs, etc, ein bi\u00dfchen an mir vorbeigegangen ist, bzw. habe ich, glaube ich, durch sie erst von Christian Ide Hintze bei seinen Pr\u00e4sentationen der Schule f\u00fcr Dichtung bzw. in \u00d61 geh\u00f6rt, das Kulturquiz fragt manchmal danach und ach ja, das sind die in Amerika der F\u00fcnfziger- und Sechzigerjahre, sex und drugs etc..<br \/>\nIm Deutschunterricht in der Hauptschule und in der Stra\u00dfergasse habe ich sicher nichts davon geh\u00f6rt und sp\u00e4ter war f\u00fcr mich die Wiener Gruppe schon irgendwie exotisch, da ich ja eine realistische Autorin bin und auch ein bi\u00dfchen zu jung f\u00fcr 1968, denn da war ich erst f\u00fcnfzehn und sehr unpolitisch, kam das eben \u00fcber \u00d61 und Ernst Jandl zu mir, denn da war ich ja im<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/16\/ein-fest-fur-ernst-jandl\/\"> J\u00e4nner im Wien-Museum<\/a> und habe Allen Ginsberg bei diesem ber\u00fchmten Auftritt in der Royal Albert Hall gesehen.<br \/>\nIch war aber vor einigen Wochen mit Alfred im Kino und habe da in der Stadtkino-Zeitung den Artikel \u00fcber diesen Film gesehen und als wir vor einer Woche am Schikanederkino vorbeigegangen sind, ist der Alfred daraufgekommen, da\u00df es den Film am Ostermontag spielt. Deshalb sind wir auch ein bi\u00dfchen fr\u00fcher aus Harland zur\u00fcckgekommen, der Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters, der diesmal wieder durch  (einen anderen Teil)  des vierten Bezirk f\u00fchrte, h\u00e4tte noch fr\u00fcher angefangen. Da mich aber niemand eingeladen hat mitzulesen und ich mich nicht daf\u00fcr gemeldet habe, ist auch das an mir vorbeigegangen. Ich begn\u00fcge mich also darauf hinzuweisen, bzw. mit dem Archiv der letzten Jahre, denn da ging es<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/14\/margaretner-osterspaziergang\/\"> 2009<\/a> durch den f\u00fcnften und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/06\/osterspaziergang-des-ersten-wiener-lesetheaters\/\">2010<\/a> durch den vierten Bezirk und bei beiden habe ich gelesen, bzw. ein bi\u00dfchen mitorganisiert.<br \/>\nVon dem Gedicht &#8220;Howl&#8221; zu Deutsch &#8220;Das Geheul&#8221;, das Allen Ginsberg das erste Mal im Oktober 1955 \u00f6ffentlich in San Fransico vorgetragen hat, habe ich auch noch nichts geh\u00f6rt, wenn man aber ins Internet schaut, stolpert man f\u00f6rmlich \u00fcber die youtube Filme und kann sich das Gedicht von dem alten, dem jungen Allen Ginsberg etc vortragen lassen. Das Gedicht ist Carl Solomon gewidmet, den Ginsberg in einer psychiatrischen Klinik kennengelernt hat, es ist sehr lang, besteht aus drei Teilen und einer Fu\u00dfnote in der das Wort heilig auf die ganze Menschheit angewandt wird und dem Ganzen sozusagen ein optimistisches Ende gibt, trotzdem beschlagte die Polizei 1957 die f\u00fcnfhundertzwanzig Exemplare des Buches in dem es erschienen war und klagte den Verleger  an, weil es vor allem mit der Zeile &#8220;die sich in den Arsch ficken lie\u00dfen von heiligen Motorradfahrern und vor Freude schrien&#8221; als obsz\u00f6n galt.<br \/>\nDer Film zeigt nun diese Gerichtsverhandlung, es zeigt auch den jungen Allen Ginsberg im schwarzen Anzug, wei\u00dfen Hemd und gro\u00dfer Brille, wie er vor and\u00e4chtig lauschenden Zuh\u00f6rern selbst and\u00e4chtig dreinschauend das Gedicht vortr\u00e4gt und l\u00e4\u00dft einen b\u00e4rtigen Allen Ginsberg \u00fcber das Gedicht sprechen und aus seinem Leben erz\u00e4hlen. Er war in der Psychiatrie und die Mutter, eine Kommunistin ist dort gestorben, vor allem wird das Gedicht auch performt und in einer  Animationssequenz illustriert, was den Film sehr spannend macht.<br \/>\n&#8220;Der Film wird selbst zum Gedicht. Aber eben nicht nur. Er liefert zugleich auch Entstehungsgeschichte, Interpretation, Rezeption und den Verfasserkommentar&#8221;, schreibt die Berliner Morgenpost.<br \/>\nAm Ende entscheidet das Gericht, das Gedicht ist nicht obsz\u00f6n, denn ein Dichter darf solches empfinden, ausdr\u00fccken und beschreiben und es war wirklich spannend, wie das dargestellt wurde. Da waren die konservativen \u00e4lteren Herren, die Richter, die Staatsanw\u00e4lte, der engagierte Verteidiger, auch er im Anzug und dann wurden die Literaturexperten vorgeladen, drei Professoren und eine Frau im Stil der F\u00fcnfzigerjahre gekleidet und gefragt, ob das und was Literatur ist?<br \/>\n&#8220;Die Form!&#8221; war immer die Antwort. Da f\u00e4llt einer, der Herr Beckmesser ein, der in seinem Kabh\u00e4uschen sitzt und vor Freude aufjauchzt und einen Strich auf die Tafel macht, wenn der junge K\u00fcnstler sich an der Form vergreift, weil die Regeln ja alles sind und im literaturcafe.de wurden die Autoren, die ihre Werke Amazon als E-Book anbieten wollen, gerade erst belehrt, da\u00df sie ja auf die Rechtsschreibung achten sollen, weil es nicht nur auf den sch\u00f6nen Inhalt ankommt.<br \/>\nIn den Neunzehnhundertf\u00fcnfziger- und Sechzigerjahren war da eine Generation, die durch den Krieg und den Holocaust hervorgegangen ist, Vietnam klopfte irgendwann auch an, traumatisiert war, aber ihre Homosexualit\u00e4t und auch die Drogen entdeckte, sich frei schrieb und letztlich auch freigesprochen wurde&#8230;<br \/>\nUm auf Ernst Jandl zur\u00fcckzukommen, die Wiener Gruppe hat sicher auch davon profitiert. Wenn man heute schreiben will, wird man sich vielleicht bei der Hochschule f\u00fcr Sprachkunst bewerben und wenn man Gl\u00fcck hat, werden f\u00fcnfzehn von dreihundert ausgesucht, aber das sind schon wieder andere Zeiten, die des Neoliberalismus und des nicht mehr freien Hochschulzugangs n\u00e4mlich. Die Schule f\u00fcr Dichtung bezieht sich aber sehr auf die Beatgeneration und wenn man sich die Videos mit dem jungen Allen Ginsberg ansieht, fallen gleich die Poetry Slamer ein. Die sind zwar anders angezogen und haben wahrscheinlich nicht mit einem Proze\u00df zu rechnen, ihre Inhalte sind aber oft \u00e4hnlich sozialkritisch, anklagend und revolution\u00e4r&#8230;<br \/>\nEs war also ein sehr spannender Film, Alfred meinte zwar, er h\u00e4tte ihn ein bi\u00dfchen depressiv gemacht, ich habe dagegen einiges \u00fcber die Beatgeneration gelernt, auch wenn ich bei meiner Sprache, meinem Realismus und auch bei meinen Rechtschreibfehlern bleiben werde, denn das ist, behaupte ich einmal und habe ich mir das in den fr\u00fchen Siebzigerjahren in der Stra\u00dfergasse gedacht, das Revolution\u00e4re an mir&#8230; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Howl&#8221; ist das bekannteste Gedicht des 1926 geborenen und 1997 gestorbenen Allen Ginsberg, den Begr\u00fcnder oder wichtigsten Vertreter der Beatgeneration und ein 2010 in den USA entstandener Film von Robert Epstein und Jeffrey Friedman, der derzeit im Schikanederkino zu sehen &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6698\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-6698","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6698"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6698\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}