{"id":67127,"date":"2018-12-26T00:44:38","date_gmt":"2018-12-25T23:44:38","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=67127"},"modified":"2018-12-26T00:44:38","modified_gmt":"2018-12-25T23:44:38","slug":"wie-ich-faelschte-log-und-gutes-tat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=67127","title":{"rendered":"Wie ich f\u00e4lschte log und Gutes tat"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/25\/sterne-pfluecken\/\">noch einmal<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/24\/dsweinochdn\/\">fast ein<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/23\/weihnachten-in-der-wundervollen-buchhandlung\/\">Weihnachtsbuch,<\/a> jedenfalls endet es am dreiundzwanzigsten Dezember beim Christbaum schm\u00fcckem mit dem sch\u00f6nen Strohstern, obwohl es in &#8220;Ex libris&#8221; als Jugendbuch bezeichnet wird, was ich auch ein bi\u00dfchen bezweifle, denn man soll, sagte die f\u00fcnfundsechzgj\u00e4hrige P\u00e4dagogin in mir, die nicht auf schlechte Ideen bringen, reichen doch h\u00f6chstwahrscheinlich, die, die sie schon haben und f\u00fcge deshalb hinzu, da\u00df ich glaube, da\u00df dem 1977 geborenen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/10\/bachmannpreisverleihung\/\">Thomas Klupp<\/a> der beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/09\/samstaglesung\/\">&#8220;Bachmann-Preis&#8221;<\/a> gelesen hat und dessen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/08\/paradiso\/\">&#8220;Paradiso&#8221;<\/a> ich gelesen habe, da ein hervorragender Schelmenroman gelungen ist.<\/p>\n<p>Einer, der sehr sehr \u00fcberspitzt, wie es woh Klupps Art zu sein scheint, die sch\u00f6nen Zeiten wie diese schildert, in denen wir aufwachsen und leben m\u00fcssen und er sucht sich dabei ein Mittelschichtbubi heraus. Benedikt oder Ben ist f\u00fcnfzehn, sein Vater Chefarzt, die Mutter stammt zwar von einem Bauernhof und ist wahrscheinlich deshalb so darauf bedacht, da\u00df ihre Kinder, wieder in Zeiten, wie diesen Mustersch\u00fcler sind, weil man es sonst im Leben ja nur zur Putzfrau oderM\u00fcllmann bringt.<\/p>\n<p>Also m\u00fcssen es immer &#8220;Einsen&#8221; und h\u00f6chstens &#8220;Zweien&#8221; sein. Benjamin ist auch Tennischampignon und als dieser wird er im Kepler-Gymnasium, das eine sehr fortschrittliche Direktorin hat, mit seinen zwei Freunden dazu ausgew\u00e4hlt, die Coverboys einer Antidrogenkampagne zu sein.<\/p>\n<p>Toll, das Problem ist nur, da\u00df die Freunde, wie wahrscheinlich viele Jugendliche in diesem Alter, ihre Wochenende am &#8220;Butterhof verbringen und da wird gedealt, gekokst und wahrscheinlich noch anderes verbraucht, wie es nur so geht.<\/p>\n<p>Die Mutter, die ihren Sohn daf\u00fcr bezahlte, da\u00df er sie immer, wenn ihre Freuninnen vom &#8220;Lions Club&#8221; anwesend sind, anrief, damit sie ihre Sprachkenntnissen beweisen kann, hat als Vorzeigefrau Fl\u00fcchtlinge in ihrem Haus aufgenommen, die dann die kaputte Sp\u00fcle reparieren oder bei Charity-Parties mit wei\u00dfen Handschuhen grillen und damit es noch besser geht, hat sie auf diesen Parties auch die Drogendealer eingeladen, die dann die Schecks f\u00fcr die geplanten Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnfte zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Man sieht Thomas Klupp geht es scharf an, zeichnet ein scharfes Bild von der Gesellschaft von heute mit allen ihren Schw\u00e4chen und verwendet einen ultrascharfen &lt;jugendton dabei, der es den \u00f6lteren &lt;lesern gar nicht so einfach macht.<\/p>\n<p>Die Schule wird haarscharf geschildet und da k\u00f6nnen dann die \u00c4lteren, die heutigen Zust\u00e4nde mit denen die sie vor zwanzig drei\u00dfig oder vierzig Jahren vergleichen, denn damals hat es noch kein elektronisches System gegeben, mit dem die Eltern mit der Schule komminizieren konnten Die Noten wurden noch mit der Hand unterschrieben.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, das funktioniert auch heute noch und deshalb tut sich unser guter Ben auch so schwer. Ist er doch in dem Alter, wo ihm das Lernen an\u00a0 sich egal ist. Die M\u00e4dchen sind ihm wichtig und da hat er und auch das ist trefflich geschildert, eine Pseudofreundschaft mit einer Marietta, die ihn auf den Hauptplatz des St\u00e4tdchens bestellt, um ihren Freundeinnen ihren tollen Freund zu zeigen.<\/p>\n<p>Abknutschen nach Bestellung sozusagen und in der Klasse setzt sich ben neben die brave Margarete, damit sie ihm abschrieben l\u00e4\u00dft. Denn er mu\u00df ja immer &#8220;Einser&#8221; und &#8220;Zweier&#8221; nach Hause bringen, steht aber in Wirklichkeit, weil ihn das ja nicht interessiert, auf &#8220;vier&#8221; oder &#8220;f\u00fcnf&#8221; und Lehrer Sargnargl, der in wirklichkeit Scharnagel hat und an Krebs leidet, macht es seinen Sch\u00fclern auch noch besonders schwer. Auch an das k\u00f6nnen sich die \u00c4lteren warhscheinlich erinnern, da\u00df sie solche Lehrer hatten. Die supergeile Direktorin, die den Klassenraum mit &#8220;Guten Morgen, liebe Schh\u00fcler und Sch\u00fclerinnen!&#8221;, beschallen l\u00e4\u00dft und sie zu h\u00f6heren Leistungen anspornt, damit der Notendurchschnitt stimmt und sie eine gute Evaluierung erh\u00e4lt, fehlte wahrscheinlich und das hat mich bei dem Buch auch so beeindruckt wiedermal zu lesen, da\u00df der Leistungsdruck heute wahrscheinlich sehr sehr hoch ist und es den Sch\u00fclern, nicht so einfach macht und so entwickelt der gute Benny seine F\u00e4lscherwerkstatt, sitzt statt in der Stunde im Keller, um seine Zeugnisse und Schularbeiten zu f\u00e4lschen und der Mutter ein &#8220;sehr gut&#8221; vorzut\u00e4uschen.<\/p>\n<p>Und damit nicht die Frau Professor nach Hause kommt und der Mutter doch erz\u00e4hlt, da\u00df er den F\u00f6rderkurs in Anpruch nehmen mu\u00df, verkauft er die m\u00fctterlichen Antiquit\u00e4ten, um damit dem armen tscheschischen Mustersch\u00fcler ein Smartphone zu kaufen, damit der ihm daf\u00fcr auf dem Klo die Schularbeit schreibt.<\/p>\n<p>So etwas habe ich schon in einem Jugendbuch aus den F\u00fcnfzigerjahren gelesen &#8220;Drei M\u00e4dchen am See&#8221; hat das, glaube ich, gehei\u00dfen und Alfreds <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/17\/vom-ute-bock-preis-zum-geburtstagsfest\/\">Lehrer Sladky<\/a> von der Wandergruppe hat auch einmal davon erz\u00e4hlt, da\u00df seine Sch\u00fcler eine Schularbeit einmal f\u00e4lschen wollten und er hat klar erkannt, da\u00df Schummelzettel vorbereiten, auch viel Lernarbeit erfordert.<\/p>\n<p>In Thomas Klupps Roman ist nat\u00fcrlich alles sehr \u00fcbertrieben und so kommt es noch zu einem Einbruch in des strengen Lehrers Wohnung und zu einem fast Herzinfarkt, bevor das Weihnachtsfest beginnen kann und die Glocken erklingen und dieses ist ja auch schon fast vorbei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch einmal fast ein Weihnachtsbuch, jedenfalls endet es am dreiundzwanzigsten Dezember beim Christbaum schm\u00fcckem mit dem sch\u00f6nen Strohstern, obwohl es in &#8220;Ex libris&#8221; als Jugendbuch bezeichnet wird, was ich auch ein bi\u00dfchen bezweifle, denn man soll, sagte die &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=67127\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[773,2994,5029,5765],"class_list":["post-67127","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-berlin-verlag","tag-jugendbuch","tag-satire","tag-thomas-klupp"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67127","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=67127"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67127\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=67127"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=67127"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=67127"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}