{"id":6726,"date":"2011-04-28T23:29:44","date_gmt":"2011-04-28T21:29:44","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=6726"},"modified":"2011-04-28T23:29:44","modified_gmt":"2011-04-28T21:29:44","slug":"alte-schmiede-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6726","title":{"rendered":"Alte Schmiede und mehr"},"content":{"rendered":"<p>In ihrer<a href=\"http:\/\/www.zintzen.org\/2011\/04\/26\/neues-von-freunden-95\/\"> &#8220;Neues von Freunden&#8221;<\/a>-Rubrik berichtete Christiane Zintzen von f\u00fcnf interessanten Literaturveranstaltungen, die vom Dicht-Fest abgesehen, allesamt und synchron am Donnerstag (nicht am Freitag) stattfinden und man hat die Qual der Wahl oder mu\u00df sich splitten.<br \/>\nWas mich ebenfalls betraf, zwar hatte ich mir schon l\u00e4nger vorgenommen, in die Alte Schmiede zu den Lesungen von Anna Kim und Wolfgang Hermann zu gehen, da die bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/16\/staatspreis-und-lesefesteroffnung\/\">E. A. Richters Buchpr\u00e4sentation schon im November <\/a>war,  Wolfgang Helmharts &#8220;frauen in bunt&#8221; w\u00e4ren aber sicher ebenfalls interessant gewesen, das Kabelwerk ist jedoch sehr weit, die beiden Newcomers <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/03\/lockstoff\/\">Robert Prosser und Stefan Abermann<\/a> habe ich ebenfalls schon  geh\u00f6rte, wenn mir aber E.A. Richter, der mich  immer so freundlich zu seinen Veranstaltungen einl\u00e4dt, einen Kommentar \u00fcber die Veranstaltung und Rudi Lasselsberger, falls er er dort gewesen ist,  ein Foto schickt, k\u00f6nnte ich ein  synchron berichten und man k\u00f6nnte im Literaturgefl\u00fcster einen weiteren Einblick in das Wiener Litereraturleben bekommen, das ja sehr zweifellos sehr vielf\u00e4ltig ist&#8230;<br \/>\nDie 1977 in S\u00fcdkorea geborene Anna Kim, die  1978 nach Deutschland und 1983 nach Wien kam, ist mir aber ebenfalls keine Unbekannte, habe ich ihren Namen doch das erste Mal bei einer IG-GV geh\u00f6rt, als ich Barbara Neuwirth fragte, wer das Autorenstipendium der Stadt Wien bekommen hat? Bei einem der B\u00fcchert\u00fcrmen bin ich dann auf die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/07\/anna-kim\/\">&#8220;Bilderspur&#8221; <\/a>gesto\u00dfen, beim Bachmanpreis hat sie auch gelesen und ihren zweiten Roman, bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; vorgestellt, Christl Greller hat sie einmal zu einer <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/19\/von-der-zuverlasigkeit-des-schonen\/\">Lesung ins Literaturhaus<\/a> eingeladen und dann hat sie  bei dem Reisereportagenprojekt <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/30\/weltspartag-ohrenschmaus-und-reisereportage\/\">&#8220;Mit Sprache unterwegs&#8221;<\/a> mitgemacht. Da konnte man sich bewerben oder wurde eingeladen und Anna Kim hat ein Projekt \u00fcber Gr\u00f6nland eingereicht, weil sie unbedingt dorthin fahren wollte und au\u00dfer dieser Reisereportage, \u00fcber die ich im November im Radiokulturhaus und auch einmal im &#8220;Tag zu Tag&#8221; h\u00f6rte, ist bei Droschl ein Esseyband &#8220;Invasionen des Privaten&#8221; herausgekommen.<br \/>\n&#8220;Das ist eigentlich ein trauriges Buch&#8221;, erz\u00e4hlte Anna Kim in der Einleitung &#8220;aber ich bin heute so gut aufgelegt, da\u00df ich immer grinsen werde!&#8221; und las dann ein St\u00fcck \u00fcber die gr\u00f6nl\u00e4ndische Stadt NUK und eine Frau Hansine vor, eine in Gr\u00f6nland geborene D\u00e4nemark-Schwedin, bei der sie eine Woche lebte und die sie f\u00fcr eine Gr\u00f6nl\u00e4nderin hielt. Das scheint Anna Kim \u00fcberhaupt sehr oft passiert zu sein und so geriet sie auch in Identit\u00e4tsprobleme und mu\u00dfte erkl\u00e4ren, da\u00df sie aus Austria nicht aus Australien kommt, aber in S\u00fcdkorea geboren wurde. Anna Kim hat sich mit der gr\u00f6nl\u00e4ndischen Geschichte, der Rolle der Sprachen und dem Einflu\u00df D\u00e4nemarks auseinandergesetzt, ist beim Inlandeis gewesen und mit den Hundeschlitten gefahren und hat in der Diskussion von ihrer starken Faszination die das Land auf sie hat geschw\u00e4rmt. Sie schreibt jetzt auch einen Roman dar\u00fcber und hat die Theorie gebraucht, um Material zu sammeln. Die Diskussion war diesmal besonders interessant, weil viele Fragen aus dem Publikum kamen und die &#8220;Invasionen des Privaten&#8221; bzw. die Weiten und die Grenzen Gr\u00f6nlands offenbar ein Thema ist, das  interessiert. Dann ging es vom Keller ins Parterre, man mu\u00df ja jetzt in der Alten Schmiede Bewegung zwischen den einzelnen Lesungen machen und da hat Wolfgang Hermann seinen Erz\u00e4hlband &#8220;In Wirklichkeit sagte ich nichts&#8221; vorgestellt, bei dem ich einige Aha-Erlebnisse hatte. So bin ich beim Durchschauen des Archivs draufgekommen, da\u00df der Band im Juni in der<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/08\/lese-auslese-statt-angriff-auf-die-freiheit\/\"> Gesellschaft f\u00fcr Literatur<\/a> vorgestellt wurde. Das hatte ich vergessen, nur gewu\u00dft, da\u00df ich vor zwei drei Jahren in der Alten Schmiede war, als &#8220;Herr Faustini und der Mann im Hund&#8221; vorgestellt wurde, wu\u00dfte aber nicht mehr, ob ich dar\u00fcber schon berichtet habe. Es war aber offenbar vor der Literaturgefl\u00fcster Zeit und Wolfgang Hermann kenne ich wahrscheinlich seit 2002, denn da hat er den Siemens Literaturpreis gewonnen. Dort bin ich immer hingegangen und in der  &#8220;Reise ans Ende der Netzkarte&#8221; kommt auch ein Herr Faustini vor. 2006 kam  der erste Faustiniband &#8220;Herr Faustini verreist&#8221;, der wurde im Literaturhaus vorgestellt. Da kann ich mich erinnern, da\u00df ich Wolfgang Hermann fragte, ob das eine Fortsetzung der Siemens-Preis-Geschichte ist. Bei der Lesung in der Alten Schmiede kann ich mich erinnern, da\u00df dieser Herr Faustini, der sich offenbar zu einem Hund entwickelt oder einen solchen in sich entdeckt, etwas surreal ist und, da\u00df sich Wolfgang Hermann \u00fcber die Autoren emp\u00f6rte, die Schreibschulen besuchen und ihre Geschichten so konstruieren, da\u00df auf Seite f\u00fcnfzehn der erste Mord geschieht und auf Seite drei\u00dfig&#8230;<br \/>\nEr hat damals noch einen Monolog von einem Sandler in Paris gelesen, aber das hatte ich eigentlich vergessen, daran wurde ich erst durch Kurt Neumann erinnert, denn die Vorstellung des Buchs in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur ist offenbar an mir vorbeigegangen. Kurt Neumann betonte, da\u00df der  1961 in Bregenz geborene Schriftsteller einer ist, der viel von Flaneuren und Obdachlosen schreibt und erw\u00e4hnte, da\u00df die Titelgeschichte &#8220;In Wirklichkeit sagte er nichts&#8221; ein solcher Monolog eines Obdachlosen in Paris ist, der  auch als Theatertext verstanden werden kann. Der Band enth\u00e4lt  verschiedene Erz\u00e4hlungen, einige, wie die &#8220;Tunesische Nacht&#8221;, die durch die politischen Ereignisse besondere Aktualit\u00e4t erlangt hat, wurde schon vor zwanzig Jahren geschrieben, andere sind vor k\u00fcrzerer Zeit entstanden. Wolfgang Hermann begann mit der Geschichte &#8220;Auf den Schultern im Park&#8221;, die ebenfalls von einem Obdachlosen handelt, der im Park lebt und den G\u00e4rtnern bei der Arbeit zusieht, dann kam die &#8220;Tunesische Nacht&#8221;, da hat Wolfgang Hermann vor zwanzig Jahren einige Zeit in Tunesien gelebt und seine Erlebnisse von den Hunden, die so laut bellen, da\u00df man in der Nacht nur mit dem Taxi nach Hause fahren kann, w\u00e4hrend er vor Sonnenuntergang in die Stadt gegangen ist, aufgeschrieben. Dort wird er von den arbeitslosen M\u00e4nnern als Ausl\u00e4nder ausgenommen, was ihm Vegn\u00fcgen macht, sie auf eine Flasche Wein einzuladen, so da\u00df sie ihm von den Brotkriegen erz\u00e4hlen und wie teuer die Zigaretten geworden sind. De Frauen schnattern, halten ihre Burka mit den Z\u00e4hnen fest und tragen die Eink\u00e4ufe nach Hause, w\u00e4hrend auf den Parties der Reichen, die M\u00e4dchen Jeans tragen und die W\u00e4chter, die ihre H\u00e4user bewachen nur sehr wenig verdienen, die Reichen aber im Mercedes spazieren fahren.<br \/>\nIn der Diskussion ist Wolfgang Hermann wieder auf das Schreiben gekommen und meinte, da\u00df er kein Planer sei und  l\u00e4nger brauche, bis er Material zusammen hat, weil er sich nichts ausdenken k\u00f6nne. Wenn man aber seinen Lebenslauf anschaut, sieht man, da\u00df er schon viel geschrieben hat, auch Gedichte, obwohl er sagte, da\u00df er damit nicht zufrieden ist, weil sie seinen Anspr\u00fcchen nicht gen\u00fcgen , die verdichtete Form des Monologs w\u00e4re ihm aber gelungen und davon hat er auch einige Fassungen geschrieben und eine davon zum Kontrast zum &#8220;Hernn Faustini&#8221;  damals in der Alten Schmiede gelesen.<br \/>\nEs war also wieder ein interessanter Abend.Von mir selber kann ich berichten, da\u00df ich immer noch eifrig die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/04\/korrigierbericht\/\">&#8220;Zwillingswelten&#8221; korrigiere<\/a>,  aber Thomas Wollinger f\u00fcr den Buchtext gewinnen konnte und sein Blog Schreiben ist ja auch einer, wo man viel \u00fcber das &#8220;Schreiben&#8221;erf\u00e4hrt. Wem das zu m\u00fchsam ist, kann sich ansehen, was alles am <a href=\"http:\/\/www.wollinger.info\/?p=8744\">Ostermontagmorgen im Museumsquartier<\/a> passierte, was ja vielleicht auch Splittingalternative ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrer &#8220;Neues von Freunden&#8221;-Rubrik berichtete Christiane Zintzen von f\u00fcnf interessanten Literaturveranstaltungen, die vom Dicht-Fest abgesehen, allesamt und synchron am Donnerstag (nicht am Freitag) stattfinden und man hat die Qual der Wahl oder mu\u00df sich splitten. 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