{"id":67304,"date":"2018-12-24T09:37:27","date_gmt":"2018-12-24T08:37:27","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=67304"},"modified":"2018-12-24T09:37:27","modified_gmt":"2018-12-24T08:37:27","slug":"dsweinochdn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=67304","title":{"rendered":"ds`weinochdn"},"content":{"rendered":"<p>Und jetzt kommt das zweite Buch von meinem B\u00fccherchristbaum und Adventkalender, das zweite <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/23\/weihnachten-in-der-wundervollen-buchhandlung\/\">Weihnachtsbuch<\/a> des Jahres, eines das nicht aus der &#8220;Wundervollen Buchhandlung&#8221; stammt und eines das\u00a0 auch\u00a0 zwischen dem<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/10\/geburtstagslesung-2\/\"> Geburtstagsfest<\/a> und Weihnachten zu mir gekommen ist, n\u00e4mlich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/09\/schattenstoerche-bei-den-wilden-worten\/\">Franz Blahas<\/a> in ottakringischen Dialekt, wo er offenbar aufgewachen ist, zwischen 2001 und 2016 f\u00fcr die Weihnachtsfeier im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/02\/14\/schreibinteressen\/\">&#8220;H\u00e4ferl&#8221;<\/a>, dem Treff f\u00fcr Haftentlassene, wo ich auch schon mal gelesen habe, geschriebe Gedichte, die er jetzt herausgegeben hat und am dem Tag im Ottakringer Bezirksmuseum vorstellte, als das letzte KAV-\u00d6AAG- Refelexionstreffen mit Sekt und Br\u00f6tchen war, so da\u00df ich zu der Pr\u00e4sentation nicht kommen konnte.<\/p>\n<blockquote><p>Herr Blaha, den ich schon l\u00e4nger von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/10\/geburtstagslesung\/\">Lesungen<\/a> zu denen er auch als <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/23\/en-espanol-por-favour\/\">Besucher<\/a> geht und auch einige seiner Publikationen kenne, war aber so lieb, mir das &#8220;Weihnachtsbuachl&#8221; zur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/30\/poet-night-im-siebenstern\/\">&#8220;Poet-Night&#8221;<\/a> vorbeizubringen, so da\u00df es heuer bei mir doch sehr weihnachtlich wird.<\/p>\n<p>Man sieht, ich komme trotz aller <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/10\/04\/es-ist-wieder-donnerstag\/#comments\">&#8220;Winterfestumbauaktionen&#8221;<\/a> nicht darum herum und kann so am vierundzwanzigsten Dezember nicht nur einen Christbaum, sondern einen besinnlichen Gang durch Franz Blahas Kindheit, wie ich vermute, die sich auch zum Teil mit meiner deckt, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/20\/erinnerungen\/\">denn ich bin ja ab 1953 in Hernals in der Wattgasse aufgewachsen<\/a> und habe als Kind oft die eine Gro\u00dfmutter, die in Ittakring in den sogenannten Jubil\u00e4umsbauten lebte und die andere, die mit ihrer Tochter, meiner Tante Grete und ihrer Enkeltochter Susi, meiner Cousine, in einem Gemeindebau in der H\u00fctteldorferstra\u00dfe im vierzehnten Berzirk, ein St\u00fcckchen weiter unten lebte, geben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Gedichte sind, wie Franz Blaha in seinem Vorwort schreibt im Ottakringer Dialekt geschrieben und wurden der besseeinem ziemlichen &lt;hren Verst\u00e4ndichkeit wegen, nicht in Hochdeutsch, sondern im &#8220;Normaldialekt&#8221; \u00fcbersetzt und das ist gut so, denn sie w\u00e4ren sonst ziemlich unverst\u00e4ndlich, denn ich bin ja auf Wunsch meiner Mutter in Hochdeutsch aufgewachsen, damit ich es einmal besser habe im Leben, wie das damals so\u00a0 hie\u00df und kann mich an dieses Ottakringisch auch nicht wirklich erinnern und glaube, da\u00df die, in den Siebzigerjahren verstorbene Gro\u00dfmutter, ebenfalls Hochdeutsch, wahrscheinlich mit einem mehr oder weniger starken tschenischen Akzent, gesprochen hat.<\/p>\n<p>Die Gedichte also bei der Weihnachtsfeier f\u00fcr Haftentlassene,Obdachlose und andere Menschen, die es wahrscheinlich nicht so gut im Leben haben und wie schon geschrieben, viel Nostalgisches und Sachen an die ich mich bei meinen Weihnachtsfesten in der Wattgasse, die ich eigentlich trotz der Kinderb\u00fccher von Friedrich Feld von<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/07\/20\/abschied-von-christine-noestlinger\/\"> Vera Ferra-Mikura<\/a>, die Weihnachtsgaben der &#8220;Kinderfreunde&#8221; f\u00fcr die SP\u00d6-Mitglieder, was mein Vater ja bekanntlich war und sehr aktiver Berzirksfunktion\u00e4r mit Kanditat Nummer sechszehn f\u00fcr die Bezirksvorsteherliste, kein sehr angenehmes war, denn die Mutter hat, wenn sie von ihrer Arbeit als Kindergartenhelferin nach Hause gekommen ist, noch bis weit in die Nacht des Vierundzwanzigsten geputzt und gebacken und war dann am n\u00e4chsten Tag, wo es den Karpfen und die Pute vorzubereiten und den Christbaum aufzuputzen galt, nicht mehr so gut aufgelegt und der Vater drohte mir, da\u00df es keine Geschenke g\u00e4be, wenn ich nicht hoch und heilig an das Christkind glaube, was ich so zwischen dem ersten Trotzalter und der Pubert\u00e4t ernster genommen habe, als ich es wahrscheinlich sollte.<\/p>\n<p>Nun gut, so waren sie wahrscheinlich die Nachkriegsweihnachten in die Wirtschaftswundergeneration. Einen Christbaum hatten wir, das habe ich schon geschrieben, Krippe ist keine darunter gestanden und so habe ich auch an den &#8220;Ochs und den Esel&#8221; nicht so sehr geglaubt, denen Franz Blaha seine erstenGedichte widmete.<\/p>\n<p>Das Cover ziert eine &#8220;Hausgrippe&#8221; nach einem Foto von Andreas Praefcke. Vorher gibt es noch ein Gedicht, das wahrscheinlich auch aus Franz Blahas Kindheit stammt, wo sich die drei\u00dfig Schilling am Tag verdienende Mutter, die ihrem Sohm ein Buch, um diesen Betrag kaufte, dar\u00fcber \u00e4rgert, da\u00df er es, statt es sch\u00f6n Tag f\u00fcr Tag einzuteilen, um l\u00e4nger davon etwas zu haben, ratzeputz sofort auslas.<\/p>\n<p>Ja damals hat man sich \u00fcber die lesenden Kinder noch ge\u00e4rgert und sich gefragt, ob sie niechts besseres zu tun h\u00e4tten? Heute w\u00fcrde man sich dar\u00fcber freuen, weil sie dann bis zur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/14\/enquette-zur-zentralmatura\/\">Matura<\/a> w\u00fc\u00dften was &#8220;Pathos&#8221; hei\u00dft, vielleicht mehr als f\u00fcnf \u00f6sterreichische Autoren kennen und sie auch gelesen haben.<\/p>\n<blockquote><p>Die Zeiten \u00e4ndern sich, heute biegen sich die Christb\u00e4ume und die Geschenke darunter sind so teuer, da\u00df die Schuldnerberatungsstellen vor Weihnachten im Radioempfehlen, da\u00df man\u00a0 nicht mehr ausgeben, als man hat und an den Einkaufssamstagen m\u00f6glichst keine Kreditkarte mitnehmen soll, w\u00e4hrend Franz Blahas oder eine andere Oma vor demn sch\u00f6naufgeputzen Christbaum der Zweitauserjahre steht und sich daran erinnerte, da\u00df fr\u00fcher, als der Bundeskanzler keinen Baum zu Weihnachten versprechen konnte, alles viel sch\u00f6ner und viel besser war, die Gans , die es damals nicht gab, viel besser schmeckte, die Kerzen heller strahlten, etcetera. Ja, die Erinnerung kann tr\u00fcben oder man hat sie sich verkl\u00e4rt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und so erinnert sich auch Franz Blaha an die Zeiten, als er erst ins Zimmer durfte, als der Christbaum schon aufgeputzt war und die Mutter am Fenster stand und ihm verk\u00fcndete, da\u00df das Christkind gerade hinausgeflogen war, weil es ja noch so viele andere brave Kinder und Franzu Blaha hasste dann diese, bescheren mu\u00dfte, bevor er sich am Christbaum erfreute, an denen die Zuckerln hingen, die er selbst mit der Mutter eingewickelt hat, &#8220;weil man dem Christkind ja helfen mu\u00dfte.&#8221;<\/p>\n<p>Das Christkind trifft er dann an der Stra\u00dfenbahnhaltestelle, als er vom Ottafkringer Friedhof kam, wo Anmerkung, nicht nur meine Gro\u00dfmutter begraben liegt, sondern auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/30\/reise-in-die-vergangenheit\/\">Gerald Bisinger<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/03\/gerhard-koflers-gedichtpraesentationen\/\">Gerhard Kofler,<\/a> etcetera und das erkundigt sich, ob hier der J-Wagen zum Karlsplatz f\u00e4hrt, aber die Stra\u00dfenbahnen haben jetzt andere Nummern,\u00a0 fahren andere Routen und das Christkind war offenbar schon lange nicht mehr da.<\/p>\n<p>Auch kein Wunder, denn der Weihnachtsmann oder Santa Claus mit dem roten Mantel, der mit Renntieren im Schlitten f\u00e4hrt, hat es aus Amerika kommend, l\u00e4ngst verdr\u00e4ngt und schmei\u00dft jetzt seine Geschenkpackerl durch den Kamin und ein solches Gedicht, wo der heilige Klaus vorm PC sitzt und nicht gest\u00f6rt werden will, gibt es auch.<\/p>\n<p>Dreizehn l\u00e4nger oder k\u00fcrzere Weihnachtsgedichte in breiten Ottakringer Dialekt also, die sich in der \u00dcbersetzung, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/07\/die-praesidentin-auf-dem-opernball\/\">El Awadalla<\/a> und ihr &#8220;morgenschtean&#8221; wird auch noch erw\u00e4hnt, gut verstehen lassen und einen wahrscheinlich in die eigene Kindheit zur\u00fcckf\u00fchren, auch wenn man vielleicht viel sp\u00e4ter und nicht in Hernals oder Ottakring aufgewachsen ist und die ich allen Weihnachtsnostalgikern und auch Weihnachtshassern empfehlen kann, ob sie Petra Hartlieb in ihrer wundervollen Buchhandlung so leicht besorgen kann, wei\u00df ich nicht. Franz Blaha ist aber ein sehr eifriger Literaturvermittler, hat oder hatte jetzt auch eine Schreibwerkstatt in der Pannaschgasse und wird sicher weiterschreiben.<\/p>\n<p>&#8220;Ich w\u00fcnsche euch sch\u00f6ne Weihnacht`n mit Kekserln und Kerzerln und ein sch\u00f6nes neu s Jahr&#8221;, das erstere habe ich zwar schon geschrieben, wiederhole es aber gern!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und jetzt kommt das zweite Buch von meinem B\u00fccherchristbaum und Adventkalender, das zweite Weihnachtsbuch des Jahres, eines das nicht aus der &#8220;Wundervollen Buchhandlung&#8221; stammt und eines das\u00a0 auch\u00a0 zwischen dem Geburtstagsfest und Weihnachten zu mir gekommen ist, n\u00e4mlich Franz Blahas &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=67304\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1452,2094,2546,6139,6152],"class_list":["post-67304","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-dialektgedichte","tag-franz-blaha","tag-haeferl","tag-weihnachtsbuch","tag-weihnachtsspecial"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=67304"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/67304\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=67304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=67304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=67304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}