{"id":68007,"date":"2019-01-19T00:19:59","date_gmt":"2019-01-18T23:19:59","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=68007"},"modified":"2019-01-19T00:19:59","modified_gmt":"2019-01-18T23:19:59","slug":"troll","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=68007","title":{"rendered":"Troll"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe, seit ich bei meinem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/10\/14\/frankfurter-buchmesse\/\">&#8220;Frankfurt-Surfing&#8221;<\/a> auf dem blauen Sofa davon h\u00f6rte, das mich aber eher entt\u00e4uscht, beziehungsweise ratlos, zur\u00fcckl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich habe ich Michal Hvoreckys dritten oder was auch immer Roman nicht verstanden und ich habe den 1976 in Bratislava Geborenen, ja einmal auf einer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/27\/am-literaturschiff\/\">Schiffsreise von Bratilsava nach Wien<\/a> kennengelernt, als er aus seinem &#8220;Donau-Roman&#8221; gelesen hat, den ich als sehr originell empfunden habe.<\/p>\n<p>Stephan Teichgr\u00e4ber hat ihn dann einmal bei einem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/29\/weiter-mit-dem-centrope-workshop-und-andere-ereignisse\/\">Centrope-Festival<\/a>, das ich nicht besucht habe, eines seiner anderen B\u00fccher vorgestellt, da\u00df wir auch im Centrope-Workshop besprochen haben und jetzt &#8220;Troll&#8221; ein wichtiges interessantes thema, bekomme ich ja manchmal auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/31\/zurueckgeschaut\/#comments\">negative Kommentare<\/a>. Es war mir aber mu\u00df ich sagen, schon am blauen Sofa nicht so ganz klar, was eine Trollfabrik ist, von der Michal Hvorecky immer gesprochen hat.<\/p>\n<p>Ein Geb\u00e4ude, wo die Trolle sitzen und ihre Fakenews, in die Welt verschicken? So ist es ja in der Wirklichkeit nicht so ganz.<\/p>\n<p>Michal Hvorecky hat sein Buch auch auf der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/11\/von-der-elften-buch-wien\/\"> &#8220;Buch Wien&#8221;<\/a> vorgestellt. Da habe ich ihn gefragt, wann er es geschrieben hat, weil Stephan Teichgr\u00e4ber meinte, es w\u00e4re schon ein \u00e4lteres Buch, das jetzt von Mirko Kraetsch \u00fcbersetzt, auf Deutsch herausgekommen ist und da habe ich gedacht, da\u00df dann der Inhalt wahrscheinlich schon veraltet w\u00e4re.<\/p>\n<p>Er hat es, glaube ich, 2015 geschrieben und Cornelius Hell oder Katja Gasser haben es bei der letzten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/18\/winter-lese-auslese\/\">&#8220;Lese.Auslese&#8221;<\/a> ja auch auf ihre pers\u00f6nliche &#8220;Best of List&#8221; gesetzt.<\/p>\n<p>Nun gut, das hei\u00dft schon einmal etwas und w\u00e4re eine Menge an positiver Vorschu\u00dflorbeeren und dann nehme ich das d\u00fcnne zweihundert Seiten B\u00e4ndchen in die Hand und bin verwirrt. Es besteht aus zwei Teilen, einem k\u00fcrzeren und einem l\u00e4ngeren.<\/p>\n<p>Der K\u00fcrzere hei\u00dft &#8220;Kukav&#8221; und da wurde mir nicht ganz klar, ob das eine Parodie auf Bratilava zu Zeiten des Kommunismus ist?<\/p>\n<p>Aber nein, das Buch spielt ja in der Zukuinft in der Stadt, die gerade einigen Dikataturen entkommen ist. Da ist von einem &#8220;Anf\u00fchrer-Vater&#8221; und einem &#8220;Anf\u00fchrer-Sohn&#8221; die Rede. Es gibt einen namenlosen Ich-Erz\u00e4hler und der litt schrecklich unter seiner Kindheit und seinen Sch\u00e4den, die ihm seine Mutter durch hom\u00f6opathische Behandlungen zu Teil werden lie\u00df.<\/p>\n<p>&#8220;Hm?&#8221;, k\u00f6nnte man da schon fragen. Er w\u00e4chst in einer Villa einer Funktion\u00e4rfamilie auf, die aber \u00fcberwacht wird. Der Vater verl\u00e4\u00dft mit seinem Bruder ihn und die Mutter und fl\u00fcchtet wahrscheinlich ins Ausland. Er leidet an \u00dcbergewicht und kommt f\u00fcr f\u00fcnf Jahre ins Krankenhaus, in dem es auch ziemlich skurill zugeht, obwohl die Krankenversicherung schon lange zusammengebrochen ist. So laufen dort die Scharlachtane und Wunderheiler herum. Er lernt aber Russisch und lernt auch die drogens\u00fcchtige Johanna kennen, in die er sich verliebt.<\/p>\n<p>So weit Teil eins. Zitate gibt es immer wieder eingeblendet auch, deren Bedeutung und Bezung auf den Inhalt mir nicht ganz klar wurde.<\/p>\n<p>In Teil II &#8220;Im Netz&#8221; haben die Zwei dann das Krankenhaus verlassen und gehen in die Trollfabrik, lassen sich dort als Hater anstellen und verbreiten Unwahrheiten und Fake-News im Netz, beziehungsweise in die Welt.<\/p>\n<p>Das wird sehr ausf\u00fchrlich geschildert und jetzt habe ich noch vergessen zu erw\u00e4hnen, da\u00df das Ganze einen Prolog hat, wo der Troll oder Ich-Erz\u00e4hler, von der Menge gehetzt mit einem Kaputzenpullover durch die Stadt rennt. Vorl\u00e4ufig aber verbreitet er eifrig Fake-News, obwohl er eigentlich das Gegenteil wollte, solange bis Johanna das Ganze aufdeckt und verhaftet wird.<\/p>\n<p>Dann wendet sich das Blatt und die Trolle werden getrollt. Er l\u00e4\u00dft sich zum Monster umoperieren, weil er der geha\u00dfteste Mensch der Stadt ist. So kommt es\u00a0 zu der schon erw\u00e4hnten Verfolgungsjagd. Es wird aber alles gut, die Beiden finden sich wieder und versuchen das Troll-Chaos aufzuarbeiten und die Wahrheit zu verbreiten.<\/p>\n<p>So weit, so gut und nicht ganz verstanden .Jetzt sollte ich noch den &#8220;Donau-Roman&#8221; lesen, der mich damals sehr beeindruckt hat, von dem ich aber auch schon h\u00f6rte, da\u00df er jemanden nicht gefallen hat.<\/p>\n<p>Seltsam, seltsam, das Trollwesen habe ich, die ich\u00a0 ja auch manchmal mit solchen News konfrotiert bin, nicht ganz verstanden und w\u00fcrde fast vermuten, da ist die Fantasie mit Michal Hvorecky durchgegangen und er hat wahrscheinlich sehr lustvoll, einen \u00fcberbordeten Roman geschrieben, dessen Botschaft ich aber nicht ganz nachvollziehen konnte und die mir auch in sich nicht schl\u00fc\u00dfig, sonder eher unzusammenh\u00e4ngend erschien.<\/p>\n<p>Zum besseren Verst\u00e4ndnis kann ich aber noch Michal Nvorecky vom &#8220;Blauen Sofa&#8221; zitieren, der meine, da\u00df er eigentlich einen Science Fiction Roman schreiben wollte, von der Wirklichkeit aber eingeholt wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe, seit ich bei meinem &#8220;Frankfurt-Surfing&#8221; auf dem blauen Sofa davon h\u00f6rte, das mich aber eher entt\u00e4uscht, beziehungsweise ratlos, zur\u00fcckl\u00e4\u00dft. 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