{"id":68158,"date":"2019-01-27T00:43:16","date_gmt":"2019-01-26T23:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=68158"},"modified":"2019-01-27T00:43:16","modified_gmt":"2019-01-26T23:43:16","slug":"und-fliesst-die-zeit-wie-wasser-wie-wort","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=68158","title":{"rendered":"und flie\u00dft die zeit wie wasser wie wort"},"content":{"rendered":"<p>Und wieder ein wenig Lyrik, die kommt ja bei meinen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/02\/eine-elendslange-buecherliste\/\">B\u00fccherbergen<\/a> und den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/30\/leni-weint\/\">dicken<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/13\/sophies-tagebuch\/\">Schm\u00f6kern<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/12\/den-himmel-stuermen\/\"> von<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/30\/leni-weint\/\">Romanen<\/a>, die manchmal darauf liegen und ich ja auch eine dicht an der Realit\u00e4t befindende <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/06\/mein-schreiben-meine-buecher\/\">Romanschreiberin<\/a> bin, oft ein wenig zu kurz, obwohl im M\u00e4rz ja wieder der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/23\/tag-der-lyrik\/\">Mona der Lyrik<\/a> naht, es in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/06\/wieder-einmal-dichtfest\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> und auch sonst wo die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/27\/poliversale-mit-literarischer-erleuchtung-und-kanadischen-star\/\">Lyrik-<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/24\/lyrikfestival-dichterloh\/\">Festivals<\/a> gibt und ich\u00a0 auch erst vor kurzem bei einem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/17\/oleg-jurjew-und-olga-martynova\/\">Lyrikabend<\/a> war, da habe ich die 1940 geborene Christl Greller getroffen, die\u00a0 r\u00fchrige bem\u00fchte GAV-Kollegin, die\u00a0 Werbetexterin war und sich 1995, wie ich dem Klappentext entnehme, dem literarischen Schreiben zuwandte.<\/p>\n<p>Geh\u00f6rt oder gelesen habe ich das erste Mal, glaube ich, von ihr, als ich so um 2000 mu\u00df das gewesen sein, eine eifrige Besucherin der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft war, zu der ich\u00a0 durch &#8220;Luipold Stern-Preis&#8221; gekommen bin und sie dort, glaube ich, eines ihrer B\u00fccher vorstellte.<\/p>\n<p>Sie hat, entnehme ich, weiter dem Klappentext, drei Erz\u00e4hlb\u00e4nde, einen Roman und sechs Gedichtb\u00e4nde, die Erz\u00e4hb\u00e4nde &#8220;Der Schmetterlingsf\u00fc\u00dfler&#8221; 1998 erschienen und &#8220;Schatten werfen&#8221; habe ich in meinen Regalen, ebenso das &#8220;Podium-Portrait-Gedichtb\u00e4ndchen&#8221;, das sie mir freundlicherweise einmal verehrte.<\/p>\n<p>Als ich 2002 bei dieser Halbpreisschiene in dem damals noch nicht so existierenden Schmiedesaal in den Semesterferien, um f\u00fcnf Uhr Nachmittag mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/12\/28\/juttas-tod\/\">Uwe Bolius<\/a> in der &#8220;AS&#8221; gelesen habe, war sie unter dem Publikum, da habe ich sie pers\u00f6nlich kennengelernt und sehe sie seither immer wieder im\u00a0 bei Veranstaltungen, in der &#8220;Alten Schmiede&#8221;, im Literaturhaus, in der &#8220;Gesellschaft&#8221; und bei den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/03\/19\/die-mittleren-literatur-von-frauen\/\">&#8220;Mittleren&#8221;<\/a> hat sie auch einmal gelesen.<\/p>\n<p>Sie organisiert auch selber Veranstaltungen und da ist, wie beim vorliegenden sechsten oder siebenten Gedichtband, die Zeit das Thema, &#8220;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/08\/die-zeit-und-wir\/\">Die Zeit und wir&#8221; hei\u00dft es da und da habe ich bei einer ihrer Veranstaltungen in der Klimt Villa<\/a> gelesen, sucht sie f\u00fcr ihre Veranstatlungen ja immer ungew\u00f6hnliche Orte, ich war aber auch bei einem ihrer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/15\/zweimal-lyrik\/\">Lyrik Abende in der &#8220;Gesellschaft&#8221;<\/a> und und.<\/p>\n<p>Es gibt Preise und Gedichte, die im &#8220;Standard&#8221; und in \u00d61 erschienen ist, ist Christl Greller ja, wie schon beschrieben sehr bem\u00fcht und so gibt es auch in dem vorliegenden in der &#8220;Editon\u00a0 lex\u00a0 liszt&#8221; erschienenen Band, sehr viel Kollegalit\u00e4t, n\u00e4mlich ein Mottogedicht von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/16\/marie-therese-kerschbaumer\/\">Marie Therese Kerschbaumer<\/a>, der gro\u00dfen Dichterin, die ich im Arbeitskreis schreibender Frauen schon in den so\u00e4ten Siebzigerjahren kennenlernte und Zeichnungen, sch\u00f6ne zarte Graphikmuster von der 1935 bei Villach geborenen Angelika Kaufmann, die ich auch regelm\u00e4\u00dfig in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; sehe, gibt es in dem Buch auch und ein Nachwort von Rudolf Kraus, der das Flie\u00dfen und die Bewegung, der klein geschriebenen Texte erw\u00e4hnt. Das Wasser und die Zeit, die als st\u00e4ndige Thema, das sich durch das hundertzehn Seiten B\u00e4ndchen flie\u00dft. Die Verg\u00e4nglichkeit ist ebenfalls ein st\u00e4ndiges Thema, das ja sowohl mit dem Flie\u00dfen, als auch mit der Zeit zusammenh\u00e4ngt, ein Suchen, ein Bewegen und ein sich Ausdr\u00fccken und dann gibt es auch Momente, da findet sich nichts, man mu\u00df warten, stehenbleiben, ausatmen und an Morgen denken.<\/p>\n<p>&#8220;hm&#8221; hei\u00dft das Gedicht &#8220;und denke und denke und denke &#8211; und finde nichts, das wichtig genug ein gedicht dar\u00fcber zu schreiben. vielleicht morgen?&#8221; schreibt Christl Greller und man kann das Schwerfallen des Stehenbleibens und Verweilen m\u00fc\u00dfen hautnah sp\u00fcren und doch ist man zu diesem Zeitpunkt auf Seite zweiundsiebzig und ist mit Christl Greller schon durch viele bewegende Momente gegangen und sehr sch\u00f6n finde ich die Zusammenfassungen, ein paar kurze klare Worte, die unter manchen ihrer Gedichte stehen, beim &#8220;schneefall&#8221; zum Beispiel:<\/p>\n<p>&#8220;auf den lippen eine flocke und zergeht. und k\u00fchl vor den augen der tanz, und leicht auf den schultern die liegengebliebene last.<\/p>\n<p>morgen salzstreuung&#8221;<\/p>\n<p>Es gibt Gedichte, die an ihre Reisen nach Norwegen erinnern und dann eines das den &#8220;pannonischen sommer&#8221; beschreibt: &#8220;und reben, reih und glied, in liebe aufgebunden. der see als streif am horizont&#8221;, die letzte Zeile wird refrainartig mehrmals wiederholt, was uns die pannonische Landschaft so richtig vorstellen l\u00e4\u00dft und das Gedicht &#8220;blattgold&#8221;, das die Verg\u00e4nglichkeit des lebens, wie noch bei ein paar andere, wohl am st\u00e4rksten zeigt:<\/p>\n<p>&#8220;jetzt nicht mehr sparen, sp\u00e4ter ahorn und verschenkt, verschleudert er sein gold &#8211; und n\u00fctzt ihm nichts, wenn es an sterben geht&#8221;<\/p>\n<blockquote><p>Man kann sehr sch\u00f6n in diesen zarten Zeilen ungehemmt von hinent nach vorne springen und sich dabei von der auch immer kritischen und manchmal auch melancholischer Sprachmelodie umh\u00fcllen lassen.<\/p>\n<p>Kommt dann zur &#8220;doppelstunde&#8221;, wo Christl Greller den Zeitsprung beschreibt, wo die &#8220;sommerzeit wieder normalzeit&#8221; wird, die sich listig ausn\u00fctzen l\u00e4\u00dft:<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8220;einmal wunscherf\u00fcllung einmal ZWEImal leben seis nur von zwei bis drei zeiger zur\u00fcckgestellt, stunde wiederholt. zweite chance gehabt &#8211; und doch: weiter wie immer&#8221;<\/p>\n<p>Sehr beeindrucken w\u00fcrde ich sagen und so gleitet man sprachumh\u00fcllt durch das B\u00e4ndchen, um \u00fcber dem ebenfalls sehr beeindruckenden &#8220;Chipgedicht&#8221; zu einem Wien-Zyklus, den &#8220;Gesichtern einer Stadt&#8221; zu kommen, wo Christl Greller f\u00fcr jeden Monat vom J\u00e4nner bis Dezember ein eigenes Gedicht hat, das von den &#8220;farblosen tagen, der abgeschalteten weihnachtslichter am graben&#8221; im J\u00e4nner bis zum Dezember, wo es &#8220;auf jedem freien\u00a0 platz im h\u00e4usergew\u00fchl, eine holzh\u00fctte, sogenannter weihnachtsstand&#8221; gibt.<\/p>\n<p>Und so bin ich an das Ende des B\u00e4ndchen gekommen, kann mich bei Christl Greller f\u00fcr das von ihr gew\u00fcnschte Lesevergn\u00fcgen bedanken, ihr den Anklang den es bei mir gefunden hat, versichern, hoffe auch das entsprechende Feedback gegeben zu haben und kann ihr noch weitere Lyrikb\u00e4nde w\u00fcnschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder ein wenig Lyrik, die kommt ja bei meinen B\u00fccherbergen und den dicken Schm\u00f6kern von Romanen, die manchmal darauf liegen und ich ja auch eine dicht an der Realit\u00e4t befindende Romanschreiberin bin, oft ein wenig zu kurz, obwohl im &hellip; 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