{"id":6818,"date":"2011-05-02T22:54:07","date_gmt":"2011-05-02T20:54:07","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=6818"},"modified":"2011-05-02T22:54:07","modified_gmt":"2011-05-02T20:54:07","slug":"stavaric-lesung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6818","title":{"rendered":"Stavaric Lesung im Literaturhaus"},"content":{"rendered":"<p>Der 1972 in Br\u00fcnn geborene, seit 1972 in Wien lebende Michael Stavaric ist ein sehr flei\u00dfiger Schreiber, den ich wahrscheinlich seit 2006 kenne, denn da war ich bei einer Lesung  im Literaturhaus, wo wahrscheinlich sein erster bei Residenz erschienener Roman &#8220;stillborn&#8221; vorgestellt wurde. Da kann ich mich erinnern, da\u00df ich erstaunt dar\u00fcber war, wie voll es war und, da\u00df ich von den vorwiegend jungen Leuten im Publikum niemanden kannte.  2007 hat er beim Bachmannpreis gelesen,   wenn man bei Wikipedia schaut, findet man eine lange Publikationsliste, f\u00fcnf B\u00fccher f\u00fcr Erwachsene, erz\u00e4hlte die Germanistin Susanne Hochreiter bei der heutigen Literaturhauspr\u00e4sentation von des f\u00fcnften Buchs &#8220;Brenntage&#8221;, bei dem es um die literarische Aufarbeitung der Kindheit geht.<br \/>\nDann gibt es noch &#8220;Terminfera&#8221; und &#8220;Magna&#8221;, ebenfalls bei Residenz erschienen, &#8220;Deja vue mit Pocahontas&#8221;, wo ich im Vorjahr bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/09\/wilde-landschaften\/\">Textvorstellungen<\/a> in der Alten Schmiede war, &#8220;B\u00f6se Spiele&#8221; 2009 bei Ch. Beck erschienen, Kinderb\u00fccher und verschiedene \u00dcbersetzungen.<br \/>\nSo hat er<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/08\/14\/wir-mussen-uns-irgendwie-ahnlich-sein\/\"> Marketa Pilatova &#8220;Wir m\u00fcssen uns irgendwie \u00e4hnlich&#8221;<\/a> sein und auch das kleine B\u00fcchlein  &#8220;Das Jahr vierundzwanzig&#8221; von Patrik Ourednik, das ich schon immer lesen wollte, \u00fcbersetzt.<br \/>\n Einige B\u00fccher dieser langen Lliste sind an mir vorbeigegangen, so da\u00df ich ganz erstaunt auf den B\u00fcchertisch schaute, denn Michael Stavaric ist ja noch ein junger Autor. Er hat einen durchaus originellen Stil. Wikipedia schreibt von einen kreativen Zugang zur Sprache und, da\u00df das wie wichtiger als das was ist und das war bei &#8220;Stilborn&#8221; und auch bei &#8220;Termifera&#8221; zu merken, von denen ich ein bi\u00dfchen was mitbekommen habe und trifft auch  auf &#8220;Brenntage&#8221; zu.<br \/>\nDas Literaturhaus war wieder mit sehr vielen mir unbekannten jungen Leuten gef\u00fcllt, Linda Stift und ich glaube auch Andrea Grill habe ich erkannt, Sabine Gruber, die auch bei Ch. Beck verlegt, ist neben dem Verlagsleiter in der ersten Reihe gesessen und es hat wieder mit Musik, n\u00e4mlich dem Song, der in dem Buch als Motto steht, begonnen. Dann ging es los mit den Brenntagen und der Geschichte des jugendlichen Ich Erz\u00e4hlers der mit seinem Onkel in dessen Haus er lebt an den Brenntagen seine alten Stofftiere verbrennt, es gibt eine Siedlung in dem der Junge mit dem Onkel und der Tante lebt, die Mutter ist gestorben, die Tante stirbt sp\u00e4ter auch und einen Wald in dem er mit anderen Kinder spielt, es gibt auch Mienen und Soldaten, die durch die Gegend streifen, eine seltsame  unwirkliche und auch fremde Gegend. Der Onkel hat ein Gewehr und geht f\u00fcr den Neffen auf die Jagd, schie\u00dft Tiere und stopft sie f\u00fcr ihn auf, die Kinder haben ihre Rutuale und versuche im Wald Geister zu fangen, dabei verschwinden sie und der Junge w\u00e4scht seine W\u00e4sche, um auch unsichtbar zu werden und ebenfalls zu verschwinden.<br \/>\nIn der Diskussion ist es auch um Weltuntergangstimmung gegangen und der Verlagsleiter meinte, da\u00df man die Kindheit, als Idylle oder als Schrecken erleben kann, bei Thomas Bernhard war es das letztere. Mich hat diese Stimmung seltsammerweise an das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/28\/du-blutest-du-blutest\/\">neue Buch von Michaela <\/a>Falkner erinnert, obwohl sie einen anderen Zugang und eine andere Sprache hat,  ziehen sich die Kinder dort ja auch in den Wald zur\u00fcck und basteln sich aus Toten Puppen, bei Stavaric l\u00f6sen sie sich auf.<br \/>\nWie das zu Michael Stavarics Kindheitserinnerungen passt, habe ich auch nicht ganz verstanden, er sprach aber von den Intitialriten, die man als Junge machen mu\u00df um dazuzugeh\u00f6ren und von der Gro\u00dfmutter, die von einem J\u00e4ger tote Fasane und Hasen bekam, mit denen er als Kind spielte.<br \/>\nTiere spielen in seinen B\u00fcchern eine gro\u00dfe Rolle, wurde in der Diskussion besprochen und Michael Stavaric hat auch ein St\u00fcck aus einem seiner Kinderb\u00fccher vorgelesen. In der Diskussion wurde erw\u00e4hnt, da\u00df das Szenario auch zu einem Fantasybuch passen w\u00fcrde und da sind mir Elfriede Kerns &#8220;Schwarze L\u00e4mmer&#8221;, 2001 bei Jung und Jung erschienen, eingefallen, bei dem es ja auch um Waldrituale und Ankl\u00e4gne vom Horror-Genre und Gothic-Novel geht, ob  Michael Stavaric &#8220;Brenntage&#8221; so gewaltt\u00e4tig sind, wei\u00df ich gar nicht, geht es ja um Kindheitserinnerungen. Um Riutale und seltsame, beziehungsweise kleine Ironien, verpackt  in einer sch\u00f6nen Sprache scheint es aber zu gehen. Man wird durch das Buch angeregt \u00fcber seine eigene Kindheit nachzudenken, meinte Susanne Hochreiter am Schlu\u00df der Diskussion und f\u00fcgte hinzu, da\u00df sie seither viel liebevoller mit ihren Stofftieren sprechen w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1972 in Br\u00fcnn geborene, seit 1972 in Wien lebende Michael Stavaric ist ein sehr flei\u00dfiger Schreiber, den ich wahrscheinlich seit 2006 kenne, denn da war ich bei einer Lesung im Literaturhaus, wo wahrscheinlich sein erster bei Residenz erschienener Roman &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6818\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-6818","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6818"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6818\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}