{"id":682,"date":"2008-12-23T12:06:11","date_gmt":"2008-12-23T11:06:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=682"},"modified":"2008-12-23T12:06:11","modified_gmt":"2008-12-23T11:06:11","slug":"vorweihnachtliche-lesesplitter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=682","title":{"rendered":"Vorweihnachtliche Lesesplitter"},"content":{"rendered":"<p>In Harland bin ich, wenn ich nicht zwischendurch einen Krimi f\u00fcr die Seele einschiebe, immer noch mit  Ingo Schulze besch\u00e4ftigt, wo Enrico T\u00fcrmer, in sehr langen Briefen, die immer wieder  Dialogeinsch\u00fcbe enthalten (wie realistisch ist bitte so ein Briefroman?) seine neuen Leben seiner idealisierten Liebe Nicoletta, der Schwester Vera und dem homoerotischen Jugendfreund schildert.<br \/>\nInzwischen taste ich mich auf die H\u00e4lfte vor und werde in den n\u00e4chsten Tagen durch die Weihnachtsb\u00fccher vielleicht wieder abgelenkt (Eva Rossmann: Die Russen kommen?), w\u00e4hrend ich beim Uwe Tellkamp nach der gestrigen Badewannenlekt\u00fcre, weil Alfred im Betriebsratb\u00fcro h\u00e4ngenblieb, statt  Kinomontag mit Runzelsex (d.h. dem neuen Film mit Otto Tausig) inzwischen auf Seite 509 und dem II. Buch &#8220;Die Schwerkraft&#8221; angekommen bin.<br \/>\nWeil ich herausfinden wollte, welche DDR Autorin in Judith Schevola zu erkennen ist, au\u00dfer Christa Wolf habe ich keinen wirklichen Einfall, aber wahrscheinlich ist  jemand  der j\u00fcngeren Generation gemeint, habe ich im Google nachgeschaut und bin auf eine  Unmenge von Rezensionen gesto\u00dfen.<br \/>\nDas Buch des Jahres tr\u00e4gt seine Fr\u00fcchte, auch wenn viele Besprechungen mit &#8220;Das \u00c4rzteehepaar Richard und Anne Hoffmann und ihr Sohn Christian&#8221; beginnen und einige der Besprecherinnen dem Buch auch seine Leser absprechen.<br \/>\n&#8220;Zu lange, zu m\u00fchsam, wer bitte qu\u00e4lt sich heutzutage noch durch 972 Seiten?&#8221;<br \/>\nAuch wenn es morgen unter vielen Christb\u00e4umen liegen wird und  das Buch des n\u00e4chsten deutschen Buchpreises  wahrscheinlich schon geschrieben oder gerade fertig werden wird.<br \/>\nIch habe die Antwort nicht herausbekommen, vielleicht wei\u00df es einer meiner Leser, obwohl ich noch im Oktober durch das FAZ-Lesezimmer auf eine Besprechung gesto\u00dfen bin, in der ein paar Hinweise standen, in Barsano ist also Hans Modrow, Eschschloraque Peter Hacks, Altberg Franz F\u00fchmann und Londoner J\u00fcrgen Kuczynski zu erkennen, aber nichts von Judith Schevola.<br \/>\nDas kommt mir sehr bekannt vor. In meinen literarischen Schl\u00fc\u00dfelromanen erkennen sich auch immer die Leute, an die ich beim Schreiben nicht gedacht habe und sind dann b\u00f6s auf mich, aber mit Anhaltspunkten f\u00fchlt man sich wohl sicherer und die DDR ist auch schon lang vorbei.<br \/>\nBeim Lesezirkel Fr\u00fchjahrsprogramm der Hauptb\u00fccherei soll es im April das Thema &#8220;Wende&#8221; geben, wo &#8220;Adam und Evelyn&#8221; als Buch des Monats besprochen wird.<br \/>\nDa werde ich mit dem &#8220;Neuen Leben&#8221; und dem &#8220;Turm&#8221; vielleicht schon fertig sein, wenn nicht zwischendurch zuviele Ablenkungsb\u00fccher kommen.<br \/>\nEs liegen ja soviele in meinem Badezimmer  und in Harland gibt es auch einen Sto\u00df \u00fcber dem Bett und so habe ich in den schlaflosen Stunden, als ich auf den Alfred wartete, Johanna K\u00f6nigs &#8220;Gr\u00fcn ist die Farbe der Hoffnung&#8221; hervorgeholt.<br \/>\nEin gewaltiger Themenwechsel, denn da geht es um eine Krebserkrankung und das ist nicht nur literarisch interessant.<br \/>\nIch kenne die K\u00e4rntner Autorin von den Sitzungen der IG-Autoren und  meiner T\u00e4tigkeit bei der GAV-Jury 2003 oder 04, da hat sie ihre zwei historischen Romane eingereicht, die schon in vielen Sprachen \u00fcbersetzt sind.<br \/>\n2006 ist sie nicht zur Generalversammlung gekommen, sondern hat ein  sehr ber\u00fchrendes Mail geschrieben in dem sie von ihrer Krankheit berichtet hat, das mich sehr beeindruckte und so bin ich mit ihr in Kontakt gekommen.<br \/>\nEiniges davon ist sicher in &#8220;Und trotzdem&#8221; eingeflossen, denn da geht es auch um eine Krebsbew\u00e4ltigung, die ich in die Familiengeschichte von dem Gro\u00dfvater Leopold, der sich mit achtzig unbedingt ein Haus bauen will, seiner depressiven Tochter Ludmilla und der \u00fcberforderten Enkeltochter Magdalena, eingearbeitet habe und so habe ich gestern Nacht das Buch an bzw. ausgelesen und das war wirklich interessant.<br \/>\nVielleicht nicht unbedingt als Weihnachtslekt\u00fcre zu empfehlen, aber da gibt ja Jaqueline Nagel  von Schriftsteller-werden. de  aktuelle Tips mit Zeitangaben, wie lange man die B\u00fccher noch bestellen kann, damit sie rechtzeitig ankommen.<br \/>\nDas ist bald vorbei. Wer dann noch B\u00fccher schenken will, mu\u00df sie bis Morgen vierzehn Uhr selber kaufen und es gibt auch eine Weihnachtssondersendung von Elke Heidenreich auf litcolony.de und da wurde auch ein Kinderbuch besprochen, wo es um einen schwarzen Hund mit Namen Depression geht, der seinen Besitzer \u00fcberallhin begleitet, bis  der  sich in Therapie begibt und damit umgehen lernt.<br \/>\nSo weit so gut, das ist alles sehr bekannt und ich habe heute auch noch einige Stunden, bevor es mit Anna, Alfred und der Volksstimmeanthologie f\u00fcr die Schwiegermutter nach Harland geht.<br \/>\nAuf der Kommode im Wartezimmer steht seit gestern ein kleiner roter Weihnachtsengel, Geschenk einer Klientin und eine andere hat Kaffee und Rotwein mitgebracht.<br \/>\nEs feht also nur das Weihnachtswetter, aber das soll noch kommen und in Harland gab es am Wochenende Schnee, so da\u00df es mit dem Radfahren nicht viel geworden ist.<br \/>\nAm  Montag melde ich mich wieder, weil wir in Harland kein Internet haben, ein passendes Weihnachtssonderangebot gibt es aber schon und der Postzusteller hat gerade die dritte Amazon-Weihnachtsbuchzustellung f\u00fcr die Nachbarn gebracht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Harland bin ich, wenn ich nicht zwischendurch einen Krimi f\u00fcr die Seele einschiebe, immer noch mit Ingo Schulze besch\u00e4ftigt, wo Enrico T\u00fcrmer, in sehr langen Briefen, die immer wieder Dialogeinsch\u00fcbe enthalten (wie realistisch ist bitte so ein Briefroman?) seine &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=682\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-682","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=682"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/682\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}