{"id":684,"date":"2008-12-29T09:53:48","date_gmt":"2008-12-29T08:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=684"},"modified":"2008-12-29T09:53:48","modified_gmt":"2008-12-29T08:53:48","slug":"weihnachtsbucher","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=684","title":{"rendered":"Weihnachtsb\u00fccher"},"content":{"rendered":"<p>Wieder zur\u00fcck in Wien kann ich \u00fcber meine Weihnachtsgeschenke schreiben.<br \/>\nStephan Alfares &#8220;Meilengewinner&#8221;, Andrea Maria Dusls &#8220;Boboville&#8221;, Eva Rossmanns &#8220;Russen kommen&#8221; und den Aufbau-Literaturkalender vom Alfred, Anna hat das praktische Badekonfekt &#8220;Winterzauber&#8221; von &#8220;Alles Seife&#8221; beigesteuert, ich bin ja eine eifrige Badewannenleserin,  von den Schwiegereltern kamen die Lindt-Weihnachtskugeln und das Geldkuvert.<br \/>\nAlles passend f\u00fcr die ruhigen  Weihnachtstage, die man mir schon vorher w\u00fcnschte und das wars dann auch, ein paar Kilometer vom N\u00d6-Hauptstadtzentrum entfernt und so habe ich zwei der Weihnachtsb\u00fccher ausgelesen.<br \/>\nMit Eva Rossmanns Krimi  habe ich begonnen, denn die lese ich ja gerne zwischendurch, obwohl ich selber keine richtigen schreibe, wegen der Gewalt, die ich nicht wirklich will.<br \/>\nDa mir Alfred aber alle der zehn Rossmann-Krimis schenkte, abwechselnd zu Weihnachten oder als Geburtstagsgabe, konnte ich darauf schon eine Voraussage machen und ein bi\u00dfchen war mir der Inhalt auch  bekannt.<br \/>\nHabe ich mir die H\u00f6rprobe schon vor einiger Zeit angeh\u00f6rt und bei &#8220;Rund um die Burg&#8221; war ich bei der Lesung.<br \/>\nEs waren also ein paar vergn\u00fcgliche Badewannen- bzw. Nachtstunden und damit ich auch die Pointen verstehe, habe ich es zweimal gelesen und das Buch dann  Anna \u00fcbergeben.<br \/>\nDem kritischen Blick der Autorin ist das Handwerkszeug des Fragestellens aufgefallen.<br \/>\nEva Rossmann stellt viele Fagen, deutet einiges an und dann ist sie nicht wirklich gewaltsam, die Geschichte um den toten Russen, der sich mit seinem reichen Bruder verwechseln l\u00e4\u00dft und damit ein paar Leichtgl\u00e4ubige in den gesch\u00e4ftlichen Ruin treibt, so da\u00df sie ihn zu Tode qu\u00e4len.<br \/>\nGuter Wein und gutes Essen kommen auch wieder vor und dann ein paar Angstpointen, die der kritischen Leserin konstruiert erscheinen, aber wahrscheinlich w\u00fcrde ich mich auch f\u00fcrchten, wenn ich in Moskau einen Russenm\u00f6rder jage und der Wiener Polizeiskandal  ist auch ein Thema, das sich herrlich ben\u00fctzen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nAlso  spannend und leicht zu lesen, obwohl nicht wirklich viel passiert, aber ein toter Russe ist ohnehin zuviel des Guten und die Finanzkrise, in die wir inzwischen geschlittert sind, l\u00e4\u00dft sich ebenfalls schon sp\u00fcren.<br \/>\nMein Lieblings-Rossmann-Krimi ist &#8220;Freudsche Verbrechen&#8221;, das habe ich in Italien vor ein paar Jahren ein paar Mal gelesen und vorige Weinachten gab es das &#8220;Millionen Kochen&#8221; das mir auch ganz gut gefallen hat, obwohl nicht viel darin passiert und dann habe ich mir  &#8220;Boboville&#8221;, das Kultbuch der Andrea Maria Dusl vorgenommen, das ich fast f\u00fcr die Buchpr\u00e4mie vorgeschlagen h\u00e4tte und das schon deshalb interessant ist, da es, wie das Glavinic Buch, in meiner Wohngegend spielt.<br \/>\nIn beiden B\u00fcchern kommt die Buchhandlung Jeller vor und die Dusl bezieht den Glavinic auch in ihr Bobo-Gefl\u00fcster ein.<br \/>\nMan kann auf diese Art und Weise also einen Bestseller schreiben und es ist ja trotz der konkreten Details  ein Kunstbuch mit einer  sehr konstruierten Sprache, wo man nie genau wei\u00df, was ist jetzt echt und was daran erfunden?<br \/>\nSo werden all die Kult-Gesch\u00e4fte und das Schuberthaus beschrieben, die wir kennen, eine Kettenper\u00fcckengasse gibt es aber nicht und die Stadt in der Klaus N\u00fcchtern als Bachmann-Kritiker fungiert, hei\u00dft nat\u00fcrlich Klagenfurt.<br \/>\nIch schreibe weniger gl\u00e4nzend, obwohl sich meine Themen nicht besonders unterscheiden oder doch nat\u00fcrlich.<br \/>\nSpringen mich ja eher die Konsumverweigerer und die sozialen Randfiguren, als die  schnuckeligen Kulturkitiker und  die makellosen Radiomoderatoren an.<br \/>\nEs waren also ein paar vergn\u00fcgliche Lesetage, die ich am Land vebrachte.<br \/>\nJetzt bin ich f\u00fcr einen Tag nach Wien gekommen, habe mir meine Lieblingsblogs mit den Weihnachtserlebnissen der anderen angesehen und werde, wenn ich abgerechnet habe, f\u00fcr eine Woche wieder auf dem Land verschwinden, um mich im neuen Jahr zur\u00fcckzumelden. Dann gibts das Literaturgefl\u00fcster schon ein halbes Jahr, was Grund f\u00fcr eine Jubelmeldung ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder zur\u00fcck in Wien kann ich \u00fcber meine Weihnachtsgeschenke schreiben. 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