{"id":68459,"date":"2019-02-07T00:25:30","date_gmt":"2019-02-06T23:25:30","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=68459"},"modified":"2019-02-07T00:25:30","modified_gmt":"2019-02-06T23:25:30","slug":"november-1918","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=68459","title":{"rendered":"November  1918"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem November 1918, wo die \u00f6sterreichische Republik gegr\u00fcndet wurde, habe ich mich ja im Vorjahr intensiv besch\u00e4ftigt, bin in die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/10\/15\/die-geburt-der-ersten-rebublik-im-historischen-krimi\/\">Parlamentsbibliothek<\/a> gegangen und habe mir da zwei historische Krimis angeh\u00f6rt und in die Arena Bar zum <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/04\/vor-hundert-jahren\/\">&#8220;3. November 1918&#8221;<\/a> dem Theaterst\u00fcck von Franz Theodor Csokor und im<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/14\/revolutionsworkshop-mit-antiquariatsbesuch\/\"> &#8220;Doml&#8221;<\/a> haben wir uns in diesem Semester ja auch mit dem November 1918 allerdings von Alexander D\u00f6blin und Alexej Tolstoi geschrieben, besch\u00e4ftigt, w\u00e4hrend es in dem von Alexander Weiss herausgegebenen &#8220;Tarantl-Band&#8221; um den &#8220;November in der \u00f6sterreichischen Literatur&#8221; geht und die ist ja sehr interessant und mir Gerald Grassl das Buch auch freundlicherweise schickte, kann ich mich durch die Gedichte, Prosatexte und Fotografien w\u00fchlen und oh \u00dcberraschung eines vom Alfred aus dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/23\/nachruf-auf-rolf-schwendter\/\">&#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221;<\/a> ist dabei und im Vorwort steht, da\u00df das Buch keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit hat, sondern &#8220;blo\u00df ein Lesebuch, das die LeserInnen zur eigenen Lekt\u00fcre&#8221; veranla\u00dfen soll&#8221;, sein will.<\/p>\n<p>Dazu werde ich 2019 ob meiner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/02\/eine-elendslange-buecherliste\/\">elendlangen Leseliste<\/a>, wo ich schon fr\u00fch sein werde, wenn es\u00a0 mir gelingen sollte, Gerhard Loibelsberger &#8220;Sch\u00f6nbrunner Finale&#8221;, das der Alfred in der Krimibuchhandlung der Lisa kaufte, zu lesen, nicht kommen. Also mich durch das Buch gelesen und in die Literatur, um den November 1918 wenigstens ein bi\u00dfchen hineingetaucht.<\/p>\n<p>Es beginnt mit einem Foto und einem Zitat von Karl Kraus &#8220;\u00d6sterreich ist das einzige Land, das durch Erfahrung d\u00fcmmer wird&#8221; und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/12\/die-letzten-tage-der-menschheit\/\">&#8220;Die letzten Tage der Menschheit&#8221;<\/a> dienen wohl auch als Vorbereitungsliteratur, um auf den November 1918 hinzuweisen und einem Gedicht von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/05\/13\/kritische-literaturtage-2\/#respond\">Heinz R. Unger,<\/a> der 2018 gestorben ist.<\/p>\n<p>Dann kommt das Vorwort und ein Gang durch die Geschichte des Herausgebers, von dem ich leider, wie auch bei den anderen Autoren keine biografischen Angaben finden konnte, was mein Kritikpunkt an die sicher sehr lobenswerte Zusammenstellung ist, denn Google wei\u00df auch nicht alles und einiges kann ich aus dem Gefl\u00fcster zitieren, vieles aber nicht.<\/p>\n<p>Der 1984 verstorbene Literaturhisotriker und Germanist Friedrich Achberger hat eine Zusammenfassung der Literatur und Politik &#8220;Zwischen 1918 und 1948&#8221; gegeben.<\/p>\n<p>Von dem schon erw\u00e4hnten Franz Theodor Csokor ist das Vorwort aus seinem Theaterst\u00fcck abgedruckt und dann f\u00fchrt uns ein Artikel aus der Wiener Zeitung in die \u00f6sterreichischen Milit\u00e4rakademien und deren Erw\u00e4hnung von zwei ber\u00fchmten halb oder ganz \u00f6sterreichischen Dichtern n\u00e4mlich Joseph Roths <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/25\/radetzkymarsch\/\">&#8220;Radetzkymarsch&#8221;<\/a> und Robert Musil &#8220;Z\u00f6gling T\u00f6rless&#8221; ein, wo wir wie auch im n\u00e4chsten Artikel, wo es um &#8220;Das Leben und Sterben des Gavrilo Princip geht, immer noch in der Republikvorbereitung n\u00e4mlich den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/08\/12\/zeit-der-grossen-worte-und-besuch-der-hartmannswillerkopfgedenkstatte\/\">ersten Weltkrieg<\/a> und seine Ingangsetzung geht.<\/p>\n<p>Es gibt dann noch zwei Textausz\u00fcge zum Fall Princip, einer ist aus einer unver\u00f6ffentlichten Erz\u00e4hlung von Lev Detela, der die Zeitschrift <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/rezension.literaturgefluestertextebuch.ld.html\">&#8220;Log&#8221;<\/a> herausgab, zu der ich fr\u00fcher auch immer meine Texte hinschickte, der Zweite aus dem Roman &#8220;Die Sch\u00fc\u00dfe von Sarajewo&#8221; des 2005 verstorbenen Milo Dor.<\/p>\n<p>Biografien sind, wie schon erw\u00e4hnt, leider keine vorhanden, daf\u00fcr aber \u00f6fter ein Bild der Autoren mit den Lebensdaten.<\/p>\n<p>Alfred Polgar hat eine Satire zu den Musterungspraxen, wo auch die Skelette f\u00fcr tauglich erkl\u00e4rt wurden geschrieben, dann gibt es\u00a0 das wahrscheinlich so\u00e4ter entstandene ber\u00fchmte Gedicht &#8220;Legende vom toten Soldaten&#8221; von Bertold Brecht und im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/15\/die-abenteuer-des-braven-sodaten-schwejk\/\">&#8220;Braven Soldaten Schwejk&#8221;<\/a> gibt es ja auch ein Kapitel \u00fcber die Musterungen. Der wird in dem Buch nur mit einem Bild erw\u00e4hnt, wie er brav in Polen auf einer Bank sitzt. Einen Text von Jaroslav Hasek, nicht viel weniger satirisch &#8220;Die Schicksale des Herrn Hurt&#8221; gibt es in dem Buch aber auch und dann theoretische Texte, wie beispielsweise \u00fcber den &#8220;Prozess des Dr. Friedlich Adler&#8221;, der ja am 21. Oktober 1916 im Wiener Hotel &#8220;Meissl &amp; Schan&#8221; den Ministerpr\u00e4sidenten St\u00fcrgkg erschossen hat, von John Zimmermann und Artikel\u00a0 des 2018 verstorbenen Hans Hautmann, einem, wie ich &#8220;Wikipedia&#8221; entnehme&#8221; \u00f6sterreichischen Zeithistoriker, der sehr interessant \u00fcber die Streiks, die es im ersten Weltkrieg gegeben hat, sowie \u00fcber die Auswirkungen der &#8220;Oktoberrevolution auf \u00d6sterreich&#8221; berichtet hat. Da gibt es, noch interessanter, ein Plakat zu sehen, auf dem &#8220;Denkt an die Arbeitslosen k\u00e4mpft f\u00fcr den 8 Stundentag&#8221; steht. Den w\u00fcrde ich sagen, w\u00fcnscht man sich heute <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/10\/04\/es-ist-wieder-donnerstag\/\">wahrscheinlich zur\u00fcck<\/a> und Kriegsgesdichte von Ernst Waldinger, der 1896 in Neulerchenfeld geboren wurde und 1970 in New York gestorben ist, weshalb ihm auch bei\u00a0 einem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/10\/osterspaziergang-in-neulerchenfeld\/\">Ostersapziergang<\/a> des ersten Wiener Lesetheaters gedacht wurde, gibt es auch.<\/p>\n<p>Es folgen ein paar Texte zum Matrosenaufstand von Cattaro der im Februar 1918 stattgefunden hat,\u00a0 Hugo Huppert, Bruno Frei, Eva Priester und Franz Xaver Fleischhacker haben dar\u00fcber geschrieben und wieder\u00a0 von Hans Hautmann, dein Artikel von\u00a0 Hans Hautmann, der sich mit den &#8220;Staatsverbrechen&#8221;, also, wie man mit den Deserteuren, Spionen, etcetera umgegangen ist.<\/p>\n<p>Texte von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/12\/drei-geschichten-zur-geschichte\/\">Franz Kain<\/a>, Hugo von Hoffmannsthal etcetera folgen und dann gibt es wieder einen Auszug aus einem Pittler Krimi und zwar nicht aus <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/23\/chuzpe\/\">&#8220;Chuzpe&#8221;<\/a> aus dem er ja in der Paralmentsbibliothek gelesen hat, sondern aus dem 2017 erschienenen &#8220;Wiener Kreuzweg&#8221; wo es um den Arbeiterrat, der die Ottakringer Brauerei besetzte und den dortigen Besitzer Baron Glickstein umbringen wollten, geht.<\/p>\n<p>Dann gibts einen ausf\u00fchrlichen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/20\/zweimal-karl-kraus\/\">Karl Kraus<\/a> Teil, mit Ausz\u00fcgen aus den &#8220;Letzten Tagen&#8221; und einen Artikel \u00fcber die &#8220;Schuldfrage&#8221;, der Lyriker <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/09\/theodor-kramer-preis-an-renate-welsh-und-nahid-bagheri-goldschmied\/\">Theodor Kramer<\/a> hat in den Drei\u00dfigerjahren einige Gedichte \u00fcber den den Krieg und die &#8220;Heimgekehrten&#8221; geschrieben und wir kommen allm\u00e4hlich in den November und k\u00f6nnen die Monarchie hinter uns lassen, denn der Kaiser dankt ab und verl\u00e4\u00dft Sch\u00f6nbrunn, w\u00e4hrend der rasende <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/06\/04\/entdeckungen-in-mexiko\/\">Reporter<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/13\/aus-dem-cafe-groessenwahn\/\">Egon<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/12\/china-geheim\/\"> Erwin<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/28\/marktplatz-der-sensationen\/\">Kisch<\/a> die &#8220;Rote Garde&#8221; gr\u00fcndet und mit der die &#8220;Neue freie Presse&#8221; st\u00fcrmen will, wo sein Bruder offenbar Redakteur war, der ihn dann mit dem Hinweis, das der Mama zu sagen, mit seiner Truppe vertrieb.<\/p>\n<p>Ob das wirklich so stimmte, kann vielleicht bezweifelt werden, Friedrich Torberg, hat es aber in seiner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/26\/die-tante-jolesch\/\">&#8220;Tante Jolesch&#8221;<\/a> so beschrieben und dem Volk ging es schlecht in den Novembertagen. Es gab viel Elend und Hunger, aber auch Aufbruchmomente, so kam Theodor K\u00f6rner, der sp\u00e4tere Bundespr\u00e4sident zurck, die Republik hat sich gegr\u00fcndet und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/31\/joseph-roth-und-der-film\/\">Joseph Roth<\/a>,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/29\/franz-werfel-stipendium-und-schmidt-dengler-lesung\/\"> Franz<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/27\/franz-werfel\/\"> Werfel<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/12\/vom-rausch-des-schreibens-zum-musil-archivgespraech\/\">Robert Musil<\/a>, Elias Canetti, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/19\/stefan-zweig-forschung\/\">Stefan Zweig<\/a>, und auch andere, haben dar\u00fcber geschrieben.<\/p>\n<p>Joseph Roths Reportagen \u00fcber das damalige Wien, der sich manchmal auch Josephus nannte, sind ganz besonders interessant und eindrucksvoll, die \u00fcber die &#8220;Wiener Schaffnerinnen&#8221;, die nachdem die M\u00e4nner zur\u00fcckgekehrt waren, ihre Dienstkappeln und Taschen wieder abgeeben und zur\u00fcck zu Kinder, K\u00fcche und Herd gehen mu\u00dften.<\/p>\n<p>Eine Chronik der KP\u00d6, die sich ja auch im November 1918 gegr\u00fcndet hat, gibt es in dem Buch, \u00a0aber auch modernere Texte, beispielsweise ein Auszug aus den &#8220;Lebenslinien&#8221; von<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/09\/buch-quartier-und-ruths-abschiedparty\/\"> K\u00e4the Kratz<\/a>, die ich ja im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/08\/zum-frauentag-in-die-wien-bibliothek\/\">Kreis der Ruth<\/a> \u00f6fter treffe.<\/p>\n<p>Es gibt einen Artikel und Plakate \u00fcber das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/04\/hundert-jahre-frauenwahlrecht\/\">Frauenwahlrecht<\/a>, das ja auch im November 1918 eingef\u00fchrt wurden und einen aktuellen von\u00a0 Martina Madner, die in der &#8220;wiener Zeitung im Dezember 2917 schrieb &#8220;Warum Frauen 2018 nicht nur feiern&#8221; werden und ganz zum Schlu\u00df kommen wir zu dem 1913 verstorbenen Rolf Schwendter, der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/02\/zum-volksstimmefest\/\">2012 auf dem Volksstimmefest zum Thema &#8220;Aus dem Bilanzbuch des zwanzigsten jahrhunderts&#8221;<\/a> eines seiner ber\u00fchmten Langgedichte geschrieben hat, in dem es auch um 1918 geht.<\/p>\n<p>Da ist dann das abgebildete Bild aus dem &#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221; beziehungsweise aus der &#8220;Anthologie&#8221;, wo der Alfred auch immer Fotos beisteuert und\u00a0 habe mich durch ein sehr interessantes Buch gebl\u00e4ttert, das ich allen zeithistorisch Interessierten nur empfehlen kann und ihm einen hohen Verbreitungsgrad w\u00fcnsche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem November 1918, wo die \u00f6sterreichische Republik gegr\u00fcndet wurde, habe ich mich ja im Vorjahr intensiv besch\u00e4ftigt, bin in die Parlamentsbibliothek gegangen und habe mir da zwei historische Krimis angeh\u00f6rt und in die Arena Bar zum &#8220;3. 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