{"id":692,"date":"2009-01-08T00:21:05","date_gmt":"2009-01-07T23:21:05","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=692"},"modified":"2009-01-08T00:21:05","modified_gmt":"2009-01-07T23:21:05","slug":"kleines-fest-des-lesens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=692","title":{"rendered":"Kleines Fest des Lesens"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem meine Diagnostik-Klientin nicht gekommen ist und auch die neunzehn Uhr Stunde ausgefallen ist, bin ich doch in die alte Schmiede gekommen.<br \/>\nVorher war ich noch in Sachen Neujahrsvors\u00e4tze aktiv  und habe mir das Widerspruchsformular bez\u00fcglich Organentnahmen ausgedruckt und mich auch wegen einer Patientenverf\u00fcgung erkundigt.<br \/>\nDas habe ich schon lange vor mir hergeschoben und so bin ich mit gutem Gewissen in die alte Schmiede aufgebrochen, in der vier unterschiedliche Erz\u00e4hlweisen pr\u00e4sentiert wurden.<br \/>\nWalter Wippersbergs &#8220;Eine R\u00fcckkehr wider Willen&#8221; hab ich zwar vers\u00e4umt, aber  Barbara Neuwirth hat gerade \u00fcber ihre Erz\u00e4hlung &#8220;Das steinerne Schiff&#8221; gesprochen, die bei meiner Neuerscheinungsrecherche im November irgendwie an  mir  vorbeigegangen ist und sie erz\u00e4hlte von ihren Bem\u00fchungen, sich die Sprache Keplers anzueignenen,  von Donauweibchen  und Thayaspr\u00fcngen, beziehungsweisen anderen Erlebnissen eines phanatsiebegabten kleinen M\u00e4dchens. Dann mu\u00dften wir ins Schmiedemuseum hin\u00fcbergehen, weil dort Stephan Alfare gelesen hat, der von Helene Hofmann eingeleitet wurde.<br \/>\nWas mich ein wenig wunderte, h\u00e4tte ich doch gedacht, er w\u00e4re ihr zu realistisch, sie hat es aber gut gemacht, wenn ihr der Autor auch immer wieder widersprochen und die Pointen aus dem Mund gezogen hat.<br \/>\nHelene Hofmann kenne ich  aus der Zeit, als ich meine Texte an die Salzburger Literaturzeitschrift &#8220;Leselampe&#8221; schickte, sp\u00e4ter ist sie  nach Wien gezogen, seither treffe ich sie immer wieder bei Veranstaltungen und bei einem Lesezirkel in der Hauptb\u00fccherei habe ich den Eindruck gewonnen, sie h\u00e4tte einen elit\u00e4ren Literaturgeschmack.<br \/>\nStephan Alfare schreibt aber sehr realistisch und ist mir aufgefallen, als er sechs oder acht Gedichte ohne weitere biografische Angaben f\u00fcr das Nachwuchsstipendium einreichte, die mir sehr gefallen haben, leider war mir der Name so unbekannt, da\u00df ich mich nicht traute, ihn vorzuschlagen.<br \/>\nEr hat aber bald begonnen bei Selene zu ver\u00f6ffentlichen, bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gelesen und jetzt seinen zweiten Roman bei Luftschacht herausgebracht.<br \/>\nVon Alfred bekomme ich gelegentlich seine B\u00fccher zu Weihnachten, so z.B. &#8220;Meilengewinner&#8221;, aber auch &#8220;Das Begr\u00e4bnis&#8221; und &#8220;So wie ich dich anstarre, sehe ich auch aus&#8221;, die ich bis auf das letzte auch gelesen habe und wo ich immer  sehr beeindruckt vom starken Tonfall des geb\u00fcrtigen Vorarlbergers und fr\u00fcheren Totengr\u00e4bers war.<br \/>\nEs war also interessant, wenn auch wenig Publikum, danach ging es wieder in den Hauptraum zur Lesung des ehemaligen Selene-Chefs Alfred Goubran, der jetzt bei Kitab eine Novelle mit dem Namen &#8220;Tor&#8221; herausgebracht hat, beeindruckende Kindheitserinnerungen des 1964 geborenen Autors, der erkl\u00e4rte, es mache ihm gar nichts, als altmodisch bezeichnet zu werden, denn wer bitte will schon ein moderner Autor sein, selbst wenn die Auflagenzahlen stimmen.<br \/>\nUm neun gab es noch weniger Publikum und so h\u00f6rte ich Kurt Neumann sagen, die Idee, vier Texte vorzustellen ist schon gut, nur leider h\u00e4lt das Publikum soviel nicht aus.<br \/>\nDie Schauspielerin Andrea Eckert ist aber gekommen und sa\u00df neben mir in der dritten Reihe, so da\u00df ich ihren schwarzen Rock, der rot bestickt war und handbemalte Aufschriften trug, bewundern konnte.<br \/>\nUnd die Geschichte von dem Kind, das bei der Nachbarin Blumen stiehlt und dessen Eltern in Sprachlosigkeit versinken, weil die kleine Schwester w\u00e4hrend eines Umzugs \u00fcberfahren wird, weil der Bruder das Tor nicht oder schon geschlossen hat, ist ja psychologisch interessant und das beschriebene Haus hat mich an den Almweg erinnert und da ist meine Schwester ja auch von einem M\u00fcllwagen \u00fcberfahren worden, was meine Mutter  ebenfalls erstarren lie\u00df, auch wenn wir da schon erwachsen waren.<br \/>\nDanach ging es zur\u00fcck in den Zeitschriftenraum, es sollte Br\u00f6tchen geben, aber die sahen schon ein bi\u00dfchen vertrocknet aus.<br \/>\nBarbara Neuwirth hat sich noch einmal bei mir bedankt und wenn heute abend der B\u00fcchner Preistr\u00e4ger Josef Winkler liest, wird es in der alten Schmiede sicherlich voller sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem meine Diagnostik-Klientin nicht gekommen ist und auch die neunzehn Uhr Stunde ausgefallen ist, bin ich doch in die alte Schmiede gekommen. 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