{"id":6940,"date":"2011-05-12T00:18:10","date_gmt":"2011-05-11T22:18:10","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=6940"},"modified":"2011-05-12T00:18:10","modified_gmt":"2011-05-11T22:18:10","slug":"judische-literatur-aus-polen-tschechien-und-ungarn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6940","title":{"rendered":"J\u00fcdische Literatur aus Polen, Tschechien und Ungarn"},"content":{"rendered":"<p>Literature Night in der Hauptb\u00fccherei, das war zwar wieder \u00fcbertrieben, war die Nacht doch vor neun schon aus und der Essay von Imre Kertez &#8220;Die Panne &#8211; Der Holocaust als Kultur&#8221;, der im Programm angek\u00fcndigt war, wurde aus Zeit oder Konzentrationsgr\u00fcnden auch noch eingespart, die Literature Night ist aber eine Initiative des tschechischen Zentrums in Kooperation mit dem polnischen Instituts und dem Collegium Hungaricum  im Rahmen des heuer zum f\u00fcnften Mal stattfindenden in Prag inititierten internationalen Eunic Projekts und wurde unter dem Titel &#8220;Von der Unm\u00f6glichkeit nicht zu schreiben&#8221; veranstaltet.<br \/>\nDas ist offenbar eine Reflexion Franz Kafkas und steht so im Programm, ansonsten h\u00e4tte ich den Titel nicht verstanden und die j\u00fcdische Literatur von Jiri Langer, Imre Kertez und Andrezej Barth wurde von ihren \u00dcbersetzern pr\u00e4sentiert.<br \/>\nModeriert hat die Veranstaltung  Gabriele Kohlbauer-Fritz vom j\u00fcdischen Museum, das offenbar eine Kooperation mit der Hauptb\u00fccherei getroffen hat, ich sa\u00df in der zweiten Reihe neben der Autogrammj\u00e4gerin, die ich manchmal bei Veranstaltungen sehe, eine kleine \u00e4ltere Frau, die zwischendurch in der Zeitung &#8220;\u00d6sterreich&#8221; gelesen hat, aber immer sehr engagiert herumgeht und versucht Unterschriften von allen Lesenden einzusammeln, versehentlich hat sie auch den Leiter der Hauptb\u00fccherei erwischt und hat sich auch die Bilder der \u00dcbersetzer aus dem Internet ausgedruckt, so da\u00df sie sich die Unterschriften inzwischen auf Autogrammkarten geben l\u00e4\u00dft.<br \/>\nThematisch hat das Programm der kurzen langen Nacht sehr gut zusammengepasst, begann es doch mit dem 1894 geborenen Jiri Langer, der als junger Mann Prag in Richtung Stettel verlassen hat und das Buch &#8220;Neun Tore &#8211; Geheimnisse des Chassidim&#8221; dar\u00fcber geschrieben hat, das 2011 bei Arco neu herauskam oder kommt. Die \u00dcbersetzerin  eine junge Frau namens Kristina Kallert, hat ein paar St\u00fccke daraus gelesen und in der Diskussion sehr genau zu erkl\u00e4ren gewu\u00dft, worin sich ihre \u00dcbersetzung von der bereits bestehenden unterscheidet und wie weit sich Jiri Langer von den chassidischen Texten Martin Bubers abgrenzt. Er ist spitzb\u00fcbischer und ironischer erkl\u00e4rte sie und das war ihrer Lesung auch anzumerken, der vorige \u00dcbersetzer hat all das Unangepasste herausgestrichen. Ich kenne mich bei der chassidischen Literatur zwar nicht sehr aus und habe auch Martin Buber nicht gelesen, es schien mir aber zu Imre Kertez, dem Nobelpreistr\u00e4ger von 2002 und seinen Texten \u00fcber den von ihm erlebten Holocaust sehr gut zu passen und so habe ich sehr bedauert, da\u00df der Essay nicht gelesen wurde.<br \/>\nDen \u00dcbersetzer, Gy\u00f6rgy Buda, ein sehr ungarisch aussehender gro\u00dfer starker Mann mit kleinem B\u00e4rtchen, habe ich schon gesehen, er las ein St\u00fcckchen aus dem &#8220;Kaddish f\u00fcr ein nichtgeborenes Kind&#8221;.<br \/>\nAnsonsten habe ich &#8220;Schritt f\u00fcr Schritt&#8221; &#8211; das Drehbuch zum &#8220;Roman eines Schicksallosen&#8221; gelesen, das glaube ich, das zweite &#8220;Eine Stadt &#8211; ein Buch&#8221; war.<br \/>\nVom dritten Autor, bzw. Buch des 1951 geborenen Andrzej Barth &#8220;Die Fliegerf\u00e4ngerfabrik&#8221; habe ich schon etwas geh\u00f6rt, wurde es doch vor ein paar Wochen in Ex Libris vorgestellt.  Es wurde vom \u00dcbersetzer Albrecht Lempp gelesen und ist eine weitere sehr interessante Verarbeitung des Holocaust eines Vertreters der j\u00fcngeren Generation, die das ironischer als die, die es selbst erlebten, darstellen.<br \/>\nEs geht um das Ghetto von Lodz und um den Judenrat Chaim Rumkowski, dem vorgeworfen wurde, mit den Nazis kollaboriert zu haben. Andrzej Barth l\u00e4\u00dft den nun mit seiner Frau Regina und seinem Adopivsohn in der fiktiven Zeit 2006,  Chaim Rumkowski ist in Auschwitz umgekommen, in einem Salonwagen ins  Ghetto fahren, ein Journalist wurde von einem geheimnisvollen Besucher voher aufgefordert, dort dabei zu sein und es kommt zu einer Gerichtsverhandlung \u00fcber die Schuld des Vorsitzenden, Staatsanwalt, Verteidiger, Richter sind ebenfalls im Holocaust Umgekommene, bzw. der liebe Gott pers\u00f6nlich.<br \/>\nKlingt sehr interessant, obwohl es vom \u00dcbersetzer als schwer lesbares Buch beschrieben wurde und ich mich bei der Ex Libris Vorstellung nicht recht ausgekannt habe.  Es ist das erste in Deutsch \u00fcbersetzte Buch des Polen, der \u00dcbersetzer meinte aber, da\u00df der Verlag Sch\u00f6ffling mehr von ihm herausgeben wird und erz\u00e4hlte etwas von einem &#8220;Don Juan&#8221;, das ebenfalls sehr interessant sein soll. Mal sehen ob ich mal \u00fcber das eine oder das andere Buch stolpere, jetzt habe ich mir von der kurzen langen Nacht jedenfalls sehr viel mitgenommen und einige interessante Autoren kennengelernt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Literature Night in der Hauptb\u00fccherei, das war zwar wieder \u00fcbertrieben, war die Nacht doch vor neun schon aus und der Essay von Imre Kertez &#8220;Die Panne &#8211; Der Holocaust als Kultur&#8221;, der im Programm angek\u00fcndigt war, wurde aus Zeit oder &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6940\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-6940","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6940","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6940"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6940\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6940"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6940"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6940"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}