{"id":695,"date":"2009-01-10T10:13:03","date_gmt":"2009-01-10T09:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=695"},"modified":"2009-01-10T10:13:03","modified_gmt":"2009-01-10T09:13:03","slug":"romanarbeit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=695","title":{"rendered":"Ratlosigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt hab ich mir wieder ein Jahr Zeit genommen, den gro\u00dfen Roman zu schreiben und bin auch recht zuversichtlich von der Weihnachts-Winterfrische aus Harland bei St. P\u00f6lten zur\u00fcckgekommen.<br \/>\nHatte ich ja dort nicht nur mein im Sommer in der hohen Tatra begonnenes Rohkonzept erweitert, sondern Montag Abend auch den Prolog geschrieben und am Dienstag mit dem 1. Buch Klara 1907-1937 begonnen.<br \/>\nIn Wien hat mich das Mail der Christa Nebenf\u00fchr erwartet, in der sie mir ihre bei der Lesung zum 70. Geburtstag von Hilde Schm\u00f6lzer ge\u00e4u\u00dferte Meinung, da\u00df ich schlecht schreibe und sich das nie \u00e4ndern wird, etwas umschrieben aber genauso harsch erneuert hat und ich habe mir doch vorgenommen, diesmal drauf los zu schreiben und statt dem ohnehin in mir vorhandenen &#8220;ich kann es nicht&#8221; das Gegenteil zu denken und  habe das, trotz D\u00e4mpfer,  nat\u00fcrlich immer noch vor.<br \/>\nNur sitze ich im Augenblick mit den bis jetzt vorhandenen elfeinhalb Seiten fest, denn es ist ja nicht so einfach, drei\u00dfig Jahre eines Lebens zu beschreiben, obwohl Details und Charakterskizzen gesammelt sind.<br \/>\nAber, wie im Literaturgefl\u00fcster beschrieben, brauche ich eine Struktur und bin als Verhaltenstherapeutin auch gewohnt, eine solche vorzugeben und bei meinen bisherigen Romanen und Erz\u00e4hlungen hatte ich sie auch.<br \/>\nSo schreibe ich meist in Szenen, 1- 94 bei &#8220;Der Radiosonate&#8221; beispielsweise, und da war es auch das Jahr, an das ich mich gehalten habe, so da\u00df 166 Manuskriptseiten herausgekommen sind.<br \/>\nBei der &#8220;Schokolade&#8221; war es der Tag in viertelst\u00fcnlichen Einheiten in denen sich die handelnden Personen in loser Reihenfolge an den verschiedenen Orten begegnet sind. (Olga Flor hat, glaube ich, in ihrem &#8220;Kollateralschaden&#8221; etwas \u00c4hnliches gemacht).<br \/>\nJetzt will ich aber vier Generationen Frauen in hundert Jahren in drei B\u00fcchern mit einen Prolog und einem Epilog  beschreiben.<br \/>\nWie komme ich da beim ersten Buch zu sechzig bis achtzig Seiten, wenn ich mich auf die Monologform festgelegt habe?<br \/>\nDie alte Frau, von der man im Prolog erf\u00e4hrt, da\u00df sie gestorben ist, sitzt in ihrem Altersheim vor einer Schachtel Fotos, denkt \u00fcber ihr Leben nach und schildert gleichzeitig, wie es einer Primar\u00e4rztin geht, die selbst zur Patientin geworden ist.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, ob ich es auf diese Art und Weise schaffe.<br \/>\nMit einzelnen Szenen w\u00e4r es sicher leichter, geht aber, glaube ich, nicht. Vielleicht sollte ich mir die Jahre  in Kapitel mit \u00dcberschriften einteilen und  neu anfangen?<br \/>\nEin spannender Beginn also, der mich im Augenblick etwas ratlos  macht, was ich bei der gestrigen Frauenjause mit meinen Cousinen Irmi und Elisabeth auch ge\u00e4u\u00dfert habe.<br \/>\nIst Elisabeth ja von dem Geniebegriff ausgegangen, da\u00df man das Schreiben nicht lernen kann, sondern es in sich hat und entweder ber\u00fchrt oder nicht.<br \/>\nWas ja von der Leserseite aus gesehen auch stimmt.<br \/>\nWenn man aber vor einem dreiviertel Jahr im OWS Supervision gemacht und sich auf einem Campingplatz in der hohen Tatra das vier Frauen-Konzept mit der dazugeh\u00f6rigen Familiengeschichte ausgedacht hat, hat man trotzdem noch einen keinen fertigen Roman, der hoffentlich ber\u00fchrt, da braucht man dann die Handwerkstechnik, um nicht auf Seite zw\u00f6lf steckenzubleiben.<br \/>\nAber keine Angst, \u00fcber dieses Stadium bin ich schon hinaus.<br \/>\nSchlie\u00dflich schreibe ich \u00fcber sechsunddrei\u00dfig Jahre und habe schon  einiges gelernt, auch wenn Christa Nebenf\u00fchr das nicht glaubt und es die Schule f\u00fcr Dichtung, bzw. das  Leipziger Literaturinstitut damals  nicht gegeben hat.<br \/>\nIm Internet kann man sich heute sehr viel holen, was mir, wenn es das vor drei\u00dfig Jahren schon gegeben h\u00e4tte, geholfen h\u00e4tte, schneller dorthin zu kommen, wo ich heute bin.<br \/>\nIch glaube aber, auch im letzten Jahr sehr viel gelernt zu haben, seit ich das &#8220;Ein Roman in einem Jahr&#8221; Projekt des Autorenhausverlags und Jacqueline Nagels <a href=\"http:\/\/schriftsteller-werden.de\">schriftsteller-werden.de<\/a> verfolge und wenn ich nur draufkomme, da\u00df ich das schon selbst erarbeitet habe, ist das ja auch sehr sch\u00f6n.<br \/>\nIm Internet habe ich nach der Frauenjause noch einmal gesucht, was sich \u00fcber das Psychiatrische Krankenhaus, die Heil und Pflegeanstalt f\u00fcr Nerven- und Geistekranke, bzw. das Otto Wagner Pflegezentrum finden l\u00e4\u00dft und dorthin werde ich mich am Mittwoch auch begeben, um Studien vor Ort zu machen und dann bin ich gestern mit dem etwas ratlosen Gef\u00fchl nicht wirklich weiterzuwissen ins Bett gestiegen,  habe \u00d61 aufgedreht, um mir die Sendungen zum Gedenken an Gert Jonke vor dem Einschlafen anzuh\u00f6ren und von dem gro\u00dfen Sprachakrobaten Abschied zu nehmen, der den ersten Bachmannpreis gewonnen hat und zu Beginn meinen Schreibens, 1973 oder so, als alles um mich herum konkret und experimentell war, ich aber schon damals realistisch schreiben wollte, bin ich in eine Buchhandlung gegangen, um  anzusehen, was es so gibt und bin auf Gert Jonke gesto\u00dfen, der mich auch damals ratlos machte.<br \/>\nIch habe ihn auch sp\u00e4ter immer wieder gesehen, wenn ich beispielsweise, \u00fcber eine der Stiegen auf die Mariahilferstra\u00dfe hinaufgegangen bin und 2003 hat es im Literaturhaus eine Lesung gegen den Irak-Krieg gegegeben, wo die Lesenden alphabetisch aufgerufen wurden, da habe ich vor ihm gelesen und bei der Poet-Night hat er auch mitgemacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt hab ich mir wieder ein Jahr Zeit genommen, den gro\u00dfen Roman zu schreiben und bin auch recht zuversichtlich von der Weihnachts-Winterfrische aus Harland bei St. P\u00f6lten zur\u00fcckgekommen. 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