{"id":69594,"date":"2019-03-28T00:12:45","date_gmt":"2019-03-27T23:12:45","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=69594"},"modified":"2019-03-28T00:12:45","modified_gmt":"2019-03-27T23:12:45","slug":"no-more-bullshit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=69594","title":{"rendered":"No more Bullshit"},"content":{"rendered":"<p>Durch mein vorl\u00e4ufiges <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/03\/16\/veranstaltungslos\/\">Veranstaltungsstop<\/a> komme ich dazu meine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/03\/08\/zum-frauentag\/\">Frauentagsb\u00fccher<\/a> etwas z\u00fcgiger hinunter zu lesen und ich mu\u00df feststellen, eas lohnt sich, weil das zweite aus dem &#8220;K &amp; S&#8221; Verlag &#8220;No more Bullshit &#8211; Das Handbuch gegen sexistische Stammbuchweisheiten&#8221;, herausgegeben von dem Frauennetzwerk &#8220;Sorority&#8221;, hat es in sich und ist vor allem optisch mit seiner schwarz wei\u00dfen graphischen Gestaltungn und seinen fetzigen Illustrationen ein Lichtblick.<\/p>\n<p>Was den Inhalt betrifft, mu\u00df man es vielleicht ein wenig differenzierter sehen, denn ich komme ja aus der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/24\/vierzig-jahre-matura-vierzig-jahre-schreiben\/\"> Frauenbewegung der Siebzigerjahre<\/a> und kann jetzt hautnah miterleben, wie die Frauen, die die &#8220;AUF&#8221; gr\u00fcndeteten, sich mit ihren <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/08\/zum-frauentag-in-die-wien-bibliothek\/\">&#8220;Z\u00fcndenden Funken&#8221;<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/09\/18\/noch-farb-ich-meine-haare-rot\/\">langsam<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/09\/buch-quartier-und-ruths-abschiedparty\/\">von der B\u00fchne<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/28\/erinnerung-an-hilde-langthaler\/\">verabschieden<\/a>.<\/p>\n<p>J\u00fcngere sind nachgekommen. Sind sie oder<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/30\/frauenpower-beim-bachmannpreis\/\"> sind sie nicht<\/a>. Da bin ich mir gar nicht einmal so ganz sicher, denn die Zeiten in denen wir leben sind ja sehr neoliberal, rechtspopulistisch und von den prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen gepr\u00e4gt, wo man zwar viel k\u00f6nnen mu\u00df, aber\u00a0 trotzdem nur befristete Arbeitssvertr\u00e4ge bekommt und wenn ich mir so anschaue, was es gerade jetzt f\u00fcr ein Geschrei, um das Gendern und beispielsweise, die gegenderte Bundeshymne gibt, kann man nur den Kopf sch\u00fctteln,\u00a0 auch wenn man den Rechten so zuh\u00f6rt, die ihren &#8220;Frauen und M\u00e4dels&#8221; ja besch\u00fctzen wollen und dabei recht reaktion\u00e4re Vorstellungen zu haben scheinen.<\/p>\n<p>&#8220;Frauen wollen ja gar nicht in F\u00fchrungspositionen&#8221;, &#8220;Qualit\u00e4t statt Quote&#8221; &#8220;Verstehst du keinen Spa\u00df?<\/p>\n<p>&#8220;Verschl\u00e4gt es Ihnen angesichts solcher Spr\u00fcche manchmal die Sprache? Schluss damit! &#8220;No more Bullshit!&#8221;, fordert die Sorority und gibt allen, die auf absurde, sexistische Stammtischweisheiten mit mehr antworten wollen als einem Augenrollen nun ein Buch in die Hand, das einl\u00e4dt &#8211; zum Aufschlagen &#8211; Nachschlagen und Zur\u00fcckschlagen&#8221;, steht am Buchr\u00fccken und in diesem Sinn geht es\u00a0 durch das hundertf\u00fcnfundsechzig Seiten Buch, an dem auch m\u00e4nnliche Autoren, wie beispielsweise Romeo Bissuti von der M\u00e4nnerberatungsstelle, den ich von psychologischen Fortbildungen kenne, mitgearbeitet haben und das in zwei Teile aufgegliedert ist.<\/p>\n<p>Im ersten Teil geht es um &#8220;Bullshit&#8221; entlarven. Ihn also aufdecken und erkennen und im zweiten, um das Entkr\u00e4ften und da werden f\u00fcnfzehn Weisheiten auseinander genommen, von denen ich bei einigen mit den Anglizismen schon meine\u00a0 Schwierigkeiten hatte, denn, was bitte ist ein &#8220;Pay Gap?&#8221;<\/p>\n<p>Ach ja, da geht es immer noch darum, da\u00df die Frauen, obwohl sie jetzt\u00a0 <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/04\/hundert-jahre-frauenwahlrecht\/\">schon hundert Jahre w\u00e4hlen d\u00fcrfen<\/a> und statistisch\u00a0 gebildeteter als die M\u00e4nner sind, immer noch weniger, als letztere verdienen.<\/p>\n<p>Dann geht es um die Ausrede, das man keine Frau f\u00fcr das Podium, die Stelle, etcetera, gefunden hat und gegen die &#8220;Quote&#8221; wird ja \u00fcberhaupt von m\u00e4nnlicher und rechter Seite derzeit sehr angek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>&#8220;Qulit\u00e4t statt Quote!&#8221;, hei\u00dft es da oft mehr als scheinheilig und jetzt h\u00e4tte ich fast auf die &#8220;Rabenm\u00fctter&#8221; vergessen und interessant ist in dem Kapitel,\u00a0 da\u00df da geschrieben wird, da\u00df es diesen Ausdruck nur im Deutschen gibt.<\/p>\n<p>Ein Vater, der den ganzen Tag arbeitet, um seine Familie zu ern\u00e4hren und seine Kinder deshalb nur schlafend oder am Sonntag sieht, ist kein solcher. Die berufst\u00e4tige Mutter aber schon, obwohl man das auch differenhzierteer sehen kann und ich eigentlich noch immer an die entwicklungspsychologischen Regeln glaube, die ich in meinem Studium gelernt habe, da\u00df man die Kinder nicht vor drei Jahren in den Kindergarten geben sol..<\/p>\n<p>&#8220;Ich bin f\u00fcr Humanismus nicht Feminismus&#8221;, hei\u00dft das Kapitel das die Soziologin Laura Wiesb\u00f6ck geschrieben hat, von der ich das erste Frauentagsbuch gelesen habe und das ist ein Argument, das man in rechten Kreisen sehr oft h\u00f6rt und die ja sehr gegen jede Quote sind.<\/p>\n<p>&#8220;Ich f\u00fchl mich nicht unterdr\u00fcckt!&#8221;, japsen dann vielleicht manche Frauen zwischen ihre befristeten Dienstvertr\u00e4gen und den M\u00e4nnenr, die ihnen, ja eh, bei der Hausarbeit helfen, sich ihn aber nicht mit ihr teilen und &#8220;Sei nicht so sensibel!&#8221;, h\u00f6rt man auch oft von M\u00e4nnern, wenn sich Frauen \u00fcber etwas beschweren.<\/p>\n<p>Da sind wir bei den Klischees oder den &#8220;Buben die nicht weinen und den M\u00e4dchen, die nicht pfeifen d\u00fcrfen!&#8221; und da waren wir schon in den fr\u00fchen Neunzehnachtzigerjahren, als <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/06\/johanna-dohnal-platz-und-lange-nacht-fur-wsd\/\">Johanna Dohnal<\/a> mit dem &#8220;Jugend und Volk- Verlag&#8221;, zu einem nicht rollenspezifischen Frauenbuch aufgerufen hat, wo ich mit meinen &#8220;G\u00fcler will kein Kopftuch mehr&#8221;, gewonnen und sp\u00e4ter einen Teil des \u00f6sterreichischen &#8220;Kinderbuch-Preises&#8221; bekommen habe.<\/p>\n<p>Die Frau sind\u00a0 gef\u00fchlsbetonter und wollen mehr reden, w\u00e4hrend man den M\u00e4nnern, das vielleicht noch immer\u00a0 austreibt und ein &#8220;Indianer weint nicht!&#8221;, sagt.<\/p>\n<p>Aber nein, das darf man in den sprachkorrekten Zeiten wahrscheinlich nicht mehr sagen und dann bleiben, die starken schwachen Helden \u00fcber, betrinken sich oder bringen sich viel \u00f6fter um, als ihre angeblich so sensiblen Frauen, die inzwischen neben Beruf und Kindern, den Haushalt schupfen.<\/p>\n<p>&#8220;Da w\u00e4ren wir schon bei dem &#8220;Sei nicht so hysterisch&#8221; und haben das &#8220;Alle T\u00fcren stehen euch doch eh offen, aber ihr wollt doch gar keine F\u00fchrungaspositionen&#8221; \u00fcbersprungen, obwohl das sicher ein noch lange nicht erledigtes Thema ist.<\/p>\n<p>&#8220;Feminsmus ist mir zu extrem!&#8221;, sagen manche Frauen, und ich wundere mich, ganz ehrlich immer, wenn mir eine Frau &#8220;Ich bin Arzt!&#8221;, erkl\u00e4rt und mich dann erstaunt anguckt, wenn ich &#8220;Nein, sind Sie nicht!&#8221;, antworte und auf meine Erkl\u00e4rung vielleicht noch kontert &#8220;Ach h\u00f6ren Sie doch zu gendern auf!&#8221;<br \/>\nIch bin jedenfalls eine Frau und eine Psychologin. Gegen das &#8220;Frau Doktor!&#8221;, habe ich nichts einzuwenden und ich schreibe auch manchmal &#8220;man&#8221;, wenn es mir im Text passend erscheint.<\/p>\n<p>Sage auch gern &#8220;Gutmenschin&#8221;, denn das halte ich, jawohl immer noch f\u00fcr kein Schimpfwort, sondern f\u00fcr etwas, was eigentlich sehr sehr wichtig ist aber da w\u00e4ren wir\u00a0 schon beim n\u00e4chsten Thema, obwohl gegen Ausgrenzung, Rassismus und Diskrimierung geht es in diesem Buch auch und ich bin froh \u00fcber die &#8220;K&amp; S &#8211; Frauenreihe&#8221;, da wir ja in Zeiten leben, wo gegenw\u00e4rtig\u00a0 viel passiert, was nicht sch\u00f6n ist und von beiden Seiten Kr\u00e4nkungen und Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse vorhanden sind, die das miteinander reden, was ich f\u00fcr sehr wichtig halte, oft verhindern.<\/p>\n<p>Aber das denke ich, mu\u00df und soll sein, so da\u00df es gut ist, mit den M\u00e4nnern und den Frauen, die nicht gendern und keine Quote wollen, zu reden und nat\u00fcrlich ist es auch wichtig, die Frauen selbst bestimmen zu lassen, was sie anziehen wollen und wenn das ein Kopftuch ist, dann denke ich, da\u00df kein\u00a0 kein Politiker und auch keine Feminstin etwas dagegen haben darf, was allerdings auch umgekehrt gilt, da\u00df man niemanden dazu zwingen darf und deshalb sind B\u00fccher, wie dieses, in den Zeiten, in denen wir leben sehr sehr wichtig und ich bin froh, da\u00df ich es w\u00e4hrend meines letzten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/03\/11\/a-bgestuerzt\/\">Ambulanzbesuchs<\/a> fast ausgelesen habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch mein vorl\u00e4ufiges Veranstaltungsstop komme ich dazu meine Frauentagsb\u00fccher etwas z\u00fcgiger hinunter zu lesen und ich mu\u00df feststellen, eas lohnt sich, weil das zweite aus dem &#8220;K &amp; S&#8221; Verlag &#8220;No more Bullshit &#8211; Das Handbuch gegen sexistische Stammbuchweisheiten&#8221;, herausgegeben &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=69594\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1986,2145,2295,3042,5439],"class_list":["post-69594","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-feminismus","tag-frauentag","tag-gendern","tag-ks","tag-sorority"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69594","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=69594"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69594\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=69594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=69594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=69594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}