{"id":7017,"date":"2011-05-18T21:02:36","date_gmt":"2011-05-18T19:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7017"},"modified":"2011-05-18T21:02:36","modified_gmt":"2011-05-18T19:02:36","slug":"das-leben-der-wunsche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7017","title":{"rendered":"Das Leben der W\u00fcnsche"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Das Leben der W\u00fcnsche&#8221; Thomas Glavinics 2009 erschienener siebenter Roman, ist, w\u00fcrde ich mal sagen, ebenso leicht und flott dahin geschrieben, wie man meinen Texten manchmal unterstellt. Er ist  aber 2009 auf der dBP-Liste gestanden und war ein Beststeller, die Geschichte jenes Jonas, den die &#8220;Arbeit der Nacht&#8221;-Leser schon als Protagonisten kennen, des Mittdrei\u00dfigers, der als Werbetexter arbeitet, ein Frau, eine Geliebte, eine Ex-Geliebte und zwei Kinder hat, die er vom Kindergarten abholt und sich von ihnen terrorisieren l\u00e4\u00dft und der eines Tages von einem Mann im Park angeboten bekommt, da\u00df er ihm alle W\u00fcnsche erf\u00fcllen will.<br \/>\n&#8220;Wow!&#8221;<br \/>\n Ein Mann, wie Jonas f\u00e4llt auf sowas nicht herein und bl\u00f6delt dementsprechend herum &#8220;Ich k\u00f6nnte mir w\u00fcnschen, mein Verh\u00e4ltnis zu Menschen richtig zu verstehen, Gr\u00f6\u00dfe, Dramatik, Besonderheit, ein anderer zu werden, einen sinnvollen Tod, u u u.&#8221;<br \/>\n Sie einigen sich dann darauf, da\u00df sich Jonas W\u00fcnsche alle fortan erf\u00fcllen, der Mann im wei\u00dfen Anzug, r\u00e4t noch die Sache ernster zu nehmen und verschwindet. Jonas bleibt noch etwas im Park, um zu fotografieren, was sein Hobby zu sein scheint, fertigt er doch schon seit Jahren jeden Tag ein Foto von sich an, dann geht er heim zu Frau und Kindern und beginnt sein joung urban Leben weiterzuleben, was nicht so einfach ist, will er sich doch von seiner Frau Helen nicht trennen und ist dennoch unsterblich in Marie verliebt, die Stewardesse, die Sohn und Mann und nur wenig Zeit f\u00fcr ihn hat und eine Ex-Geliebte mit Leberkrebs hat er auch und sein kleiner Sohn leidet an Wachstumsst\u00f6rungen.<br \/>\nWas Jonas sich fortan w\u00fcnscht, geht aus dem Buch nicht so  richtig hervor, nur da\u00df der kleine Sohn pl\u00f6tzlich anf\u00e4ngt zu wachsen, sowie Jonas Bankkonto, dann passieren auch Ungl\u00fccksf\u00e4lle, wie ein Gondelabsturz, ein Tankstellen\u00fcberfall u u u<br \/>\nSachen, die auch wir Nichtw\u00fcnscher kennen und t\u00e4glich erleben. Jonas hetzt also vom Kindergarten zu seinem Arbeitsplatz, versucht zwischendurch Marie zu treffen, bzw. einen Babysitter zu engagieren, da sich Helen ein paar Tage auf Wellnessurlaub befindet. Das erweist sich als schwierig, Helen kommt wieder zur\u00fcck und Jonas findet sie tot in der Badewanne. Hat er sich das gew\u00fcnscht? Naheliegend, ist aber dem Text nicht wirklich zu entnehmen, dagegen findet Jonas beim Begr\u00e4bnis heraus, da\u00df nicht nur er Helen, sondern auch sie ihn mit einem Kim betrogen hatte, \u00fcberfl\u00fc\u00dfig zu erw\u00e4hnen, da\u00df so der Mann hei\u00dft, der ein paar Tage sp\u00e4ter von Eichh\u00f6rnchen totgefressen im Wald aufgefunden wird.<br \/>\nEs gibt auch surreale Tendenzen, Wasser die \u00fcbergehen und \u00dcberschwemmungen anrichten, geheimnisvolle Inschriften, also vielleicht doch der philosophische Untergrund, den Robert Eglhofer, in meinem<a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/rezension.schokolade.re.html\"> Stadtroman<\/a> vermi\u00dfte. Jonas geht mit seinen Buben Ballonfahren, trennt sich von Marie, macht mit einem Arbeitskollegen und seiner Frau einen flotten Dreier, f\u00fchrt ernsthafte Gespr\u00e4che mit Anne und besucht die Wohnung seines Vaters, der sich seit einem Jahr bereits in einem Pensionistenheim befindet.<br \/>\nWo die Geschichte spielt, kommt auch nicht klar heraus, der Wien Bezug, der, wie ich vor einem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/30\/festveranstaltungen\/\">Jahr<\/a> h\u00f6rte, in der &#8220;Arbeit der Nacht&#8221; eine gro\u00dfe Rolle spielt, scheint zu fehlen, jedenfalls habe ich keine Andeutungen gefunden und habe die Slums, wo Jonas und Marie ihre Kinderwohnungen finden, wieder etwas surreal empfunden, ebenso die Schluchten, wo Jonas zuerst allein sp\u00e4ter mit Marie herumklettert. Sp\u00e4ter fahren sie ans Meer und es steht nicht genau beschrieben, wie lange sie dort hinbrauchen. Dort scheint Jonas zu schnallen, da\u00df die seltsamen Ver\u00e4nderungen, vielleicht mit seinen geheimen W\u00fcnschen zu tun haben, aber er geh\u00f6rt ja einer Generation an, die im B\u00fcro st\u00e4ndig die Joints vor sich liegen hat und Marie schickt ihm auch zu einem Arzt, als er von seinen Visionen spricht. Stattdessen fahren sie mit einem schnellen Boot auf eine Insel und dort verschwindet pl\u00f6tzlich das Wasser, stattdessen machen sich die Eidechsen und V\u00f6gel breit, &#8220;die Wellen rollen, die Sonne verdunkelt sich, es wird Nacht und Jonas nickt.&#8221;<br \/>\nSo weit die sachliche Beschreibung meines Leseeindrucks, die Rezensenten haben schon viele Theorien und Deutungen in das Ganze hineingelegt und erkl\u00e4rt, da\u00df man sich nicht so viel w\u00fcnschen soll, weil das nur Verderben bringt.<br \/>\nDas ist nicht unbedingt das, was ich mir von der Lekt\u00fcre mitnehme, ich bleibe schon bei meinen drei bis f\u00fcnf W\u00fcnschen, die ich den guten Feen und den wei\u00dfen M\u00e4nnern jederzeit entgegenschmettern k\u00f6nnte.<br \/>\n&#8220;Ich w\u00fcnsche mir den Nobelpreis, den gro\u00dfen Roman, das Charisma, eine heile Welt und einen sch\u00f6nen Tod!&#8221;, also auch ganz sch\u00f6n umfassend und kenne den 1972 in Graz geborenenen Schriftsteller schon sehr lang. Durch &#8220;Herr Susi&#8221; bin ich, glaube ich, auf ihn aufmerksam geworden oder war  das schon beim &#8220;Carl Haffner&#8221;?<br \/>\n\u00dcber den &#8220;Kameram\u00f6rder&#8221; habe ich jedenfalls einmal im Literaturhaus mit ihm diskutiert und sosehr darauf bestanden, da\u00df mir das zu negativ ist, da\u00df die Anwesenden mir eine Angst davor unterstellten.  Aus &#8220;Wie man leben soll&#8221;, habe ich ihn bei &#8220;Rund um die Burg&#8221;  lesen geh\u00f6rt.  &#8220;Die Arbeit der Nacht&#8221; ist ziemlich an mir vorbeigegangen. Dann kam &#8220;Das bin doch Ich&#8221; und damit hatte ich ein Aha-Erlebnis, weil ich den Eindruck hatte, da\u00df der Autor ganz in meiner N\u00e4he leben m\u00fcsse und wenn der sich vielleicht meine weggeworfenen Manuskriptseiten aus dem Mistk\u00fcbel fischt?<br \/>\nDar\u00fcber habe ich schon  vor <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/19\/thomas-glavinic\/\">zwei Jahren<\/a> geschrieben, als &#8220;Das Leben der W\u00fcnsche&#8221; erschienen ist. Sp\u00e4testens seit da ist der Autor so ber\u00fchmt geworden, da\u00df seine Lesungen Eintritt kosten, ich habe ihn aber vor einem Jahr beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/30\/festveranstaltungen\/\">Stadt Fest Wien<\/a> geh\u00f6rt und auch beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/18\/eroffnung-der-lesefestwoche\/\">ersten Lesefest der Buch Wien<\/a>. Jetzt ist <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/17\/literarische-soiree\/\">&#8220;Lisa&#8221;<\/a> erschienen, da war ich bei der literarischen Soiree und habe mir im Literaturcafe einen Podcast dar\u00fcber angeh\u00f6rt, wo Wolfgang Tischer den Autor fragt, was er lesen w\u00fcrde und der sehr selbstbewu\u00dft antwortete, da\u00df er daf\u00fcr keine Zeit h\u00e4tte und da\u00df er nat\u00fcrlich seine Texte nicht als kostenloses E-Book ins Netz stellen wird, weil er ja verdienen will. Es gibt aber eine facebook Seite des Verlags, bei der er sich manchmal meldet und die ist sehr interessant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Das Leben der W\u00fcnsche&#8221; Thomas Glavinics 2009 erschienener siebenter Roman, ist, w\u00fcrde ich mal sagen, ebenso leicht und flott dahin geschrieben, wie man meinen Texten manchmal unterstellt. 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