{"id":7044,"date":"2011-05-21T00:40:01","date_gmt":"2011-05-20T22:40:01","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7044"},"modified":"2011-05-21T00:40:01","modified_gmt":"2011-05-20T22:40:01","slug":"heimito-von-doderer-und-ruth-kluger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7044","title":{"rendered":"Heimito von Doderer und Ruth Kl\u00fcger"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Am 18.  Dezember 1961 las Heimito von Doderer zur Erf\u00f6ffnung der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Literatur aus einem Roman der noch keinen Titel hatte!, steht unter der Ank\u00fcndigung des Doderer Gespr\u00e4chss &#8211; \u00dcbersetzer Colleqium im Programm. Um welchen Doderer Roman es sich handelte, ist nicht angegeben, die Gesellschaft f\u00fcr Literatur bzw. die \u00dcbersetzergemeinschaft nimmt das aber, glaube ich, zum Anla\u00df, jedes Jahr eine Doderer Veranstaltung zu machen. Zumindest gab es im vorigen Jahr eine solche, die habe ich zwar vers\u00e4umt, aber leselustfrust hat zu diesem Zeitpunkt die &#8220;Strudlhofstiege&#8221; gelesen und ich war auch im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/06\/brunch-im-hotel-strudlhof\/\">Hotel Strudlhof,<\/a> das einmal die Akademie der Gewerkschaft war und ich  eine Zeitlang die Schreibwerkstatt dort  besuchte, bei einer Pysychotherapieveranstaltung und bin auch ehrf\u00fcchtig mit Anna Lindners Wien Buch zu der ber\u00fchmten Stiege gepilgert. Dieses Jahr hatte ich mir die Doderer-Veranstaltung, die  von Donnerstag bis Freitag stattfand, zwar dick angestrichen, dann war der Donnerstag ein totaler Fortbildungstag und ich bin ein gewisserhafter Typ, der die drei\u00dfig Stunden, die ich pro Jahr nachweisen mu\u00df, wenn sie das Bundesministerium sehen will, auch getreulich sammelt und so bin ich von neun bis siebzehn Uhr im Festsaal des Stadtschulrats gesessen und habe ein Werkshop einer sehr empathischen Canaderin besucht, die mich \u00fcber die neuesten Erkenntnisse der E\u00dfst\u00f6rungen unterrichtete,  bin anschlie\u00dfend \u00fcber die Mariahilferstra\u00dfe, an der Gesellschaft f\u00fcr Literatur, die mit ihrem Symposium gerade begonnen hat, vorbei, ins Hotel Mercure gewandert, wo das Psychologenforum zuerst ein Vertragspsychologentreffen veranstaltete und dann \u00fcber das neue Psychologengesetz informierte. Da bin ich nat\u00fcrlich bei der Buchlandung vorbeigekommen und wem es interessiert, da gibt es einen ein Euro Abverkauf, der sich gewaschen hat, ich bin mit f\u00fcnfzehn Neuerwerbungen im Seminarzentrum angekommen und habe mir in einigen schlaflosen Stunden vorgenommen, meine B\u00fcchereink\u00e4ufe bzw. die B\u00fccherschranktouren, wenn es geht, auf ein Buch pro Woche zu beschr\u00e4nken, bzw. die B\u00fccherliste f\u00fcr 2012 mit f\u00fcnfzig Altlasten, von denen ich schon f\u00fcnfundrei\u00dfig festgelegt habe, zu beginnen, dann jede Woche ein Buch aus dem B\u00fccherschrank und zehn Rezensionsexemplare will ich mir auch noch gestatten. Keine Ahnung, ob ich das schaffe, so streng mu\u00df es auch sein, da ich meine B\u00fccher aber auch lesen will, wird es nicht viel anders gehen.<br \/>\nDen Donnerstag also vers\u00e4umt, am Freitag ging es weiter in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur und die Fragen des \u00dcbersetzens sind auch wirklich interessant. Ein \u00e4lterer Herr, den ich fragte, was ich vers\u00e4uft h\u00e4tte, antwortete mir zwar, da\u00df er das als Leser  ohnehin schon alles wisse, ich bin erst seit kurzem darauf gekommen, da\u00df ich, wenn ich eine \u00dcbesetzung lese, mir unter Umst\u00e4nden viele Probleme einhandle und manchmal wie bei bei  John Irvings &#8220;La\u00dft die B\u00e4ren los&#8221;, den Inhalt nicht verstehe. Aber Heimito von Doderer habe ich ohnehin auf Deutsch gelesen und das vor langer Zeit sehr viel. Im Jahre 1977, als ich von zu Hause auszog  &#8220;Die D\u00e4monen&#8221;, die &#8220;Strudelhofstiege&#8221; nicht.<br \/>\n&#8220;Das sollten Sie aber!&#8221;, mahnte mich der alte Herr, der mich ansonsten ziemlich ignorierte, ich habe mir aber vor drei\u00dfig Jahren, als ich mir noch B\u00fccher kaufte, ziemlich viel von Doderer besorgt.<br \/>\n&#8220;Die Merowinger&#8221; glaube ich und &#8220;Die Wasserf\u00e4lle von Slunij&#8221; und genau darum ging es auch am Vormittag. Um einen \u00dcbersetzer aus Estland, namens Mati  Sirkel, der zwar ein Referat namens &#8220;Kafka und der Fr\u00fchling&#8221; hielt, aber die &#8220;Strudelhofstiege&#8221; \u00fcbersetzt hatte und mit einem estischen Freund Doderers befreundet war.<br \/>\nEs gab eine dreisprachige Lesung, dann kam die ungarische Germanistin Edit Kiraly, die &#8220;Die Wasserf\u00e4lle von Slunij&#8221; \u00fcbersetzt hatte, ein  bi\u00dfchen was dar\u00fcber erz\u00e4hlte, einen Zettel mit \u00dcbersetzerproblemen austeilte und eine Seite auf Ungarisch vortrug. Die deutsche Version las ein \u00e4lterer Herr, der Hermito von Doderer noch gekannt hatte und ich denke, da\u00df ich es bei meiner B\u00fccherflut h\u00f6chstwahrscheinlich nicht schaffen werde, die &#8220;Strudelhofstiege&#8221; zu lesen, die &#8220;D\u00e4monen&#8221; haben mich aber im Sommer 1977, als ich mit dem Willi am Freitag immer in den Volksgarten tanzen ging, sehr beeindruckt. Heimito von Doderer war ein gro\u00dfartiger Dichter, ein etwas konservativer Mensch und eine Nazi Vergangenheit hatte er, glaube ich, auch und als er gestorben ist, soll sich, habe ich einmal h\u00f6rte, Thomas Bernhard sehr gefreut haben, weil er keinen Konkurrenten mehr hatte, dabei haben Peter Handke und Elfriede Jelinek zu dieser Zeit, glaube ich, schon geschrieben.<\/p>\n<div id=\"attachment_7052\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-201517.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7052\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-201517.jpg?w=300\" alt=\"Ruth Kl\u00fcger\" title=\"Ruth Kl\u00fcger\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"size-medium wp-image-7052\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7052\" class=\"wp-caption-text\">Ruth Kl\u00fcger<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_7047\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-193324.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7047\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-193324.jpg?w=300\" alt=\"Quadrophonie\" title=\"Quadrophonie\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"size-medium wp-image-7047\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7047\" class=\"wp-caption-text\">Quadrophonie<\/p><\/div>\n<p>Werner Gr\u00fcner habe ich getroffen, der mir sagte, da\u00df er am Abend nicht nach Krems fahren wird und Herrn Auinger von der Kunstsektion, den ich am Abend dort traf, ich bin aber schnell nach Hause, habe eine ADHD-Diagnostik begonnen, dann kam der Alfred und wir sind nach Krems gefahren, weil da  der Theodor Kramer Preis an Ruth Kl\u00fcger vergeben wurde, diesmal im Nieder\u00f6sterreichischen Literaturhaus und nicht in der Minoritenkirche, weil die, wie mir schon am Vormittag Werner Gr\u00fcner sagte, eine Schweinegeld daf\u00fcr verlangen, aber das Literaturhaus in Krems ist ja auch ein sehr sch\u00f6ner Ort. Wir hatten Pl\u00e4tze in der zweiten Reihe, gleich hinter Ruth Kl\u00fcger und Konstantin Kaiser, neben Ute Bock, der Ruth Kl\u00fcger, das Preisgeld spendete.<br \/>\n<div id=\"attachment_7049\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-193839.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7049\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-193839.jpg?w=198\" alt=\"Sylvia Treudl\" title=\"Sylvia Treudl\" width=\"198\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-7049\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7049\" class=\"wp-caption-text\">Sylvia Treudl<\/p><\/div><\/p>\n<div id=\"attachment_7050\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-194316.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7050\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-194316.jpg?w=198\" alt=\"Karl M\u00fcller\" title=\"Karl M\u00fcller\" width=\"198\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-7050\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7050\" class=\"wp-caption-text\">Karl M\u00fcller<\/p><\/div>\n<p>Von der 1931 in Wien geborenenen Ruth Kl\u00fcger habe ich, glaube ich, in diesem Blog schon \u00f6fter <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/20\/dritter-messetag-und-was-frauen-schreiben\/\">geschrieben<\/a>. 2008 war &#8220;Weiterleben&#8221; die &#8220;Eine Stadt-ein Buch&#8221; Aktion, in dieser Zeit erschien auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/03\/leserinnenzirkel-textvorstellungen\/\">&#8220;Unterwegs verloren&#8221;<\/a> was ich nicht gelesen habe. Im vorigen November war ich im Literaturhaus, als sie ihren Rezensionsband &#8220;Frauen schreiben anders&#8221; vorstellte. Eva Geber hielt die Laudatio, Sylvia Treudl er\u00f6ffnete und der Salzburger Germanist , Karl M\u00fcller, der ebenfalls einleitende Worte hielt, spielte im Rahmen der musikalischen Begleitung in der &#8220;Quadrophonie&#8221;.<br \/>\nRuth Kl\u00fcger spendete, wie schon erw\u00e4hnt, den Scheck Ute Bocks Fl\u00fcchtlingsintiative und las Theodor Kramers Gedichte vor, die Juden als Protagonisten hatten, das hei\u00dft eigentlich hielt sie einen germanistischen Vortrag dar\u00fcber und wieder interessant, sie trug ihren Vortrag von einem Kindle vor,  irgendwo hatte ich schon geh\u00f6rt, da\u00df sie keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste hat, sondern ihre B\u00fccher elektronisch liest und  begeistert davon ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_7051\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-195343.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7051\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/20110520-195343.jpg?w=198\" alt=\"Eva Geber\" title=\"Eva Geber\" width=\"198\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-7051\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7051\" class=\"wp-caption-text\">Eva Geber<\/p><\/div>\n<p>&#8220;Wow&#8221;, eine achtzigj\u00e4hrige alte Dame, w\u00e4hrend wir anderen immer noch &#8220;Igitt, igitt!&#8221; schreien. Es gab noch einen zweiten Teil, da las sie ihre eigene Lyrik und die hatte sie zum gr\u00f6\u00dften Teil auf Papier vorbereitet. Nachher gab es Br\u00f6tchen und Wein und ich fand den Rahmen im Literaturhaus sch\u00f6ner, als in der Minoritenkirche und habe mich auch gut unterhalten, zuerst mit einer Theodor Kramer Verehrerin, dann mit der Gabi, mit der wir 2007 die Donau hinauf geradelt sind und die so begeistert davon war, da\u00df sie sich in Schwallenbach ein H\u00e4uschen kaufte, dann gratulierte ich Ruth Kl\u00fcger zu dem Preis und zeigte Konstantin Kaiser meine B\u00fccher, der mich zu mehr Tempo mahnte, am Ende kam noch Eva Geber zu unserem Stehtisch, denn Christel Fallenstein hatte ihr von meinen Blog erz\u00e4hlt, es war also ein interessanter Abend mit interessanten Gespr\u00e4chen und ein Tag mit sehr viel Literatur, der in Harland endete, wo ich hoffentlich wieder zum Korrekturen komme, denn dazu ist in dieser intensiven Woche nicht viel Zeit gewesen. Ein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/16\/theodor-kramer-preis\/\">Theodor<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/14\/theodor-kramer-preis-2010\/\">Kramer<\/a> Preis Archiv gibt es inzwischen auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Am 18. Dezember 1961 las Heimito von Doderer zur Erf\u00f6ffnung der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Literatur aus einem Roman der noch keinen Titel hatte!, steht unter der Ank\u00fcndigung des Doderer Gespr\u00e4chss &#8211; \u00dcbersetzer Colleqium im Programm. 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