{"id":7092,"date":"2011-05-23T22:41:08","date_gmt":"2011-05-23T20:41:08","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7092"},"modified":"2011-05-23T22:41:08","modified_gmt":"2011-05-23T20:41:08","slug":"junge-erzahler-aus-russland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7092","title":{"rendered":"Russische Literaturdebuts"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend wir gespannt auf Klagenfurt warten, pr\u00e4sentierte die Hauptb\u00fccherei, die Gewinner des russischen Debutpreises, die in der von Christiane K\u00f6rner \u00fcbersetzt und herausgegebenen, bei Suhrkamp erschienenen Anthologie &#8220;Das sch\u00f6nste Proletariat der Welt&#8221;, erschienen ist, und mit drei Autoren Alisa Ganieva,  Denis Osokin und Aleksej  Lukjanov derzeit auf Lesereise ist, vorige Woche f\u00fcnf deutsche St\u00e4dte, heute Wien, morgen Graz, ein sehr spannendes Unterfangen, wie Christian Jahl von der Hauptb\u00fccherei betonte und die \u00dcbersetzerin Christiane K\u00f6rner erz\u00e4hlte in der Einleitung etwas \u00fcber die Literatur der jungen Russen. Der Debutpreis ist eine russische Einrichtung, die sich an Autoren unter f\u00fcnfundzwanzig wendet, sie war zuerst erstaunt, da\u00df so junge Leute schon so gut schreiben, hat sich aber von ihrer Qualit\u00e4t \u00fcberzeugt. Es ist die Generation nach der SU, die also weder daf\u00fcr noch dagegen ist, sondern die Vergangenheit von au\u00dfen betrachtet und in deren Werken das Reisen eine Rolle spielt, das Fhren mit dem Zug, das Erkunden der Welt, das Surfen durch das Internet. Stimmen, die nicht mehr aus Moskau oder Petersburg kommen, sondern aus Perm, Ufa, Kazan etc.<br \/>\nDann stellte sie die drei Autoren vor und begann mit Aleksej Lukjanov, der 1976 in der N\u00e4he von Solikamsk im Ural geboren wurde, von Beruf Schmid ist, mehrere Kurzromane und viele Kurzgeschichten geschrieben hat, zweimal Debut-Preis-Finalist war und auch den neuen Puschkin Preis gewonnen hat. Er hat in der Anthologie einen Text, der von sieben Leuten einer Brigade handelt, einer ist Schmid, also das Alter Ego des Autors und die, Aleksej Lukanov verwendet surrealistische Elemente in seinen Texten, verlernen pl\u00f6tzlich das Fluchen, danach bricht die Infrastruktur  zusammen, die sieben wollen nach Paris auswandern, das das pl\u00f6tzlich aber alle tun, bleiben sie in Moskau h\u00e4ngen oder kehren in ihre Heimat zur\u00fcck und fluchen k\u00f6nnen sie dann wieder auch. Eine Anspielung auf die Entv\u00f6lkerung durch die Intellektuellen, die alle ins Ausland gehen, meinte Christiane K\u00f6rner.<br \/>\nRobert Reinagl las wieder die deutsche \u00dcbersetzung und Christiane K\u00f6rner, die in Frankfurt am Main lebt, hat sehr deutsch \u00fcbersetzt, da wird geguckt und mit Aprikosen geworfen, etc, sehr hart f\u00fcr \u00f6sterreichische Ohren, seltsamerweise sprach das eine russisch sprechende Dame an und Christiane K\u00f6rner, war darauf vielleicht ein bi\u00dfchen befremdet, hats den jungen Russen aber \u00fcbersetzt.<br \/>\nNa klar, auf \u00d6sterreichisch h\u00e4tte es anders geklungen und Robert Reinagl meinte auch, da\u00df er kurz \u00fcberlegt hatte, ob er aus den Aprikosen nicht Marillen machen soll. Dann ging weiter mit Alisa Ganieva, die zwar in Moskau geboren wurde, aber in Dagistan aufwuchs, am Gorki Institut Literatur  studierte, dann schon eine bekannte Kritikerin war, sie ist 1985 geboren, so da\u00df sie ihren Roman &#8220;Salam Dalgat!&#8221; mit dem sie gewonnen hat unter einem m\u00e4nnlichen Pseudonym einreichte. Dann wurde sie daf\u00fcr gelobt, da\u00df sich eine Frau so gut in einen m\u00e4nnlichen Protagonisten einleben kann und der besucht eine Stadt im Kaukasus und schildert das dortige Leben, wof\u00fcr Alisa Ganieva wieder getadelt wurde, da\u00df sie ihr Nest beschmutzte und es ging in den geh\u00f6rten Ausschnitten auch sehr orientalisch zu.<br \/>\nDenis Osokin wurde  1977 in Kasan geboren, studierte in Warschau Psychologie, in Kasan Literaturwissenschaft, gewann 2001 den Debutpreis und ist ein arrivierter Drehbuchautor, der vor kurzem in Venedig mehrere Preise gewonnen hat. Seine Texte, eine Art Kalendergeschichten, waren auch Titelgebend, hat er sich doch an die Zwanzigerjahre orientiert und Texte \u00fcber das Proletariat geschrieben, in denen es von Teufel und Engeln nur so wimmelte.<br \/>\nNachher gab es eine lebhafte Diskussion, was der Debut-Preis f\u00fcr die jungen Literaten bedeutet? Alisa Ganieva meinte, da\u00df viele Autoren, die vorher ihre Texte einem Verlag anboten, erst nachher einen fanden. Die drei sind nur auf Deutsch und Englisch in einer Anthologie vereint, im Russischen haben sie Einzelver\u00f6ffentlichungen, weil die Russen nicht so gerne Anthologien lesen und die Verlage das nicht drucken.<br \/>\nSie wurden nach ihren Vorbildern gefragt und man erfuhr, da\u00df es in Moskau eine lebhafte Lyrikszene gibt, was Christian Jahl etwas wunderte, was macht man da? H\u00f6chstwahrscheinlich Poetry-Slam w\u00fcrde ich meinen, darauf entspann sich eine Diskussion, da\u00df die Clubs  sehr klein w\u00e4ren,  die Lyriker sich selber ihre Werke vorlesen oder vorh\u00fcpfen w\u00fcrden, was mich daran denken lie\u00df, da\u00df ich sowas bei den vorvorletzten Literatur im Herbst Verstaltungen gesehen habe, da gab es auch Performances von russischen bzw.<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/17\/ukrainisches-wochenende\/\"> ukrainischen Lyrikern,<\/a> die irgendwo ihren eigenen Club haben, die mich sehr beeindruckten. Erich Klein, der das mitkuratiert hatte, war im Publikum und Alexander Nitzberg, der russische Dichter, den mir Christel Fallenstein einmal vorstellte und der auch seine<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/08\/zauberkunstucke\/\"> Literaturperformanceprogramme<\/a> hat. Sonst war die Veranstaltung nicht sehr gut besucht. Der Sascha hat aber wieder fotografiert und die Autogrammsammlerin Autogramme gesammelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend wir gespannt auf Klagenfurt warten, pr\u00e4sentierte die Hauptb\u00fccherei, die Gewinner des russischen Debutpreises, die in der von Christiane K\u00f6rner \u00fcbersetzt und herausgegebenen, bei Suhrkamp erschienenen Anthologie &#8220;Das sch\u00f6nste Proletariat der Welt&#8221;, erschienen ist, und mit drei Autoren Alisa Ganieva, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7092\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-7092","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7092\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}