{"id":72153,"date":"2019-06-26T00:57:56","date_gmt":"2019-06-25T22:57:56","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=72153"},"modified":"2019-06-26T00:57:56","modified_gmt":"2019-06-25T22:57:56","slug":"zwei-jahre-nacht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=72153","title":{"rendered":"Zwei Jahre Nacht"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt eines der B\u00fccher auf das ich durch die letzte <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/13\/lese-auslese-mit-erdbeerbowle\/\">&#8220;Lese-Auslese&#8221;<\/a> der &#8220;Gesellschaft&#8221; aufmerksam wurde. Damir Ovcinas &#8220;Zwei Jahre Nacht&#8221;, in dem der 1973 in Sarajevo geborene, der dort Literturwissenschaften studierte und jetzt Direkter einer Schule f\u00fcr blinde und sehbehinderte Kinder ist, wohl autobiografische Erlebnisse schildert.<\/p>\n<p>Das bei &#8220;Rowohlt&#8221; von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/16\/literatur-im-musa-zum-letzten-mal\/\">Mascha Dabic<\/a> \u00fcbersetzt, erschienene Buch hat viele Preise gewonnen, ist \u00fcber siebenhundert Seiten dick und \u00fcberrascht durch seinen Stil.<\/p>\n<p>&#8220;Zwei Jahre Nacht&#8221; ist in alle Richtungen eine Wucht: diese Sprache! Diese Haltung! Dieses Thema!&#8221;, hat <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/30\/wie-der-soldat-das-grammofon-repariert\/\">Sasa Stanisic<\/a>, der 1978 in Visigrad geboren wurde, auf den Buchr\u00fccken geschrieben und es stimmt, obwohl die Einfachheit der Sprache vor allem am Anfang verbl\u00fcfft. Da besteht der erste Teil zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Dialogen ohne Anf\u00fchrungszeichen und man wei\u00df nicht recht, was passiert und wer da spricht?<\/p>\n<p>Oder doch, da ist eine Mutter krank geworden, mu\u00df ins Spital, eine Krankenschwester kommt, vom Krieg ist immer wieder die Rede und eine Wohnung im serbischen Teil der Stadt Sarajevo, wo das Ganze spielt, am Klappentext ist noch von &#8220;Einer Stadt am RandeMitteleuropas&#8221;, die Rede, gibt es auch, dort hat der achtzehnj\u00e4hrige Junge, der, glaube ich, Bojan hei\u00dft, eine Freundin, so geht er, obwohl das sehr gef\u00e4hrlich ist, nach dem Tod der Mutter dorthin und wird dann f\u00fcr zwei Jahre dort festgehalten, wird einer Arbeitsbrigade zugeteilt, wo er M\u00f6beln oder Waschmaschinen aus Wohnungen r\u00e4umen, aber auch Leichen vergraben mu\u00df. Da kommt er immer wieder mit M\u00fcttern in Kontakt, die ihre verschleppten S\u00f6hne suchen oder Leute erz\u00e4hlen ihm, wie sie ausgeraubt und erpresst wurden.<\/p>\n<p>Ein guter Kommandant sch\u00fctzt ihn, der seine Schule noch nicht abgeschlossen hat. Sp\u00e4ter versteckt er sich in dem Haus, in dem die Freundin mit ihrer Oma lebt, die, eine Lehrerin, versorgt ihn mit Essen und B\u00fccher. Er liest Russische, lernt das russische Alphabet, macht sich ein Tagespensum aus Liegest\u00fctzen und zu lesenden Seiten. Macht Notizen und fl\u00fcchtet immer wieder vor Patrouillen von einer Wohnung zur anderen.<\/p>\n<p>Mit der Freundin macht er sich Klopfzeichen aus, bis der Krieg zu Ende ist und er offenbar wieder zu seinem Vater in den anderen Teil der Stadt zur\u00fcckkehren kann.<\/p>\n<p>Sehr eindrucksvoll und lang das Buch, das sehr beklemmend von einem Krieg erz\u00e4hlt, der in den Neunzigerjahren fast vor der Haus\u00fcr passierte und von dem ich, w\u00e4hrend ich meinen Vater betreute und von Wien nach St. P\u00f6lten pendelte, trotz der in Belgrad wohnenden Tante Dora offenbar doch nicht soviel mitbekommen habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt eines der B\u00fccher auf das ich durch die letzte &#8220;Lese-Auslese&#8221; der &#8220;Gesellschaft&#8221; aufmerksam wurde. 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