{"id":7228,"date":"2011-06-05T00:29:55","date_gmt":"2011-06-04T22:29:55","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7228"},"modified":"2011-06-05T00:29:55","modified_gmt":"2011-06-04T22:29:55","slug":"der-hahn-ist-tot","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7228","title":{"rendered":"Der Hahn ist tot"},"content":{"rendered":"<p>Nun kommt die Besprechung von Ingrid Nolls ersten Roman &#8220;Der Hahn ist tot&#8221;, dessen Protagonistin, Rosemarie Hirte ich schon aus der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/18\/die-apothekerin\/\">&#8220;Apothekerin&#8221;<\/a> kenne, da liegt die neben einer alten Frau und erz\u00e4hlt ihre Geschichte, wie sie unschuldig, von den M\u00e4nnern ausgen\u00fctzt wurde und zu einigen Morden kam, \u00e4hnlich hinterfotzig geht es weiter, bzw. f\u00e4ngt es so an, denn 1990 hat die Arzttochter und Arztgattin, als die Kinder aus dem Haus waren, zu schreiben begonnen und mit ihren hinterfotzigen Monologen von den armen Frauen, die von den M\u00e4nnern ausgen\u00fctzt werden und dabei Gott und die Welt umbringen, gro\u00dfen Erfolg gehabt.<br \/>\nIm &#8220;Hahn ist tot&#8221;, ist Rosemarie Hirte die Heldin und  erz\u00e4hlt  blau\u00e4ugig von ihrem Leben, zweiundf\u00fcnfzig ist sie und bezeichnet sich selbst als alte Jungfer, sie hat Jus studiert, mit einem Kollegen gelernt und davon getr\u00e4umt, mit ihm ein paar Kinder und eine gemeinsame Praxis zu haben, als er sie kurz vor dem Examen verlie\u00df, daraufhin schmi\u00df sie dieses und wurde Versicherungsangestellte, hatte noch einmal eine Beziehung zu ihrem Chef, dann nur mehr ihre Freundin Beate und den Hund ihrer Arbeitskollegin Frau R\u00f6mer, den sie betreut, als die ihren Krebs behandeln lassen mu\u00df.<br \/>\nBeate, die in einer Volkshochschule arbeitet, m\u00f6chte mit Rosi, die mit dem dritten Namen Thyra hei\u00dft, einen Vortrag \u00fcber Literatur besuchen, kann aber nicht, weil sie glaubt, da\u00df ihre Tochter schwanger ist, so geht Frau Hirte allein und verliebt sich in die sanfte Stimme des Vortragenden, sie kauft sich dessen Buch und f\u00e4hrt mit dem Hund in den Ort und zu dem Haus in dem er lebt, ab da steht sie stundenlang in seinem Garten und sieht ihm beim Arbeiten zu, bis sie ihn einmal mit seiner alkoholkranken Frau trifft, es kommt zum Streit, sie zieht die Pistole, er nimmt sie ihr aus der Hand und schie\u00dft auf sie, jetzt tritt Rosi-Thyra auf, \u00fcberredet ihn eine Flasche Whiskey zu trinken und dann zu sagen, er k\u00f6nne sich nicht mehr erinnern, w\u00e4hrend er das tut, kommt die Frau zu sich, so da\u00df Thyra sie erschie\u00dfen mu\u00df und Rainer Witold Engstern dann ins Bein schie\u00dft. Sie f\u00e4hrt nach Hause, besucht ihn aber wieder und sie beschlie\u00dfen sich unauff\u00e4llig kennenzulernen, so da\u00df sie mit Beate in ein Wirthaus geht, um sich von ihm ansprechen zu lassen. Nur leider scheint sich Witold in Beate zu verlieben, so da\u00df Thyra nichts anderes \u00fcberbleibt, als die von einem Turm zu st\u00fcrzen, danach vertraut Witold Thyra an, da\u00df es nicht Beate, sondern deren Tochter Vanessa ist, die er liebt, umsonst der Mord.<br \/>\nRosemarie Thyra, die pl\u00f6tzlich ihre Macht genie\u00dft, beschlie\u00dft Vanessa nicht umzubringen, sie f\u00fchlt sich auch ein bi\u00dfchen krank und die Beziehung zu der J\u00fcngeren geht ohnehin auseinander, so da\u00df Witold, der eigentlich mit Vanessa wandern wollte, pl\u00f6tzlich sie, eine junge Kollegin und noch einen Freund mit seiner Frau dazu einl\u00e4dt.<br \/>\nDie Wanderung wird irgendwie bizarr, weil niemand au\u00dfer Witold und der jungen Kollegin dazu Lust hat, Thyra hat Magenschmerzen, bricht das franz\u00f6sische Essen heraus, belauscht aber Witold, wie er sich mit der Frau seinen Freundes, die sich Scarlett nennen l\u00e4\u00dft, obwohl sie Pamela hei\u00dft,  in der Nacht im Garten trifft und dann mit dem Auto davon f\u00e4hrt. Da die Frauen zusammenschlafen, erwischt Thyra Scarlett um drei Uhr fr\u00fch in der Badewanne und weil sie sie als &#8220;alte Schachtel&#8221; beschimpft, wirft sie den Lockenstab ins Wasser, die Polizei hat wieder alle H\u00e4nde zu tun, einen mysteri\u00f6sen Todesfall aufzukl\u00e4ren und Thyra rechnet sich aus, wievielen Kindern sie schon ihre M\u00fctter nahm.<br \/>\nSie will auch nichts mehr von Witold, bekommt aber Besuch von einem Polizisten, dem die vielen \u00c4hnlichkeiten auffallen und der in ihrem Badezimmer, die Pistole entdeckt, die Thyra l\u00e4ngst wegwerfen h\u00e4tte sollen. Uberf\u00fc\u00dfig zu erw\u00e4hnen, da\u00df er kurz darauf in Thyras Badezimmer liegt, sie ruft Witold an und der  kommt er auch, um ihr zu helfen, die Leiche zu beseitigen. Sie setzen sie in ein Auto, \u00fcbergie\u00dfen sie mit Benzin und rollen sie einen Steinbruch hinunter. Das hei\u00dft Witold tut das, Thyra schaut nur zu und sieht, da\u00df er sich nicht retten kann, so f\u00e4hrt sie nach Hause, legt sich in Bett, denn es es ihr schlecht. Es wird bei ihr auch ein Krebs diagnostiziert und so bekommt sie nur nebenbei mit, da\u00df Witold, an dem die Morde h\u00e4ngenbleiben, seine Sprache und sein Ged\u00e4chtnis verloren hat, als Pflegefall im Rollstuhl sitzt und nach ihrer Genesung, sie bekommt einen k\u00fcnstlichen Darmausgang, geht in Pension, f\u00fchlt sich noch hilfloser und \u00e4lter, besucht sie ihm zweimal in der Woche im Pflegeheim, um ihm im Garten spazieren zu fahren und ihm zu erz\u00e4hlen, da\u00df sie ihn einmal liebte&#8230;<br \/>\nGanz sch\u00f6n hinterfotzig, noch dazu, wo diese Thyra im dritten Roman einen R\u00fcckfall hat, von einer anderen unschuldigen M\u00f6rderin ihre Geschichte erz\u00e4hlt bekommt und ihr dann r\u00e4t, einen weiteren Mord zu begehen&#8230;<br \/>\nPublikum und Rezensenten waren begeistert, Elke Heidenreich schreibt von &#8220;So viel Abstrusen, da\u00df man sich vor Lachen w\u00e4lzen m\u00f6chte..&#8221;, das ist mir nicht passiert, es war aber spannend zu lesen, zwischen dem Mord an Beate und der Wanderung durch den Elsa\u00df nimmt die Spannung etwas ab, es wird  psychologisch theoretisch, wenn Thyra sich in ihrer Allmacht suhlt, sich Pralinen kauft und darin Digitalisltabletten probehalber placiert und es kommen auch Geschichten von Kindern vor, die nicht wirklich f\u00fcr die Handlung wichtig sind. Der Schlu\u00df ist gemein, endet der Mann, der zwar auch nicht nett zu ihr war und st\u00e4ndig was mit jungen oder \u00e4lteren Frauen hatte, f\u00fcrchterlich, weil er ihr in seiner Eitelkeit helfen wollte. Die Frau bleibt mit ihrem Krebs \u00fcber und es geht ihr auch nicht wirklich gut.<br \/>\nWas soll ich dazu sagen? Das gibt es, da\u00df Frauen betrogen werden und an Krebs sterben, so viele Morde zum Gl\u00fcck aber nicht, die denken wir uns nur aus oder lesen dar\u00fcber und eine Frau mit zweiundf\u00fcnfzig Jahren ist nicht wirklich alt, der gute Witold war nur drei Jahre j\u00fcnger und wird nicht so bezeichnet und Ingrid Noll ist  auch erst in diesem Alter ber\u00fchmt geworden, als die Hausfrau und Arzthelferin begonnen hat, \u00fcber das Elend der Welt tragisch b\u00f6se Krimis zu schreiben, die wir offenbar sehr gern lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kommt die Besprechung von Ingrid Nolls ersten Roman &#8220;Der Hahn ist tot&#8221;, dessen Protagonistin, Rosemarie Hirte ich schon aus der &#8220;Apothekerin&#8221; kenne, da liegt die neben einer alten Frau und erz\u00e4hlt ihre Geschichte, wie sie unschuldig, von den M\u00e4nnern &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7228\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-7228","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7228"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7228\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7228"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7228"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}