{"id":72442,"date":"2019-07-10T00:37:42","date_gmt":"2019-07-09T22:37:42","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=72442"},"modified":"2019-07-10T00:37:42","modified_gmt":"2019-07-09T22:37:42","slug":"fliegengewicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=72442","title":{"rendered":"Fliegengewicht"},"content":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit einem richtigen Backlist-Buch, n\u00e4mlich den 2010 erschienen Debutroman von Anna-Elisabeth Mayer, der bei mir nat\u00fcrlich auch seine Rezeptionsgeschichte hat.<\/p>\n<p>Geh\u00f6rt habe ich von dem Werk, der 1977 in Salzburg gbeborenen Autorin, glaube ich, das erste Mal im Radio, bei den &#8220;Neuerscheinungen aus \u00d6sterreich&#8221;, da\u00df es sich bei der in Leipzig studierenden Anna Elisabeth Mayer, um einen ungew\u00f6hnlichen Arztroman handeln w\u00fcrde und habe mich noch \u00fcber das Sujet gewundert.<\/p>\n<p>Dann bin ich am Vorabend des zweiten &#8220;Alphas&#8221; in die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/04\/sv-cocktail-krilit-alpha-literaturpreis\/\">SVA<\/a> gegangen, weil die da einen Abend f\u00fcr ihre Autoren hatten und habe mich mit Andreas Renoldner \u00fcber die Autorin, die ja dort f\u00fcr den Preis nominiert war unterhalten.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag war die KritLit, der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/blogwart\/\">Alfi<\/a> war zu Hause und hat alles f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/06\/krilit-und-geburtstagslesung\/\">Geburtstagsfest<\/a> vorbereitet, da\u00df ich extra wegen dem &#8220;Alpha&#8221;, obwohl die sich auf mein Mail nicht gemeldet hatten und ich auch nicht genau wu\u00dfte, wann die beginnen w\u00fcrde, verschoben hatte.<\/p>\n<blockquote><p>Ich kam dann sehr sp\u00e4t in das Studio am Rennweg, wollte nach dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/19\/julian-schuttings-einfuehrung-in-die-lyrik\/\">Schutting<\/a> hinein, wurde das aber nicht gelassen, bin nach Hause gefahren und habe mich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/07\/subkulturmeldungen\/\">ge\u00e4rgert<\/a> und dann auf der Website erfahren, Anna-Elisabeth Myaer hat den Preis gewonnen.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8220;Wir laden Sie das n\u00f6chste Jahr ein!&#8221;, hat der nicht sehr freundliche Herr zu mir gesagt und sein Versprechen nat\u00fcrlich nicht gehalten. Da habe ich aber den &#8220;Chef&#8221; auf der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/11\/26\/buch-wien-geschichten\/\">&#8220;Buch Wien&#8221;<\/a> angesprochen und ihm die &#8220;Buch-Kultur&#8221; gezeigt, wo die Veranstaltung wieder angek\u00fcndigt wurde, ohne, da\u00df dazugeschrieben war, da\u00df man ohne Einladung hinausgeschnissen wird.<\/p>\n<p>Herr Leitgeb hat sich dann zu mir gesetzt, gesagt, da\u00df er sich der Sache annehmen wird, ich aber nicht b\u00f6se sein solle, wenn&#8230;.<\/p>\n<p>Angenommen hat sich dann aber erst<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/27\/alpha-shortlist\/\"> &#8220;Atalante&#8221;<\/a> und ab dann hat es <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/11\/vierter-alpha-literaturpreis\/\">geklappt<\/a> und 2015 hat <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/27\/priessnitz-preis-an-anna-elisabeth-mayer\/\">Anna-Elisabeth Mayer den &#8220;Priessnitz-Preis&#8221;<\/a> bekommen. Da ist mir ein Herr im Literaturhaus aufgefallen, der dort sehr auff\u00e4llig &#8220;Hof gehalten&#8221; hat. Der Verleger habe ich gedacht, es war aber der Vater, den habe ich dann angesprochen, ihm mein Karterl gegeben und er hatte meinen Blog gelesen, wo ich ja bei den B\u00fccher von Anna- Elisabeth Mayer und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/12\/milena-michiko-flasar-und-festwocheneroffnung\/\">Miliena Michiko Flasar,<\/a> der Gewinnerin von 2012 immer dazu geschrieben habe, da\u00df ich das Buch leider nicht bekommen und auf meinen &#8220;Alpha-Artikel&#8221; verlinkt habe, weil man sich bei den Preisverleihungen, die entsprechenden B\u00fccher immer mitnehmen konnte.<\/p>\n<p>Er hat es mir dann aus Lichtenstein, wo er, glaube ich, eine Rechtsanwaltspraxis hat oder hatte, geschickt, wof\u00fcr ihm nochmals sehr herzlich danke und das Buch dann angesichts meiner \u00fcbervollen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> liegenlassen, jetzt aber in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/16\/in-die-schreibwerkstatt\/\">Sommerpause<\/a> oder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/07\/04\/grosse-ferien\/\">Sommerloch<\/a> bevor die Neuerscheinungen des Herbstes kommen, hervorgeholt und ich mu\u00df sagen, es war eine \u00dcberraschung, n\u00e4mlich ein Buch, wie ich es eigentlich schreiben m\u00f6chte. Vielleicht lernt man das in Leipzig mit dem Klischee eines Arztromanes umzugehen und trotzdem keinen Trivialroman daraus zu machen.<\/p>\n<p>Eine junge Frau komm auf eine Herzstation, wo au\u00dfer ihr im Zimmer noch drei alte Frauen, Frau Ferdinand, Frau Ott und Frau Blaser liegen, die sich \u00fcber das &#8220;K\u00fcken&#8221;, das sie nun bekommen haben, freuen. Der Stationsarzt hei\u00dft Dr. Winter, alle sind in ihm verliebt und tr\u00e4umen von ihm und die drei Frauen schlagen der Ich-Erz\u00e4hlerin eine Wette vor, da\u00df sie ihn verf\u00fchren soll oder so.<\/p>\n<p>Sie steigt schlie\u00dflich darauf ein, besucht ihm fortan immer, um drei im \u00c4rztezimmer, um sich von ihm abh\u00f6ren zu lassen. Es gibt aber Schwierigkeiten, die eifers\u00fcchtige Stationsschwester mit Schmollmund namen Beatrice und nat\u00fcrlich auch die Frau Dr. Winter, die ein paar Staionen weiter auf der Urologie arbeitet.<\/p>\n<p>Dazwischen laufen die Visiten ab, Medikamenten werden verabreicht und die Patientinnen werden besucht. Da kommt der Herr Abu ein afrikanitscher Ex-Fl\u00fcchtling aus dem Herrenzimmer und verteilt Pistazien an die Damen, Frau Blaser wird von ihrem Sohn Reini besucht und Frau Ferdinand, die eigentlich nur sterben will, von ihrem Sohn Georg.<\/p>\n<p>Die stets geschminkte Frau Ott, die Sophia Lorens Memoiren liest, ist die aktivste in der Runde. Sie erz\u00e4hlt von ihren M\u00e4nnern und gibt gute Ratschl\u00e4ge. Frau Blaser hat ein H\u00f6rgere\u00e4t, da\u00df einstmal einem russischen Minister geh\u00f6rte und ihr Sohn Reini ist ihr Sorgenkind, denn er ist arbeitslos, lebt noch bei ihr und ist ein Spezialist f\u00fcr Vogelstimmen. Sie will ihn\u00a0 auch gern an das K\u00fcken verkuppeln und dann gibt es noch ihre Tochter Ursl, die in Amerika ihren Xuan, drei S\u00f6hne von ihm hat und mit ihm einen vieatnamesischen Imbi\u00df f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Sie kommt zum Muttertag auf Besuch und will Reini nach Amerika holen, was der Mutter so zusetzt, da\u00df sie, was in einem Krankenhaus eben vorkommt, wie Schwester Beatrice belehrt, verstirbt. Der Herr Abo tut das aus, aber die Erz\u00e4hlerin wird entlassen und denkt bedauernd auf ihren Krankenhausaufenthalt zur\u00fcck und \u00fcberlegt, ob sich dort schon ein neues Fliegengewicht befindet.<\/p>\n<p>Ein tolles und sehr gut geschriebenes Buch, so eines, wie ich, ich habe es schon erw\u00e4hnt, auch gern schreiben w\u00fcrde k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anna Elisabeth Mayer hat inzwischen, glaube ich, zwei weitere eher ungew\u00f6hnliche B\u00fccher geschrieben, die &#8220;Hunde von Montpellier&#8221; ist das zweite, &#8220;Am Himmel&#8221; hei\u00dft das dritte und das habe ich, h\u00f6re und staune, vor ein paar Wochen im Schrank gefunden. Jetzt mu\u00df ich es nur noch lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit einem richtigen Backlist-Buch, n\u00e4mlich den 2010 erschienen Debutroman von Anna-Elisabeth Mayer, der bei mir nat\u00fcrlich auch seine Rezeptionsgeschichte hat. 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