{"id":7267,"date":"2011-06-08T00:36:42","date_gmt":"2011-06-07T22:36:42","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7267"},"modified":"2011-06-08T00:36:42","modified_gmt":"2011-06-07T22:36:42","slug":"auftritte-i","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7267","title":{"rendered":"Auftritte I"},"content":{"rendered":"<p>Das Literaturhaus hat eine neue Leseschiene um die junge Literatur vorzustellen, zwar gab es schon von Barbara Zwiefelhofer, Thomas Ballhausen und Regina Hilber kuratierte &#8220;Zeichensetzung, Zeilenspr\u00fcnge&#8221;, da es aber nie genug junge Literatur geben kann, gibt es jetzt die Auftritte und das ist eine Lesereihe von au\u00dfergew\u00f6hnlichlichen Autoren, die im Herbst auf der Homepage zum zwanzig Jahre Literaturhausjubel\u00e4um, mit  Text, Video und Fotoschiene, pr\u00e4sentiert werden sollen, Literaturwissenschaftler, die \u00fcber den Autor etwas sagen gibt es aus. Am Dienstag hat Sebastian Fastenhuber Bernhard Strobel und Anna Weidenholzer vorgestellt. Ich war nicht ganz sicher, ob ich hingehen soll, sind mir ja beide Autoren keine Unbekannten und bin eine Weile im ziemlich leeren Literaturhaus herumgestanden, habe Robert Huez auf die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/17\/momentaufnahme\/\">Kurztextmaschine<\/a> angesprochen und ihm mitgeteilt, da\u00df ich es schade finde, da\u00df nicht klar ist, vom wem die Anfangss\u00e4tze stammen und mir dann die Ausstellung angeschaut. Sp\u00e4ter ist Gerhard Jaschke gekommen, noch mehr hat mich der Auftritt Elfriede Haslehners erstaunt, die mir sagte, da\u00df sie ihre B\u00fccher gerade in die Hauptb\u00fccherei gebracht h\u00e4tte und mich aufforderte, das ebenfalls zu tun. Sie wunderte sich, da\u00df so wenige Leute gekommen w\u00e4ren und fragte dann, wo Sidonia Binder w\u00e4re? Worauf mir klar war, da\u00df sie zu einer anderen Veranstaltung wollte.<br \/>\nIch hatte meinen Platz neben Anna Weidenholzer, Anne Zauner hat das Projekt erkl\u00e4rt, Sebastian Fastenhuber begann etwas \u00fcber den 1982 geborenen Bernhard Strobl zu erz\u00e4hlen, der 2007 mit einem Erz\u00e4hlband bei Droschl debutierte und dort inzwischen einen zweiten Erz\u00e4hlband herausgegeben hat. Mit Erz\u00e4hlungen tue ich mir ja schwer, bzw. lese ich sie meistens nicht. Bernhard Strobel habe ich aber, glaube ich, auf der letzten Buchwoche im Rathaus kennengelernt, wo er seinen Erz\u00e4hlband &#8220;Sackgasse&#8221; vorstellte und im Radio sicher auch einige seiner kurzen Erz\u00e4hlungen geh\u00f6rt, die wie Sebastian Fastenhuber erkl\u00e4rte,  von Ausparungen leben und meistens von einsamen alte M\u00e4nner und Paaren mit seltsamen Beziehungen handeln. Er sagte dann noch, da\u00df Bernhard Strobel ein Wenigschreiber sei, der die Vielschreiber hasse, etwas, das bei mir naturgem\u00e4\u00df ungute Gef\u00fchle weckt, aber gut, ich geh\u00f6re halt zur zweitens Kategorie. Jetzt arbeitet er an einem Roman und hat sich vorgenommen hat, da\u00df er etwas Besonderes werden m\u00fc\u00dfe, etwas, was man einem jungen Autor zwar gern verzeiht, bzw. der Literaturbetrieb auch verlangt, ich habe ihn beim Hinausgehen aber dennoch angesprochen, ob er sich damit nicht unter zu gro\u00dfen Druck setze und ihn, wie ich f\u00fcrchte, damit ein wenig verwirrt. Es passt aber zu der Erfolgsdiskussion, die derzeit gerade auf <a href=\"http:\/\/www.wollinger.info\/?p=9275\">Thomas Wollingers Blog<\/a> l\u00e4uft.<br \/>\nDie lakonisch kurzen Geschichten des sehr gro\u00dfen jungen Mannes haben mir auch gut gefallen, auch wenn sie nicht immer ganz verst\u00e4ndlich waren. Die erste war die Titelgeschichte aus dem neuen Buch &#8220;Nichts, nichts&#8221;, da geht ein Mann mit seinen Eink\u00e4ufen nach Hause, wird auf dem Weg zu seiner Wohnung von seinem Cousin angerufen, der ihn sagt, er m\u00fcsse mit Maria sprechen, darauf schmei\u00dft er die Eink\u00e4ufe in den K\u00fchlschrank oder auf den Boden, sagt seiner Frau oder Partnerin nicht, was er hat und rennt wieder aus dem Haus, trifft im Supermarkt einen Bekannten, der ihn an den kranken Vater erinnert, dann geht er nach Haus, erz\u00e4hlt, da\u00df der Vater schon &#8220;ziemlich am Ende ist, sind wir das nicht alle?&#8221;, sagt die Freundin oder umgekehrt und der letzte Satz hei\u00dft &#8220;Nichts nichts&#8221;. Die zweite Geschichte aus dem anderen Buch war \u00e4hnlich, ein verst\u00f6rter Mann und ein sehr \u00e4hnlicher Satz \u00fcber Simonas Mutter, der Freundin seiner Frau &#8220;Wie geht es ihr, ist sie schon tot?&#8221;<br \/>\nAnna Weidenholzers Texte sind dagegen ein wenig weniger lakonisch, leben aber auch von Ausparungen. Sie hat 2010 den Erz\u00e4hlband, &#8220;Der Platz des Hundes&#8221; herausgebracht, den ich mir jetzt endlich zu lesen vorgenommen habe, wenn ich mit meiner Leseliste fertig bin und habe im Literaturgefl\u00fcster schon viel \u00fcber Anna Weidenholzer geschrieben, deren Name ich durch den FM4 Wettbewerb kennengelernt habe. Sie hatte auch einen Text in dem etcetera junge Literaturheft und bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/04\/die-welt-ist-uberall-anders\/\">Angelika Reitzers erste Textvorstellung<\/a> gelesen, ist 1984 geboren und jetzt auch in der GAV, obwohl sie daf\u00fcr fast zu wenige Texte eingereicht hat, sie ist Linzerin, lebt in Wien, hat als Journalistin gearbeitet, macht auch bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/03\/lockstoff\/\">Lockstoffen<\/a> mit.  Gelesen hat sie die sehr poetische Titelgeschichte &#8220;Zwischenzeit oder Der Platz des Hundes&#8221; von einem Leopold, der Motten im Mehl hat aus denen er st\u00e4ndig Palatschinken macht, er spielt Klavier in einem Altersheim, trinkt sehr viel Bier  und lebt in einer Zwischenzeit. Seine Frau scheint gestorben, so macht er die Palatschinken f\u00fcr sich und den Hund, der dann auch verschwindet, so da\u00df er alleine mit der Leine ins Wirtshaus geht. Eine sehr poetische Schilderung der Einsamkeit und des Alters einer sehr jungen Frau. Dann kam eine noch unver\u00f6ffentlichte Geschichte und das obligatorische Glas Wein, ich habe mich lange mit Anna Weidenholzer unterhalten, Lisa Spalt und Robert Prosser begr\u00fc\u00dft, die am Mittwoch lesen und sich Sorgen machten, da\u00df sie  zuwenig Publikum haben k\u00f6nnten, weil da auch der &#8220;Tag der Freiheit des Wortes&#8221; ist und in der Alten Schmiede soll auch eine Veranstaltung sein, dann bin ich nach Hause gegangen und habe, w\u00e4hrend ich  nach dem &#8220;Platz des Hundes&#8221; suchte, noch das Ende des <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/07\/im-klangtheater\/\">Andrea Winkler H\u00f6rspiels<\/a> geh\u00f6rt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Literaturhaus hat eine neue Leseschiene um die junge Literatur vorzustellen, zwar gab es schon von Barbara Zwiefelhofer, Thomas Ballhausen und Regina Hilber kuratierte &#8220;Zeichensetzung, Zeilenspr\u00fcnge&#8221;, da es aber nie genug junge Literatur geben kann, gibt es jetzt die Auftritte &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7267\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-7267","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7267","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7267"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7267\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7267"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7267"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7267"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}