{"id":7282,"date":"2011-06-09T00:36:56","date_gmt":"2011-06-08T22:36:56","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7282"},"modified":"2011-06-09T00:36:56","modified_gmt":"2011-06-08T22:36:56","slug":"zum-tag-der-freiheit-des-wortes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7282","title":{"rendered":"Zum Tag der Freiheit des Wortes"},"content":{"rendered":"<p>Wieder einmal Tag der Freiheit des Wortes, diese GAV- Gro\u00dfveranstaltung, die in den Achtzigerjahren von Josef Haslinger eingef\u00fchrt wurde, weil am 10. Mai 1933, die Nazis B\u00fccher verbrannten und an diesem Tag im NIG im H\u00f6rsaal eins daran erinnert wurde. Ein paar Mal war die Veranstaltung von G\u00f6sta Maier organisiert in Klagenfurt bzw. Villach, dann gab es sie ein paar Jahre nicht, bis ich sie urgierte, das war 2000, da hat sie dann Petra Ganglbauer organisiert, 2001 ich mit Schwierigkeiten mit Konstantin Kaiser, 2002 hat es Rolf Schwendter im Literaturhaus gemacht und von 2003 bis <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/12\/tag-der-freiheit-des-wortes\/\">2009<\/a> habe ich die Veranstaltung mit immer kleiner werdenden Budgetmitteln im Literaturhaus organisert, dann hat sich auch noch das Literaturhaus in den Ausschreibungstext eingemischt und die GAV hat beschlossen, da\u00df man nur mehr eine Veranstaltung pro Jahr machen kann, da habe ich mich, weil ich ja nicht so viel Unterst\u00fctzung hatte, f\u00fcr die Frauenlesung entschieden, die GAV hat die Veranstaltung wieder zur Vorstandssache gemacht und die Organisation Petra Ganglbauer \u00fcbergeben, die sie in den Juni und wieder in die Uni verlegte, so war sie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/10\/freiheit-des-wortes-2010\/\">voriges Jahr<\/a> im Campus, da habe ich gelesen, heuer war sie im Haupthaus im H\u00f6rsaal 41. Ich war nur als Zuh\u00f6rerin dort und habe den H\u00f6rsaal 41 auch nicht gleich gefunden, obwohl ich ja von 1973 bis 1973 dort studierte, als ich von Christoph Kepplinger, mit dem ich die Rolltreppe vom Schottentor hochgefahren bin, beim Seitengang hineingegangen bin, habe ich gleich zwei M\u00e4nner von der Security beim Eingang getroffen, das hat es in den Siebzigerjahren nicht gegeben und passt vielleicht auch schon zum Thema, das &#8220;Veranstaltung gegen Rassismus, Diskriminierung von Minderheiten und Integration ohne Anerkennung&#8221; hie\u00df.<br \/>\nEs gab achtzehn Leser, die von Petra Ganglbauer in verschiedenen Bl\u00f6cken eingeteilt wurden, G\u00fcnter Vallaster, der im vorigen Jahr mitorganisert hat, hat mit einer visuellen Collage zum Thema Angst begonnen, die auch auf Russisch \u00fcbersetzt war. Dann kam Marie Therese Kerschbaumer, hat sich an den aktuellen Anla\u00df bezogen und das Ende eines Textes gelesen, den sie schon 2005 in Mauthausen vorgetragen hat. Hilde Schm\u00f6lzer hat ein St\u00fcck aus dem Kapitel \u00fcber K\u00e4the Leichter aus der &#8220;Revolte der Frauen&#8221; gelesen, die 1942 von den Nazis vergast wurde. Dann kam Marlen Schachinger, die eine sehr poetische Sprache hat und  aus einem Romanprojekt las, wo  es um eine junge Philosophieprofessorin aus Havanna geht, die in Kuba die Perestroika einf\u00fchren will und durch Vermittlung ihres Vaters fl\u00fcchten kann.<br \/>\nDann kam der n\u00e4chste Themenblog, hier begann Sylvia Treudl mit einer wahren Geschichte, die sie, glaube ich auch schon bei der GV der IG Autoren erz\u00e4hlt hat, da hat sie dar\u00fcber berichtet, jetzt hat sie die Schwierigkeiten, die eine osteurop\u00e4ische Autorin mit einem Reisestipendium hatte, in eine \u00d6sterreichbeschimpfung verpackt, es &#8220;Willkommen herzlich&#8221; genannt und noch ein feministisches  Dialektgedicht dazugelesen. Barbara Neuwirths Text hie\u00df &#8220;Fremde suchen&#8221;, sie erz\u00e4hlte mir, da\u00df sie ihn extra f\u00fcr die Veranstaltung geschrieben hat, der mit &#8220;Du bist fremd, du f\u00fchlst dich fremd&#8221; begann und mit &#8220;Die Mischung von Vertrauten ver\u00e4ndert die Welt&#8221; endete.<br \/>\nMechthild Podzeit-L\u00fctjen hat ebenfalls eine sehr poetische Sprache und auch immer orignielle Einf\u00e4lle ihre Texte zu gestalten. So handelte &#8220;Zugbr\u00fccke hoch oder car checking&#8221;, in etwas bizarrer Form die Angst vor dem Fremden und von der Bedrohung, die von ihnen ausgeht, ab. Gutgemeinte Ratschl\u00e4ge zum Schutz des Eigentums und der Handtaschen k\u00f6nnte man es etwa nennen und die Sprachgewalt in Mechthild Podzeit-L\u00fctjens Texte ist auch immer enorm. Ilse Kilics Text begann mit &#8220;Ich habe mir vorgenommen von der Umwelt zu sprechen&#8221; und wiederholte das mehrmals. Der Fragebogen zum \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck kam darin vor, der sich nicht mit B\u00fcchern besch\u00e4ftigt und die Schriftsteller und die Schriftstellerinnen, die bei den Umverteilungsdebatten \u00fcblicherweise auch durch den Rost fallen. Fritz Widhalms Text war ein Gedicht im Blocksatz und behandelte die entartete Musik im dritten Reich und Erika Kronabitters  &#8220;Die Verpackerin&#8221; hat mich am meisten \u00fcberrascht, begann er doch \u00e4hnlich, wie der von Barbara Neuwirth. Da kommt eine her, f\u00fchlt sich fremd, versteht die Sprache nicht und hat auch keine Zeit sie zu lernen, wird sie doch in einem Chinarestaurant ausgen\u00fctzt, dann vermittelte sie ihre Lehrerin in eine Versandfirma und sie beginnt den Kunden, wenn die gew\u00fcnschten Waren nicht da sind, andere zu schicken, die beschweren sich, bis sie anf\u00e4ngt unterst\u00fctzt von der Lehrerin Briefe an die Kunden zu schreiben, &#8220;liebe Bestellerin des blauen Kleides, ich schicke Ihnen eines in der Farbe des mongolischen Himmels, meiner Heimat&#8221; und alle sind zufrieden und Deutsch hat sie offensichtlich auch sehr gut gelernt.<br \/>\nNach der Pause zeigte Thomas Northoff wieder seine Graffitis. Walter Bacos Text hie\u00df &#8220;Menschenjagd&#8221;, da bestellen sich die Kannibalen in einem Reiseb\u00fcro Touristen. Sabine Gruber las ein St\u00fcck aus ihrem letzen Roman und Reinhold Schrappeneder zwei Szenen \u00fcber einen Herrn Kestranek, der sich im Fernsehen Berichte \u00fcber hingerichtete Schwarze ansieht und in der Nacht Alptr\u00e4ume hat, weil er glaubt, da\u00df er w\u00e4hrend einer Abschiebung erstickt. Hilde Langthaler setzte sich mit dem Begriff &#8220;Rassismus&#8221; auseinander. Sophie Reyer las sehr poetisch von einem Kind, das war dann schon die Abteilung &#8220;Frauen&#8221;. Hier folgte Judith Gruber-Rizy mit einem Ausschnitt eines neuen Rosa-Romans, der im K\u00fcnstlermilieu spielt, &#8220;high heels&#8221; hie\u00df und sich mit den chauvinistischen Ansichten der bildenden K\u00fcnstler auseinandersetzt, w\u00e4hrend die rebellischen K\u00fcnstlerinnen malen.<br \/>\nAm Schlu\u00df wurde es noch einmal poetisch mit Rolf Schwendter und einer aktualisierten Fassung seines &#8220;Tags der Freiheit des Wortes&#8221;. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal Tag der Freiheit des Wortes, diese GAV- Gro\u00dfveranstaltung, die in den Achtzigerjahren von Josef Haslinger eingef\u00fchrt wurde, weil am 10. 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