{"id":73076,"date":"2019-08-01T00:09:25","date_gmt":"2019-07-31T22:09:25","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=73076"},"modified":"2019-08-01T00:09:25","modified_gmt":"2019-07-31T22:09:25","slug":"graue-bienen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=73076","title":{"rendered":"Graue Bienen"},"content":{"rendered":"<p>Bienen scheinen derzeit ja Angesichts der Klimakatastrophen und der &#8220;Fridays for Future-Bewegung&#8221; sehr in Mode zu sein und so hat sich au\u00dfer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/07\/19\/winterbienen\/\">Norbert Scheuer<\/a> auch Andrej Kurkow damit besch\u00e4ftigt. Auf das Buch hat mich der Blog &#8220;Mikka liest&#8221;, der mir seit kurzem folgt, aufmerksam gemacht und da ich ja sehr neugierig bin, habe ich das Buch gleich angefragt und ich mu\u00df sagen, die &#8220;Grauen Bienen&#8221; haben mich mehr begeistert, als, die des Winters, was wohl daran liegen mag, da\u00df der 1961 in St. Petersburg geborene und in Kiew lebende Autor, der Klavier spielt und elf Sprachen spricht, ein sehr schelmischer und skurriler ist, das aber mit so feiner Klinge betreibt, da\u00df es<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/23\/ueber-humor-und-ironie\/\"> auch mir gef\u00e4llt<\/a>.<\/p>\n<p>Kennengelernt habe ich ihm durch sein &#8220;Picknick auf dem Eis&#8221;, das &#8220;Diogenes-TB&#8221; habe ich mir um den Gutschein besorgt, den ich vor Jahren f\u00fcr eine &#8220;Thalia-Kundenrezension&#8221; bekommen habe und dann habe ich den Autor mehrmals bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/17\/ukrainisches-wochenende\/\">Lesungen<\/a> getroffen, an eine in der Kunsthalle kann ich mich\u00a0 erinnern, da\u00df ich mich mit ihm unterhalten habe.<\/p>\n<p>Auf der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/18\/eroffnung-der-lesefestwoche\/\">&#8220;Buch-Wien&#8221;<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/12\/dritter-messetag\/\">hat er mehrmals gelesen<\/a>, den<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/20\/der-wahrhaftige-volkskontrolleur\/\"> &#8220;Wahrhaftigen Volkskontrolleur&#8221;<\/a>, habe ich mir von ihm dort signieren lassen, den &#8220;Unbeugsamen Pagagei&#8221;, glaube ich, bei einem der Literaturhaus-Flohm\u00e4rkte gekauft, aber noch nicht gelesen und in meinem Bibliothekskatalog habe ich gesehen, da\u00df ich auch das &#8220;Ukrainische Tagebuch&#8221; in meinen Regalen habe, aber daran kann ich mich nicht erinnern, wohl aber, wo ich Andrej Kurkow das letzte Mal geh\u00f6rt und gesehen habe, das war anl\u00e4\u00dflich der letzten &#8220;Buch Wien&#8221; in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/11\/von-der-elften-buch-wien\/\">&#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221;<\/a>, da hat er aus der &#8220;Katografie der Freiheit&#8221;, gelesen und das Buch hat, glaube ich, wenn ich mich nicht irre, Cornelius Hell auch bei der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/12\/18\/winter-lese-auslese\/\">&#8220;Winter-Lesart&#8221;<\/a> empfohlen.<\/p>\n<p>Das Buch habe ich ebenfalls nicht gelesen, so da\u00df ich es nicht beurteilen, sondern nur von den &#8220;Grauen Bienen&#8221; schw\u00e4rmen und es allen an dem Krieg in der Ukraine interessierten, mit dem ich mich ja auch sowohl in meinem Lesen als auch<a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sommer.html\"> im<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_miranda.html\">Schreiben<\/a> besch\u00f6ftigt habe, empfehlen kann.<\/p>\n<p>Es geht um ein kleines Dorf\u00a0 in der N\u00e4he von Donezk, eingeklemmt zwischen der russischen und der ukrainischen Kampfzone, dort gibt es nur drei Stra\u00dfen und es leben auch nur noch zwei Menschen in ihm.<\/p>\n<p>Sergej, der Protagonist und sein Freundfeind Paschka. Die Kirche ist zerbomt von dort holt Sergej sich die Kerzen, denn es gibt keinen Strom im Dorf, auch keinen Laden und eigentlich nichts, au\u00dfer den beidenM\u00e4nnern und den Bienen, denn Sergej ist Bienenz\u00fcchter und hat sechs St\u00f6cke.<\/p>\n<p>Er wird von dem Soldaten Petro besucht, der sein Handy aufl\u00e4dt und ihm eine Granate schenkt. Er findet im Schnee, das Buch beginnt im Winter, einen toten Soldaten, bedeckt ihn und findet seinen Rucksack, in dem sich S\u00fc\u00dfigkeiten befinden.<\/p>\n<p>Weil er schon lange keine Eier mehr gegessen hat, geht er ins n\u00e4chste Dorf, um sie gegen Honig einzutauschen. Dort fragen ihn Kinder nach dem Weihnachtsmann, der ihnen S\u00fc\u00dfigkeiten versprochen hat. So tr\u00e4gt er den Rucksack zu ihnen. Daf\u00fcr bekommt er Schmalz geschenkt und weil ihm im\u00a0 Dorf langweilig ist, tauscht er auch die Stra\u00dfennamen, die Lenin- und die Schwetschenkostra\u00dfe, beziehungsweise, deren Schilder aus.<\/p>\n<p>Der Sommer kommt und da m\u00fc\u00dfen die Bienen aus den St\u00f6cken und weil sie das aber nicht in einer so unruhigen Gegend, wo Nachts die Granaten fliegen, tun k\u00f6nnen, verl\u00e4dt er die St\u00f6cke auf sein altes Auto und f\u00e4hrt mit ihnen in frielichere Gegenden.<\/p>\n<p>Dort campiert er\u00a0 in einem kleinen St\u00e4dtchen, freudet sich mit der Verk\u00e4uferin des Ladens an, die ihn mit Essen und Lebensmittel versorgt und ihn auch bei sich duschen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Die Fenster seines Autos werden aber eines Nachts von einem traumatisierten betrunkenen Ex- Soldaten eingeschlagen, da, da\u00df er mit den Bienen an die Krim fl\u00fcchtet.<\/p>\n<p>Da ist aber die russische Zone. So hat er Einreiseschwierigkeiten, bekommt aber von den Journalisten, die seine Geschichte h\u00f6ren sollen, das Geld f\u00fcr die Autorreperatur geschenkt, die nie geschieht, denn in der Krim, will er einen tatarischen Bienenz\u00fcchter besuchen, den er einmal auf einer solchen Tagung kennengelernt hat.<\/p>\n<p>Der wurde aber schon vor zwei Jahren von den Russen abgeholt und als ihn dessen Frau zur Polizei schickt, um nach ihm zu fragen, erf\u00e4hrt er, da\u00df er tot ist. Und als Sergej, als in dem St\u00e4dtchen der Strom ausf\u00e4llt, der Witwe, die ihn freundlich aufnimmt und seine Biene neben den ihren aufstellen l\u00e4\u00dft, seine Kerzen schenkt, wird ihr Sohn wegen Kirchenraubs verhaftet und erpresst, in die Armee einzutreten.<\/p>\n<p>So bittet ihn die Witwe, die Tochter \u00fcber die ukarinische Grenze zu bringen. Sie soll dort studieren, wo Sergejs Ex-Frau mit seiner Tochter Angelina lebt und Sergej kehrt wieder zur\u00fcck in sein D\u00f6rfchen, weil dort die kostenlose Kohlenlieferung kommt, die aber nur an Anwesende ausgegeben wird.<\/p>\n<p>Ein skurilles Buch, das sich leicht und angenehm liest und einem trotzdem viel \u00fcber die Zust\u00e4nde in den ukrainischen D\u00f6rfern und den Spannungen, die dort herrschen, aufmerksam machen und mich die scheinbar naiven Gedanken des Sergej Sergejitsch mit denen er sich mit Gott und die Welt und den Zust\u00e4nden, die in ihr herrschen, besch\u00e4ftigt, sehr beeindruckt haben, so da\u00df ich sehr froh \u00fcber die Empfehlung und, da\u00df ich es noch vor meinem Urlaub lesen konnte, bin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bienen scheinen derzeit ja Angesichts der Klimakatastrophen und der &#8220;Fridays for Future-Bewegung&#8221; sehr in Mode zu sein und so hat sich au\u00dfer Norbert Scheuer auch Andrej Kurkow damit besch\u00e4ftigt. 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