{"id":7326,"date":"2011-06-13T10:06:53","date_gmt":"2011-06-13T08:06:53","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7326"},"modified":"2011-06-13T10:06:53","modified_gmt":"2011-06-13T08:06:53","slug":"todliche-therapie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7326","title":{"rendered":"T\u00f6dliche Therapie"},"content":{"rendered":"<p>Eva Rossmann gibt, glaube ich, bei Interwievs \u00f6fter die Amerikanerin Sara Paretsky als Vorbild f\u00fcr das Krimi-Schreiben an, so habe ich bei &#8220;T\u00f6dliche Therapie&#8221; gerne in den B\u00fccherschrank gegriffen und das Buch \u00fcber Pfingsten gelesen, weil ich Krimi ja sehr gern lese, obwohl ich gegen Gewalt bin und mich deshalb beim Schreiben immer um die Morde dr\u00fccke, weil die nicht realistisch sind, das andere aber schon, zumindest bei den Krimis, die derzeit in Mode sind. Durch die schwedischen Vorbilder kommt man da in Milieus hinein, die man sonst vielleicht nur in der psychotherapeutischen Praxis findet und spannend sind sie auch. Deshalb werden sie ja, behaupte ich mal, so gern gelesen und gestern war auch Eva Rossmann zum Fr\u00fchst\u00fcck in \u00d61 und hat dar\u00fcber geplaudert, was sie an Krimis mag. Da habe ich nur ein bi\u00dfchen in die Vorschau hineingeh\u00f6rt, weil ich zu Korrigieren hatte, habe aber am letzten Sonntag mit Sara oder Sarah Wipauer im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/06\/anno-literatur-sonntag\/\">Cafe Anno<\/a> auch kurz \u00fcber Krimis diskutiert, als wir \u00fcber die B\u00fccherschr\u00e4nke und was man dort findet, sprachen. Sie mag keine, hat sie gesagt, weil sie ihr zuviel Handlung oder L\u00f6sung haben. Ich finde sie, wie erw\u00e4hnt spannend, habe nur das Gewaltproblem, weil ich denke, da\u00df man auch in der Phantasie nicht so viel morden mu\u00df, das Leben ist gewaltsam genug und habe auch ein bi\u00dfchen gebraucht, um in die hochgelobten Romane der amerikanischen Feministin um ihre V.I. Warshawski hineinzukommen. Am Anfang war mir der Umgangston zu r\u00fcde und ich dachte, so geht man auch mit einem chauvinistischen mexikanischen Jungen nicht um. Ihre Art Amerika zu schildern ist aber faszinierend und man bekommt man bei der Schilderung des amerikanischen Gesundheitssystem auch gleich das Schaudern und denkt sich verw\u00f6hnt durch unser \u00f6sterreichisches, kaum zu glauben, da\u00df sowas m\u00f6glich ist. Vic Warshawski, die Seriendetektivin, hat eine Freundin, die \u00c4rztin Lotty Herschel, &#8220;in dem von den Nazis besetzten Wien aufgewachsen und 1938 gefl\u00fcchtet&#8221;, wodurch sie eine Polizeiphobie entwickelte, das glaube ich, kann nicht so ganz stimmen, denn die Nazis sind ja erst 1938 offiziell nach Wien gekommen.  Lotty Herschel ist also eine ber\u00fchmte Gyn\u00e4kologin mit einem schwarzen Partner und einer mexikanischen Krankenschwester und deren sechzehnj\u00e4hrige Schwester hat Diabetes und sich von dem sch\u00f6nen Fabiano schw\u00e4ngern lassen. Sie will nicht abtreiben, also mu\u00df sie den Filou heiraten und begleitet ihn zu seiner Arbeitsstelle, da setzen bei ihr, sie ist im siebenten Monat, die Wehen ein und Lotty Herschel empfiehlt das Friendship-Krankenhaus, weil es eine vollausgestattete Fr\u00fchgeborenenstation hat. Dort mu\u00df sich aber V.I mit dem Aufnahmepersonal herumstreiten, ob sie sie behalten oder weil nicht zahlungskr\u00e4ftig in ein st\u00e4dtisches Krankenhaus verlegen. Sie behalten sie dann doch und es stirbt zuerst das Kind, sp\u00e4ter die Mutter und Dr. Herschels Partner, der zur Unterst\u00fctzung kam, wird ermordet aufgefunden und seine Wohnung durchw\u00fchlt. Der Krankenhausverwalter hat dem jungen Kindesvater f\u00fcnftausend Dollar als Schweigegeld geboten, wof\u00fcr der sich ein Auto kauft und Vic wird von Dr. Herschel und Dr. Malcolm Tregieres Freundin bedr\u00e4ngt, den Fall zu untersuchen, was sie zuerst nicht will. Sie tut es widerstrebend doch, ger\u00e4t in die H\u00f6lle einer Jugendgang, bei der sie Fabiano wiederfindet und erh\u00e4lt einen Schnitt in die Wange, weil sie den Chef der Gang einmal falsch pflichtverteidigt hat. Inzwischen meldet sich der Arzt des Friedship-Hospitals, der Consuelo schlie\u00dflich doch behandelt hat und f\u00e4ngt mit Vic eine Beziehung an. Die Abtreibungsgegner demonstrieren vor Dr. Herschls Praxis und demolieren diese und Consuelos Akte ist auch nicht zu finden, so da\u00df Vic, nachdem sie herausbekommen hat, da\u00df ihr Ex, ein superteurer Anwalt, die Abtreibungsgegner verteidigt, in deren B\u00fcro eindringt, um die Akten zu stehlen, weil sie wissen will, wer ihren Dick bezahlt. Dr. Burgoyne, der Vic mit den Akten nach Hause kommen sieht, \u00fcberredet sie, die Nacht mit ihm woanders zu verbringen. Am Morgen sind die Akten weg und Vics Nachbar, ein pensionierter Schlo\u00dfer, der auf ihre Wohnung aufpasste, schwer verletzt. Sie beginnt nun Dr. Burgoyne zu verd\u00e4chtigen. Dr. Herschl wird auch angezeigt und als sie nach Consuelos Akte bei der Gesundheitsbeh\u00f6rde suchen, bekommen sie heraus, es wurde auch dort geschlampt. Eine wahnsinnige Verfolgungsjagd beginnt und Vics Methoden sind nicht polizeierlaubt. Zieht sie sich doch einen wei\u00dfen Kittel an und beginnt in der Nacht alles im Friendship zu kopieren, sie beobachtet dabei auch ihren Peter und erf\u00e4hrt, da\u00df er auf einem Kongre\u00df \u00fcber Fruchtwasserprobleme referieren soll. Vic schleust sich dort mit einem Polizisten, einem Journalisten und Dr. Herschl ein und schmuggelt Dr. Burgoynes Bericht zu den Dias, so da\u00df alle die Fehler, die dort passierten, sehen, die Tagung unterbrochen wird und Vic mit dem Polizisten Dr. Burgoyne die Pistole auf den Verwaltungsdirektor richten sieht, wo er ihn zu einem Gest\u00e4ndnis zwingt, dann dr\u00fcckt Dr. Burgoyne die Pistole an seiner Schl\u00e4fe ab und Vic hat alle H\u00e4nde zu tun, ihrem Dirk zu beweisen, da\u00df das nicht die Aussage eines Geistesgest\u00f6rten war, was nach einer abenteuerlichen Fahrt auf der Autobahn mit \u00fcberh\u00f6hter Geschwindigkeit auch gelingt. Der Verwaltungsdirektor und Sergio, das Haupt der L\u00f6wen, kommen ins Gef\u00e4ngnis und Vic k\u00fcmmert sich liebevoll um ihren genesenden Nachbarn und Dr. Burgoynes Hund.<br \/>\nAuf der letzten Seite stehen die \u00fcblichen Danksagungen, auf der man sehr gut die Recherche nachverfolgen kann, die man beim Schreiben eines solchen Kriminalromanes macht, alle \u00c4hnlichkeiten nat\u00fcrlich zuf\u00e4llig und erfunden.<br \/>\n&#8220;Sara Paretsky wurde 1947 in Kansas geboren und promovierte in Geschichte. Sie lebt in Chicago. Ihre Kriminalromane in deren Mittelpunkt die Privatdetektivin i.V. Warshawski steht und deren Schauplatz Chicago ist, wurden in viele Sprachen \u00fcbersetzt und erfolgreich verfilmt.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eva Rossmann gibt, glaube ich, bei Interwievs \u00f6fter die Amerikanerin Sara Paretsky als Vorbild f\u00fcr das Krimi-Schreiben an, so habe ich bei &#8220;T\u00f6dliche Therapie&#8221; gerne in den B\u00fccherschrank gegriffen und das Buch \u00fcber Pfingsten gelesen, weil ich Krimi ja sehr &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7326\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-7326","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7326\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}