{"id":74281,"date":"2019-09-06T17:10:16","date_gmt":"2019-09-06T15:10:16","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=74281"},"modified":"2019-09-06T17:10:16","modified_gmt":"2019-09-06T15:10:16","slug":"zu-felix-saltens-hundertfuenzigsten-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=74281","title":{"rendered":"Zu Felix Saltens hundertf\u00fcnfzigsten Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p>Der am 6. September 1869 geborene und 1945 gstorbene Felix Salten, Autor von &#8220;Bambi&#8221;, vom &#8220;Wurstlprater&#8221; und vielleicht auch von der &#8220;Josefine Mutzenbacher&#8221;, feiert seinen hundertf\u00fcnfzigsten Geburtstag, was offenbar ein Anla\u00df f\u00fcr die Wien-Bibliothek war, seinen Nachla\u00df aufzukaufen und aus diesem Grund gab es auch am Donnerstag und am Freitag eine Tagung von der &#8220;Wien Bibliothek&#8221;\u00a0 im Rathaus.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df ich von Salten einige B\u00fccher in meinen Regalen habe, den &#8220;Wurstlprater&#8221; hat mir die Hansi Berger geschenkt und sonst wu\u00dfte ich einiges, aber nicht besonders \u00fcber ihn, so bin ich begierig in den Wappensaal gewandert, habe mir den Donnerstag und Freitag f\u00fcr ihn freigehalten und wurde auch nicht entt\u00e4uscht, obwohl das Symposium vielleicht ein wenig anders, wie erwartet und sonst \u00fcblich war.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, Marcel Atze begann mit seiner Rolle im Nationalsozalismus, da wurde Salten, als Jude nat\u00fcrlich sehr verfolgt und mu\u00dfte viel von seinem Verm\u00f6gen abgeben, bis er endlich zu seiner Tochter, die schon mit einem Schweizer verheiratet war, dorthin auswandern mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Dann kamen erst ein paar Beitr\u00e4ge zu seiner Biografie. In Ungarn, glaube ich, geboren, Redakteuer in der &#8220;Freien Presse&#8221;, einige uneheliche Kinder, verheiratet mit der Schauspielerin Ottilie\u00a0 Metzl, Mitglied des Jungen Wiens&#8221;, befreundet mit Arthur Schnitzerund Erzfeind von Karl Kraus, zumindestens gab es ein Referat dar\u00fcber, das berichtete, wie sehr er sich mit ihm duelliertm beziehungsweise es Ohrfeigen im Cafe Griensteidl gegeben hat.<\/p>\n<p>Mit Hermann Bahr war er auch befreundet und ein Teil seiner Familie, das hei\u00dft, die ehelichen oder unehelichen Enkelkinder waren mit ihren Familen da.<\/p>\n<p>Die Enkeltochter Lea Wyler gestaltete mit Marcel Atze das Abendprogramm und erz\u00e4hlte \u00fcber ihren Gro\u00dfvater, den sie eigentlich nicht bewu\u00dft erlebt hat, beziehungsweise \u00fcber den Rechtstreit der Familie bez\u00fcglich &#8220;Bambi&#8221;, denn da haben ihm ja &#8220;Warner Brothers&#8221; um tausend Dollars die rechte abgekauft. Disney hat den Film gedreht und daran verdient, w\u00e4hrend niemand Saltens &#8220;Bambi&#8221; und auch\u00a0 seine anderen, glaube ich, zweiundf\u00fcnzig B\u00fccher gelesen hat.<\/p>\n<p>Um das ein bi\u00dfchen nachzuholen gab es am Abend eine Lesung, wo Wolfram Berger einige Texte las.Dann gab es Brot und Wein, wo ich mich mit der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/05\/22\/anton-wildganspreis-2018\/\">Angela und dem Josef s<\/a>ehr intensiv unterhalten habe und am Freitag ging es dann, was f\u00fcr mich \u00fcberraschend war, mit dem Referat des stellvertretenden Direktor und, ich glaube, auch Leiter der Musikabteilung Thomas Aigner f\u00fcr mich sehr \u00fcberraschend mit einem Vortrag &#8220;Dreierlei Musikalisches&#8221; weiter, denn Felix Salten und Musik, fragt sich die literaturwissenschaftliche Laiin und war auch dann erstaunt, als sie h\u00f6rte, da\u00df es da um Adele Strau\u00df ging, die, als sie Witwe war, die Musik ihres Gattens zu Geld machen wollte und daf\u00fcr s\u00e4mtliche Operetten umschreiben und neuauflegen lie\u00df und Felix Salten hatte Erstens ein Theater, Zweitens wirkte er als Librettist, obwohl ich ihn bisher nicht so gesehen habe.<\/p>\n<p>Das was ich mir eigentlich von der Tagung erwartet habe, n\u00e4mlich Einblick in Saltens literarisches Werk zu bekommen, w\u00e4re wohl im Vortrag von Konstanze Fliedl &#8220;Zu Felix Saltens fr\u00fcher Novelistik&#8221; gekommen, aber die war nicht da, so ging es mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/05\/01\/alles-muss-man-selber-machen\/\">Daniela Strigl<\/a> weiter und die stellte den Pferderoman &#8220;Florian&#8221; vor, wo es um einen Lipizzaner ging, der mit dem Zerfall der Monarchie auch seinen pers\u00f6nlichen Niedergang erlebte.<\/p>\n<p>Dann wurde es interessant, denn es ging um die &#8220;Mutzenbacher&#8221;, wo man ja immer h\u00f6rt, da\u00df sie Salten geschrieben hat und dann wieder, da\u00df das noch nicht sicher ist oder sogar erwiesen w\u00e4re, da\u00df ein Ernst Klein sie geschrieben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Erben haben jedenfalls darum prozessiert, aber nicht Recht bekommen, weil sich auch im Nachla\u00df von Salten keineHinweis auf seine diesbez\u00fcgliche Autorenschaft findet und so fand ich das Referat vonMurray G. Hall sehr aufschlu\u00dfreich, obwohl es mir pers\u00f6nlich eigentlich ganz egal ist, wer die &#8220;Geschichte einer Wienerischen Dirne&#8221; geschrieben hat und man zu den Entstehungszeiten, das wohl auch noch geheimhalten hat m\u00fc\u00dfen, weil man sonst ins Gef\u00e4ngnis gekommen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Am Schlu\u00df gab Marce Atze noch Ausblick auf eine Ausstellung, die n\u00e4chsten Oktober zum f\u00fcnfundsiebzigsten Todestag des Meisters im Wien Museum stattfinden wird und der Tagungsband wird dann auch vorgestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der am 6. 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