{"id":7512,"date":"2011-06-28T23:06:43","date_gmt":"2011-06-28T21:06:43","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7512"},"modified":"2011-06-28T23:06:43","modified_gmt":"2011-06-28T21:06:43","slug":"exkursionen-zum-verklarten-fremden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7512","title":{"rendered":"Exkursionen zum verkl\u00e4rten Fremden"},"content":{"rendered":"<p>Rom und Mexiko in der Alten Schmiede, hat da ja zuerst im Keller J\u00fcrgen Lagger seinen Roman &#8220;Citta Morta&#8221; vorgestellt. Der 1967 in Villach Geborene studierte Architektur, ist Verleger beim Luftschachverlag und ich lese immer gerne die Diskussionen um die FM4 Anthologie, die dort herausgegeben wird im Internet, seit 2002 in der GAV und der Rom-Text &#8220;Citta Morta&#8221; wurde von Kurt Neumann als siebenteiliges Prosawerk vorgestellt, in dem ein Ich-Erz\u00e4hler nach Rom reist, dort eine Liebesbeziehung beginnt und durch beobachten die Stadt Rom erlebt oder in ihr aufgeht. Im siebenten Teil wird das alles dann noch einmal aufgerollt und neugeordnet, es gibt auch in kursiven Texten verschiedene Anspielungen und Zitate auf andere Rom-Literatur. So kommt Thomas Mann &#8220;Tod in Venedig&#8221; nat\u00fcrlich vor, Friederike Mayr\u00f6cker, aber auch Josef Winklers &#8220;Natura Morta&#8221;. Mir ist da <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/26\/fruhling-in-der-via-condotti\/\">Gustav Ernst &#8220;Fr\u00fchling in<\/a> der Via Condotti&#8221; eingefallen, weil ich das ja k\u00fcrzlich gelesen habe und Linda Stifts Rom-Anthologie habe ich ja auch noch immer nicht gelesen, aber J\u00fcrgen Laggers Text hat wahrscheinlich einen poetischeren Anspruch und offenbar auch keine wirkliche Handlung, da der Ich-Erz\u00e4hler haupts\u00e4chlich ein Beobachter ist, der die  Athmosph\u00e4re und die Ann\u00e4herung an die ewige oder auch tote Stadt entstehen l\u00e4\u00dft. So begann J\u00fcrgen Lagger auch gleich mit dem Anfang und da kommt wieder einer am Bahnhof an, wird dort gleich von Hotelkeilern umgarnt und von Leuten angesprochen, die ihm um f\u00fcnfunddrei\u00dfig Euro \u00fcberall hinbringen wollen, aber er hat schon ein Zimmer und einen Schl\u00fc\u00dfel dazu, liegt dann auf einem alten Bett mit einer schmutzigen Matratze und geht sp\u00e4ter in eine Pizzeria essen, wo er sieht, da\u00df der Kellner zwei eine nordische Sprache sprechende junge Leute, um eine Flasche Wein prellt.<br \/>\n&#8220;Ich k\u00f6nnte auch ein Schwede sein!&#8221;, sein ist so eine Wortwiederholung, die mehrmals auftauchte. Kurt Neumann meinte im anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch, da\u00df man beim Lesen merken w\u00fcrde, da\u00df die Wiederholungen die Handlung weiterbringen und einen besonderen Sinn haben. Mir sind ein paar sch\u00f6ne Formulierungen dabei aufgefallen. Beginnen tut es mit einem Thomas Mann Zitat, der im Text eine gro\u00dfe Rolle spielt und J\u00fcrgen Lagger erkl\u00e4rte auf Kurt Neumanns Frage, wie so ein Text entsteht, da\u00df er zuerst sieben Kurzgeschichten schreiben, dann aus dem ganzen einen l\u00e4ngeren Text machen wollte, schlie\u00dflich ist er zu dieser Form gekommen. Danach ging es in den Schmiederaum. Dort war es voller, es war auch Ruth Asp\u00f6ck da, die zu der Lesung von Renata Zuniga gekommen ist. Die 1957 geborene Renata Zuniga, die diplomierte Dolmetscherin f\u00fcr Spanisch und Franz\u00f6sisch ist und in der Alten Schmiede eine der Moderatorinnen der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/06\/sophie-hungers-in-der-alten-schmiede\/\">Textvorstellungen<\/a> ist, reist viel herum und offenbar war sie auch oft in Mexiko und da ist eine offenbar noch unver\u00f6ffentliche Erz\u00e4hlung &#8220;Viele sind Raben&#8221; bzw. viel Textmaterial entstanden, aus dem sie vorgelesen hat. Es ist in Mexiko auch ein Film \u00fcber die Kinder eines indigenen Dorfes entstanden und angeregt wurde sie zu den Mexikoreisen offenbar durch die Lekt\u00fcre von Carlos Castaneda. So ist sie nach Mexiko-City gekommen, war dort von dem L\u00e4rm und der Hektik entt\u00e4uscht, fl\u00fcchtete nach Cancun und mietete sich f\u00fcr drei Monate in eine H\u00fctte ein, dann schlug sie aber an drei Abenden in der Bibel die gleiche Stelle auf, da\u00df sie ihr Gl\u00fcck in der W\u00fcnste machen w\u00fcrde, so da\u00df sie in den Norden reiste, wo es keinen Tourismus und keine alleinreisende Frauen gibt und dort nach den indigenen D\u00f6rfern und Schmamanen suchte, die sie auch fand, so da\u00df sie noch einmal zur\u00fcckkam und mit den Kindern einen Trickfilm herstellte, den sie anschlie\u00dfend zeigte, denn Renate Zuniga ist auch Filmemacherin.<br \/>\nIch bin dann noch mit Ruth Asp\u00f6ck die  K\u00e4rntnerstra\u00dfe hinuntergegangen und habe mit ihr diskutiert, ob ich undiplomatisch bin. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rom und Mexiko in der Alten Schmiede, hat da ja zuerst im Keller J\u00fcrgen Lagger seinen Roman &#8220;Citta Morta&#8221; vorgestellt. 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