{"id":77588,"date":"2019-11-23T00:55:25","date_gmt":"2019-11-22T23:55:25","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=77588"},"modified":"2019-11-23T00:55:25","modified_gmt":"2019-11-22T23:55:25","slug":"blaumann","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=77588","title":{"rendered":"Blaumann"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/09\/21\/flammenwand\/\">Buch<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/09\/28\/das-fluessige-land\/\">sechs<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=77431\"> des<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/\"> \u00f6stBps<\/a>,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/11\/20\/mutter-brennt\/\"> langsam<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/11\/09\/die-nachkommende\/\"> wird es was<\/a> und ein, wie es, glaube ich auf der Werbeschiene hei\u00dft, nach Franz Innershofers\u00a0 wieder mal ein Text zur Arbeitswelt, da gibt ja eher wenige in der Literatur, weil die Schriftsteller da vielleicht auch wenig Einblick haben, des 1975 in M\u00fcrzzuschlag geborenen Harald Darer, den ich bei einer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/23\/unerleuchtet-in-die-alte-schmiede\/\">&#8220;Kolik-Lesung&#8221;<\/a> im Schauspielhaus kennenlernte und von dem ich<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/03\/herzkorper\/\"> &#8220;Herzk\u00f6rper&#8221;<\/a> gelesen habe.<\/p>\n<p>Sehr viel <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/11\/21\/thomas-bernhard-als-graphic-novel\/\">Thomas Bernhard<\/a> ist dabei, kann ich verraten und nat\u00fcrlich, das bitterb\u00f6s total skurill Komische, wie es schon der Klappentext verspricht und ich eigentlich nicht so mag und denke, da\u00df man die Arbeitswelt ja auch realistisch schildern k\u00f6nnte, als sie zu verarschen.<\/p>\n<p>Da ist also der Ich-Erz\u00e4hler, der hat seinem Lehrlingskollegen Frank Sonnenschein versprochen, sich f\u00fcnfundzwanzig Jahre nach ihrem Lehrabschlu\u00df wieder an der Stelle, wo sie sich kennenlernten, zu treffen. jJetzt ist es soweit und die Frau dr\u00e4ngt den Helden hinzufahren, weil sie, wie er vermutet mit ihrer Freundin nach Prag will.<\/p>\n<p>So tut er es. Frankenschein, wie er den Lehrlingskollegen immer nannte, kommt nicht. So sinniert er \u00fcber seine Lehre nach und das ist, stimmt sehr skurril.<\/p>\n<p>Zuerst kommt die Szene, wo er im TGM gemobbt wurde und die Schule verlassen mu\u00df. Der Vater bietet ihm drei Lehrstellenversuche an, so landet er beim &#8220;Elektrogeier&#8221;, wo er nichts lernt, denn der Juniorchef ist ein Looser, hat im Keller ein Reptilienkabinett, wo der Held, die Tiere f\u00fcttern mu\u00df, macht seine blauen Briefe nicht auf.<\/p>\n<p>Der Lehrling wird aber erst dem behinderten Kollegen zugeteilt, der vom Chef wegen der Behindertenpr\u00e4mie eingestellt wurde. Der soll reperieren, tauscht aber meistens die Ger\u00e4te nur aus und f\u00e4hrt mit dem Erz\u00e4hler ins &#8220;Siechenheim&#8221;, sprich, ins Altenpflegeheim, wo er dem am n\u00e4chst Sterbenden, den Fernseher vom zuletzt Verstorbenen teuer verkauft. Schlie\u00dflich kommt der Held an den Bau, da mu\u00df er stemmen, holt sich H\u00e4morrhoiden, was auch sehr \u00fcbertrieben geschildert wird, freundet sich aber mit den Hausparteien, deren Wohnungen zerl\u00f6chert werden, an, was wieder einige skurille Geschichten gibt, von denen manche, ich gebe es zu, durchaus spannend zu lesen waren.<\/p>\n<p>Zum Beispiel die. wo er im Spital liegt, die junge \u00c4rztin einem alten Mann am brandigen Fu\u00df was wegs\u00e4belt, st\u00e4ndig &#8220;Sie sind sehr gtapfer!&#8221;, zu ihm sagt, w\u00e4hrend der Primar Essiggurkeln und Kantwursht in sich hineinmampft, nun die ist eher unappetitlich, da\u00df aber die Enkel vergessen die Sportzeitung f\u00fcr denOpa zu kaufen, ihm dann aber den F\u00fcnfhunderter aus dem Geldb\u00f6rserl klauen, war sehr beeindruckend.<\/p>\n<p>Andere waren es wieder weniger, denn\u00a0 nach dem Spital, geht der Junior in Konkurs. Der Erz\u00e4hler macht die Lehramtspr\u00fcfung und kommt dann aufs Arbeitsamt zu einem Umschulungskurs, weil er nicht mehr stemmen will. Da wird ihm eine skurille Geschichte einer Arbeitssuchenden erz\u00e4hlt, die bei ihrer Bewerbung gefragt wurde, ob sie ansteckend ist, weil das offenbar f\u00fcr die Einstellung ein Qualit\u00e4tskriterium ist.<\/p>\n<p>Er verl\u00e4\u00dft dann den Kurs, was er die n\u00e4chsten f\u00fcnfundzwanzig Jahre machte, kam dann eher unklar heraus.<\/p>\n<p>Jetzt geht er jedenfalls in ein Stehcafe, trifft dort einen &#8220;Kollegen&#8221;, trinkt mit ihm und geht dann mit ihm in dessen ehemaliges Werk, wo der dann eine wieder sehr skurille Nummer mit dem &#8220;Dosendeckelstapler&#8221; abzieht, als der Portier die Polizei holt, rennen sie davon, bekommen einen Lachanfall und der Held f\u00e4hrt ohne seine Sachen aus dem Hotel abzuholen, nach Hause.<\/p>\n<p>Dazwschen gibt es noch einen Brief, den seine Frau an Frank Sonnenschein geschrieben hat.<\/p>\n<p>Ein gut konstruierte, vielleicht doch ein wenig unlogische und f\u00fcr mich manchmal eher schwer zu lesende Satire im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/12\/12-februar\/\">Thomas Bernhardstil<\/a> \u00fcber die Arbeitswelt?<\/p>\n<p>&#8220;Lebensnah, erdig und fesselnd. Harald Darer taucht tief in die Abgr\u00fcnde eines Arbeitsleben und schafft damit eine bitterb\u00f6se, grotesk-komische Realsatire&#8221;, steht jedenfalls im Klappentext.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buch sechs des \u00f6stBps, langsam wird es was und ein, wie es, glaube ich auf der Werbeschiene hei\u00dft, nach Franz Innershofers\u00a0 wieder mal ein Text zur Arbeitswelt, da gibt ja eher wenige in der Literatur, weil die Schriftsteller da vielleicht &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=77588\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,5],"tags":[377,2523,3724,572,4555],"class_list":["post-77588","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","category-buchpreisbloggen","tag-arbeitswelt","tag-harald-darer","tag-longlistenlesen","tag-oestbp-2019","tag-picus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/77588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=77588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/77588\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=77588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=77588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=77588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}