{"id":7814,"date":"2011-07-14T08:37:20","date_gmt":"2011-07-14T06:37:20","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7814"},"modified":"2011-07-14T08:37:20","modified_gmt":"2011-07-14T06:37:20","slug":"zweimal-fertig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7814","title":{"rendered":"Zweimal fertig"},"content":{"rendered":"<p>Nun kommt hoffentlich Applaus von meiner Leserschaft, ich schlie\u00dfe mich mit innerer Zufriedenheit an, denn ziemlich unerwartet und \u00fcberraschend, bin ich gestern mit dem Korrigieren meiner beiden works on progress fertiggeworden. &#8220;Die Absturzgefahr&#8221; geht jetzt an die Druckerei, es gibt keine Verlagssuche mehr, \u00fcber das Literaturgefl\u00fcster k\u00f6nnen die sich aber gerne bei mir melden, wenn sie wissen wollen, was eine mit Leidenschaft und leiser Stimme so beharrlich seit fast vierzig Jahren schreibt, Zuschu\u00dfverlage bitte nicht, aber die finden seltsamerweise ebenfalls nicht zu mir.<br \/>\nIm Netz ist die langversprochene <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_absturzgefahr.html\">Leseprobe<\/a> jetzt zu finden und die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/30\/vorschau-absturzgefahr\/\">Vorschau<\/a> mit dem kleinen Ausblick und f\u00fcr die, die es interessiert mit den Schreibberichten, wie das Ganze seit ungef\u00e4hr einem Jahr entstanden ist, gibts auch schon seit Ende April. Und auch die &#8220;Zwillingswelten&#8221; sind jetzt an den Alfred gegangen, damit er draus das Buch machen kann.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/06\/lisbeths-leseliste-und-andere-neuigkeiten\/\">&#8220;Lisbeths Leseliste&#8221;<\/a>, die es ja wirklich gibt, die ich mir im M\u00e4rz zu Studienzwecken zusammengestellt habe und einen Linzf\u00fchrer habe ich f\u00fcr das Titelbild herausgesucht. Sizilienfotos passen ebenfalls und ich kann auch die Anna, wenn sie n\u00e4chste Woche nach Harland kommt, fragen, ob sie mir die Titelseite graphisch gestalten will. Sie hat es f\u00fcr den <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_schokolade.html\">&#8220;Stadtroman&#8221;<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_novembernebel.html\">&#8220;Novembernebel&#8221;<\/a>, &#8220;Mutter m\u00f6chte zwanzig Kinder&#8221;, &#8220;Schreibweisen&#8221;,<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_trotzdem.html\"> und &#8220;Und trotzdem&#8221;<\/a> getan. Ihre Entw\u00fcrfe sind immer sehr sch\u00f6n geworden und haben gefallen und jetzt Zeit f\u00fcr das N\u00e4chste.<br \/>\nDavon habe ich ja schon ein paar Mal geschrieben und kann <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/04\/korrigierbericht\/\">die<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/07\/wochenendgefluster\/\">entsprechenden Artikel<\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/06\/04\/bucherkastentour\/\"> auch<\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/12\/sommerfrischen-schreibwerkstatt\/\"> heraussuchen<\/a>, das Buch sechsundzwanzig oder so, das kann ich mir nie merken, es gibt ja schon so viele &#8220;Die Frau auf der Bank&#8221; hei\u00dfen k\u00f6nnte und die Geschichte von drei Frauen, die den f\u00fcnfunddrei\u00dfigsten Geburtstag feiern oder ungef\u00e4hr so alt sind, wird.<br \/>\nSelma, Sevim und Svetlana k\u00f6nnten meine Heldinnen hei\u00dfen. Ich bin ja eine, die ihre innere Geschichte mit sich herumtr\u00e4gt, sie gerne schreiben will und bis jetzt immer irgendwie stecken geblieben ist. Versuche \u00fcber eine gehemmte, vielleicht auch depressive Frau zu schreiben, die in Wien spazieren geht, ihre B\u00fccher aus dem B\u00fccherschrank zieht und dabei ber\u00fchmte M\u00e4nner trifft, gibt es schon viele. Die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_begrenzte_frau.html\">&#8220;Begrenzte Frau&#8221;<\/a> ist so ein Versuch, die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">&#8220;Radiosonate&#8221;<\/a>, die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_hunger.html\">&#8220;Sophie Hungers&#8221;<\/a>, aber auch die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_odessa.html\">&#8220;Reise nach Odessa&#8221;<\/a>. Seit der Felizitas Fee, die in einigen unerv\u00f6ffentlichten Versuchen, dann in der &#8220;Viertagebuchfrau&#8221; erscheint, geht mir diese Idee nicht aus dem Kopf. So k\u00f6nnte die Selma wieder eine Art Alter Ego von mir werden. Zu der Idee hat mich vor ein paar Monaten ein Klient gebracht, als er mir erz\u00e4hlte, da\u00df er in Wien herumfahren und sich jeweils einen Bezirk gr\u00fcndlich anschauen k\u00f6nnte. Da habe ich an eine Art Stadtsheriffa gedacht, die viel auf B\u00e4nken sitzt, in Wien herumf\u00e4hrt oder geht und das, was ihr  auff\u00e4llt, dem Wiener B\u00fcrgermeister meldet, in Realita oder in der Fantasie k\u00f6nnte sie ihn im Rathaus besuchen, denn, da\u00df die Selma eine Paranoia oder eine Borderlinest\u00f6rung hat, ist mir auch eingefallen. Sie k\u00f6nnte station\u00e4r oder ambulant im AK behandelt werden, ihre Therapeutin ist die Psychiaterin in Ausbildung Svetlana, die aus einer Belgrader Barackensiedlung kommt und sich erst in Wien adaptieren mu\u00df, obwohl sie da ja ins Gymnasium ging und studierte und auf der Bank kann die Selma auch die Sevim treffen, eine ebenfalls f\u00fcnfunddrei\u00dfigj\u00e4hrige in Wien geborene T\u00fcrkin, die Friseurin lernte, bis sie sich gegen eine Zwangsheirat wehrte, trotzdem den falschen Mann geheiratet hat und sich jetzt nach dem ihre beide Kinder mit der VS bzw. der neuen Mittelschule fertig sind, Tochter G\u00fclsen aufs Gymnasium will, der Papa und die Schwiegermutter was dagegen haben, ein zweites Mal emanzipieren mu\u00df. Facebook und die neuen Medien k\u00f6nnten auch eine Rolle spielen oder eine T\u00fcrkeireise der Familie.<br \/>\nAlles nicht sehr neu, im &#8220;Novembernebel&#8221; kommt eine Roma\u00e4rztin vor, in der &#8220;Sophie Hungers&#8221; und der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_heimsuchung.html\">&#8220;Heimsuchung&#8221; <\/a>zwei junge T\u00fcrkinnen, die in Wien geboren sind und Sozialarbeiterinnen wurden. Die Selma gibts in unz\u00e4hligen Varianten, trotzdem liegt mir das Thema am Herzen und die Verkn\u00fcpfung dieser drei Frauenschicksale, k\u00f6nnte vielleicht wirklich der gro\u00dfe Roman werden, mit dem ich bisher stecken geblieben bin.<br \/>\nDenn das stimmt ja wirklich, ich bin zu schnell und wenn ich an die Tiefen oder Grenzen sto\u00dfe, zu rasch fertig, statt mich damit ernsthaft auseinanderzusetzen. Ich denke aber, da\u00df man genauso lernt, wenn man neunmal etwas Neues schreibt, statt eines in neun Fassungen.<br \/>\nJemand der mich, wenn ich fl\u00fcchten will, an die Schulter nimmt und sagt &#8220;Bleib dabei!&#8221;, w\u00e4re trotzdem gut und, da\u00df ich manchmal ausgelutschte Metaphern nochmals verwende, weils einfacher ist, habe ich bei den &#8220;Zwillingswelten&#8221; gemerkt, da sind sicher einige Klischeefiguren enthalten. Da hilft mir vielleicht Thomas Wollingers <a href=\"http:\/\/www.wollinger.info\/?p=9463\">&#8220;Erfolglos schreiben-Serie&#8221;<\/a> weiter, denn da\u00df ich da aufpassen sollte, ist mir schon bewu\u00dft.<br \/>\nDa\u00df man aus seiner Haut nicht kann und vielleicht auch nicht soll, wei\u00df ich nat\u00fcrlich auch, nehme mir aber den Vorsatz des &#8220;Zeitlassen&#8221; mit, wenn ich demn\u00e4chst mit meinem gr\u00fcnen Notizbuch, in dem schon einiges von der &#8220;Frau auf der Bank&#8221; steht, in Richtung Wilhelmsburg aufbreche. Die Istambulgedichte von Gerrit Wustman und Seher Cakirs &#8220;Zitronenkuchen f\u00fcr die f\u00fcnfunddrei\u00dfigste Frau&#8221;, werde ich mir am Dienstag aus Wien holen. Ob ich Yasar Kemals &#8220;Granatapfelbaum&#8221; brauche, wei\u00df ich gar nicht, denn den wird eine f\u00fcnfunddrei\u00dfigj\u00e4hrige Wiener Unterschichtt\u00fcrkin, die sich gegen ihren Mann wehren will, vielleicht nicht lesen, die bringt ihre T\u00f6chter aufs Gymnasium, meldet sich f\u00fcr eine Pflege- oder Kindergartenhelferinausbildung an und l\u00e4\u00dft sich scheiden. Wenn sie trotzdem noch etwas Besonderes machen will, geht sie alleine oder mit einer Freundin ins Cafe Sperl oder in einen Tanzkurs und ist stolz darauf.<br \/>\nAlso die Figuren reifen lassen und mich nicht gleich mit der ersten Idee in die Falle schreiben. In allen drei Frauen liegt Potential f\u00fcr etwas Neues und wenn ich die M\u00e4nner den Frauen nicht immer gleich auf den Busen schauen lasse, nicht von &#8220;rinnenden Nasen&#8221; schreibe, sondern mir vielleicht ein wenig von der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/10\/bachmannpreisverleihung\/\">Klagenfurter Metaphernvielfalt<\/a> mitnehme, kanns nur besser werden, denn ich glaube schon, da\u00df in meinen Sachen viel zu finden ist, das habe ich auch \u00f6fter geh\u00f6rt.<br \/>\nDie Falle ist nur, den Schwierigkeiten nicht ausweichen und der Satz &#8220;Ich kann es nicht!&#8221;, wird wohl auch noch \u00f6fter auftauchen, wenn ich das dann im Literaturgefl\u00fcster schreibe, lerne ich daraus, vieleicht haben auch meine Leser ein paar n\u00fctzliche Hinweise.<br \/>\nSo gesehen wirds auch die Schreibberichte weiter geben und als ich 2005 von Erika Kronabitter in diese Textwerkstatt nach Vorarlberg eingeladen wurde und aus der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_fluchtbewegung.html\">&#8220;Fluchtbewegung&#8221;<\/a> gelesen habe, habe ich mir die dortige Kritik auch zu Herzen genommen und sprachlich umgearbeitet.<br \/>\nEine Wortakrobatin, die mit den Metaphern in wahren Wortr\u00e4uschen um sich schmei\u00dft, a la Andrea Winkler oder Richard Obermayr, die beide den Priessnitz-Preis bekommen haben oder bekommen, will ich nicht werden,  aber ein bi\u00dfchen sorgf\u00e4ltiger und genauer sein, kann nicht schaden und nat\u00fcrlich auf die Fallen achten, damit wirklich was Neues entstehen kann und dann, das glaube ich ebenfalls &#8220;man schreibt immer denselben Roman ein Leben lang&#8221;, die Barbara Frischmuth, der Gerhard Roth und die Elfriede Jelinek tun das wahrscheinlich auch. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kommt hoffentlich Applaus von meiner Leserschaft, ich schlie\u00dfe mich mit innerer Zufriedenheit an, denn ziemlich unerwartet und \u00fcberraschend, bin ich gestern mit dem Korrigieren meiner beiden works on progress fertiggeworden. &#8220;Die Absturzgefahr&#8221; geht jetzt an die Druckerei, es gibt &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7814\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-7814","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7814","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7814"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7814\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}