{"id":785,"date":"2009-01-26T11:52:03","date_gmt":"2009-01-26T10:52:03","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=785"},"modified":"2009-01-26T11:52:03","modified_gmt":"2009-01-26T10:52:03","slug":"werkstattgeplauder","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=785","title":{"rendered":"Werkstattgeplauder"},"content":{"rendered":"<p>Nachchrichten vom Wochenende, das ja irgendwie ein beschauliches war.<br \/>\nBevor ich Freitag in das Literaturhaus gegangen bin, vorher war ich bei meiner lieben Psychologenkollegin Irmgard Gelter in H\u00fctteldorf, hatte eine Stunde und eine Honorarnote urgiert, hatte ich gerade die f\u00fcnfte Johanna Szene geschrieben, die ich um Mitternacht in den Computer tippte, die Erstfassung wird ja mit der Hand geschrieben.<br \/>\nZum Literaturgefl\u00fcster bin ich nicht mehr gekommen, das habe ich Samstag Vormittag gemacht, dann wollte mir Alfred unbedingt Schuhe kaufen. Elegante Schwarze mit einer Waldviertlersohle, damit ich keine nassen F\u00fc\u00dfe bekomme, wenn ich in die Alte Schmiede oder zur Buch-Wien in den Prater renne.<br \/>\nDanach ist es mit der ersten Sarah Szene ganz gut gelaufen, drei Seiten \u00fcber eine unruhige Kindheit im Bienenstock einer WG in der  Porzellangasse in den fr\u00fchen Siebzigerjahren.<br \/>\nAm Sonntag habe ich konzipiert, war mit Alfred und Anna bei einem Nobelchinesen essen, haben  wir unseren obligatorischen Sonntagsspaziergang auf die Mostalm gemacht, wo sich die Kellnerin \u00fcber das Nichtrauchergesetz \u00e4rgerte.<br \/>\nDann war es schon Zeit f\u00fcr das Ex-Libris, wo ein Buch besprochen wurde, das meinem Romankonzept \u00e4hnlich ist, n\u00e4mlich Jonathan Coes &#8220;Der Regen bevor er f\u00e4llt&#8221;, wo eine drei Generationen Frauengeschichte an Hand von zwanzig Fotos erz\u00e4hlt wird und der Autor meinte, da\u00df ihm diese Kunstfertigkeit taugt, weil ihn Einschr\u00e4nkungen befreien, w\u00e4hrend das wei\u00dfe Blatt l\u00e4hmen w\u00fcrde.<br \/>\nDa war ich dann bei mir, denn genau das ist es, was mich die letzten Wochen besch\u00e4ftigt und da bin ich, f\u00fcrchte ich, gerade dabei, mich mit meinen Einschr\u00e4nkungen und Konstruktionen in eine Sackgasse zu bringen, aus der ich nicht herauskomme.<br \/>\nDenn die Konstruktion mit der Schachtel Fotos an Hand derer ein ganzes Leben erz\u00e4hlt wird, habe ich ja auch gefunden und sie schon vorher in Renate Welshs &#8220;Liebe Schwester&#8221; gelesen und jetzt sitze ich da mit meinen vierzig Seiten Material und drei Charakterb\u00f6gen, bin in in den  Siebzigerjahren angelangt und wei\u00df nicht weiter.<br \/>\nVermutlich lassen sich hundert Jahre in der Konstruktion, die ich jetzt habe, nicht in zweihundert, sondern nur in vierzig oder f\u00fcnfzig Seiten erz\u00e4hlen und dann ist es kein Roman.<br \/>\nAlso wieder an den Anfang und eine offenere Form finden, bei der es weitergeht, denn Stoff h\u00e4tte ich ja genug, nur scheine ich mich selber zu beschneiden und das Umdrehen und wieder Hinausfinden, macht ein bi\u00dfchen Schwierigkeiten, beziehungsweise sp\u00fcre ich Widerstand.<br \/>\nAn sich war die Idee, die drei B\u00fccher in drei Monaten einfach hinunter zu schreiben ja eine gute, nur hat es sich dann gespie\u00dft und ich mich selber eingeschr\u00e4nkt.<br \/>\nJetzt sollte es mir gelingen, aus den eigenen Fallen wieder herauszukommen und f\u00fcr das Ganze eine offenere Konstruktion zu finden, mit der man nicht nach f\u00fcnfzig Seiten fertig ist.<br \/>\nEin Fall f\u00fcr ein Manuskript-Marketing oder  Text-Coaching vielleicht. Anni B\u00fcrkl bietet ja, glaube ich so etwas an und auch das Writers  Studio, aber ich wei\u00df inzwischen auch ein bi\u00dfchen woran es liegt.<br \/>\nAlso durchatmen und dann getrost, wenn mir etwas einf\u00e4llt, das Buch Sarah fertigschreiben, beziehungsweise Material dazu sammeln, was bez\u00fcglich Sarahs Beziehung zu Naomis Vater und seiner Fallgeschichte ja noch ganz offen ist.<br \/>\nAber auch die anderen vielen Themen sind bis jetzt nur angedeutet und geh\u00f6ren ordentlich ausgearbeitet, wenn ich nicht doch bei der k\u00fcrzeren Erz\u00e4hlung bleiben will, was ja auch in Ordnung ist, aber gestern Abend bin ich wieder festgesessen und gedacht, ich kann es nicht.<br \/>\nAnsonsten gibt es zu vermelden, da\u00df ich mich beim Tellkamp langsam vorw\u00e4rts taste, bei Seite 861 bin ich jetzt angelangt und Alfred hat gestern die Familie Hundertmark wegen der Leipziger Messe angeschrieben, weil sich das ja gut mit den beiden M\u00e4rz Lesungen verbinden l\u00e4\u00dft.<br \/>\nAm 12. habe ich den Termin in der alten Schmiede, am 18. ist im Amerlinghaus die Frauenlesung, dazwischen k\u00f6nnten wir ein verl\u00e4ngertes Wochenende nach Leipzig fahren.<br \/>\nAllerdings habe ich von Kurt Neumann und der alte Schmiede noch keine schriftliche Best\u00e4tigung bekommen und denke da nat\u00fcrlich auch, da ist etwas schiefgelaufen.<br \/>\nAnsonsten habe ich genug zu tun, dem Literaturhaus und der GAV das Programm f\u00fcr den 11. Mai melden, den Frauen die Programmzettel f\u00fcr die Frauenlesung schicken und am Mittwoch k\u00f6nnte ich wieder einen  Studientag einlegen, bis um 17 Uhr meine Klientin kommt.<br \/>\nAber vielleicht reicht es auf die Mariahilferstra\u00dfe hinaufzugehen und wieder in den B\u00fcchern zu schauen, wie die anderen die Fallen umgehen, in denen ich derzeit stecke. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachchrichten vom Wochenende, das ja irgendwie ein beschauliches war. 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