{"id":7969,"date":"2011-07-25T00:11:09","date_gmt":"2011-07-24T22:11:09","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=7969"},"modified":"2011-07-25T00:11:09","modified_gmt":"2011-07-24T22:11:09","slug":"weiter-mit-den-drei-s","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=7969","title":{"rendered":"Weiter mit den drei S"},"content":{"rendered":"<p>Wie ist es mit der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/14\/zweimal-fertig\/\">&#8220;Frau auf der Bank&#8221;<\/a> weitergegangen, werden meine Leser wissen wollen? Gut und schlecht, wie meist, denn, da\u00df die Schwankungen, zumindestens zu meinem Schreiben geh\u00f6ren, habe ich schon begriffen. Man startet mit einer Idee, bei mir ist es wieder eine Art Stadtstreicherin, die diesmal eine Psychiatriepatientin sein kann, durch Wien herumfahren lassen, die Geschichte der jungen Austro-T\u00fcrkin Sevim, die sich emanzipieren will, ist bald dazugekommen, denn dazu gibt es viel Material und auch, da\u00df die Selma mit einer Psychiaterin namens Svetlana, die, bzw. deren Eltern aus einer Belgrader Barackensiedlung kommen, ihre Therapiegespr\u00e4che h\u00e4lt.<br \/>\nB\u00fccher, wo die Heldinnen, ihre Geschichte einer Therapeutin erz\u00e4hlen und die Szenen mit &#8220;&#8230;Frau Doktor sagte xx und sah die Therapeutin l\u00e4chelnd an&#8221;, habe ich zwar schon einige. Aber diesmal soll es auch, um die Geschichte der Svetana gehen und ich will sie mit denen der zwei anderen S verkn\u00fcpfen.<br \/>\nVorige Woche bin ich mit diesen Ideen nach Wilhelmsburg gefahren und damit zur\u00fcckgekommen, da\u00df es mit jeweils einem sehr verschienenen Geburtstagsfest beginnt, das habe ich am Freitag sehr euphorisch getan, beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/17\/unterwegs-mit-den-drei-s\/\">Radausflug an die Donau<\/a> am letzten Wochenende war es dann wieder weg und die Tage in Wien haben mich auch nicht sehr daran denken lassen. Ich habe mir die einundzwanzig und nicht achtzehn, vorhandenen Seiten zwar ausgedruckt, auf die Charakterb\u00f6gen, die ich diesmal wieder f\u00fchren will, aber vergessen. Zum Gl\u00fcck waren die in der gr\u00fcnen Mappe und die drei kleinen Heftchen f\u00fcr S S und S habe ich mir gestern selbst gebastelt.<br \/>\nLetzte Woche habe ich mir von meinen  B\u00fcchern auch noch die herausgesucht, bei denen schon Vorformen zu finden sind und ein bi\u00dfchen darin gelesen.<br \/>\nDie Figur der Selma ist noch am wenigsten klar, zwar wei\u00df ich jetzt, sie hat Soziologie, Germanistik und Philosophie studiert, ein paar Jahre als Soziologin am Instiut f\u00fcr h\u00f6here Studien gearbeitet, lebt jetzt von der Grundsicherung oder so, in der von der Gro\u00dfmutter \u00fcbernommenen kleinen Wohnung, hat irgendwo die Paranoia diagnostiziert bekommen und sucht am Rathausplatz als Stadtsheriffa den B\u00fcrgermeister.<br \/>\nSo beginnt die erste Szene, wie weit ich damit komme wei\u00df ich nicht, also wieder die Frage, wie bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/09\/katharinas-reise\/\">Zwillingswelten<\/a>, bleibt es eine Randfigur, die zwischen der Sevim und der Svetlana vermittelt oder geht es tiefer, weil sie eigene Begegnungen hat oder der Svetlana die Geschichte ihrer Depression erz\u00e4hlt? Ich wei\u00df es nicht, werde mir deshalb aber keine Sorgen machen oder ein Schreibseminar buchen, sondern weiterschreiben.<br \/>\nAm Mittwoch war ich in der Stadt bei meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/20\/sommergesprache\/\">Sommergespr\u00e4chen<\/a>, wo ich von den &#8220;drei S&#8221; nicht sehr viel gesprochen habe und habe dann <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/21\/wunschloses-ungluck-und-andere-prosatexte\/\">Peter Handke<\/a> gelesen. Das soll Frau, wenn sie selber schreiben will, wahrscheinlich nicht, obwohl ich &#8220;Wunschloses Ungl\u00fcck&#8221; ohnehin sehr realistisch empfunden habe, es sind auch die entsprechenden Kommentare gekommen, aber nat\u00fcrlich, wie &#8220;Handke&#8221; schreibe ich nicht und da das auch nicht mein Vorsatz ist, habe ich mich nicht in die anderen Texte eingelassen, sondern zur\u00fcck zum Eigenen gegangen, was nicht so einfach war, denn ich habe ja sehr viel Sevim Material und wei\u00df auch, da\u00df sie sich im Laufe der Handlung von ihrem Mann trennen, einen Beruf suchen etc wird, aber wie fange ich das an?<br \/>\nBegonnen habe ich es mit der verpatzten Geburtstagsfeier und, da\u00df sie von ihrer Freundin Leila einen Tanzkurs zum Geschenk bekommt, war auch schon geschrieben, aber zu Beginn der Geschichte ist sie f\u00fcnfunddrei\u00dfig, wie die anderen Frauen auch und ihre T\u00f6chter zehn und f\u00fcnfzehn und wollen beide ins Gymnasium, wie fange ich es da mit der Vergangenheit an, da\u00df sie vor einer Zwangsheirat in diese Ehe gefl\u00fcchtet ist, ihr der Mann nichts erlaubt und st\u00e4ndig schimpft, war auch schon geschrieben, aber wie mache ich das mit den R\u00fcckblenden? Flechte ich sie ein, oder fange ich das Ganze noch einmal mit einer achtzehnj\u00e4hrigen Sevim an, die gerade dabei ist ihre Ehe bei den Eltern durchzusetzen? So weit war ich  Ende letzter Woche, bevor ich an die Donau gefahren bin.<br \/>\nZ\u00f6gernd sind am Donnerstag die ersten Szenen geflo\u00dfen und das &#8220;Ich kann es nicht, ich kann es nicht&#8221;, ist auch mehrmals gekommen. Allerdings auch, da\u00df es vielleicht der Reiz der Geschichte ist, das Ganze  aus sich heraus entwickeln lassen, also B\u00fclent kommt nicht nach Hause, schmei\u00dft Leila dann hinaus, bricht die Rosen ab und sie geht mit dem Gutschein am n\u00e4chsten Tag in die Tanzschule, trifft vorher Selma auf der Bank und in der Tanzschule Svetlana, die ja auch einen solchen Kurs zum Geburtstag bekommen hat, da\u00df die im Laufe der Geschichte ihren Oberarzt heiratet bzw. ihn ihren Eltern vorstellt und in die Hietzinger Villa zu seinen geht, war auch schon klar.<br \/>\nAber alles andere kann sich von Szene zu Szene entwickeln und das habe ich vom letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/10\/bachmannpreisverleihung\/\">Bachmannpreis <\/a>mitgenommen, da\u00df es immer etwas Neues werden soll, also aus dem Material das ich habe, etwas Eigenes entstehen lassen.<br \/>\nWie das mit der Selma wird, wird sich zeigen, ich kann ja noch einmal mit den fr\u00fcheren B\u00fcchern in die Badewanne gehen oder was ich immer so gerne will, den Rohtext umschreiben, um\u00e4ndern etc, weil man das  vielleicht auch k\u00f6nnen soll.<br \/>\nSo gesehen f\u00fcrchte ich mich auch nicht, wenn der Rohtext wieder in sechs Wochen manisch entsteht, das geh\u00f6rt vielleicht zu mir und die n\u00e4chsten zwei Wochen fallen ohnehin flach, weil nach Polen nehme ich keinen Laptop mit und seit dem &#8220;Nanowrimo&#8221; schreibe ich nicht mehr mit der Hand.<br \/>\nUnd wer es wissen will, es gibt inzwischen zehn Szenen und vierunddrei\u00dfig Seiten oder vielleicht mehr, da es jetzt Samstagvormittag ist und ich den Artikel erst nach Montag losschicke, denn am Freitag habe ich meine Vorbereitungsliteratur gelesen und vorher noch in einem &#8220;Biber&#8221;, da\u00df die Austro-T\u00fcrkinnen sich ihre M\u00e4nner aus der T\u00fcrkei holen und, wie es ist mit dem Kopftuch einzukaufen und wieviel Schminke es sein darf, die Sevim ist aber nicht gl\u00e4ubig, hat kein Kopftuch und tr\u00e4gt kurze R\u00f6cke.<br \/>\nDie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/22\/zitronenkuchen-fur-die-sechsundfunfzigste-frau\/\">Seher Cakir Geschichten<\/a> haben mein Sevim Material verfestigt, aber nat\u00fcrlich schreibe ich aus der Sicht der \u00d6sterreicherin, die gerade &#8220;bir ekmek, anne!&#8221;, sagen kann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/20110725-174114.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/20110725-174114.jpg?w=198\" alt=\"\" title=\"20110725-174114\" width=\"198\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-8015\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ja richtig, ein T\u00fcrkisch W\u00f6rterbuch habe ich mir auch noch herausgelegt. Die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/23\/beyoglu-blues\/\">&#8220;Beyoglu Blues&#8221;<\/a>-Gedichte, die von einem jungen Deutschen stammen, waren auch sehr interessant, haben aber nur irgendwie dazugepasst, denn in Istanbul war die Sevim wahrscheinlich noch weniger als ich und wurde dort auch nicht geboren, sondern in Wien und die Eltern kommen aus dem anatolischen Dorf. Daher gibt es danach keine Sehnsucht und es stirbt auch kein Gro\u00dfvater dort, den sie beerdigen mu\u00df, das war schon in der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_heimsuchung.html\">&#8220;Heimsuchung&#8221;<\/a>, aber die Ayten war Sozialarbeiterin und die Sevim meldet sich vielleicht beim Penny an der Kasse an oder l\u00e4\u00dft sich als Heim- oder Kindergartenhelferin ausbilden.<br \/>\n&#8220;Der Granatapfelbaum&#8221; liegt noch in Wien, den nehme ich mir nach Polen mit und au\u00dferdem noch Grzegorz Kielawskis Erz\u00e4hband &#8220;So wie du kann jeder aussehen&#8221;, den ich  auch noch nicht gelesen habe, das Reiseschreiblernbuch und den Band <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/08\/12\/zum-funften-mal-hohe-tatra\/\">Sommergeschichten<\/a>, die ich voriges Jahr auf der hohen Tatra nur halb gelesen habe.<br \/>\nDie letzte oder vorletzte Szene, die ich geschrieben habe, handelt davon, da\u00df die Selma im offenen B\u00fccherschrank den &#8220;Granatapfelbaum&#8221; findet, wieder sehr bekannt, aber ich war jetzt schon drei Wochen nicht dort und in der n\u00e4chsten wird sie ihn mit den letzten Sachertortenst\u00fccken in den Rathauspark mitbringen und Sevim  wird ihr die nach parfumstinkende Visitenkarte der Karin Leitner zeigen, die B\u00fclent aus der Jacke gefallen ist.<br \/>\nSo weit, so gut, ich hoffe mein Schreibbericht ist so einigerma\u00dfen verst\u00e4ndlich, aber nat\u00fcrlich kann es ganz anders werden.<br \/>\nUnd die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/30\/vorschau-absturzgefahr\/\">B\u00fccher<\/a> sind gekommen, allerdings war keiner zu Haus, so hat der Zusteller, sie in der Tierhandlung gegen\u00fcber deponiert und die haben sie zur\u00fcckgeschickt, weil sie Urlaub machen. Waren das noch Zeiten, als die Post die Pakete brachte und man sie sich am n\u00e4chsten Werktag vom Postamt holen konnte! So kommen sie angeblich am Montag wieder, wenn das stimmt, kommt hier ein Bild herein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ist es mit der &#8220;Frau auf der Bank&#8221; weitergegangen, werden meine Leser wissen wollen? Gut und schlecht, wie meist, denn, da\u00df die Schwankungen, zumindestens zu meinem Schreiben geh\u00f6ren, habe ich schon begriffen. 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