{"id":79944,"date":"2020-01-23T00:05:02","date_gmt":"2020-01-22T23:05:02","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=79944"},"modified":"2020-01-23T00:05:02","modified_gmt":"2020-01-22T23:05:02","slug":"zornfried","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=79944","title":{"rendered":"Zornfried"},"content":{"rendered":"<p>Nun kommt ein satirischer Roman auf die rechte Szene, &#8220;Zornfried&#8221;, des 1960 in Bremen geborenen J\u00f6rg-Uwe Albig, der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/09\/wieder-einmal-bachmannpreis\/\"> 2017, beim\u00a0 &#8220;Bachmannpreis&#8221;<\/a> gelesen hat und der sein Buch im November beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/01\/keine-angst-bei-den-fried-tagen\/\">&#8220;Fried Festival&#8221;<\/a> vorstellte, das mich nat\u00fcrlich interessierte,\u00a0 mit dem ich aber ein bi\u00dfchen meine Schwierigkeiten hatte, da die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/23\/ueber-humor-und-ironie\/\"> Satire<\/a> und das allzu grotesk Komische ja vielleicht nicht ganz das Meine ist.<\/p>\n<p>Da gibt es jedenfalls einen pathetisch schwultisgen Blut- und Bodendichter,\u00a0 Storm Linne genannt, dessen Gedichte einem &#8220;Frankfurter Nachrichten- Journalisten&#8221; in die H\u00e4nde Fallen. Er zerrei\u00dft das Buch in seiner Zeitung und bekommt daraufhin eine Einladung in die Burg Zornfried ins Spessart, dort wo sich die rechten Recken treffen.<\/p>\n<p>Wo auch der Blut- und Bodendichter lebt und wird vom Hausherrn, einem Herrn von Schierling empfangen, der hat eine Frau namens Brigitte mit blonden Z\u00f6pfen, die zu ihm &#8220;Sie&#8221; sagt und offenbar eine unmenge blonder T\u00f6chter, die\u00a0 Freyer mal Gertrud, mal Frigga oder Erdmunte hei\u00dfen, das Essen servieren, in der K\u00fcche das Geschirr sp\u00fclen und ansonsten unterw\u00fcrfig sch\u00fcchtern l\u00e4cheln, worin G\u00f6tz Kubitschek und Ellen Kostrica mit ihren sieben Kindern wohl unschwer zu erkennen sind.<\/p>\n<p>Der Erz\u00e4hler Jan Brock erweist sich, als eher willenschwach und auch etwas farblos. Zuerst verspottet und kritisiert er die Tischgesellschaft, als dann aber pl\u00f6tzlich eine andere Reporterin auftaucht, die sich dem Hausherrn anbiedert, will er zuerst abreisen, \u00fcberlegt es sich dann doch, f\u00e4llt\u00a0 in Ungnade, wird von den &#8220;W-Bubis&#8221;, das sind ein paar junge M\u00e4nner, in gelben T- Shirts, die im Hof des Schlo\u00dfes st\u00e4ndig Wehr\u00fcbungen machen, angegriffen, verirrt sich im Wald, findet aber wieder hinaus.<\/p>\n<p>Vorher hat er noch den ber\u00fchmten Dichter, der bisher das Gespr\u00e4ch verweigerte, in einer seltsamen Position gefunden.<\/p>\n<p>Das Blatt wendet sich, die andere Journalistin eine Frau Jenny Zerwien f\u00e4llt in Ungnade, eine Demonstration findet statt, wo im Hof &#8220;Nazis raus!&#8221;, gerufen wird, w\u00e4hrend der Hausherr mit seinen Getreuen sektschl\u00fcfend am Schlo\u00dfturm steht und am Schlu\u00df verl\u00e4\u00dft der Journalist gel\u00e4utert oder auch nicht das Feld und\u00a0 die Burg.<\/p>\n<p>&#8220;Storm Linne war nun ein Fall f\u00fcrs Vermischte, nicht mehr f\u00fcrs Feuilleton&#8221;, lautet der letzte Satz.<\/p>\n<p>Jedem der kurzen Kapitel ist eines dieser Blut- und Boden Verse, von J\u00f6rg-Uwe Albig h\u00f6chstpers\u00f6nlich gedichtet, vorangestellt:<\/p>\n<p>&#8220;Dort wo der fuchs in scharfer waid den hasen schl\u00e4gt<\/p>\n<p>wo raupen schmaus erstirbt durch schnabels wucht<\/p>\n<p>Wo grauer rudel hunger nachts durch tannen schnurrt<\/p>\n<p>Der kitze frevel zahl din fra\u00df zu bannen sucht&#8221;, beispielsweise, die in den Rezensionen sehr gelobt werden und es soll auch, habe ich gelesen, um die Frage der Willf\u00e4hrigkeit der Journalisten in dem Buch gehen, von dem ich mir, wie schon beschrieben, vielleicht ein bi\u00dfchen mehr Ernsthaftigkeit gew\u00fcnscht h\u00e4tte, da man die neuen Rechten ja nicht untersch\u00e4tzen soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kommt ein satirischer Roman auf die rechte Szene, &#8220;Zornfried&#8221;, des 1960 in Bremen geborenen J\u00f6rg-Uwe Albig, der 2017, beim\u00a0 &#8220;Bachmannpreis&#8221; gelesen hat und der sein Buch im November beim &#8220;Fried Festival&#8221; vorstellte, das mich nat\u00fcrlich interessierte,\u00a0 mit dem ich &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=79944\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[2903,4763,5029],"class_list":["post-79944","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-joerg-uwe-albig","tag-rechte-szene","tag-satire"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=79944"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79944\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=79944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=79944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=79944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}