{"id":8084,"date":"2011-08-08T10:21:11","date_gmt":"2011-08-08T08:21:11","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8084"},"modified":"2011-08-08T10:21:11","modified_gmt":"2011-08-08T08:21:11","slug":"ein-reizender-job-fur-eine-frau","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8084","title":{"rendered":"Ein reizender Job f\u00fcr eine Frau"},"content":{"rendered":"<p>Platz hundert auf meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/16\/hundert-bucher\/\">Leseliste<\/a> P.D. James &#8220;Ein reizender Job f\u00fcr eine Frau&#8221;, kam v\u00f6llig unerwartet, hatte ich bei dem letzten Buch auf meiner Liste doch an ein eventuelles Rezensionsexemplar gedacht und den Platz f\u00fcr diesen Fall freigehalten, dann bin ich vor zwei Wochen in <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/11\/wieder-zuruck-aus-dem-urlaub\/\">Tschenstochau<\/a> auf das Klo gegangen, das Taschenbuch dort liegen sehen und nicht widerstehen k\u00f6nnen es mitzunehmen und auf meiner Polenreise zu lesen, obwohl es noch weniger mit den Masuren als der Erz\u00e4hlband von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/10\/so-wie-du-kann-jeder-aussehen\/\">Grzegorz Kielawski<\/a> zu tun hat oder doch ein bi\u00dfchen, gibt es bei  <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/12\/mit-80-seiten-um-die-welt\/\">Ilona L\u00fctkemeyer<\/a> doch eine Seite &#8220;Gekauft, gefunden, geklaut&#8221;, wo sie genau das beschreibt. Da hatte ich das Buch schon und ein auf einem polnischen Klo gefundener englischer Krimi in deutscher Sprache ist jedenfalls eine Reiseerinnerung und um  &#8220;Beutest\u00fccke&#8221; geht es in dem Schreiben unterwegs Buch auch.<br \/>\nP.D. James, von der ich noch nie etwas geh\u00f6rt habe, war auch, wie der deutsche Tagesanzeiger schreibt, ein &#8220;lockeres Lesevergn\u00fcgen&#8221; oder ein &#8220;unterhaltsames Lesefutter&#8221;, K\u00f6lner-Stadt-Anzeiger.<br \/>\nPhyllis White, die unter ihrem M\u00e4dchennamen schreibt, wurde jedenfalls 1920 in Oxford geboren, war in der Krankenhausverwaltung t\u00e4tig und mit einem britischen Arzt verheiratet.<br \/>\n&#8220;Ein reizender Job f\u00fcr eine Frau&#8221;, der in den Siebzigerjahren spielt ist ein sehr eigenwilliger Kriminalroman mit einer \u00fcberraschenden Wende, die eigentlich gar nicht so unterhaltsam locker ist und so beginnt es auch nicht. F\u00e4ngt es doch mit einem echten Selbstmord an und zwar hat sich der Ex-Polizist und Inhaber einer schlechtgehenden Detektivagentur umgebracht, weil er Krebs hatte &#8220;und sich da er gesehen hat, was Behandlung den Menschen antut, auf dem bequemen Weg davon macht.&#8221;<br \/>\nEr macht das aber nicht mit seiner Waffe sondern eher unbequem mit einem Schnitt durch die Pulsadern, weil er alles, sein B\u00fcro, seine Schulden und auch die unangemeldete Waffe, seiner Partnerin, der zweiundzwanzigj\u00e4hrigen Cordelia hinterl\u00e4\u00dft. Die hatte auch ein eher unbequemes Leben, ist doch ihre Mutter kurz nach der Geburt gestorben, so da\u00df sie, obwohl sie einen anarchistischen Vater hat und literarisch sehr bewandert ist, bei Pflegefamilien aufwuchs und nach einer B\u00fcroausbildung in Bernie Prydes sch\u00e4bigen B\u00fcro landete, der sie zu seiner Partnerin machte. Es gibt aber keine F\u00e4lle, nur eine f\u00fcr Stunden bezahlte konventionelle B\u00fcrokraft, die Werbebriefe an s\u00e4mtliche Anw\u00e4lte schreibt und Bernies eher illegale Deals, \u00fcber die Cordelia nur spekulieren kann. Jetzt ist Bernie tot und seine Parnterin will weiter machen, obwohl ihr in ihrer Stammkneipe alle sagen, da\u00df das kein Job f\u00fcr eine Frau ist.<br \/>\nWie das in Krimis so ist, kommt nach dem Begr\u00e4bnis die erste Klientin und entf\u00fchrt Cordelia nach Oxford, denn dort ist wieder ein Selbstmord geschehen und zwar hat sich der begabte Student Mark Callender, Sohn eines ber\u00fchmten Natursch\u00fctzers, mit einundzwanzig Jahren umgebracht, nachdem er seine Universit\u00e4tslaufbahn pl\u00f6tzlich abbrach und in einem Landhaus als G\u00e4rtner zu arbeiten begann. Der Vater will wissen, ob er schuld daran ist. So beginnt Cordelia auf unkonventionelle Art zu recherchieren, das hei\u00dft sie quartiert sich in der G\u00e4rtnerwohnung ein und fotografiert dort den bereits  vergammelten Eintopf, den Mark sich zubereitete, bevor er sich erh\u00e4ngte. Tut man das?, lautet ihre unkonventionelle Frage, sie findet noch ein pornographisches Foto und das Gebetbuch von Marks Mutter aus dem sie herausbekommt, da\u00df Sir Ronald eine andere Blutgruppe hat. Es gibt auch eine Gemeinsamkeit zwischen Cordelia und Mark, auch seine Mutter ist kurz nach der Geburt gestorben, vielleicht ist das der Grund f\u00fcr Cordelias unkonventionelles Handeln, er h\u00e4tte aber von seinem Gro\u00dfvater an seinem f\u00fcnfundzwanzigsten Geburtstag ziemlich viel Geld geerbt. Das erf\u00e4hrt sie von der alten Nanny von Marks verstorbener Mutter, beziehungsweise von Marks Freunden, die mit der Nanny beim Begr\u00e4bnis waren, von der Familie aber ziemlich geschnitten wurden. Cordelia bemerkt, da\u00df ihr ein schwarzer Lieferwagen folgt und als sie einmal in das landhaus kommt, findet sie eine aufgeh\u00e4ngte Attrappe an der Stelle, wo einmal Mark baumelte. Ein anderes Mal wird sie niedergeschlagen und in einem Brunnen gesperrt, die Schwester des Landgutbesitzer, die auch ihre unheimliche Beziehung zu dem Gartenh\u00e4uschen hat, findet sie und so kann sie Sir Ronalds Assistenten, als der zum Brunnen nachschauen kommt, beziehungssweise ihre Handtasche um einen Selbstmord vorzut\u00e4uschen, hineinwerfen will, entlarven, der daraufhin in eine solche Panik ger\u00e4t, da\u00df er bei einem Autounfall ums Leben kommt. Cordelia hat inzwischen herausgefunden, da\u00df Marks Freundin, Marks Leiche stark geschminkt und in Unterw\u00e4sche bekleidet neben den pornographischen Darstellungen baumeln sah, als sie aber mit ihren Freunden zur\u00fcckkam, um ihm die Unterw\u00e4sche auszuziehen, hatte er schon die Jeans an, in denen er sp\u00e4ter gefunden wurde. Cordelia f\u00e4hrt mitten in der Nacht zu Sir Ronald um ihm zu erz\u00e4hlen, da\u00df Mark das Kind von seiner Freundin und Sekret\u00e4rin Miss Leaming ist und er moralisch, wie man mit einundzwanzig Jahren eben ist, auf die Erbschaft verzichten wollte, was Sir Ronald  nicht zulassen konnte. Der bestreitet das gar nicht, wieso er Cordelia \u00fcberhaupt engagierte, ist nicht ganz klar, meint aber, da\u00df er sie verleumden w\u00fcrde, wenn sie es der Polizei erz\u00e4hlt, worauf ihn Miss Leaming erschie\u00dft.<br \/>\nDer Fall ist gel\u00f6st, nun kommt aber das Unlogische, denn Cordelia lehnt es ab die Polizei zu holen, sondern t\u00e4uscht mit Miss Leaming, obwohl ihr die unsympathisch ist, einen Selbstmord vor, dann will sie mit Marks Pullovern aus dem Gartenhaus verschwinden, der Polizeirat, der Schuld an Bernies Entlassung aus dem Polizeidienst war, holt sie aber zum Verh\u00f6r, Cordelia schweigt verbissen, da sie von Bernie lernte, da\u00df man das soll, da aber Miss Leaming zuf\u00e4lligerweise auch einen Autounfall hat und der Polizeirat ohnehin schon alles wei\u00df, ist der Fall gekl\u00e4rt und Cordelia kann in ihr Detektivb\u00fcro zur\u00fcckkehren, wo der n\u00e4chste Klient schon wartet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Platz hundert auf meiner Leseliste P.D. 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