{"id":8140,"date":"2011-08-05T20:54:14","date_gmt":"2011-08-05T18:54:14","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8140"},"modified":"2011-08-05T20:54:14","modified_gmt":"2011-08-05T18:54:14","slug":"das-schiff-auf-den-schienen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8140","title":{"rendered":"Das Schiff auf den Schienen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110801-082206.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110801-082206.jpg?w=300\" alt=\"\" title=\"20110801-082206\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"alignright size-medium wp-image-8224\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8220;In  Nordostpolen zwischen den T\u00e4lern der unteren Weichsel und der Memel befinden sich drei verzweigte Schiffahrtswege, die die touristische Aktion der Gegend bilden, der  Augustov Kanal, die Masurischen Seen und der oberl\u00e4ndische Kanal, letzterer ein Baudenkmal der hydrograpischen Kunst, das es inzwischen nur mehr in Polen gibt&#8221;, lese ich im Reisef\u00fchrer und der Alfred ist im Vorjahr schon auf dieser Strecke gefahren und hat die Fotos von dem Schiff, das auf Schienen durch den Kanal gezogen wird, gezeigt.<br \/>\nSo sind wir auch nach Elblag gefahren. Direkt neben dem Kanal liegt der kleine Campingplatz, der haupts\u00e4chlich von \u00e4lteren Deutschen mit ihren gro\u00dfen wei\u00dfen Wohnmobils bev\u00f6lkert ist, der Nachbar neben uns f\u00e4hrt mit seinem breiten Motorrad in der schwarzen Lederjacke ein, das er dann umst\u00e4ndlich im eigenen Anh\u00e4nger verstaut. Das Klo mit den Duschen ist geheizt, in den kleinen Vorg\u00e4rten gibt es zwar keine Gartenzwerge, aber etwas \u00c4hnliches auf polnische Art. Der Campingmeister f\u00e4hrt mit seinem Fahrrad seine Runden, um nachzuschaut, ob alles in Ordnung ist.<br \/>\nWenn man den Kanal an den Anglern und den Liebesp\u00e4rchen vorbei, hinuntergeht, ist man bald an der Schiffsanlegestelle, am Abend stehen die kleinen schmalen Boote schon bereit, mit denen man an geraden Tagen, die halbe Strecke, an ungeraden die ganze fahren kann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110801-114716.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110801-114716.jpg?w=300\" alt=\"\" title=\"20110801-114716\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"alignright size-medium wp-image-8228\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir entscheiden uns f\u00fcr die gro\u00dfe Tour und warten einen Tag l\u00e4nger, was nichts macht, gibt es ja eine im Krieg zerst\u00f6rte, wieder aufgebaute Altstadt zu entdecken und den kleinen B\u00e4ckerjungen, der mit seiner Schaufel vor dem Markttor steht, mit der hat er die Stadt im sechzehnten Jahrhundert vor den Angriffen der Kreuzritter gerettet, so kann man heute seine Nae angreifen, was angeblich Gl\u00fcck bringt, deshalb gl\u00e4nzt sie immer goldig und glatt. Auf den Markttorturm kann man  hinaufsteigen und auf die Stadt hinuntersehen. Die Nikolauskirche kann man besichtigen und in einem der Lokale Piroggen essen, so geht der Tag herum, am Sonntag besichtigen wir die Marienburg, die ihre Gr\u00fcndung den Kreuzrittern verdankt und am Montag geht es um neun Uhr morgens los. Drei Schiffe stehen schon bereit, durch die man hindurchgehen kann, die Kapit\u00e4ne haben ihre Listen, wo sie  nachschauen k\u00f6nnen, wer sich angemeldet hat und auf wen man noch warten mu\u00df. Dann geht es los mit einem sehr vollbesetzten Schiff. Vor mir sitzt ein kleiner \u00e4lterer Mann mit seinem Rucksack ganz allein, alle anderen Pl\u00e4tze sind besetzt, ein paar der mit dem Bus von Osterode hergebrachten, m\u00fcssen unten Platz nehmen und kommen  herauf, wenn das Schiff durch die Schleusen f\u00e4hrt oder den Berg hinaufgezogen wird. Dann springen alle auf, um zu fotografieren,  seltene Wassertiere wie wei\u00dfe Reiher und nat\u00fcrlich Biber gibt es auch. Im F\u00fchrer steht, da\u00df man sogar manchmal einen badenden Hirsch beobachten kann, den habe ich nicht gesehen, aber eine Landschaft, \u00e4hnlich wie der Neusiedlersee. Neben uns hat ein polnisches Ehepaar einen gro\u00dfen Sack mit Reiseproviant mitgebracht, Kaffee und Tee in einer Thormosflasche und beginnt ihn auszuteilen, ein kleines M\u00e4dchen mit einem dicken Zopf kommt herauf und wird fotografiert.<br \/>\nDie lange Strecke geht von Elblang bis nach Osterode achtzig Kilometer und dauert den ganzen Tag, so gibt es um zwei Uhr Mittagessen, das auf der Mittelstation eingeladen wird, drei Conainer und zwei T\u00f6pfe in denen der Krautsalat enthalten ist, werden hereingetragen und von der Frau, die  die Getr\u00e4nke und die W\u00fcrstel verkauft, ausgeteilt. Das Essen ist so gut isoliert, da\u00df es noch sehr warm auf den Tisch kommt, es gibt Krautsuppe, Schnitzel mit Kartoffelp\u00fcree und Krautsalat. Wir essen es am Deck oben auf den Knie und zerteilen das Schnitzel m\u00fchsam mit den Plastikmessern.<br \/>\nDie meisten der Schleusen und der Schienenstrecken sind inzwischen vorbei, nun wird der See breiter, man kann die Landschaft sehen und nat\u00fcrlich auch die entgegenkommenden Boote, dann winken alle, fotografiert wird immer noch.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110801-102848.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/20110801-102848.jpg?w=300\" alt=\"\" title=\"20110801-102848\" width=\"300\" height=\"198\" class=\"alignright size-medium wp-image-8226\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dem alten Mann von mir, von dem ich  schon gedacht habe, da\u00df er Deutscher ist, ist sein Rucksack heruntergefallen, ich hebe ihn auf uns spreche ihn  an, von diesen Moment an beginnt er zu reden und erz\u00e4hlt mir, da\u00df er, seit er in Pension ist, er schon achtundsiebzig,  viel herumreist und schon ganz Europa gesehen hat. Er wohnt auch auf dem Campingplatz und zwar in einem Dachzelt auf dem kleinen Auto, das dem Alfred schon vorher aufgefallen ist und nach Polen kommt er \u00fcberhaupt sehr oft und hat hier auch viele Freunde.  Nikoleiken mag er nicht so gern , erz\u00e4hlt er mir, weil ihm das zu protzig ist, da bevorzugt er die kleineren Orte und auch die Masuren, Neuland f\u00fcr mich, sind ihm schon bekannt. Er zeigt mir  auch die Fotos von seinen Enkelkindern und erz\u00e4hlt mir von seiner sechundneunzigj\u00e4hrigen Mutter, die immer noch sehr r\u00fcstig, in einem Seniorenheim lebt und wir passieren die letzte Schleuse. Jetzt ist es nur noch eine Stunde oder zehn Kilometer bis Osterode. Wir haben schon Versp\u00e4tung und sollten eigentlich schon angekommen sein, sind aber am Morgen sp\u00e4ter abgefahren. Osterode scheint auch ein emsiger Ausflugsort mit Strandcafes und einer Restaurantzeile zu sein, wir haben aber keine Zeit es anzusehen, wartet der Bus ja schon gegen\u00fcber dem Hauptpostamt, so da\u00df wir gerade noch die Ansichtskarten, die wir in der Marienburg gekauft haben, einwerfen k\u00f6nnen. Dann wird eingestiegen und der Bus bringt uns nach Elblag zur\u00fcck. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;In Nordostpolen zwischen den T\u00e4lern der unteren Weichsel und der Memel befinden sich drei verzweigte Schiffahrtswege, die die touristische Aktion der Gegend bilden, der Augustov Kanal, die Masurischen Seen und der oberl\u00e4ndische Kanal, letzterer ein Baudenkmal der hydrograpischen Kunst, das &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8140\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-8140","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8140"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8140\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}