{"id":81436,"date":"2020-02-25T22:05:25","date_gmt":"2020-02-25T21:05:25","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=81436"},"modified":"2020-02-25T22:05:25","modified_gmt":"2020-02-25T21:05:25","slug":"andras-forgach-vor-den-glaesernen-vorhang","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=81436","title":{"rendered":"Andras Forgach vor den gl\u00e4sernen Vorhang"},"content":{"rendered":"<p>Bei der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/13\/lese-auslese-mit-erdbeerbowle\/\"> vorletzten Leseauslese<\/a> haben <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/06\/12\/uebersetzt-von-cornelius-hell\/\">Cornelius Hell<\/a> oder Katja Gasser Andras Forgach &#8220;Akte geschlossen&#8221; vorgestellt und sehr gelobt.<\/p>\n<p>Ich bin nach Hause gegangen, habe mir <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/29\/man-darf-nicht-leben-wie-man-will\/\">Fritschs Tageb\u00fccher<\/a> und Damir <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/26\/zwei-jahre-nacht\/\">Ofcinas &#8220;Zwei Jahre Nacht&#8221;<\/a> bestellt und mir das bei dem in 1952 in Budapest geborenen Theatermacher und \u00dcbersetzter verkniffen und dann doch damit gelieb\u00e4ugelt.<\/p>\n<p>Stephan Teichgr\u00e4ber es als Lekt\u00fcre f\u00fcr sein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/10\/02\/gegenwartsliteratur-und-gegenwartsdramatik-des-centropes\/\">Centrope-Workshop<\/a> vorgeschlagen, dann aber bei der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/17\/in-die-gesellschaft-zu-punsch-und-keksen\/\">n\u00e4chsten Leseauslese<\/a> Janos Terey &#8220;Budapester \u00dcberschreitungen&#8221; angefragt und nicht bekommen, beziehunsweise mir etwas sp\u00e4ter <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/01\/29\/korrigierbericht-und-letztes-semestergegenwartsliteraturworkshop\/\">Ge\u00f6rgy Dragomans &#8220;Scheiterhaufen&#8221;<\/a> aus meinen Regalen gesucht und jetzt, da ich mich an das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/preis-der-leipziger-buchmesse\/\">&#8220;Leipziger Buchpreislesen&#8221;<\/a> machen und inzwischen die B\u00fccher auch schon ungefragt bekomme, habe ich ohnehin keine Lesechance, aber trotzdem begeistert in die Gesellschaft gepilgert, als ich erfuhr, da\u00df dort Andras Forgach aus dem gl\u00e4serenen Vorhang schauen w\u00fcrde und daf\u00fcr die Stabauer-Lesereihe im Siebenstern und eine sicher ebenfalls interessante &#8220;AS&#8221; Veranstaltung ausgelassen.<\/p>\n<p>Wieder bin ich zu sp\u00e4t gekommen,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/04\/24\/wahre-geschichten-von-ljuba-arnautovic-und-zdenka-becker\/#comments\"> Frau Elisabeth wird mich r\u00fcgen,<\/a> weil wieder, wie fast jeden tag in dieser Woche eine sechs Uhr Stunde und als ich den Lesesaal erreichte, war Cornelius Hell schon bei der Vorstellrunde, der ORf hat gefilmt und ich habe fast nur mehr einen Platz in der ersten Reihe mehr bekommen und das Buch ist interessant oder auch nicht beziehungsweise nicht wirklich etwas Neues, da\u00df da ein Sohn nach dem Tod der Mutter ihre Geheimdienstakte entdeckt und erkennt, sie war eine Spionin oder ein Spitzel der Staatssicherheit.<\/p>\n<p>Da habe ich ja gerade erst ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/02\/20\/metropol\/\">solches Buch<\/a> gelesen und hier ist die Geschichte besonders brisant, denn Andras Forgach Mutter war eine J\u00fcdin die zwar die Religion nicht besonders hoch gehalten hat, aber aus Israel nicht der Liebe wegen nach Budapest gekommen ist, eine \u00fcberzeugte Kommunistin oder Stalinistin war und Andras Forgach hat das Buch in einigen Teilen geschrieben und aus diesen gelesen.<\/p>\n<p>Begonnen hat er im Jahr 1982, als die Mutter sechzig war und sich mit drei Herren oder Genossen von der Staatssicherheit in einer Konditorei in Budapest traf, die ihr eine Tischdecke und einen Blumenstrau\u00df \u00fcberreichten und sie auch n\u00f6tigten sich ein s\u00fc\u00dfes St\u00fcckchen zu ihrem Tee zu bestellen.<\/p>\n<p>Dann kamen zwei Briefe, die der Vater im Jahr 1947 an die Mutter geschrieben hat und danach ein Teil des Nachwortes in dem Andreas Forgach beschrieb, was die Erkenntnis, die geliebte Mutter war ein Spitzel, aus ihm machte.<\/p>\n<p>Der Autor hat \u00fcberhaupt sehr viel und sehr launig in sehr guten Deutsch \u00fcber die Entstehungsgeschichte erz\u00e4hlt und nun kann ich raten, mutma\u00dfen oder vermuten ob das Buch jemals zur mir kommen wird? Interessant w\u00e4re es\u00a0 allemal.<\/p>\n<p>Und ich kann was das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/02\/23\/bei-den-ig-autoren\/\">&#8220;Selfpublishing&#8221;<\/a> und die Diskrimierung, da\u00df man damit nicht \u00fcberalle lesen kann, betrifft, anmerken, da\u00df ich das in der &#8220;Gesellschaft&#8221;, die sich ja auch dieser Meinung angeschlo\u00dfen hat, zweimal am Faschingdienstag, als dort einige Zeit lang, der Dichterfasching stattfand, gelesen habe.<\/p>\n<p>Da sollte man sich kost\u00fcmieren, anschlie\u00dfend hat es ein Krapfenbuffet gegeben, Marianne Gruber hat eine Dompteurkost\u00fcmjacke getragen und jeder konnte honorarlos lesen.<\/p>\n<p>Gemeint waren wahrscheinlich lustige Stanhzerl. Es sind aber nat\u00fcrlich die Autoren gekommen, die ihre Werke pr\u00e4sentieren wollten und das sonst nicht k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich habe das erste Mal, das war, glaube ich, 2005 die Opernballszene aus der unver\u00f6ffentlichten Erz\u00e4hlung &#8220;Zwischen H\u00fctteldorf und Heisligenstadt&#8221; gelesen, die mit den Namen Marianne, eine der dortigen Protagonistennen, die aber nichts mit Marianne Gruber zu tun hat, begann und alle lachten.<\/p>\n<p>Das zweite Mal eine Szene aus dem <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_schokolade.html\">&#8220;Wiener Stadtroman&#8221;<\/a>, wo sich die beiden Therapeuten, glaube ich, im Cafe Sperl treffen, worauf mich Claudia Erdmann angesprochen hat und sich f\u00fcr den Text interessierten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der vorletzten Leseauslese haben Cornelius Hell oder Katja Gasser Andras Forgach &#8220;Akte geschlossen&#8221; vorgestellt und sehr gelobt. Ich bin nach Hause gegangen, habe mir Fritschs Tageb\u00fccher und Damir Ofcinas &#8220;Zwei Jahre Nacht&#8221; bestellt und mir das bei dem in &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=81436\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[248,1458,2356,5519,5924],"class_list":["post-81436","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-andras-forgach","tag-dichterfasching","tag-gesellschaft-fuer-literatur","tag-stalinismus","tag-ungarn"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81436","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=81436"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/81436\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=81436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=81436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=81436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}