{"id":8357,"date":"2011-08-20T00:05:41","date_gmt":"2011-08-19T22:05:41","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8357"},"modified":"2011-08-20T00:05:41","modified_gmt":"2011-08-19T22:05:41","slug":"weiter-schreiben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8357","title":{"rendered":"Weiter am Roman"},"content":{"rendered":"<p>Das Weiterschreiben an der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/25\/weiter-mit-den-drei-s\/\">&#8220;Frau auf der Bank&#8221;<\/a>, ist mir nach dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/12\/wieder-zuruck-aus-dem-urlaub\/\">Urlaub<\/a>, wie schon erw\u00e4hnte, gar nicht so leicht gefallen. Obwohl ich im Juli sehr schnell \u00fcber f\u00fcnfzig Seiten und sechzehn Szenen konziperte. Damit bin ich nach Polen gefahren und da waren die Geschichten von der T\u00fcrkin Sevim, der Psychiaterin Svetlana und der Selma Steininger, die jetzt Obermayer hei\u00dfen wird, nat\u00fcrlich weg. Habe ich mich ja auf die Reisereportagen konzentriert und mich auf das Wochenende gefreut, wo ich alles aufschreiben wollte.<br \/>\nVorigen Samstag war ich damit fertig und als dann das Manuskript durchgehen wollte, habe ich Widerstand gesp\u00fcrt und zu tr\u00f6deln angefangen. Alles war weit weg, daf\u00fcr aber die Gedanken &#8220;Das wird ohnehin nichts!&#8221;, sofort da. Und die sind bei mir sehr stark vorhanden und haben sich in den achtunddrei\u00dfig Schreiberjahren tief  eingepr\u00e4gt. Habe ich ja, als so etwa 1978 einen meiner ersten Texte, es war &#8220;Die Einladung zum Tee&#8221; sch\u00fcchtern herumzeigte, nur Abweisungen bekommen.<br \/>\n&#8220;Das ist nicht gut genug, aber, wie es besser wird, k\u00f6nnen wir dir auch nicht sagen!&#8221; oder &#8220;Jeder Satz mu\u00df sitzen!&#8221; und dann kamen auch die S\u00e4tze, wie &#8220;Da passiert ja nichts!&#8221; oder &#8220;Die Personenf\u00fchrung ist zu flach&#8221; oder das mit den Rechtschreibfehlern. In j\u00fcngster Zeit h\u00f6re ich auch, da\u00df man nicht zu viele &#8220;Adjektive verwenden soll&#8221; und das habe ich dann in mir, wenn ich mich hinsetze um Buch f\u00fcnfundzwanzig zu schreiben. Einige Wiederholungen habe ich auch und es sind ja auch sehr bekannte Themen, die ich mir wieder vornehme, denn \u00fcber depressive Frauen, die in Wien herumgehen, um die Finger an die Wunden zu legen, habe ich schon \u00f6fter geschrieben. Andererseits denke ich mir, da\u00df ist eben das, was mich interessiert, was  f\u00fcr mich wichtig ist und ich auch kann. Die Schicksale der Selma, Sevim und Svetlana la\u00dfen sich sicher auch so verkn\u00fcpfen, da\u00df etwas Neues dabei herauskommt. Was mir sehr hilft, sind auch S\u00e4tze, wie man sie in Schreibwerkst\u00e4dten und beispielsweise bei <a href=\"http:\/\/www.wollinger.info\/?p=10126\">Thomas Wollinger<\/a> finden kann. Da\u00df nicht alles gleich perfekt sein mu\u00df, weil man \u00fcberarbeiten und korrigieren kann. Da\u00df das Zeitlassen f\u00fcr mich wichtig ist, habe ich schon geschrieben und darauf mu\u00df ich auch sicher achten, da\u00df ein Roman eben l\u00e4nger dauert und nicht in einer Woche geschrieben sein kann oder mu\u00df. Warum das bei mir so ist, wird aber auch seinen Grund haben und so bin ich auch sehr schnell wieder in den Roman zur\u00fcck gekommen, denn auch das braucht ein bi\u00dfchen Zeit. Als ich also genug getr\u00f6delt hatte, habe ich mir in Wien die &#8220;Biber&#8221; und die Zeitschriften vom &#8220;Romano Centro&#8221; herausgesucht, um Hintergrundmaterial zu haben und vorgestern und gestern das Manuskript durchkorrigiert.<br \/>\nInzwischen habe ich siebzehn Szenen und f\u00fcnfzig Seiten, bzw. 22.675 Worte. Schade, da\u00df ich mir das in Harland nicht ausdrucken kann, da das f\u00fcr einen optischen Typ, wie ich es bin, sehr wichtig ist. Ideen f\u00fcr die Handlungsstr\u00e4nge sind mir aber trotzdem schon gekommen. Am Unklarsten ist da nach wie vor die Selma. Mag sein, da\u00df die eine Verbindungsfigur auf der Suche nach dem B\u00fcrgermeister bleibt, den sie vielleicht am Schlu\u00df findet oder auch nicht. Sie Sevim ist am Plastischsten ausgepr\u00e4gt, die wehrt sich gegen ihren Mann. Da habe ich gerade eine Tanzkursszene geschrieben, sie wird als n\u00e4chstes aufs Arbeitsamt fahren und sich f\u00fcr eine Pflegehelferausbildung anmelden, ob sie sich scheiden lassen wird oder nicht, ist nicht ganz klar. Es gibt aber die Idee eines \u00f6sterreichischen Volksschullehrers, den sie kennenlernen k\u00f6nnte. Sie trifft sich auf jeden Fall mit Selma im Rathauspark, bringt ihr Baclava mit und erz\u00e4hlt ihr von ihren Fortschritten. Mit Norbert k\u00f6nnte sie auch einen richtigen Tanzkurs besuchen, den den Svetlana z.B. besucht vielleicht und Svetlana l\u00e4\u00dft sich von Selma angestachelt in eine Beziehung mit Theo Hardenberg ein. Nach der Tanzstunde hat er sie schon auf ein Glas Wein eingeladen, als n\u00e4chstes kommt eine Einladung in die Oper und dann stellt er sie seiner Familie in der Hietzinger Villa vor. Dazwischen gibt es die Therapiegespr\u00e4che zwischen Selma und Svetlana, die immer vom Herrn Oberarzt, statt von ihren Tabletten spricht und das Ganze k\u00f6nnte sich in kleinen Schritten entwickeln.<br \/>\nWie lange ich dazu brauche und wann ich mit dem Rohentwurf fertig sein werde, wei\u00df ich noch nicht. Da\u00df das auch schnell gehen kann, habe ich schon geschrieben und, da\u00df ich versuchen werde, es so lange zu \u00e4ndern, bis es passt, auch. Da ist es auch sicher gut Material zu sammeln und vielleicht in Wien ein bi\u00dfchen herumzufahren. Wenn ich mich da zum offenen B\u00fccherschrank am Brunnenmarkt setze oder die Neulerchenfelderstra\u00dfe entlang gehe, bekomme ich sicher Anschauungsmaterial.<br \/>\nSo weit bin ich also, geduldiger werden mit sich selbst, Thomas Wollingers Satz, da\u00df alles schon in einem steckt, beherzigen und ich schreibe eher einfach und realistisch. Aber <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/26\/verfahren\/\">Ludwig Laher<\/a> ist mit seinem Dokumentarroman auch auf die Longlist des dBP gekommen und bei den Erz\u00e4hlb\u00e4nden von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/22\/zitronenkuchen-fur-die-sechsundfunfzigste-frau\/\">Seher Cakir<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/10\/so-wie-du-kann-jeder-aussehen\/\">Grezgorz Kiewalski<\/a> habe ich mir auch gedacht, das kann ich eigentlich auch. Also sollte ich mich von meinen Kritikern nicht irritieren lassen. Auch das nehme ich mir vor, ich schreibe so gut, wie ich es kann und es sollte mir Spa\u00df machen, mich in meine Figuren einzulassen und sie weiterzuentwickeln, da\u00df ich dabei an Hemmungen und Grenzen sto\u00dfe ist klar. Mit ein bi\u00dfchen Geduld komme ich aber damit weiter und wenn nicht, bleibt es so, wie es ist.   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Weiterschreiben an der &#8220;Frau auf der Bank&#8221;, ist mir nach dem Urlaub, wie schon erw\u00e4hnte, gar nicht so leicht gefallen. Obwohl ich im Juli sehr schnell \u00fcber f\u00fcnfzig Seiten und sechzehn Szenen konziperte. 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