{"id":8373,"date":"2011-08-21T00:13:03","date_gmt":"2011-08-20T22:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8373"},"modified":"2011-08-21T00:13:03","modified_gmt":"2011-08-20T22:13:03","slug":"wochenendschreiben-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8373","title":{"rendered":"Intensive Schreibarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit einem Arbeitsbericht, denn ich bin diesmal wirklich sehr schnell in den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/20\/weiter-schreiben\/\">Roman<\/a> hineingekommen. Am Donnerstag habe ich angefangen, die vorhandenen vierzig Manuskriptseiten, die ich auch nach Polen mitgenommen habe, zu korrigieren. Am Freitag war ich damit fertig, da sind die Ideen dann gekommen und ich habe inzwischen siebenundzwanzig Szenen, einundsiebzig Rohseiten und 33.122 Worte und auch die Handlungsstr\u00e4nge der drei S entwickeln sich kontinuierlich weiter. Es war auch sch\u00f6n zu sehen, da\u00df der Widerstand, der sich da pl\u00f6tzlich letzten Samstag, als ich die neun <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/12\/wieder-zuruck-aus-dem-urlaub\/\">Reiseberichte<\/a> und Buchbesprechungen geschrieben habe, aufbaute, kaum, da\u00df ich mit dem Korrigieren begonnen habe, verschwunden war und also eigentlich keiner war. Ich habe es schon auf Sara Wipauers Kommentar geschrieben, da ich mich sehr lange sehr einsam durch den Literaturdschungel schlug und vor drei\u00dfig f\u00fcnfunddrei\u00dfig Jahren Jahren wirklich noch nicht schreiben konnte, bin ich bei einem Projekt irgendwann sehr bald auf meine Grenzen gesto\u00dfen und damals war niemand da, der mir weiterhalf.Es gab auch keine Blogs, keine Schreibratb\u00fccher, nur mich allein und mein Wissen, wenn ich aufgebe, habe ich verloren. Das habe ich nat\u00fcrlich nicht, sondern versuchte es weiter. Heute brauche ich nicht mehr so mi\u00dftrauisch sein, denn wenn ich so nachdenke, wollte ich letzten Samstag eigentlich nachgooglen, was ich die letzten vierzehn Tage vers\u00e4umt habe, hatte die Polenreise auch noch nicht ganz abgeschlossen, aber die innere Stimme in mir schrie schon &#8220;Husch, husch, weiter am Roman!&#8221;<br \/>\nDas Mi\u00dftrauen ist zwar noch immer da, aber inzwischen wei\u00df ich schon, da\u00df S\u00e4tze wie &#8220;Zeit lassen&#8221; oder &#8220;Du mu\u00dft \u00fcberhaupt nicht schreiben!&#8221;, sehr wichtig sind. Sie stimmen nat\u00fcrlich nur bedingt, denn wenn ich mich nicht zur\u00fcckhole, wird es kein anderer tun. Ich war aber selber  erstaunt, wie rasch ich den Spa\u00df am Freitag wieder gefunden habe. Ich habe noch im Bett die letzten drei Szenen korigiert, bin dann in die Badewann mit dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/19\/mulatten-in-gelben-sesseln\/\">&#8220;Harald Schmidt&#8221;<\/a> gegangen, habe eine Szene geschrieben und dann  den Blogbericht. Dann wollte ich eigentlich Radfahren, der Roman lie\u00df mich aber nicht, da brannte noch einiges, was erst aufgeschrieben werden wollte. So sind, glaube ich, noch drei Szenen entstanden, bevor ich mit meinem Notizbuch und den Charakterheften nach Wilhelmsburg aufgebrochen bin. Da war ich heuer schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/14\/zweimal-fertig\/\">einmal<\/a> und habe die drei Geburtstagsszenen konzipiert und dann  auch sehr euphorisch mit dem Schreiben begonnen. Diesmal war es wieder so, ich habe zwar in der Ein-Euro-Ramsch-Kiste, die es dort bei dem Schreibwarengesch\u00e4ft gibt, einen &#8220;Andrea Camilleri&#8221; herausgenommen, aber auf der Bank an der Traisen und beim Radfahren sind mir schon wieder Ideen gekommen, da\u00df ich gleich weitergeschrieben habe.<br \/>\nDie Handlung denke ich, entwickelt sich auch gut und ich komme von den realen Vorbildern, die es f\u00fcr zwei meiner Figuren gibt, die dritte ist sicher ein Alter Ego, wie Nathan Zuckerman bei Philip Roth weg und entwickeln eigene Idee. So trifft die Sevim, den Exlehrer ihrer Tochter vor dem Arbeitsamt, er l\u00e4dt sie auf einen Kaffee ein, aber eine verheiratete T\u00fcrkin geht nicht mit einem Mann ins Kaffeehaus. Sie putzt auch inzwischen bei ihrer Freundin Leylah und gibt die hundert Euro, die sie dort verdient,  auf einmal bei H und M aus, sie kauft aber haupts\u00e4chlich Sachen f\u00fcr ihre T\u00f6chter, f\u00fcr sie reicht das Geld dann nicht mehr, die Leylah schenkt ihr ein Buch, in das sie ihre Ausgaben aufschreiben kann und ob sie jetzt im Verlauf der Geschichte bei B\u00fclent bleibt oder zu Norbert Winter geht, ist noch nicht klar, der lebt bis jetzt nur in ihrer Phantasie, w\u00e4hrend B\u00fclent sogar schon zum Familentanzkurs mitgegangen ist. Er schimpft allerdings noch immer sehr viel und die Sevim hat sich inzwischen auch zu einer Pflegehelferausbildung angemeldet. Bei der Svetlana geht es \u00e4hnlich flott voran, die war inzwischen mit einem Pr\u00e4servativ in der Handtasche mit dem Oberarzt in der Oper, der will sie auch seinen Eltern vorstellen, die sind allerdings noch auf Weltreise und als sie nach Hause kommt, warten ihre Eltern und wollen alles genau h\u00f6ren. Beim Alter Ego ist es nach wie vor noch am Unbestimmtestens, da wird die Paranoia nur angedeutet und der B\u00fccherschrank kommt diesmal ganz dezent vor. Aufgebaut ist es wieder szenenm\u00e4\u00dfig mit den drei abwechselnden Handlungstr\u00e4ngen, wobei der Selma eine Nebenrolle oder Vermittlungsfuktion zukommt, interessant, denn mit dieser Idee habe ich ja begonnen und ein bi\u00dfchen vom Klischee bin ich, glaube ich, auch herunter. Es kommt auch mehr Sex vor, obwohl das bei allen drei Frauen ein bi\u00dfchen schwierig  ist.<br \/>\nEine spannende Geschichte und sehr sch\u00f6n daran zu schreiben. So weit man das selber beurteilen kann, glaube ich, da\u00df ich weiter gekommen bin und ich glaube auch, das regelm\u00e4\u00dfige Berichten dear\u00fcber, auch wenns f\u00fcr meine Leser vielleicht ein wenig unverst\u00e4ndlich ist, hilft mir sehr, das ist wie eine private <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/12\/sommerfrischen-schreibwerkstatt\/\">Schreibwerkstatt<\/a> und in diese wollte ich ja heuer gehen und so ist es am Samstag gleich weitergegangen. Ich war zwar zwischendurch in der Badewanne und habe da Philip Roths &#8220;Exit Ghost&#8221; auf Englisch zu lesen begonnen, was ein wenig schwierig ist und nur langsam geht und laut es ist es in Harland auch. Dr\u00f6hnt doch noch um Mitternacht die Frequency ins Zimmer hinein, w\u00e4hrend man ab dem Bootshaus auf der Traisen nicht in Richtung St. P\u00f6lten fahren kann. Der Alfred ist auch ganz auf Sommerfrische und wollte unbedingt am Sonntag jemanden zum Grill einladen. Unserer St. P\u00f6ltner Bekannten sind aber alle vor der Frequency gefl\u00fcchtet, so wird zu Mittag der Karl kommen und ich habe gleich weitergeschrieben, so da\u00df ich  erst wieder am Abend Radfahren war, habe die Svetlana ein schwarzes Kleid kaufen lassen, sie in die Oper geschickt und \u00fcberlege, ob es mit Svetlanas Hochzeit enden wird. Da k\u00f6nnte dann auch die Sevim dabei sein und die Selma, obwohl die ja eine etwas verr\u00fcckte Patientenrolle hat.<br \/>\nEin richtiges Handlungskonzept habe ich nicht, da la\u00dfe ich mich eher treiben, notiere Szenen und Handlungsstr\u00e4nge, aber ein Stufenkonzept von A-Z gibt es nicht, so da\u00df ich gar nicht sagen kann, ob ich jetzt in der Mitte oder schon gegen Ende bin.<br \/>\nDa\u00df ich das, was vielleicht noch nicht stimmt, diesmal genauer \u00fcberarbeitet m\u00f6chte, nehme ich mir wieder vor und glaube auch, da\u00df ich das allm\u00e4hlich k\u00f6nnen werde, denn das Wichtigste ist bei mir immer noch der Hemmungsabbau, nur ist im Laufe der Zeit wahrscheinlich auch eine ordentliche Depression dazu gekommen. Ist die Frage ja immer im Kopf, warum es gerade mir nicht gelingt, Erfolg zu haben, aber warhscheinlich habe ich ihn auch, es ist ja immer eine Frage, wie man das definiert und weil ich zwischendurch auch immer ein bi\u00dfchen google, habe ich \u00f6fter bei Thomas Wollingers Blog vorbeigeschaut und dort ein paarmal kommentiert und da bin ich auf einen interessanten Kommentar JuSophies gesto\u00dfen, die meint, da\u00df es einen Unterschied zwischen Schreiben und Ver\u00f6ffentlichen gibt, den ich nicht so eindeutig sehe.<br \/>\nDenn die Literatur nimmt ja bei den K\u00fcnsten, weil man sie als Einzige sehr lang nirgends lernen konnte, irgendwie eine Sonderstellung ein und es ist auch so, da\u00df Schreiben irgendwie gleich Ver\u00f6ffentlichen bedeutet. Du bist nur ein erfolgreicher Schriftsteller, wenn du ver\u00f6ffentlicht hast. Das mu\u00df zwar nicht sein, ist aber derzeit immer noch so. Ich bin ja eine Verfechterin der allgemeinen Kreativit\u00e4t und meine, da\u00df jeder schreiben  soll, der will und, da\u00df der Weg das Ziel ist. Aber damit bin ich immer noch sehr allein. Das merke ich auch daran, da\u00df ich, die ich ja eigentlich nicht wirklich ver\u00f6ffentliche, sondern meine B\u00fccher selber mache, oft, wenn ich jemanden eines zeige, als erstes die Frage bekomme &#8220;Welcher Verlag?&#8221;<br \/>\nUnd wenn man nun meint, da\u00df die einen Schreibseminare besuchen sollen, w\u00e4hrend die anderen auf die dBP Listen kommen, ist das etwas, was mir nicht gef\u00e4llt. Weil sich das ohnehin von selber regelt, das ist, wie mit dem Gymnasium. Auch wenn jeder, der schreibt zu ver\u00f6ffentlichen versucht, wird ihm das nur gelingen, wenn ihn die Verlage f\u00fcr gut genug halten, ist er das nicht, mu\u00df er aufh\u00f6ren oder weiterlernen und das macht man am besten, indem man schreibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter gehts mit einem Arbeitsbericht, denn ich bin diesmal wirklich sehr schnell in den Roman hineingekommen. Am Donnerstag habe ich angefangen, die vorhandenen vierzig Manuskriptseiten, die ich auch nach Polen mitgenommen habe, zu korrigieren. 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