{"id":8404,"date":"2011-08-22T23:08:30","date_gmt":"2011-08-22T21:08:30","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8404"},"modified":"2011-08-22T23:08:30","modified_gmt":"2011-08-22T21:08:30","slug":"dichten-auf-dem-rathausplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8404","title":{"rendered":"Dichten auf dem Rathausplatz"},"content":{"rendered":"<p>Gestern habe ich, nach dem das Grillfest beendet war und ich wieder eine Runde an der Traisen durch den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/26\/dreck-an-der-traisen\/\">Dreck nach der Frequency<\/a> gefahren bin, noch eine Svetlana Szene geschrieben, n\u00e4mlich die, wo sie im \u00c4rztedienstzimmer Sex mit dem Oberarzt hat und er ihr sagt, da\u00df er in sie verliebt ist, die Sevim hat inzwischen bei H. u. M viele T-Shirts und Hosen f\u00fcr sich und ihre Kinder gekauft und heute habe ich zwischen meinen Stunden zwei Szenen geschrieben, n\u00e4mlich, die, wo die Sevim die Selma auf dem Rathausplatz trifft und ihr erz\u00e4hlt, da\u00df sie einer Beratungsstelle war und sich bez\u00fcglich einer Scheidung erkundigt hat, aber nicht sicher ist, ob sie das wirklich scheiden will. Dann habe ich, zwischen einigen Klientenstunden, eine Svetlana Szene angefangen und da ist mir eingefallen, da\u00df ich das Vorleben Theo Hardenbergs beschreiben sollte. Er wird neununddrei\u00dfig, ist also vier Jahre \u00e4lter, hat f\u00fcnf Jahre mit einer Kollegin namens Agnes glebt, der vor vier Jahren ein Karzinom diagnostiziert wurde, worauf sie, w\u00e4hrend er auf einem Psychiatriekongre\u00df in Bozen war, sich umbrachte, die Psychiater wissen ja, wie sie es machen m\u00fcssen und jetzt hat er sich in Svetlana verliebt, mit ihr Bruderschaft getrunken,  nennt sie auch auf der Station &#8220;Sveti&#8221;, was die Ausbildungs\u00e4rztin Barbara Lechner bemerkt.<br \/>\nDie Szenen sind dicht, die Figuren haben ihr Eigenleben bekommen, ich habe auch mehr Dialoge und um Sex geht es bei der Sevim und bei der Svetlana auch, was bei mir, die ich ja eher pr\u00fcde bin, etwas Neues ist, habe ich geglaubt,  dann ist mir eingefallen, da\u00df der Boris Alkemirov in der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">&#8220;Radiosonate&#8221;<\/a> auch mit der Amanda Silberkandl ins Bett geht, obwohl er noch an seiner verstorbenen Frau Valeria h\u00e4ngt, aber Theo Hardenberg hat sein Trauma schon \u00fcberwunden. Agnes Selbstmord habe ich nur f\u00fcr die Erkl\u00e4rung von Theos Vorleben gebraucht. Dann war es schon sechs und ich bin nach dem meine letzte Stunde abgesagt wurde, \u00fcber den offenen B\u00fccherschrank, wo ich nur den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/15\/wien-im-regen\/\">Haruki Murakami<\/a> zur\u00fcckbrachte, da ich ja derzeit Paulo Coelho in Wien lese, auf den Rathausplatz gegangen, wo es zum 200. Liszt Geburtstag die &#8220;Faust Symphonie&#8221; in einer Aufnahme aus dem Jahr 1976 mit Leonhard Bernstein gab und habe gedacht und gedacht.<br \/>\nSo etwas ist mir bisher nur 1992 bei &#8220;Lore und Lena&#8221; passiert, da war es sogar noch intensiver. Aber diesmal war es auch sehr dicht, sind mir doch in nicht chronologischer Reihenfolge, einige Svetlana Szenen eingefallen, da\u00df sie mit Theo und ihrem Onkel zu einem Jazzkonzert oder Weltmusik mit Harry Stojka beispielsweise gehen wird, war mit schon eingefallen und auch, da\u00df zuerst er sie seinen Eltern, wenn die von ihrer Weltreise zur\u00fcck sind vorstellen wird und dann sie ihm den ihren. &#8220;Dann kannst du mich als deinen Verlobten ausgeben oder willst du damit bis zum Abschlu\u00df deiner Ausbildung warten?&#8221;<br \/>\nDann ist mir eingefallen, da\u00df der Klinikchef Svetlana ansprechen und zu seinen Ober\u00e4rztetreffen einladen kann, da er mit Theos Vater befreundet ist und merkte, da\u00df Svetlana &#8220;dem Jungen&#8221; gut tut. Sie wei\u00df dann wieder nicht, was sie anziehen oder ob sie sich wieder ein Kleid kaufen soll. Da k\u00f6nnte Barbara Lechner neidisch werden, w\u00e4hrend sie Svetana darauf anspricht, erscheint Theo mit einem Strau\u00df roter Rosen in der Klinik, die allerdings nicht f\u00fcr Svetlana bestimmt sind, sondern f\u00fcr Agnes, deren Todestag sich j\u00e4hrt. Er fragt sie, ob sie mit ihm auf den Friedhof gehen will, zeigt ihr auch ein Bild Agnes. Dann \u00fcbernachtet Svetlana in seiner ger\u00e4umigen Altbauwohnung in der W\u00e4hringerstra\u00dfe, Porzellangasse oder Schwarzspanierhof. Inzwischen kommen  die Eltern von der Weltreise zur\u00fcck und die Mutter freut sich Svetlana kennenzulernen. Das das erst in vier Wochen passieren wird, hatte ich schon in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/21\/wochenendschreiben-2\/\">letzten Szene<\/a> geschrieben und da gedacht, wie f\u00fclle ich diese Zeitspanne aus? Dann sind die Idee geflo\u00dfen, was jetzt noch fehlt, sind die Selma Ideen, die habe ich inzwischen ein wenig verloren. Aber vielleicht finde ich zu ihr zur\u00fcck, die Sevim ist inzwischen auch ein wenig ausgeschrieben. Die war ja bisher am lebendigsten, jetzt sind die Weichen  gestellt. Spannend wird noch werden, l\u00e4\u00dft sie sich jetzt scheiden und f\u00e4ngt  eine Beziehung zu dem \u00f6sterreichischen Lehrer Norbert Winter an oder findet sie zu B\u00fclent zu\u00fcck.<br \/>\nAm Rathausplatz angekommen, habe ich die Svetlana Szenen in das gr\u00fcne Buch notiert und w\u00e4hrend Bernstein dirigierte und die drei Teile: Faust, Gretchen, Mephisto zu h\u00f6ren waren und schlie\u00dflich der Tenor &#8220;Das ewig Weibliche zieht uns hinan&#8221; schmetterte, hatte ich ein literarisches Erfolgserlebnis und habe, was in der verhaltenstherapeutischen Arbeit wichtig ist und ich immer meinen Klienten predige, einmal das Positive gesehen, das hei\u00dft mich in die Figuren eingelassen und gedacht &#8220;Wow, wie gut!&#8221;, egal, ob es schlie\u00dflich jemanden gef\u00e4llt und was die Kritiker sagen werden und nicht st\u00e4ndig gedacht, &#8220;Wieder zu flach in der Personenf\u00fchrung, wieder nicht gut genug, zu einfach, zu holprige Dialoge etc, sondern mich beim Entstehen der Charaktere mitrei\u00dfen lasen, auch wenn es dann gar nicht so neue Einf\u00e4lle waren, die gekommen sind.<br \/>\nWie lange das anh\u00e4lt, wei\u00df ich nicht, nur, da\u00df schon was dran ist, da\u00df man nach soundsoviel Seiten , einen Sprung nach vorne macht, wie wenn man nach einer Kinderkrankheit einen Entwicklungssprung oder nach einer Krise ein Wachsen der Pers\u00f6nlichkeit bemerkt.<br \/>\nEin spannender Abend am Rathausplatz, den ich sonst meisten am Morgen im Park neben dem Springbrunnen, wo sich die Sevim und die Svetlana treffen, beschreibe. Und eine Erinnerung ist gekommen, im Sommer 1975 oder 76, ziemlich zeitgleich mit der Musikaufnahme, als ich studierte und es noch kein Rathausfestival gab, habe ich \u00f6fter die Vormittage im Rathauspark verbracht, mich neben den Springbrunnen gesetzt und mit der Hand an einem Text geschrieben.<br \/>\nEine Kritik habe ich nat\u00fcrlich auch, es k\u00f6nnte sein, da\u00df ich zuwenig ausspare, sondern zuviel erz\u00e4hle, indem ich die Handlung von Szene zu Szene in kleinen Schritten aufbaue und den Leser zu wenig selber denken lasse, da hat mir schon einmal jemand ein &#8220;Aussparungsseminar&#8221; empfohlen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern habe ich, nach dem das Grillfest beendet war und ich wieder eine Runde an der Traisen durch den Dreck nach der Frequency gefahren bin, noch eine Svetlana Szene geschrieben, n\u00e4mlich die, wo sie im \u00c4rztedienstzimmer Sex mit dem Oberarzt &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8404\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-8404","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8404"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8404\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}