{"id":84959,"date":"2020-05-18T00:44:46","date_gmt":"2020-05-17T22:44:46","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=84959"},"modified":"2020-05-18T00:44:46","modified_gmt":"2020-05-17T22:44:46","slug":"betibu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=84959","title":{"rendered":"Betibu"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/26\/lesen-in-corona-zeiten\/\">Corona-Zeit<\/a> ist Krimizeit, habe ich, glaube ich, einmal geschrieben. Das ist sicher Zufall, obwohl ich bis jetzt ja haupts\u00e4chlich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/31\/bis-zum-ende\/\">Neuerscheinungen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/21\/wo-dein-sanfter-fluegel-weilt\/\">gelesen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/22\/kilometer-123\/\">habe<\/a> und erst jetzt allm\u00e4hlich zu meiner<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/12\/kanzleimord\/\"> Backlist<\/a>, das hei\u00dft zur Nummer eins der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/oesterreichischer-buchpreis\/leseliste\/\">2020-Leseliste<\/a> komme.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/20\/vaeterland\/\">Martin Caparros &#8220;V\u00e4terland&#8221;<\/a> kann ich gleich vorgreifen, ist auch ein argentinischer Krimi,obwohl es ja angeblich dort keine diesbez\u00fcgliche Autoren gibt.<\/p>\n<p>Auf Platz eins der 2020-Liste, steht ein Fund aus dem B\u00fccherschrank, beziehungsweise &#8220;Ihr Leseexemplar aus dem Unionsverlag &#8211; bitte nicht vor dem 27. Februar 2013 zu besprechen&#8221;, darauf, das ist lang vorbei und wer das Buch in welchen Schrank gelegt hat und, ob es gelesen wurde, wei\u00df ich nicht.<\/p>\n<p>Das sind so die kleinen Geheimnisse, die es auch in den<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/29\/leben-im-dystopischen-raum\/\"> digitalen \u00dcberwachungszeiten<\/a> so gibt und ich kann jedenfalls fl\u00fcstern, da\u00df mir der Name, der 1960 in Buenos Aires geborenen\u00a0 Claudia Pineiro nicht so ganz unbekannt ist, denn ich habe ja fr\u00fcher, als ich selber noch nicht soviele Leseexemplare bekommen habe, mich auf die, in den Schr\u00e4nken intensiver gest\u00fcrzt, das hei\u00dft fr\u00fcher und regelm\u00e4\u00dfiger gelesen und da war auch\u00a0<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/31\/ganz-die-deine\/\"> &#8220;Ganz die Deine&#8221;<\/a> dabei, das Buch habe ich 2013 gelesen und kann hier outen, da\u00df ich mich an den Inhalt eigentlich nicht mehr so gut erinnern kann, wohl aber, da\u00df ich von der Autorin noch\u00a0 &#8220;Ein Kommunist in Unterhosen&#8221; gefunden, aber noch nicht gelesen habe.<\/p>\n<p>&#8220;Betifu&#8221; habe ich wohl im Vorvorjahr gefunden und ganz zuoberbst auf meine Leseliste gepackt und ich kann wieder gestehen, da\u00df ich gez\u00f6gert habe, ob ich es jetzt\u00a0 hinunterlesen oder nicht nach Prominenteren, beispielsweise dem &#8220;Pianisten&#8221; oder &#8220;Vergoogelt&#8221; von Julia. K. Stein weitermachen soll? Und kann gleich weiterschreiben, da\u00df ich froh bin, das nicht getan zu haben, denn das Buch ist wohl im Gegensatz zu &#8220;Ganz die Deine&#8221; ein Hit, beziehungsweise wieder eines, das sehr sehr <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/16\/das-geburtstagsfest\/\">langsam und bed\u00e4chtig<\/a> einen ganz anderen Krimi schreibt, man kann dar\u00fcber diskutieren, ob es \u00fcberhaupt einer ist und es steht auch irgendwo in dem Buch, da\u00df es obwohl ein paar Morde passieren, eigentlich um das Dahinter geht.<\/p>\n<p>Und die sind in Zeiten, wie diesen h\u00f6chst beeidruckend, geht es da ja um eine dieser Privatsiedlungen, wo sich die Reichen hinter Mauern Luxush\u00e4user bauen. Vorne stehen Wachleute und kontrollieren jeden der hineinwill\u00a0 und schikanieren ihn mit sinnlosen Vorschriften. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/02\/lockerungen-der-corona-massnahmen\/\">Erinnert das an etwas?<\/a><\/p>\n<p>H\u00e4tte ich das Buch schon fr\u00fcher gelesen, wahrscheinlich nicht, jetzt aber schon, denn man mu\u00df sich inzwischen, wenn man in ein Restaurant oder in ein Cafehaus gehen will, auch anmelden, mu\u00df sich auch eine Maske aufsetzen und geht man in einen Baumarkt, wird man getrackt, etcetera.<\/p>\n<p>Eine Maske braucht man nicht, wenn man nach &#8220;La Maravillosa&#8221;, m\u00f6chte, damals noch nicht, f\u00fcge ich hinzu, wurde das Buch ja wahrscheinlich 2012 geschrieben und spielt, wenn ich mich nicht irre, um 2010. Es gibt einen Hausangestellten und einen Besuchereingang. Vor dem steht Gladys Varela am Anfang des Buches und wartet auf das sich Kontrollieren lassen. Sie mu\u00df ihre Handynummer angeben und den Inhalt ihrer Handtasche, damit sie nichts hinausschmuggeln kann, dann darf sie zu ihrem Arbeitgeber Senor Chazarreta gehen und den findet sie erstochen auf einem Sessel und bekommt\u00a0 einen Schreikrampf.<\/p>\n<p>Das ist einer der Morde, die in dem Buch passieren, um das Dahinter deutlicher zu machen. Dann geht es nach Buenes Aires in eine Zeitungsredaktion und da wird es <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/08\/23\/ueber-humor-und-ironie\/\">satirisch,<\/a> denn da mu\u00df der ehemalige Polizeireporte Jaime Brena, der degradiert wurde, weil er in einem Interview sagte, da\u00df er alle Zeitungen au\u00dfer, die bei der er arbeitet,liest, degratiert und mu\u00df jetzt \u00fcber Statistiken berichten, wie, die, ob mehr Frauen als M\u00e4nner in der R\u00fcckenlage schlafen, etcetera.<\/p>\n<p>Dann gibt es noch eine ehemals erfolgreiche Krimiautorin, die hei\u00dft Nurit Iscar, wurde aber vom Chef der Zeitung und auch von Brena &#8220;Betibu&#8221; nach einer bekannten Comicfigur, getauft und hat aufgeh\u00f6rt zu schreiben, nachdem sie einmal eine schlechte Rezension bekommen hat.<\/p>\n<p>Jetzt ist sie\u00a0 Ghostschreiberin, bekommt aber vom Chef der Zeitung, ihrem ehemaligen Liebhaber, der sich aber schon bald als Arschloch entpuppte, den Auftrag, in diese Siedlung zu fahren, um \u00fcber den Tod, Mord oder Selbstmord ist die Frage, einen literarischen Bericht zu schreiben.<\/p>\n<p>Den Journlistischen soll ein sogenannter, namenloser &#8220;Junge&#8221; , der jetzt der Polizeireporter der Zeitung schreiben, der nimmt, weil er noch sehr viel lernen mu\u00df, Brena mit und wir erfahren dann, da\u00df vor drei Jahren, die Frau des Toten auch schon in diesem Stuhl ermordet wurde und, da\u00df ein Foto gestohlen wurde, auf diesen sind sechs Jungen abgebildet, die alle die selbe Schule besuchten und fast alle von ihnen sind inzwischen eines mehr oder weniger gewaltsamen Todes umgekommen.<\/p>\n<p>Das ist im Wesentlichen die Krimihandlung und macht ungef\u00e4hr ein Zehntel des Buches aus. Dazwischen wird viel \u00fcber die Regeln in dieser Siedlung geschrieben, wo man parken darf und, wo nicht und welche Absurdit\u00e4ten, die Wachposten jeden Tag von Neuem ausf\u00fchren m\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Erinnert das wieder an etwas? Wenn ich jetzt schreiben w\u00fcrde, unsere Regierung oder die aller Staaten, h\u00e4tten dieses\u00a0 Buch gelesen und es sich zum Vorbild f\u00fcr <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/05\/ostern-in-coronazeiten\/\">ihre \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen<\/a> genommen, ist das mit Sicherheit Fake News, denn die Wirklichkeit inzwischen wahrscheinlich weiter fortgestritten, als es sich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/21\/utopie-workshop\/\">George Orwell<\/a> oder Claudia Pineiro tr\u00e4umen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Es geht auch viel, um das Schreiben und um Literatur. Um den Unterschied zwischen dem journalisten und literarischen Schreiben und wahrscheinlich ist vieles auch wieder autobiografisch, weil Claudia Pineiro ja auch Journaistin war oder ist und am Schlu\u00df beschlie\u00dft Nurit Iscar oder Betibu wieder Romae zu schreiben, der Junge verl\u00dft\u00e4 die Zeitung und gr\u00fcndet eine Internetnachrichtenplattform nur Jaime Brena bleibt, denn er kann ohne den Redaktionsgeruch, obwohl sich der inzwischen sehr ver\u00e4ndert hat, nicht leben und ich habe ein interessantes Buch gelesen und kann jetzt nur wieder schreiben, da\u00df ich auf den &#8220;Kommunisten in\u00a0 Unterhosen&#8221; schon sehr gespannt bin, aber keine Ahnung habe, wann er an die Reihe kommt?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona-Zeit ist Krimizeit, habe ich, glaube ich, einmal geschrieben. 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