{"id":85305,"date":"2020-06-02T00:57:48","date_gmt":"2020-06-01T22:57:48","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=85305"},"modified":"2020-06-02T00:57:48","modified_gmt":"2020-06-01T22:57:48","slug":"der-heimweg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=85305","title":{"rendered":"Der Heimweg"},"content":{"rendered":"\n<p>Und wieder ein Schmankerl oder ein Preview-St\u00fcck aus meinem derzeitigen Work on Progress &#8220;Kein Fr\u00fchlingserwachen mehr&#8221;, das derzeit im Rohtext fertig ist. Die Szene 14, wo die Roswitha das Wien-Museum verl\u00e4\u00dft in dem sie sich trotz Ausgangssperre und Homework mit ihrem Assistenten Viktor getroffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob mein Blog nun mein Schreiben ersetzt hat mich einmal meine Psychologenkollegin Irmgard G. gefragt, der ich auf die Sprachambulanz gefolgt bin.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nein!&#8221;, habe ich geantwortet. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Nat\u00fcrlich nicht!&#8221; und das ist und bleibt auch so.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommentierer schreiben mir manchmal, sie h\u00e4tten noch nichts von mir gelesen. Nun man kann meine B\u00fccher bei mir bestellen, sofern sie noch nicht vergriffen sind. man kann sich auf der Homepage in die Leseproben einlesen, es gibt inzwischen aber auch einiges im Blog zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_literaturgefluester.html\">Die<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_literaturgefluesterbuch_2.html\">beiden<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/09\/literaturgefluster-texte-buch\/https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/09\/literaturgefluster-texte-buch\/\">&#8220;Literaturgefl\u00fcster<\/a>&#8211;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/01\/06\/mein-schreiben-meine-buecher\/\">B\u00fccher&#8221;<\/a> etwa, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/11\/das-challenge-fortsetzungsgeschichtenprojekt\/\">Szenen<\/a> aus denen sp\u00e4ter <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_besser_spaet_als_nie.html\">&#8220;Besser sp\u00e4t als nie&#8221;<\/a> geworden ist und im Dezember gibt es immer wieder ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/12\/\">Adventekalenderfenster<\/a> aus der <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_nika.html\">&#8220;Nika, Weihnachtsfrau&#8221;.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Man sieht, ich versuche mein einsames Schreiben immer etwas aufzup\u00e4pplen und \u00f6ffentlich sichtbar zu machen und weil es ja noch keine Veranstaltungen gibt und ich nicht sieben B\u00fccher in der Woche lese, das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/03\/23\/corona-tagebuch\/\">Corona-Thema<\/a> mich aber sehr interessiert, stelle ich, immer wenn es passt oder ich eine L\u00fccke h\u00e4tte, eine Szene aus meinem derzeitigen Work on Progess, den Corona-Roman, der eigentlich mehr eine Erz\u00e4hlung ist, hier hinein.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht nicht ganz einfach, so leicht in einen Text hineinzuspringen. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/04\/roman-planen\/\">Es <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/08\/weiter-mit-dem-handlungsaufbau\/\">gibt<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/01\/19\/korrigieren-fraeulein-no-und-kein-fruehlingserwachen\/\">aber<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/14\/szenenplanung\/\"> im<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/04\/25\/handlungsaufbau-handlungsluecken\/\"> Blog<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/11\/mit-dem-rohtext-fertig\/\">einige<\/a> Artikel, die \u00fcber den Schreibproze\u00df berichten und die Szene <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/26\/ein-uberraschender-besuch\/\"> 5<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/22\/die-veraenderung\/\">7<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/25\/egons-verdacht\/\">19<\/a> gibt es schon. Die Szene 15 kann ich  spoilern, wird wahrscheinlich bald folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Es war f\u00fcnf vorbei, als Roswitha Herweg, das Museum wieder verlie\u00df. Ihre Haare waren ungeordnet und es fr\u00f6stelte sie, als w\u00e4re im Museum die Heizung ausgefallen. Was auch so war. Die Heizung war seit zwei Wochen ausgeschaltet. Deshalb war ihr kalt, so da\u00df sie froh war, da\u00df sich in ihrer Handtasche, der lila Schal befand. Den band sie um ihren Hals, statt, um Mund und Nase. Denn das Gehen auf der Stra\u00dfe ohne das war erlaubt, auch wenn sie immer wieder besonders Vorsichtige mit Mundschutz an ihr vor\u00fcberlaufen sah. Sie hatte den Schal nur \u00fcber ihre orange Jacke gewickelt und wunderte sich ein  ein wenig, da\u00df ihr kalt war, denn  im Museum war es trotz abgeschalteter Heizung hei\u00df zugegangen und genau das brachte sie durcheinander. In ihrem Kopf spielten ihre Gedanken Ping Pong. Dazu  brauchte sie keine Beate, die aber, wie sie auf ihren Handy sah,  dreimal angerufen hatte. Sie hatte eine sehr besorgte Tochter, aber w\u00e4hrend der Sitzung im Museum war sie nicht ans Telefon gegangen. das w\u00fcrde sie erst zu Hause tun, wenn sie Egon und Janina erkl\u00e4rte, warum sie, um elf  das Haus verlassen hatte, um ihre Bankfiliale aufzusuchen und erst um halb sechs abends aufgel\u00f6st, mit einem Schal um den Hals gewickelt, widerkam. Das Zahlscheineinwerfen brauchte auch in Corona-Zeiten nicht so lang, wie sich sowohl Janina, als auch Bea denken w\u00fcrden und nur Egon, der, wenn er nicht wieder ausgeb\u00fcchst war, um zu seinen Vorlesungen zu gelangen, in seinem Arbeitszimmer gesessen war, w\u00fcrde es egal sein. Gerade er h\u00e4tte aber Grund sich zu emp\u00f6ren, w\u00e4hrend es Janina und das T\u00f6chterlein nichts anging, warum sie trotz Ausgangsbeschr\u00e4nkung so lange nicht zu Hause war. Sie w\u00fcrde es ihnen aber erkl\u00e4ren. Nat\u00fcrlich, keine Sorge, denn Arbeiten war erlaubt.  Das erkl\u00e4rten sowohl der Bundeskanzler, als auch der gestrenge Innenminister, beinahe bei jedem Interview, auch wenn sie nicht beweisen konnte, da\u00df eine Ausstellungsplanung \u00fcber das&#8221;Rote Wien&#8221; zu den systemrelevanten Arbeitsg\u00e4ngen z\u00e4hlte und sie au\u00dferdem, wie ihr brandhei\u00df einfiel, auf das Abmessen der R\u00e4ume vergessen hatten. Viktor war schuld daran. Ihr Assistent, Viktor Neumann, ebenfalls Historiker, wie Egon und drei\u00dfig Jahre alt, wie ihr Sohn. Sie wu\u00dfte das und hatte es nicht vergessen. Viktor Neumann, der mutterlos und ohne Freundin in seiner Garconniere gesessen war, hatte die gleiche Idee, wie sie gehabt. Er hatte das Museum zwar nicht vermessen wollen. sich aber gemerkt, da\u00df sie das wollte, um sicher zu sein, da\u00df die Pl\u00e4ne stimmten, wenn vielleicht im Juni oder schlimmstenfalls im September, die Ausstellung er\u00f6ffnet werden konnte und hatte sich, wie er ihr mit jungenhaften Grinsen eingestand, in Erwartung, sie zu treffen, aus seiner Quarant\u00e4nenh\u00e4hle geschlichen. In den &#8220;Spar&#8221; war er gegangen, wie er ihr mit demselben jungenhaft versch\u00e4mten L\u00e4cheln gestand. Hatte dort von einer maskierten jungen Damen einen Mundschutz \u00fcberreicht bekommen und  war von ihr aufgefordert worden, einen Einkaufswagen zu ben\u00fctzen. Mit diesem war er maskiert durch den Markt gefahren und hatte in ihm eine Flasche Prosecco und ein S\u00e4ckchen Erdn\u00fc\u00dfe gepackt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Denn wei\u00dft du, Chefin, sch\u00f6n Frau, da\u00df ich das gerne mit dir verzehren m\u00f6chte, um meine Einsamkeit zu vergessen! Wenn du dich traust, lade ich dich gerne dazu ein!&#8221;, hatte er gesagt und war dabei ihrem Mund und ihrem K\u00f6rper unvorschriftsm\u00e4\u00dfig nah gekommen. Viel zu nah war das geschehen. Jeder Sicherheitsabstand wurde mi\u00dfachtet, hatte sie noch gedacht. Als sie aber abwehren konnte, war sie von dem Duft seines Rasierwassers \u00fcberw\u00e4ltigt worden, hatte die N\u00e4he schlie\u00dflich, sie konnte es nicht leugnen, gern zugelassen. Verbotenerweise war sie ihm sehr nah gekommen. Das k\u00f6nnte sie ihrer Tochter Beate, ihrem Sohn Albert, der Personenbetreuerin Janina und auch Egon, ihrem angetrauten Gatten, der einzige, der wirklich davon betroffen war, sagen. W\u00fcrde es aber nicht, Egon vielleicht und der w\u00fcrde sie verstehen oder, wie eher anzunehmen war, w\u00fcrde es ihn, der nur seine Studenten und seine Vorlesungen im Kopf hatte und sie ,wenn sie ihm am Weggehen hindern wollte &#8220;Hexe!&#8221;, nannte, nicht interessieren. Den anderen w\u00fcrde sie ihr Fernbleiben mit einer unverschiebbaren Arbeitssitzung rechtfertigen. auch wenn sie \u00fcber den Erdn\u00fc\u00dfe und dem Prosecco, auf das Vermessen vergessen hatten. Denn es war keine Arbeitssitzung gewesen, die sich die letzten Stunden zwischen ihnen abtespielt  hatte. Absolut nicht, sondern etwas, das ganz und gar verboten war, auch wenn diese Gesetzes\u00fcbertretung wieder mit f\u00fcnfzig und auch nicht mit f\u00fcnfhundert Euro Verwaltungsstrafe zu begleichen war. Es hatte sie auch kein Polizist gesehen. Es war keiner mit einem Ma\u00dfstab ins Museum gest\u00fcrmt, um festzustellen, da\u00df die Kuratorin Roswitha Herweg und ihr Assistent ViktorNeumann diesen nicht eingehalten hatten.  Kein Geldbetrag w\u00fcrde tilgen, was geschehen war und Beate hatte recht, wenn sie sie r\u00fcgen w\u00fcrde und da, w\u00e4hrend sie die Landesgerichtsstra\u00dfe hinunterging, wieder ihr Handy summte, atmete sie durch und nannte ihren Namen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Hallo, Mama!&#8221;, h\u00f6rte sie prompt Bea s\u00e4useln und hielt ihr Phone so weit wie m\u00f6glich von ihrem Ohr entfernt, um ihre besorgte Stimme nicht zu intensiv zu h\u00f6ren, mit der sie ihr mitteilte, da\u00df sie sich Sorgen mache.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wo warst du Mama? Ich konnte dich nicht erreichen! Janina, die ich das fragte, ist auch besorgt! Du bist, um elf auf die Bank gegangen, hat sie gesagt. Jetzt ist es halb sechs und du bist noch nicht zu Hause! Wo bist du gewesen? Ist etwas passiert?&#8221;, h\u00f6rte sie ihre aufgeregte Stimme keuchen, matmete durch und \u00fcberlegte, w\u00e4hrend sie Beate erkl\u00e4ren h\u00f6rte, da\u00df sie ihre Bankgesch\u00e4fte bequem  online erledigen konnte und das Haus, wie gerade im Rundfunk durchgegeben worden war, \u00fcberhaupt nicht verlassen sollte!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;\u00c4lteren Personen und Risikogruppen w\u00e4re davon abzuraten und w\u00fcrden ersucht, sich ihre Eink\u00e4ufe von anderen besorgen zu lassen!&#8221;, h\u00f6rte sie sie kreischen und hinzuf\u00fcgen, da\u00df dazu Janina da w\u00e4re, die, wie sie ihr versichert hatte, das auch  gern t\u00e4te!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wo warst du Mama? Ich mache mir gro\u00dfe Sorgen! Albert ist ebenfalls besorgt!&#8221;, h\u00f6rte sie sie weiter keuchen und unterbrach sie dann energisch &#8220;Im Museum, Kind! Das hei\u00dft bis ungef\u00e4hr f\u00fcnf war ich dort und habe-&#8220;, flunkerte sie und hoffte dabei nicht verlegen zu klingen &#8220;-die R\u00e4ume vermessen und geschaut, ob die Planung passt! Das mu\u00dfte sein und ist erlaubt! Das geh\u00f6rt, wenn du so willst, zur systemrelevanten T\u00e4tigkeit und ist wichtig, wenn die Ausstellung, wie geplant im Juni er\u00f6ffnet wird und tun wir das erst sp\u00e4ter, kann es auch nicht schaden, wenn alles stimmt! Also habe ich getan, was nicht online zu erledigen ist! Du brauchst dich nicht aufregen! Im Museum ist mir, da es geschlo\u00dfen ist, nichts passiert!&#8221;, sagte sie energisch und lie\u00df bewu\u00dft Viktors Anwesenheit aus.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das habe ich auch Janina und deinem Vater mitgeteilt, da\u00df ich nach der Bank in die Felderstra\u00dfe schauen werde und dort hat es ein bi\u00dfchen gedauert! So eine Ausstellung macht, wie du dir vorstellen kannst, viel Arbeit! Ich habe auch ein bi\u00dfchen vorgeplant, damit ich nicht so schnell wieder hin mu\u00df!&#8221;, flunkerte sie mit roten Ohren, dabei verschweigend, da\u00df sie mit Viktor vereinbart hatte, sich demn\u00e4chst wieder zu treffen. Damit er nicht so einsam war, weil sie eine so m\u00fctterlich verst\u00e4ndnisvolle Frau war, die ihn an seine Gro\u00dfmutter erinnere, wie er vor sich hingestammelt hatte und sich dabei so dicht an sie presste, wie es wahrscheinlich nie ein Enkelsohn bei seiner Gro\u00dfmutter tun w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Jetzt habe ich das Museum ohnehin schon verlassen und biege in die Josefst\u00e4dterstra\u00dfe ein! In einer Viertelstunde bin ich zu Hause! Das kannst du Janina und dem Papa ausrichten, der aber, wenn er nicht wieder ausgeb\u00fcchst ist und Janina nach ihm suchen mu\u00df, sicher viel ruhiger ist und sich keine Sorgen macht, was du auch nicht brauchst! Es ist alles in Ordnung und nichts geschehen! Ich traue mir zu, trotz meiner dreimonatlichen \u00dcberf\u00e4lligkeit, die Josefst\u00e4dterstra\u00dfe entlangzugehen und der alteHerr, der mir gerade entgegenkommt und der wahrscheinlich zwanzig Jahre \u00e4lter, als ich ist, hat kann ich dir versichern, offenbar auch keine Angst!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und wieder ein Schmankerl oder ein Preview-St\u00fcck aus meinem derzeitigen Work on Progress &#8220;Kein Fr\u00fchlingserwachen mehr&#8221;, das derzeit im Rohtext fertig ist. 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