{"id":85580,"date":"2020-06-09T00:51:00","date_gmt":"2020-06-08T22:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=85580"},"modified":"2020-06-09T00:51:00","modified_gmt":"2020-06-08T22:51:00","slug":"ein-schrecklicher-verdacht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=85580","title":{"rendered":"Ein schrecklicher Verdacht"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4hrend das Leben ringsherum immer normaler wird, wieder ein St\u00fcck aus meinem Corona-Roman <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/01\/19\/korrigieren-fraeulein-no-und-kein-fruehlingserwachen\/\">&#8220;Kein Fr\u00fchlingserwachen mehr?&#8221;<\/a>, wo es um die ersten Wochen des Lockdowns geht.<\/p>\n\n\n\n<p> Die f\u00fcnfundsechzigj\u00e4hrige Kuratorin Roswitha Horwath sitzt im Homeoffice zu Hause, wo ihr an Alzheimer erkrankter Mann Egon von der Slowakin Janina betreut wird und bereitet mit ihrem Assistenten Viktor eine Ausstellung \u00fcber das &#8220;Rote Wien&#8221; vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Text den ich gerade korrigiere und vielleicht noch ein bi\u00dfchen was daran ver\u00e4ndern mu\u00df. Die Szene<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/26\/ein-uberraschender-besuch\/\"> 5<\/a>,  <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/25\/egons-verdacht\/\">7<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/02\/der-heimweg\/\">14<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/04\/lauter-vernaderer\/\">15 <\/a>und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/05\/25\/egons-verdacht\/\">19<\/a> und gibt es schon hier zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt geht zu Szene 16 und Albert Herweg, Roswithas Sohn, der mit der Volksschullehrerin Valera verheiratet ist:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Du machst dir unn\u00f6tige Sorgen, Bea!&#8221;, sagte Albert Herweg zu seiner Schwester und legte das Handy auf den Schreibtisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Dumme Gans!&#8221;, dachte er dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;La\u00df doch die Mama in Ruhe und sie mit ihren f\u00fcnfundsechzig Jahen in ihr Museum gehen, wenn sie das braucht und wenn sie sich ein bi\u00dfchen in ihren Assistenten verliebt haben sollte, kann man ihr das g\u00f6nnen! Hat sie es doch mit dem Papa und seiner Krankheit nicht so leicht und au\u00dferdem bin ich sicher, da\u00df sie wei\u00df, wie weit sie gehen kann! Dumme Gans, die eine M\u00fccke zum Elefanten macht und sich in Sachen mischt, die sie nichts angehen, w\u00e4hrend ich  mir um Val Sorgen machen sollte!&#8221;, dachte er ver\u00e4rgert und merkte, da\u00df er froh war, da\u00df er das zu sich selber und nicht der Schwester gesagt hatte, die sich in ihrer Helferrolle auf ihn gest\u00fcrzt h\u00e4tte, was er nicht wollte und sie nichts anging, dachte er und kam in Gedanken zu Valera zur\u00fcck, die sich vorhin in der K\u00fcche \u00fcbergeben und erschrocken den Kopf gesch\u00fcttelt hatte, als er wissen wollte, ob sie auch Fieber h\u00e4tte? \u00dcber Kopfweh hatte sie in den letzten Tagen \u00f6fter geklagt. Da hatte er sich noch keine Sorgen gemacht und gedacht, da\u00df die \u00dcberforderung mit dem Homeschooling, das nicht leicht war und sie erst lernen mu\u00dften, Schuld daran trug. Dann war ihm eingefallen, da\u00df sie in letzter Zeit \u00f6fter gehustet hatte und hatte erschrocken &#8220;Sie wird sich doch nicht dieses Virus eingefangen haben?&#8221;, gedacht.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Mach dir keine Sorgen, Albert!&#8221;, hatte sie ihn zwar beruhigt und ihn auf den Mund gek\u00fc\u00dft. Dann hatte sie ihre Jacke genommen und gemeint, da\u00df sie f\u00fcr alle F\u00e4lle doch in die Apotheke gehen wolle.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Um mich zu vergewissern, Albert, damit ich mich in nichts verrenne, was nichts wird! Mach dir keine Sorgen und kein solches Gesicht! Mir geht es gut und ich habe mir vielleicht nur den Magen verdorben!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Als er ihr erschrocken folgen wollte, hatte sein Handy angeschlagen. Bea war in der Leitung gewesen und hatte ihm mit besorgter Stimme mitgeteilt, da\u00df die Mutter im Museum gewesen war, obwohl sie zur Risikogruppe hz\u00e4hlte und daher das Haus nicht verlassen sollte. Dann hatte sie noch etwas von ihrem Assistenten hinzugef\u00fcgt, von dem sie nicht sicher war, ob sich die Mama nicht mit ihm im Museum traf und den Papa mit ihm betrog?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das darf nicht sein! Das m\u00fcssen wir verhindern!&#8221;, hatte die Schnatterliese, die schon als Kind so \u00fcberkorrekt war und die anderen vernadert hatte, wenn sie beim Spielen geschummelt oder keine Hausaufgaben machten, doziert und er hatte gedacht, da\u00df ihn das nicht interessiere, sondern zu Val m\u00fcsse, die vielleicht dieses Corona-Virus, zumindest aber einige der geschilderten Symptome hatte. Trotzdem hatte es eine Weile gebraucht, bis er so h\u00f6flich er konnte &#8220;Das interessiert mich nicht, Bea!  Ich mische mich  da nicht ein und glaube, du solltest es auch nicht tun, weil die Mama erwachsen ist!&#8221;, zu ihr sagte und das Gespr\u00e4ch unterbrach. Das war nun passiert. Jetzt konnte er ebenfalls zur Jacke greifen und Val in die Apotheke folgen. Wu\u00dfte er doch, wo sich die N\u00e4chste befand. Konnte  sie also nicht verfehlen und atmete auf, als er das Ger\u00e4usch des Schl\u00fc\u00dfels h\u00f6rte und er seine Frau verschwitzt und mit zerzausten Haaren auftauchen sah.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Da bin ich wieder, Albert!&#8221;, sagte sie erstaunlich fr\u00f6hlich und zog eine Medikamentenschachtel aus ihrem Apothekens\u00e4ckchen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Wenn du willst k\u00f6nnen wir den Test gleich machen, dann wissen wir es genau!&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Den Covid-19 Test? Wo hast du den so schnell bekommen? Ich dachte, man m\u00fc\u00dfte da eine bestimmte Nummer anrufen, dann kommen sie im Schutzanzug zu dir machen den Abstrich!&#8221;, sagte er und wunderte sich, da\u00df sie zu lachen begann.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Aber nein, Albert, hast du das gedacht? Das ist es nicht! Das Kopfweh ist verschwunden und der Husten, glaube ich, chronisch! Aber meine Periode ist in der letzten Zeit ausgeblieben und da mir seit ein paar Tagen schon schlecht wird, wenn ich die K\u00fcche betrete und das Essen rieche, habe ich gedacht-!&#8221;, sagte sie und dr\u00fcckte ihm einen Ku\u00df auf den Mund.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Da\u00df ich vielleicht Vater werde, meine Eltern Gro\u00dfmama und Gro\u00dfpapa und meine Schwester Tante, die sich dann um ihren kleinen Neffen oder Nichte k\u00fcmmert und die Mama in Ruhe l\u00e4\u00dft, wenn sie sich nicht so genau an die Risikogruppenvorschriften h\u00e4lt!&#8221;, sagte er und zog Valera an sich.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Das w\u00e4re wundersch\u00f6n, Val, obwohl eine Schwangerschaft in Covid-Zeiten und eine Geburt mit Maske h\u00f6chstwahrscheinlichlich auch ein Risiko werden k\u00f6nnte!&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend das Leben ringsherum immer normaler wird, wieder ein St\u00fcck aus meinem Corona-Roman &#8220;Kein Fr\u00fchlingserwachen mehr?&#8221;, wo es um die ersten Wochen des Lockdowns geht. 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