{"id":85723,"date":"2020-06-16T00:51:00","date_gmt":"2020-06-15T22:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=85723"},"modified":"2020-06-16T00:51:00","modified_gmt":"2020-06-15T22:51:00","slug":"wer-dann-noch-lachen-kann","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=85723","title":{"rendered":"Wer dann noch lachen kann"},"content":{"rendered":"\n<p>Jetzt kommt der zweite Teil von Birigt Vanderbekes Romantrilogie oder Familiensaga, &#8220;Wer dann noch lachen kann&#8221;, 2017 erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p> Den dritten Teil,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/03\/20\/alle-die-vor-uns-da-waren\/\"> &#8220;Alle die vor uns waren&#8221;,<\/a> habe ich vor einem Jahr gelesen. Der erste der drei B\u00e4nde &#8220;Ich freue mich, dass ich geboren bin&#8221; mu\u00df noch zu mir kommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine ungew\u00f6hnliche Lesereihefolge f\u00fcr eine Trilogie und ich denke, da\u00df sich das beim Lesen ger\u00e4cht hat, bin ich nach dem Buch, wo es um Gewalt, Kindesmi\u00dfbrauch und eine aufgeweckte Kleine geht, die sich in die Phantasie fl\u00fcchtet und als erwachsene Frau, die nach einer alternativen Physiotherapie zu entscheidenden Erkenntnissen kommt, ein wenig ratlos gegen\u00fcbergestanden und war von Birgit Vanderbekes  stark ironischen Ton, in dem sie eine Kindheit beschreibt, die vielleicht autobiografisch  ist, sowohl ein wenig abgeschreckt, als auch \u00fcberfordert.<\/p>\n\n\n\n<p> Dabei habe ich von der 1956 in Dahme geborenen Autoren, die seit langen schon in Frankreich lebt, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/16\/alberta-empfangt-einen-liebhaber\/\">schon<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/29\/sweet-sixteen\/\">einiges <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/10\/geld-oder-leben\/\">gelesen<\/a> und war wohl auch bei einigen ihrer dicht geschriebenen B\u00fccher \u00e4hnlich ratlos, weil sie, da sie sehr abstrahiert, nicht so leicht zu verstehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Buch habe ich beim<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/12\/die-zehnte-buch-wien\/\"> Literaturquiz der &#8220;Buch-Wien&#8221;<\/a> gewonnen und lange nicht gelesen, dann hat mir &#8220;Piper&#8221; im vorigen Jahr, den dritten Teil geschickt, wo es um das Alter geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es im ersten Teil des hundertf\u00fcnfzig Seiten Buches, um eine sehr aufgeweckte Ich-Erz\u00e4hlerin, die von ihrem Vater, einem Pharmareferenten gr\u00fcn und blau geschlagen wird und von der Mutter, die sich selber sehr mit Medikamenten vollstopfte und sehr viel zu \u00c4rzten geht,  wozu sie das Kind mitschleppte und ihnen erkl\u00e4rt, da\u00df es zu phantasievoll ist, verr\u00fcckt w\u00e4re und in die in die &#8220;Klapse&#8221; geh\u00f6re. Das Kind fl\u00fcchtet sich in die Phantasie, hat einen imagin\u00e4ren &#8220;Mikrochinesen&#8221; zum Freund und spricht sich selber Mut zu, was ich sehr eindrucksvoll geschildert empfand, wie sie beispielsweise, die verschiedenen Pharmafirmen gegeneinander auspielt<\/p>\n\n\n\n<p> Dann kommt es  zum Bruch im Text, denn es geht ins erwachsene Ich und nach S\u00fcdfrankreich. Die Erz\u00e4hlerin ist schon Mutter oder Gro\u00dfmutter, hat einen Autounfall und infolgedessen Schmerzen, wo die Physiotherapie nichts hilft.<\/p>\n\n\n\n<p> Da wird sie einem alten Mann, einem Monsieur Mounier empfohlen, der vierzig Euro f\u00fcr die Stunde verlangt und seine Frau bei der Anmeldung empfiehlt, nicht allein zu kommen und genug zu Trinken mitzunehmen. Der tastet sie ab, spricht dann von einer Vergiftung und sagt ihr, da\u00df sie selber wissen w\u00fcrde, was das bedeutet, sagt ihr zum Abschied, da\u00df Sie &#8220;die kleine Karline&#8221;, so wie sie sich als Kind immer selber nannte, &#8220;gr\u00fc\u00dfen soll&#8221; und ihr Mann Gianni, nennt ihn dann den &#8220;Mikrochinesen&#8221;, weil auf seinem Praxisschild &#8220;Mikrokinesitherapie&#8221;, steht, das f\u00fchrt zu einem Deja-vue  und der entscheidenden Wendung.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie schl\u00e4ft sie zwei Tage, die Schmerzen sind weg und sie  erz\u00e4hlt ihrem Mann Gianni, da\u00df ihre Mutter, als sie zw\u00f6lf war und ihre erste Regel hatte, zu einem Gyn\u00e4kologen schleppte und ihr die Pille verschreiben lie\u00df und ihm auch andeutete, die Tochter w\u00e4re auf die schiefe Bahn gekommen, obwohl das nicht stimmte, eine Verquickung, die mir von der Schreibdramaturgie nicht ganz nachvollziehbar war, im Klappentext aber sehr gelobt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Buch, das man nicht vergi\u00dft, habe ich irgendwo gelesen, dem kann ich zustimmen und bleibe durch die sehr starke Erz\u00e4hlweise, die ich mir wohl ein wenig unmittelbarer w\u00fcnschte, fast verst\u00f6rt zur\u00fcck, obwohl einer Psychologin und Psychotherapeuten Traumatisierungen und Kindesmi\u00dfbrauch nicht fremd sein sollten, ich sie aber meistens einfacher erz\u00e4hlt bekomme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt der zweite Teil von Birigt Vanderbekes Romantrilogie oder Familiensaga, &#8220;Wer dann noch lachen kann&#8221;, 2017 erschienen. 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