{"id":859,"date":"2009-02-16T22:51:27","date_gmt":"2009-02-16T21:51:27","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=859"},"modified":"2009-02-16T22:51:27","modified_gmt":"2009-02-16T21:51:27","slug":"marie-therese-kerschbaumer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=859","title":{"rendered":"Marie-Therese Kerschbaumer"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt habe ich den zweiten Band von Marie Therese Kerschbaumers Trilogie, den ich vor ein paar Wochen im Buchlandung ein Euro Abverkauf gefunden habe, gelesen.<br \/>\nDie Fremde &#8211; Ausfahrt  &#8211; Fern &#8211; die autobiografisch gef\u00e4rbten Romane der Sprachvirtuosin Kerschbaumer, von dem M\u00e4dchen Barbarina, wie es Elisabeth Reichart nannte.<br \/>\nDen dritten Band habe ich einmal bei einer &#8220;Literatur im M\u00e4rz-Veranstaltung&#8221;  bekommen und auf einer unserer Toskana-Reisen gelesen und jetzt den zweiten Band.<br \/>\nDa sich der Inhalt schwer beschreiben l\u00e4\u00dft, m\u00f6chte ich ein wenig \u00fcber Marie Therese Kerschbaumer plaudern, die ich schon lang kenne. Sehr lang sogar.<br \/>\nAls ich Samstag in Harland mein Einleitungsreferat f\u00fcr die Mittleren III vorbereitete, bin ich auf sie gesto\u00dfen. Denn ich will in meiner Reihe ja von der eigenen Schreibbiografie ausgehen und da ist Marie Therese Kerschbaumer  am Anfang gestanden und hat mich sicherlich gepr\u00e4gt.<br \/>\nMonika Jensen hat mich Ende der Siebzigerjahre in den Arbeitskreis schreibender Frauen gebracht, der sich aus einem Abend des Bundes demokratischer Frauen mit dem Thema &#8220;Warum Frauen schreiben?&#8221;, gebildet hat, weil zu diesem Abend sehr viele Frauen mit ihren Manuskripten gekommen sind.<br \/>\nDa hat sie mir von Marie Therese Kerschbaumer erz\u00e4hlt, die dort dabei ist und die, wie sie mir sagte, sieben Jahe brauchte, bis sie mit ihren Roman &#8220;Der Schwimmer&#8221; den Durchbruch geschafft hat. Damals habe ich noch geglaubt, es in dieser Zeit auch zu schaffen und Marie Therese Kerschbaumer hat den Arbeitskreis, wie sie mir sagte, geleitet.<br \/>\nEs war dann noch  B\u00e4rbel Danneberg da und Christa Stippinger und Elfriede Haslehner hat mir Jahre sp\u00e4ter auch erz\u00e4hlt, da\u00df sie ihn geleitet h\u00e4tte.<br \/>\nViele Leiterinnen also. F\u00fcr mich war der Arbeitskreis sehr wichtig und ich dachte wohl auch, ich bin jetzt in der Gruppe 47 und ja richtig,  Arthur West war auch dabei und hat seine Sichtweise auf das weibliche Schreiben eingebracht und uns zum linken Wort aufs Volksstimmefest.<br \/>\nSo habe ich einen ersten Einblick in den Literaturbetrieb bekommen und als ich 1987 in die GAV aufgenommen wurde, war Marie Therese Kerschbaumer schon dort und ich kann mich erinnern, da\u00df ich sie  beim neuen Institutsgeb\u00e4ude getroffen habe und da ist sie ist sehr herzlich auf mich zugekommen und hat gesagt &#8220;Jetzt bist du eine von uns!&#8221;<br \/>\nNun ja, so einfach war das nat\u00fcrlich nicht, sie hat mir bei einer Sitzung der IG- Autoren aber ein Paar Schuhe angeboten und bei der ersten Frauenlesung, die ich 1990 in St. P\u00f6lten organisiert habe, hat sie gelesen.<br \/>\nSp\u00e4ter nie mehr und es gab auch eine Geschichte mit einer Ohrfeige 1998 bei einer anderen Sitzung der IG Autoren.<br \/>\nEin paar Jahre vorher war ich mit ihr und mit Gerhard Kofler in M\u00fcrzzuschlag beim Fest von Ernst Jandl oder Gerhard R\u00fchm im Brahms-Museum und das hat vorher Ernst K\u00f6lz besucht und sich ins G\u00e4stebuch eingetragen.<br \/>\nMarie Therese Kerschbaumer war sehr begeistert und ich hatte keine Ahnung, da\u00df Ernst K\u00f6lz ein so ber\u00fchmter Mann ist, habe ich doch mit ihm und Kurt Kren in derselben Pension gewohnt.<br \/>\nDas sind so meine Erinnerungssplitter an Marie Therese Kerschbaumer.<br \/>\nDen Roman &#8220;Schwestern&#8221; habe ich noch in den Siebzigerjahren, gleich nach seinem Erscheinen gelesen und, da\u00df ich den &#8220;Weiblichen Namen des Widerstands&#8221; nicht habe, bin ich erst sp\u00e4ter draufgekommen, da war ich bei so vielen Lesungen, da\u00df ich gedacht habe, ich h\u00e4tte es gelesen.<br \/>\nUnd jetzt nach &#8220;Fern&#8221;, die &#8220;Ausfahrt&#8221;, die auch ihre eigene Geschichte hat. Ist es ja ein Band des Austrokoffers bzw. Landvermessung, wie es dann gehei\u00dfen hat.<br \/>\nDenn zum Jubil\u00e4umsjahr ist G\u00fcnther Nenning, der auch GAV-Mitglied war, auf die Idee gekommen, einen Koffer mit f\u00fcnfzig B\u00e4nden \u00f6sterreichischer Autorinnen und Autoren, der den Schulen zur Verf\u00fcgung gestellt werden sollte, herauszugegeben und wurde dabei von der Autorenschaft, die sich \u00fcbergangen f\u00fchlte, wie ich es formulieren w\u00fcrde, sehr gemobbt.<br \/>\nAnna Mitgutsch, hat gemeint, sie lie\u00dfe sich keinen Roman stehlen, Elfriede Jelinek und immer mehr der Auserw\u00e4hlten haben abgesagt. G\u00fcnther Nenning war sehr betroffen, der Verlag, der es zuerst machen sollte, ist abgesprungen,  schlie\u00dflich haben sich dann Robert Schindel, Milo Dor, Marie Therese Kerschbaumer, Julian Schutting und Anna Mitgutsch gefunden, die das Projekt gerettet haben, so da\u00df der Koffer unter dem Namen &#8220;Landvermessung&#8221; im Residenz Verlag erschienen ist.<br \/>\nG\u00fcnther Nennig hat noch gelebt, ist aber zu der Pr\u00e4sentation in den Volksgarten nicht mehr gekommen, sondern hat nur mehr einen Tonbandgru\u00df geschickt und es war sehr interessant zu sehen, wer in den f\u00fcnfzig  B\u00e4nden nicht oder schon enthalten war.<br \/>\nIch nat\u00fcrlich nicht, war aber bei der Pr\u00e4sentation und habe auch in meiner &#8220;Zusteigerin oder die Reise nach Odessa&#8221; ein bi\u00dfchen was dar\u00fcber geschrieben und bei der Pr\u00e4sentation gab es ein tolles Buffet und einen Gratisband und nun kann man vielleicht auch die anderen B\u00e4nde billig erwerben.<br \/>\nMarie Therese Kerschbaumer ist vielleicht auch nicht so ber\u00fchmt geworden, wie es h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Der Wieser Verlag hat zu ihrem 70. Geburtstag aber ihr Gesamtwerk  herausgebracht und bei Lyrik im M\u00e4rz, der n\u00e4chsten gro\u00dfen GAV Veranstaltung wird sie sicher auch auftreten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt habe ich den zweiten Band von Marie Therese Kerschbaumers Trilogie, den ich vor ein paar Wochen im Buchlandung ein Euro Abverkauf gefunden habe, gelesen. 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