{"id":8646,"date":"2011-09-08T23:12:06","date_gmt":"2011-09-08T21:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=8646"},"modified":"2011-09-08T23:12:06","modified_gmt":"2011-09-08T21:12:06","slug":"dichter-verein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=8646","title":{"rendered":"Dichter-\/-Verein"},"content":{"rendered":"<p>Die Literaturverein &#8220;Podium&#8221; feiert heuer sein vierzigj\u00e4hriges Bestehen mit mehreren Veranstaltungen und Publikationen, wor\u00fcber ich schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/10\/40-jahre-podium\/\">berichtet<\/a> habe. Dann gibt es noch die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/08\/podium-portrait\/\">Portrait-Reihe<\/a>, den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/03\/lockstoff\/\">Podium-Slam<\/a> und die Sommer-Lesereihe im Cafe Pr\u00fcckl, die ich meistens vers\u00e4ume, da ich da ja Sommerfrische mache, bzw. ich mir die teuren Pr\u00fcckl-Preise nicht so einfach leisten will. Die Sommerlesereihe, wo unter anderen Thomas Northoff, Elfriede Haslehner etc lasen und die immer ein bestimmtes Thema hat, wurde, glaube ich, fr\u00fcher von Claudia Erdheim und wird jetzt von Christa Nebenf\u00fchr organisiert. Ich habe ein paarmal versucht dort zu lesen,  es ist aber eine Veranstaltung f\u00fcr die Vereinsmitglieder und ich bin derzeit au\u00dfer in der GAV in keinen Verein und sonst nur f\u00fcr ganz besonders gute G\u00e4ste, zu denen ich nicht z\u00e4hle.<br \/>\nVor zwei Jahren war es in den GAV-Nachrichten ausgeschrieben, hat aber trotzdem nicht geklappt, so da\u00df ich nur bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/03\/schlafriges\/\">Schlu\u00dfveranstaltung<\/a> in der Alten Schmiede war, voriges Jahr habe ich sie vers\u00e4umt, heuer bin ich wieder hingegangen und das Thema war nat\u00fcrlich die Zahl &#8220;Vierzig&#8221; bzw. hat Christa Nebenf\u00fchr, die nach den Lesungen immer eine Diskussion moderiert, dazu das Thema &#8220;Verein&#8221; gew\u00e4hlt, denn die vier zum Lesen Auserw\u00e4hlten: Haimo Handl, Gerhard Jaschke, Hilde Schm\u00f6lzer und Reinhard Wegerth haben alle ihre diesbez\u00fcglichen Erfahrungen.<br \/>\nIm Publikum waren fast nur Podium-Mitglieder und andere Literaturbekannte zu finden, wie Ruth Asp\u00f6ck, Thomas Northoff, Christl Greller, Marie Therese Kerschbaumer, Maria Gornikiewicz, Claudia Erdheim, Gabriele Petricek, Nils Jensen etc.<br \/>\nHaimo Handl, den ich nicht kannte, der aber die zeitschrift &#8220;Driesch&#8221; herausgibt, begann mit einem sehr trendigen Text, in dem die Midlifecrisis, sowie das Lebensgef\u00fchl der Vierzigj\u00e4hrigen beschrieben wurde. Vierzig ist die Lebensmitte, wenn man vor hat Achtzig zu werden und da ist man heutzutage wenn man in der Szene und im Zeitgeist lebt, sehr besch\u00e4ftigt.<br \/>\nHilde Schm\u00f6lzer hatte da nat\u00fcrlich einen ganz anderen Zugang mit ihrem Text &#8220;Von der Menschwerdung des m\u00e4nnlichen F\u00f6tus ab dem vierzigsten Tag und der Zeitverz\u00f6gerung bis zur Menschwerdung der Frau&#8221;, bei dem sie sich auf Aristoteles bezog und zeigte, was die m\u00e4nnliche Wissenschaft im Laufe der Geschichte f\u00fcr Verrenkungen unternommen hat, um so  etwas Nat\u00fcrliches zu erkl\u00e4ren, wie, da\u00df der Mann einen Penis und die Frau eine Vagina hat, weil nur so die Kinder auf die Welt kommen, die man braucht, damit die Menschheit \u00fcbelebt.<br \/>\nNein, die Herren Wissenschaftler haben sich da Theorien von der Minderwertigkeit der Frau, weil k\u00e4ltere Knochen und kleineres Gehirn etc ausgedacht und das noch wissenschaftlich widerlegt.<br \/>\nHilde Schm\u00f6lzer hat in ihrem Feminismus diesen Unsinn wieder hervorragend beschrieben.<br \/>\nDann kam Reinhard Wegerth mit seinem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/15\/alte-schmiede-im-beisl\/\">&#8220;Stimmenroman&#8221;<\/a>, \u00fcber den ich auch schon geschrieben habe und hat drei Stellen gelesen, in denen es, um seine T\u00e4tigkeit bei den &#8220;Literaturproduzenten&#8221; und der Zeitschrift &#8220;Frischfleisch&#8221; ging. Die Stelle mit dem Leiberl, im &#8220;Stimmenroman&#8221;, erz\u00e4hlen verschiedene Gegenst\u00e4nde, das Leben Reinhard Wegerths in den Siebzigerjahren, hat er schon vor einem Jahr gelesen. Jetzt las er noch einen k\u00f6stlichen Text aus seiner Zeit bei der &#8220;Edition Literaturproduzenten&#8221;, das sind die kleinen orangen Heftern mit den L\u00f6chern oder Kreisen im Umschlag, die in den Siebzigerjahren bei Jugend und Volk herausgekommen sind. Da habe ich mir in den Siebzigerjahren einen Sto\u00df gekauft, darunter auch das, in dem Elfriede Jelineks Text enthalten ist. Das Gerstl-Heft mit den &#8220;Berechtigen Fragen&#8221; habe ich vor kurzem im B\u00fccherschrank gefunden. Die Hefte waren recht teuer, n\u00e4mlich 39 Schilling im Jahr 1974, wie ich auf der beiliegenden Rechnung der Buchhandlung Hermann, im Gerstl-Heft sehe, die Edition Literaturproduzenten hat sich aber als sehr revolution\u00e4r verstanden und das schildert Reinhard Wegerth in seinem Text, aus der Sicht des Herausgebers. Elfriede Jelinek und Michael Scharang haben zwar f\u00fcr den Sinn der Literaturproduzenten vollstes Verst\u00e4ndnis, verlegen ihre Romane aber bei Luchterhand und Rowohlt, w\u00e4hrend der Praktikant verspricht Lenin, Marx und Bakunin zu lesen und die Setzer des 1921 im roten Wien gegr\u00fcndeten Verlags &#8220;Jugend und Volk&#8221; falsch setzen und der Herausgeber alles versteht.<br \/>\nZum Schlu\u00df kam Gerhard Jaschke mit seinen Assoziationen zur Zahl Vierzig und der hat in den Siebzigerjahren auch eine Literaturzeitschrift n\u00e4mlich das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/08\/35-jahre-freibord\/\">&#8220;Freibord&#8221;<\/a> zusammen mit Hermann Sch\u00fcrrer gegr\u00fcndet und hat auch die N\u00e4chte lang geklebt, getippt, gesetzt etc.<br \/>\nChrista Nebenf\u00fchr wollte in der Diskussion dann von denen M\u00e4nnern einiges von ihren Zeitschriftenproduktionen wissen und von Hilde Schm\u00f6lzer, warum sie im Jahr 2000 aus dem PEN aus und in die GAV eingetreten ist.<br \/>\nDie Siebzigerjahre sind inzwischen, genau wie die schwarz-blaue Regierung vorbei, die Edition Literaturproduzenten, gibt es genausowenig, wie den Wiener Frauenverlag, der ja auch in dieser Zeit von Elfriede Haslehner gegr\u00fcndet wurde, der hei\u00dft jetzt Milena, ist wahrscheinlich kein Verein mehr und auch kein Frauenverlag. &#8220;Frischfleisch und L\u00f6wenmaul&#8221; gibt es nicht mehr, wohl aber &#8220;Freibord&#8221; und &#8220;Podium&#8221; und das hat ja heuer ein sch\u00f6nes Jubil\u00e4um gefeiert, ebenso wie die Galerie Chobot, die heute auch eine Jubil\u00e4umsausstellung hatte und Zeichnungen von Karl Anton Fleck zeigte, da bin ich anschlie\u00dfend noch mit Maria Gornikiewicz und Gabriele Petricek hingegangen und habe sogar noch ein Glas Wein bekommen und am Herbert von Karajan Platz wurde wieder Oper \u00fcbertragen, so da\u00df ich mir den Schlu\u00df von &#8220;Arabella&#8221; anh\u00f6rte, was zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/07\/das-neue-buch-von-peter-henisch\/\">&#8220;Grossen Finale f\u00fcr Novak&#8221;<\/a> hin\u00fcberleitet, das ich demn\u00e4chst zu lesen beginne. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Literaturverein &#8220;Podium&#8221; feiert heuer sein vierzigj\u00e4hriges Bestehen mit mehreren Veranstaltungen und Publikationen, wor\u00fcber ich schon berichtet habe. 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