{"id":86557,"date":"2020-07-10T00:10:06","date_gmt":"2020-07-09T22:10:06","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=86557"},"modified":"2020-07-10T00:10:06","modified_gmt":"2020-07-09T22:10:06","slug":"adams-erbe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=86557","title":{"rendered":"Adams Erbe"},"content":{"rendered":"\n<p>Weiter geht es mit der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2019\/06\/23\/das-fuenfte-buchpreisbloggen\/\">&#8220;Buchpreis-Backleseliste&#8221;<\/a> und jetzt geht es zu der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/deutscher-buchpreis\/\">Longlist von 2011<\/a> und zu Astrid Rosenfelds &#8220;Adam Erbe&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p> Da habe ich mich ja schon ein bi\u00dfchen f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/17\/literaturherbst-2\/\">Buchpreis interessiert<\/a>, das Leseprobenb\u00fcchlein angefragt und mir auch den<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/10\/in-zeiten-des-abnehmenden-lichts\/\"> Eugen Ruge<\/a> zum Geburtstag wahrscheinlich schenken lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Debut der 1977 in K\u00f6ln geborenen Astrid Rosenfeld ist aber ziemlich an mir vorbeigegangen und ich habe ihren Namen wahrscheinlich erst eingepr\u00e4gt, als ich schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/09\/deutscher-buchpreis\/\">2015 Buchpreis gebloggt habe<\/a> und dann an einem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/08\/30\/zwei-weihnachts-und-geburtstagsbuecher-sowie-sommerfrischenende\/\">hei\u00dfen Samstag<\/a> in Harland Buzzaldrins Gewinnspiel machte und dann im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/18\/frankfurt-und-viele-buecher\/\">Oktober das umfangreiche Buchpaket<\/a> von ihr bekam, wo auch Astrid Rosenfelds 2015 ebenfalls bei &#8220;Digoenes&#8221; erschienener Roman Zw\u00f6lf Mal Juli&#8221; enthalten war. Das Buch habe ich, wie das mit der Buchhandlung und dem &#8220;Begrabenen Riesen&#8221; noch nicht gelesen, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/21\/die-vielen-tode-unseres-opas-jurek\/\">die<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/22\/bora\/\"> <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/23\/369\/\"> anderen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/22\/bora\/\">sechs<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/26\/der-dieb-in-der-nacht\/\">aber<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/27\/geh-hin-stelle-einen-waechter\/\">schon<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/29\/die-stellung\/\">denn<\/a> die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/05\/baba-dunjas-letzte-liebe\/\">Alina Bronsky<\/a> hatte ich, weil ja auf der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/08\/19\/der-longlistenstart\/\">Longlist<\/a> schon gelesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und &#8220;Adams Erbe&#8221; lag wohl auf dem &#8220;Thalia-B\u00fccherabverkaufstapel&#8221; in der Kremsergasse, da schnappe ich ja gelegentlich zu und stelle die B\u00fccher ins Regal, wo sie dann verkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber im Vorjahr habe ich  beschlossen, die B\u00fccherliste aufzulesen und so ist das Buch auf meiner Buchpreisbacklist gelandet und ich mu\u00df sagen, es z\u00e4hlt wieder zu den Highlights, da habe ich ja heuer offenbar ein gl\u00fcckliches Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Habe ich ja den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/24\/der-fanger-im-roggen\/\">Salinger<\/a> gelesen, den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/23\/cox-oder-der-lauf-der-zeit\/\">&#8220;Cox&#8221;<\/a>, den Wolf Haas, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2020\/06\/22\/blasmusikpopp\/\">&#8220;Blasmusikpopp&#8221;<\/a> und noch vieles mehr.<\/p>\n\n\n\n<p> jetzt mu\u00df ich noch an den &#8220;Pianisten&#8221; kommen, dann war es schon jetzt ein Superlesejahr und das Buch w\u00fcrde unmittelbar an &#8220;Adams Erbe&#8221; andocken, das wieder von einer Holocaust-Nachfolgenden, die schreckliche Geschichte erstaunlich witzig und ungew\u00f6hnlich erz\u00e4hlt, obwohl den ersten Teil h\u00e4tte ich warhscheinlich als Lektorin weggestrichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erscheint dem unvorgenommenen Leser vielleicht zu bizzar, so da\u00df er das Buchwom\u00f6glich weglegt, bevor er an den wirklich packenden zweiten Teil kommt, aber da die wahrscheinlich schon \u00f6fter geschrieben wurden, hat Astrid Rosenfeld es wohl auch kompliziert machen wollen und mit Adams Erben angefangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der hei\u00dft Edward Cohen und lebt in Berlin mit seiner Mutter und den Gro\u00dfeltern in einer Dachwohnung. 2000 ist er etwa zwanzig und so wie er aufw\u00e4chst, wuchsen wohl viele alternativ erzogene Kinder auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Astrid Rosenfeld beschreibt es sehr bizarr. Die Gro\u00dfmutter hei\u00dft Lara und ist sehr streng und die Mutter ist nachdem sie von einem S\u00f6ren oder G\u00f6ren geschw\u00e4ngert wurde, wieder zu ihren Eltern gezogen und der Gro\u00dfvater Moses f\u00e4ngt zu weinen an, als er Edward erblickt und beginnt ihm von einem Adam, seinem Bruder zu erz\u00e4hlen, der schuld am Tod seiner Mutter und Gro\u00dfmutter ist, auch etwas gestohlen habe, etcetera.<\/p>\n\n\n\n<p> Die energische Gro\u00dfmutter verbannt ihn daraufhin aufs Dach und sucht f\u00fcr die Tochter Ehem\u00e4nner aus, damit sie sie und den kleinen Edward endlich los wird.<\/p>\n\n\n\n<p> Das sind bizaare Gestalten, wie ein dauerredender Gyn\u00e4kologe, der die Mutter immer beharrlich &#8220;Fr\u00e4ulein Cohen!&#8221;, nennt und dann mit den Beiden am Sonntag in den Zoo geht, dort lernt Edward einen Elvis- Verschnitt kennen, der die Elefanten besingt, aber auch ungew\u00f6hnlich brutal sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>In den verliebt sich die Mutter und zieht dann mit dem S\u00f6hnchen eine Weile durch Deutschland. Er geht in keine Schule und wird sp\u00e4ter P\u00fcppchenerzeuger und damit sehr erfolgreich, bis er wieder nach Berlin zur\u00fcckkommt, wo jetzt auch die Gro\u00dfmutter gestorben ist und er an sein Erbe, n\u00e4mlich an ein Buch von diesen Adam kommt, das er f\u00fcr eine Anna geschrieben hat und der erste Teil ist an ein  Amy, an eine Liebe Edwards geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Teil ist, wie schon erw\u00e4hnt, sehr packend, obwohl und das ist wohl auch eine Schw\u00e4che des Buches, vieles dem \u00e4hnelt, was wir schon gelesen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Adam w\u00e4chst n\u00e4mlich mit seinem Bruder Moses, in genau dieser Berliner Dachwohnung auf. Er wurde 1919 geboren, da ist sein Vater Maximilian verwundet aus dem Krieg zur\u00fcckgekommen und liegt schreiend in seinem Zimmer. Die Mutter hei\u00dft Greti und in dem Dachzimmer wohnt die Gromutter Edna, die eine \u00e4hnlich strenge Person, wie Edwars Gro\u00dfmu\u00dftter Lara ist. Adam gilt als etwas zur\u00fcckgeblieben und wird, weil in der Schule sehr unruhig, von einem Privatlehrer unterrichtet. Edna l\u00e4\u00dft ihn auch Geige spielen lernen, das soll er bei einem Herrn Bussler machen, der ein Freund seines Vaters war und im Krieg neun Finger verloren hat. Deshalb kann er nicht mehr selber Geige spielen. Adam hat aber genausowenig Talent, wie sein Gro\u00dfneffe Edward, der sechzig Jahre sp\u00e4ter zu einer bizarren Klavierspielerin geschickt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ehemalige Maistro schlie\u00dft sich dem genialen Adolf an und wird sogar Sturmbannf\u00fchrer, legt aber seine H\u00e4nde sch\u00fctzend \u00fcber die Familie Cohen, da er in die strenge Edna unsterblich verliebt ist und Adam verliebt sich in eine Anna, die wird nach Polen abgeschoben, Moses, der wegen dem Adolf nicht Medizin studieren durfte, verliebt sich in die strenge Lara und plant die Ausreise der Familie nach England, Bussler verschafft aber Adam falsche &lt;papiere verwandelt ihn in einen Anton Richter und schickt ihn, der der Gehilfe eines Rosenz\u00fcchters war, nach Krakau, um dort die Rosen des Generalgouverneurs Hans Frank zu z\u00fcchten. Er sucht dazwischen auch Anna, r\u00e4t aber immer zur Geduld und wird dann in den Osten geschickt, wo ihm das, was er dort sieht, so entsetzt, da\u00df er an Nervenschw\u00e4che stirbt, wie es die nervenst\u00e4rkeren Nazis nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anton Adam beginnt nun selbst zu suchen, erf\u00e4hrt, da\u00df Anna im Ghetto ist, und l\u00e4\u00dft sich dort hineinbringen, damit sie hinaus kann. Er soll dort eine alte Dame aus Wien bewachen, einen kleinen jungen namens Herakles gibt es auch und es endet damit, da\u00df Adam in den Osten deportiert wird, aber vorher noch sein Buch geschrieben hat, das Edward Jahrzehnte sp\u00e4ter in der Berliner Wohnung findet. Er findet auch Anna Neunzigj\u00e4hrig in einem New Yorker Altersheim und wir haben einen sehr eindrucksvollen Bericht \u00fcber das Warschauer Ghetto und die Verfolgung der Juden gelesen, das fast an mir vorbeigegangen w\u00e4re, aber jetzt freue ich mich auf das Nachfolgerbuch und nat\u00fcrlich auch auf den &#8220;Pianisten&#8221;, der ja auch vom Warschauer Ghetto handelt und den ich schon als Film gesehen habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit der &#8220;Buchpreis-Backleseliste&#8221; und jetzt geht es zu der Longlist von 2011 und zu Astrid Rosenfelds &#8220;Adam Erbe&#8221;. 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